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168 Person(en) gefunden.

Abadie, Paul
(1812-84). Franz. Architket. Baute das Schloss von Angouleme zum Rathaus um.

Abbate, Niccolo dell`
1509/12 in Modena geb., + 1571 in Fontainebleau?. Italienischer Maler, dessen besondere Bedeutung in seiner Beteiligung an der Ausmalung des Schlosses von Fontainebleau begründet liegt, das der französische König Franz I. 1528 erbauen und in der Folgezeit vorwiegend von französischen Künstlern ausstatten liess (Schule von Fontainebleau). Abbate studierte zunächst bei dem Bildhauer Antonio Begarelli, unterlag aber sehr bald dem Einfluss der Malerei Dosso Dossis und Parmigianinos, bis zu einem gewissen Grad vielleicht auch der Correggios. Alle diese Vorbilder führten bei ihm rasch zur Ausbildung des typisch manieristischen Stils der Spätrenaissance mit einer Übersteigerung des Plastischen in der Bildgestaltung, bei ihm allerdings gemässigt durch eine zarte Kontur, besonders in der Ausführung der eleganten, oft in sehr gespreizten Posen dargestellten Figuren. Die ersten grösseren Aufträge des Malers bestanden in der Ausführung von Fresken im Scandiano-Palazzo (in der heutigen Biblioteca Estense) in Modena (Szenen aus der Aeneis) sowie von Fresken im dortigen Comunale-Palazzo Modena (1546). Für S. Pietro in Modena malte er um 1547 ein Tafelbild (Marter Petri und Pauly, heute Dresden, Gemäldegalerie). Von den in der Folgezeit in Bologna entstandenen Fresken (Poggi-Palazzo, Leoni-Palazzo) ist wenig erhalten geblieben. Insgesamt bleibt in diesen Jahren in den Fresken mit ritterlichen Szenen und den Portraits noch der Einfluss Parmigianinos erkennbar, der aber völlig zurücktrat, als Abbate von Primaticcio, Francesco 1552 nach Fontainebleau geholt wurde. Primaticcio, Francesco, der die Oberleitung über die Innenausstattung des Schlosses innehatte, übertrug Abbate vor allem die Ausmalung der Galerie d`Ulysse und der sog. Galerie Heinrichs II. Ein Teil der Frescen Abbates geht auf Entwürfe von Primaticcio, Francesco zurück. Neben den Fresken entstanden Tafelbilder, u.a. Portraits des französischen Königspaares, Gemälde mit mythologischen u.a. Themen wie „Der Raub der Proserpina“, „Die Enthaltsamkeit Scipios“ (alle Paris, Musee National du Louvre), ausserdem Entwürfe für die königliche Teppichmanufaktur, Goldschmiedearbeiten, Emails und Entwürfe für Festarchitekturen. Insgesamt war Abbate entscheidend an der Verbreitung des italienischen Manierismus in Frankreich beteiligt, obschon er in seiner letzten Phase unter dem Einfluss der niederländischen Malerei zu einer realistischeren Form vor allem der Landschaftsschilderung (Ansicht eines Kornfeldes, Fontainebleau) fand.

Abel
Stadtbaurat in Lauban (Polen).

Abesser, Hans
Architekt aus Berlin.

Abildgaard, Nicolai Abraham
(getauft 11.9.1743 in Kopenhagen, + 4.6.1809 in Frederiksdal bei Kopenhagen). Dänischer Maler, Architekt, entwarf auch Bühnenbilder, Medaillen und Denkmäler. Nach seiner Ausbildung an der Königlichen Kunstakademie in Kopenhagen verbrachte er 1772 bis 1777 fünf Studienjahre in Italien. Nach seiner Rückkehr wurde er zum Professor an der Akademie und zum Königlichen Historienmaler ernannt. Von 1789 an war er mit einer zweijährigen Unterbrechung Direktor der Kunstakademie. Er war u.a. Lehrer Christoffer Wilhelm Eckersbergs, Philipp Otto Runges und Bertel Thorvldsens. Abildgaard bevorzugte Themen aus der griechisch-römischen Mythologie, z. B. "Der verwundete Philoktet" (1774-75), aus der antiken Literatur, z.b. in dem 1801-04 entstandenen Bilderzyklus zu dem "Mädchen von Andros" von Terenz und dem "Goldenen Esel" von Apuleius von 1808-09. Abildgaards Werk ist zwar in die Strömungen des Neoklassizismus einzuordnen, habt sich jedoch durch seine verhaltene, gedämpft-melancholische Farbgebung ab, so in dem 1787 gemalten Bild Ossian. Weniger dramatisch, heller und von feierlich-klassischer Stimmung getragen sind seine Historienbilder, z.B. das Wandgemälde "Christian I. erhebt Holstein zum Herzogtum" (1778, Kogenhagen, Schloss Christiansborg). Abildgaard übte einen grossen Einfluss auf die dänische Malerei des ausgehenden 18. Jh. aus und gilt als einer der bedeutendsten dänischer Maler seiner Zeit. Ein Grossteil seiner Werke (darunter die o. gen.) befindet sich im Statens Museum for Kunst in Kopenhagen.

Ableitner, Balthasar
(*1613 in Miesbach, + 13.5.1705 in München). Deutscher Bildhauer. Für Herzog Albrecht seit 1652 als Hofbildhauer tätig, hatte Ableitner Anteil an der Durchsetzung des Hochbarocks in München. Sein Werk umfasst Porträtbüsten der kurfürstlichen Familie, Elfenbeinarbeiten, Dekorationen der päpstlichen Zimmer in der Residenz München I und als sein bedeutendstes Sakralwerk den Entwurf von St. Peter in München.

Abu`l Hasan
*1588/89, + um 1630 vermutlich in Agra. Indischer Miniaturmaler, Sohn des persischen Minitaturmalers Aga Riza. Er gehörte zu den bevorzugten Hofmalern, vor allem des Mogulkaisers Jahangir (1605-27), der ihm den Ehrentitel Nadir az-Zaman (Wunder des Zeitalters) verlieh. Er arbeitete in der bereits unter Kaiser Akbar aufkommenden Tradition, Hofszenen und Portraits auf einzelnen Kartons darzustellen, die dann zu Alben zusammengefügt wurden. Zu seinen Hauptwerken gehören allegorische Porträts von Jahangir (oft vor einem fiktiven szenarischen Hintergrund, der auf Träumen des Kaisers basierte), so "Jahangir schiesst auf den enthaupteten Kopf des Malik Ambar (Dublin, Chester Beatty Library) und "Jahangir mit einem Bild des Akbar in den Händen" (Paris, Musee Guimet). In Abu`l Hasans Werk mischen sich persische und indische mit abendländischen Einflüssen (beispielsweise in der realistischen Personendarstellung).

Achill
(griech. Achilleus, röm. Achilles). Nach Homer der Sohn der Meeresgöttin Thetis und des Königs Peleus von Phthia in Thessalien. Held der Griechischen Sage; Hauptgestalt der Ilias. Achill wurde vor allem im Pontos verehrt (nördliche Küstenlandschaft des antiken Kleinasien), wo sich der Überlieferung nach sein Grab befand. Achill, der Held schlechthin, wird gewöhnlich als bewaffneter Krieger in voller Rüstung dargestellt. Aber auch die Episode, in der Odysseus den Helden unter den Töchtern des Königs Lykomedes auffindet, ist ein beliebtes Motiv in der Malerei.

AchillesAchill

AchilleusAchill

Acier, Michel Victor
(* 20.1.1736 in Versailles, +16,2,1799 in Dresden). Bildhauer.

ActaeonAktaion

Adam, Albrecht
*16.4.1786 in Nördlingen, +28.8.1862 in München. Deutscher Pferde- und Schlachtenmaler. Seine erste Ausbildung erhielt er bei Christoph Zwinger in Nürnberg. Anschliessend studierte er an der Münchener Akademie. Doch die entscheidenden Eindrücke gewann er 1809 im Feldzug gegen Österreich. Als Hofmaler eugene Beauharnais`, des Vizekönigs von Italien, nahm er 1812 an Napoleons Russlandfeldzug teil und hielt die Schlachten in 83 Ölskizzen fest. 1815 liess er sich in München nieder und kam, gefördert von König Max I., durch seine Reiterbildnisse rasch zu grossem Ansehen, so dass ihm auch andere Fürsten Aufträge erteilten. Für Ludwig I. schuf er 1838 die "Schlacht von Borodino" (München I, Residenz), 1848 malte er "Marschall Radetzky zu Pferde" (Neue Pinaokothek, München), den er auf dem Feldzug gegen Sardinien begleitet hatte. 1855-57 arbeitete er in Wien beim Grafen Grünne und auch am Kaiserhof, häufig unterstützt von seinem Sohn Franz Adam, der später als Maler des Kriegsgeschehens von 1870-71 bekannt wurde. Noch kurz vor seinem Tod vollendete der 76jährige Maler nach dreijähriger Arbeit die monumentale "Schlacht von Zorndorf" für das Maximilianeum in München. In seinen Erinnerungen "Aus dem Leben eines Schlachtenmalers" hinterliess er ein anschauliches Bild vom Schlachtengeschehen seiner Epoche. Eine Reihe seiner Werke befindet sich in der Neuen Pinakothek, München.

Adam, Francois Gaspard Balthasar
*23.5.1710 in Nancy, +1761 in Paris. Französischer Bildhauer, Sohn von Adam, Jacob Sigisbert. Er ging 1730 nach Rom und traf dort mit seinen Brüdern zusammen. Sein Aufenthalt in Rom war vor allem dem Studium und der Restaurierung antiker Skulpturen gewidmet. Drei Jahre später reiste er nach Paris. Er erhielt mehrere Preise und ein Romstipendium, so dass er 1742-46 wieder in Rom arbeitete, beovr er nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in Paris für 13 Jahre nach Preussen ging, wo er "erster Bildhauer" F

Adam, Jacob Sigisbert
*28.10.1670 in Nancy, +7.5.1747 in Nancy. Französischer Bildhauer, Vater von Adam, Francois Gaspard Balthasar, Adam, Lambert Sigisbert und Adam, Nicolas Sebastien. Er arbeitete 12 Jahre in Metz und kehrte dann nach Nancy zurück, wo er für Herzog Leopold von Lothringen tätig war. Seine Terrakottaskulpturen und Holzskulpturen lassen keine überragende Begabung erkennen.

Adam, JamesAdam, Robert

Adam, John
*1721 in Kircaldy, +25.6.1792 in Edinburgh. Schottischer Architekt. Er übernahm 1748 die Familienfirma von seinem Vater Adam, William und setzte sie in Partnerschaft mit seinem Bruder Adam, Robert fort. Seine Bauten stehen in der Tradition des Palladianismus.

Adam, Lambert Sigisbert
(auch Adam L´Aine). *10.10.1700 in Nancy, +13.5.1759 in Paris. Französischer Bildhauer, Sohn von Adam, Jacob Sigisbert. Er arbeitete bis 1718 in der Werkstatt seines Vaters, 1718 ging er nach Paris, wo er 1723 den grossen Preis für Skulptur erhielt, mit dem der begehrte Romaufenthalt verbunden war. Dort restaurierte er antike Skulpturen für Kardinal Melchior de Polignac, arbeitete an Figuren mit mythologisch-allegorischen und Reliefs mit religiösen Themen. Er gewann mit einem Modellentwurf den von Papst Clemens ausgeschriebenen Wettbewerb für die Fontana di Trevi. Er wurde jedoch nicht ausgeführt, da Adam nach Frankreich zurückkehrte. Seit 1733 wieder in Paris, löste er sich langsam aus der starken Bindung an die italienische Barockskulptur, besonders an das Werk Giovanni Lorenzo Berninis. Er schuf Einzelstatuen und Gruppen für Parkanlagen und Brunnenanlagen sowie Reliefs für Innendekorationen (u.a. für Versailles). Die Marmorskulptur "Prometheus", 1737 entstanden und ein Geschenk des Künstlers an die Parieser Akademie, zeigt neben Erfindungsreichtum und hohem technischen Können noch die Abhängigkeit von Bernini, während die mit seinem Bruder Adam, Nicolas Sebastien ausgeführte Gruppen "Triumph Neptuns und Amphitrites" (Bleiguss, 1740) für den Park von Versailles ebenso wie auch die Gruppe "Vereinigung von Seine und Marne" im Park von St-Clud Ausdruck eines klassizistisch gefärbten Rokokostils ist.

Adam, Nicolas Sebastien
(auch Jeune, Adam Le). *22.3.1705 in Nancy, +27.3.1778 in Paris. Französischer Bildhauer, Sohn von Adam, Jacob Sigisbert. Er arbeitete zunächst in der Werkstatt seines Vaters, kam dan 1726 über Montpellier nach Rom; von da an Zusammenarbeit mit seinem Bruder Adam, Lambert Sigisbert, in dessen Schatten er immer stand. Ab 1734 wieder in Paris, war u.a. an der Innendekoration für die Versailler Schlosskapelle beteiligt. Nach Aufträgen für den polnischen Exkönig Stanislaw Leszczynski in Nancy kehrte er 1752 wieder nach Paris zurück. 1762 entstand die Marmorgruppe "Der gefesselte Prometheus" (Paris, Musee National du Lourve).

Adam, Robert
(*3.7.1728 in Kircaldy, +3.3.1792 in Edinburgh). Der grösste britische Architekt des späten 18. Jhs; als Innenarchitekt und Möbelentwerfer, Designer etc. vielleicht noch bedeutender, denn hier ist sein Name noch heute ein fester Stilbegriff. In seiner klaren, unsinnlichen Eleganz ist er seinem franz. Zeitgenossen Soufflot, Jacques-Germain vergleichbar, doch liegt ihm die kalte Feierlichkeit von Soufflot, Jacques-Germain fern. So war er der Begründer des Klassizismus und Bahnbrecher des englischen Kunstgeschmacks auf dem Kontinent. Adam war ein echter Schotte, nüchtern, besonnen und unbändig ehrgeizig, aber nicht ohne zarte romantischere Charakterzüge. Beide Seiten seines Wesens spiegeln sich in seinem Werk, das zwischen einem malerischen Klassizismus und einer klassisch verhaltenen Neugotik schwankt. Seine Arbeiten haben die Haltung ungezwungenen Anstands, unpedantischer Gelehrtheit und unauffälligen Wohlstands, eben der kultivierten Welt seiner Auftraggeber. Da er empfand, dass es weder gesittet noch klug sei, bestehende Traditionen zu brechen, schuf er einen klassizistischen Stil, den Adam Style, der graziöser und auf heitere Weise eleganter war, als jener der Anhänger des Palladianismus, die ihm vorausgingen, oder der Anhänger des Greek Revival, die auf ihn folgten. Er vermied so überraschende Neuerungen wie die Anwendung der dorischen Ordnung (Säulenordnungen) an klassischen Bauten oder der malerischen Asymmetrie an gotischen. Adams erfüllte das damals herrschende Verlangen nach einem neuen Klassizismus, indem er den dekorativen Formenschatz erweiterte und phantasievoll kontrastreiche Raumanordnungen, die unverkennbar auf die Thermen der römischen Kaiserzeit zurückgehen, verwandte. Durch die geschickte Variation von Raumformen, durch seine Vorliebe für Nischen und verschleidernde Säulenstellungen, die dem Raum etwas Geheimnisvolles geben, ferner durch seine neugotischen Burgen mit romantisch-wuchtigem Aussenbau und behaglich klassizistischen Innenräumen entsprach er dem Zeitgeschmack für das Malerische. Er wurde der Architekt par excellence des Zeitalters der Empfindsamkeit. Sein Einfluss verbreitete sich rasch über England hinaus und reichte sogar bis nach Russland und Amerika. Seine Arbeitsleistung war gewaltig, aber seine unglücklich ausgegangene Immobilien-Spekulation mit dem Londoner Adelphi-Projekt brachte ihn um die Früchte seines Fleisses. Sein Vater Adam, William (1689-1748) war in seiner Zeit der führende Architekt in Schottland. Er entwickelte einen kraftvollen, persönlichen, auf Vanbrugh, Sir John, Gibbs, James und die Vertreter des englischen Palladianismus zurückgegenden Stil und schuf z.B. Hopetown House (1721ff.) in der Nähe Edinburghs und Duff House (1730-1739) in Banff, Schottland. Roberts Brüder John Adam (1721-92) und James Adam (1732-94) waren ebenfalls Architekten, beide im Architekturbüro ihres Vaters in Edinburgh ausgebildet; Robert und James besuchten ausserdem die Universität Edinburgh. Robert Adams Frühwerke, z.B. Dumfries House (1750-54 entworfen) zeigen nur eine geschulte Hand. Nach einem abgebrochenen Studium in Edinburgh führte er seit dem Tode des Vaters zusammen mit seinem Bruder Adam, John die Familienfirma. 1754-58 unternahm er eine Studienreise nach Italien, wo er in Begleitung Charles-Louis Clerrisseaus die Antike studierte (u.a. die Architektur der Kaiserzeit) und Giovanni Battista Piranesi traf. Mit Clerisseau vermass Robert Adam auch 1757 den Diokletianspalast in Split; die Ergebnisse wurden 1764 von ihm unter dem Titel "Ruins of Spalato" veröffentlicht. 1758 liess Robert Adam sich in London nieder, wo sich ihm sein Bruder James anschloss, nachdem er 1760-63 ebenfalls eine Bildungsreise durch Europa zu Clerisseau gemacht hatte. Seine Haupttätigkeit in den sechziger Jahren bestand im Umbau von Landsitzen und in der Neugestaltung ihrer Inneneinrichtung. Der Säulengang der Admiralität London (1759-60) zeigte sogleich sein Können und seine Originalität, aber die meisten Aufträge seiner Frühzeit galten der Umgestaltung alter Häuser oder der Fertigstellung von anderen Architekten begonnener Gebäude. Dennoch gelangte Robert Adam schell zu einem persönlichen Stil; Harewood House (1758-61), Kedleston Hall (1759ff.), Syon House (1760-69), Osterley Park House (1761-80), Luton Hoo (1766-70), Newby Hall (1767-85) und Kenwood House (1767-69) zeigen seine Meisterschaft in der Innenarchitektur. Seine gewissenhafte Gestaltung der Details (grosser Erfindungsreichtum an Raumwirkungen mit einem Formenapparat, der von monumentalen Säulen bis zu zartestem Stuckdekor und feiner Ornamentmalerei reicht) zeigt die preziöse Perfektion der gemalten Dekorationen und der nur flach aufliegenden Stukkaturen wie auch die Sorgfalt, die er auf jeden Teil eines Raumes - von den Teppichen bis zu den Schlüssellochbeschlägen - verwendete. Kein Architekt vor ihm hatte so umfassende Pläne für die Innenraumgestaltung ausgearbeitet. Noch die kleinsten Dekorationsmotive wurden mit solchem Geschick mit dem Ganzen verwoben, dass eine Wirkung von äusserster Anmut entsteht, und obschon sich doch in jedem Raum dieselbe künstlerische Persönlichkeit ausdrückt, entsteht bei seinen Zimmerfluchten niemals der Eindruck der Monotonie. Von sorgfältig komponierter, an der Antike, der Renaissance und dem Villenstil auf dem Kontinent orientierter Vielfalt ist auch die Abfolge der Räume. Sie weisen verschiedene Grundrisse und Raumtypen auf, verbunden mit einer eklektischen Gestaltung aller dekorativen Details, die griechische, hellenistische, etruskische und römische Anregungen mit Vorbildern der italienischen Frührenaissance und Hochrenaissance sowie palladianischen Formen in einem synthetischen Ganzen vereinigt. Sie veranschaulichen vollkommen die Eigenschaften, die Robert und James in der Einleitung ihrer "Works of Architekture" (1773; 2. Band 1779; 3. Band 1822) bewundernd aufzeigen, nämlich die Bewegung oder "das Fallen und Steigen, das Vor- und Zurückspringen und andere Variationen der Form", ferner "eine Vielfalt von zart abgestuften Profilen". Beispiele für den klassizistischen Stil Robert Adams sind Syon House, das durch verschiedene geometrische Formen bestimmt wird (basilikale Halle, Rotunde, zentrale Halbkuppel usw.), und die Südfront von Kedleston Hall in der Form eines römischen Triumphbogens. Robert Adams Originalität, sein Einfallsreichtum sprechen aus den genialen Entwürfen für Londoner Stadthäuser, die er in den 70er Jahren schuf, so z.B. St. James`s Square Nr. 20 und Portman Square Nr. 20. In diesen Bauten wurden allerdings die Dekorationen zunehmend flach und linear und neigten zu der glatten Zierlichkeit, die man ihm gegen Ende seines Lebens vorwarf. Sie blieben traditionell auf drei bis fünf Fensterachsen beschränkt, reichten aber über drei Stockwerke und wiesen eine beträchtliche Tiefe auf. Die verschiedengestaltigsten Räume und ihre Abseiten werden oft durch Säulenstellungen verbunden und räumliche Übergänge verschleiert. Zwischen 1768 und 1772 begannen Robert und James ihr ehrgeizigstes Unternehmen, nämlich den Bau des Adelphi Terrace (1928 abgebrochen), einer Gruppe von Luxuxmiethäusern am Themseufer. Unglücklicherweise schlug diese Spekulation fehl, und die beiden Brüder wurden nur durch eine Lotterie und durch Darlehen von ihrem älteren Bruder John in Edinburgh vor dem Bankrott bewahrt. Ein Nicht zuletzt durch diesen Fehlschlag und dem unglücklichen Agieren beim Projekt am Portland Place, in denen Mietwohnungen durch palastartige Fassaden zusammengefasst wurden, sank nach 1775 die Qualität der Arbeiten Robert Adams, doch gaben ihm grosse Aufträge in Edinburgh (Register House 1772-92) während seines letzten Lebensjahrzehnts noch einmal die alte Kraft zurück. Hier schuf er die Universität (begon. 1789, von Playfair, William Henry nach abgeänderten Entwürfen 1815-34 vollendet, die Kuppel 1887 von R.R. Anderson, 1834-1921 vollendet) und den Charlotte Square (1791 entworfen). Die Hauptfassade der Universität ist Roberts Adams monumentalster und vielleicht auch sien architektonisch vollendetster Bau. Dieser späten Schaffensperiode gehören auch die meisten seiner Schlossbauten an, z.B. Culzean Castle (1777-90) und Seton Castle (1789-91), die ihrer Zeit weit voraus waren. Seine frühesten neugotischen Bauten (z. B. die Einrichtung von Alnwick Castle, ca. 1770, heute zerstört) zeigten eine raffinierte Eleganz wie seine klassizistischen Bauten. Nun aber entwickelte er einen kühneren Stil. Bei Culzean Castle nützte er die hochromantische Lage in der Ayrshire-Küste zur Anlage dräuender Türme und Zinnen, die aber Räume von zartester Eleganz umschlossen, ein Paradebeispiel der Zeit der Empfindsamkeit.

Adam, William
*3.10.1689 in Kircaldy, +24.6.1748 in Edinburgh). Schottischer Architekt. Vater von Adam, James, Adam, John und Adam, Robert. Er war Bauunternehmer und einer der bedeutendsten schottischen Architekten des 18. Jh.s William Adam arbeitete für William Bruce, dessen Auftrag für Hopetoun House er 1723 übernahm und 1748 als seinen grossartigsten Landsitz fertigstellte. Seine Bauten, darunter zahlreiche Aufträge, alle in Schottland, tendieren eher zu einem englischen und kontinentalen Barock mit bewegtem Umriss als zur palladianischen Tradition.

Adelcrantz, Carl Fredric
*30.1.1716 in Stockholm, +1.3.1793 in Stockholm. Schwedischer Architekt. In seiner Stellung als Hofarchitekt, Bauintendant, Leiter der Hofkapelle und des Hoftheaters unter König Gustav III. hatte Adelcrantz starken Einfluss auf die Entwicklung des Klassizismus in Schweden. Von ihm stammen das Lustschloss (1764-66) und das Schlosstheater in Drottningholm (1762-66) sowie in Stockholm die Oper (1774-1782), die Münze (1783-85) und die Adolf-Fredrik-Kirche.

Adler, Friedrich
(*15.10.1827 in Berlin, +15,9,1908 in Berlin). Baumeister.

Adolphin, A.
Bildhauer aus Glatz (Schlesien).

Adonis
Nach Ovid Sohn des zyprischen Königs Knyras und seiner Tochter Myrrha. Mit der Adonis-Sage verbindet sich die Darstellung des Zyklus der Jahreszeiten. Der im Orient entstandene Adoniskult verbreitete sich in hellenistischer Zeit weit über Griechenland; bei den Adonia, die bis zu acht Tage dauerten, wurden die Vereinigung und schliesslich die Trennung von Adonis und Aphrodite (Venus) gefeiert. Als Jüngling von ausserordentlicher Schönheit ist Adonis oft gemeinsam mit Aphrodite (Venus), als Jäger oder in der Szene dargestellt, in der ihn der wilde Eber tötet.

Aetion
Tätig um 352 v. Chr. Griechischer Maler, vermutlich der kleinasiatischen Schule. Cicero zählt ihn zusammen mit Nikomachos, Protogenes und Apelles zu den "vollendeten Malern" im Gegensatz zur älteren Schule. Nach Plinius war seine Blütezeit um 352 v. Chr. Er muss aber noch nach 328 v. Chr. die Hochzeit Alexanders d. Gr. mit Roxane gemalt haben. Die Alexanderhochzeit ist das einzige Gemälde, von dem mehr als der Titel bekannt ist. Lukian, der es in Rom gesehen hat, gibt eine ausführliche Beschreibung: Roxane

Affinger, BernhardAfinger, Bernhard

Afinger, Bernhard
(auch Affinger, Bernhard, *6,5,1813 in Nürnberg, +25.12.1882 in Berlin). Bildhauer.

Aga Riza
Tätig etwa 1585 - 1625. Persischer Minitaturmaler, Vater von Abu`l Hasan, Hofmaler des indischen Mogulkaisers Jahangir (1605-27). Seine hauptsächliche Leistung besteht darin, dass er am Mogulhof den persischen Miniaturstil einführte, der sich dann allgemein durchsetzen sollte. Er arbeitete u.a. an dem sog. Jahngir-Album mit, einer Sammlung von Kartons mit Miniaturen, für die er die Einfassungen schuf. Es handelt sich um damals neuartige, oval gestaltete Arabesken und Spiralen. Seine Personendarstellungen (Kartons u.a. in London, British Museum) zeichnen sich durch eine innerhalb der persischen Tradition der Miniaturmalerei grössere Indivitualisierung aus.

Agatharchos
Tätig nach 450 v. Chr., Sohn des Eudemos, gebürtig von der Insel Samos; der älteste griechische Bühnenmaler, dessen Name bekannt ist. Seine für das Athener Theater geschaffenen Kulissenbilder liessen die gemalten Fassaden von Stadtmauern oder Palästen durch perspektivische Zeichnung und Schattierung als wirklich erscheinen. Nach Vitruv beschäftigte sich Agatharchos auch theoretisch in einer Schrift mit der Skenografie (Bühnenmalerei) und gab Demokrit und Anaxagoras den Anstoss zu ihren Untersuchungen über die Gesetze der Optik. Alkibiades soll den Maler in seinem Haus gefangengehalten haben, damit er es ihm mit seinen illusionistischen Malereien ausschmückte.

Agesandros
(auch Hagesandros). Tätig 2. Jh. v. Chr.; griechischer Bildhauer auf Rhodos, Sohn des Paionios. Er gilt neben Athenodoros und Polydoros als einer der drei Meister der Laokoongruppen. Er arbeitete auch an drei überlebensgrossen Marmorfiguren, die die Abenteuer des Odysseus darstellten in sich in einer Villa des Tiberius (?) in Sperlonga I gefanden.

Aglio, Domenico Dell`
(Geboren um 1515 in Scaria, und gestorben 1563 in Graz oder in Kroatien). Domenico soll im Sommer 1563 bei einer Inspektion der kroatischen Festungsanlagen ermordet worden sein. Bei dieser Familie Aglio/Allio soll es sich um ein sehr altes und adeliges Geschlecht aus Bissone gehandelt haben. 1544 ist Domenico über Klagenfurt und Graz nach Wien gekommen. Nach seiner Lehrzeit in Oberitalien war Domenico ab 1530 in den Habsburgischen Ländern tätig, besonders in der Steiermark und in der Umgebung von Agram (Zagreb). Zuerst lebte er in Klagenfurt. In einer Wiener Urkunde nannte er sich „einen Paumeister aus Kernten“. Dort besaß er ein Haus, das er 1556 verkauft hatte. Er verlegte nun seinen Hauptwohnsitz nach Graz, wo er sich ein Haus kaufte. Von ihm ist auch bekannt, dass er 1547 versuchte, durch eine Petition an den Kaiser Ferdinand I. Gerechtigkeit für die Intelveser zu erlangen, da diese durch den Grafen Franchino Rusca (er war der Feudalherr des Valle Intelvi) unterdrückt wurden. Die Gerechtigkeit für seine Landsleute wurde ihm dann auch mittels eines kaiserlichen Reskriptes vom 28.4.1547 gewährt. König Ferdinand I. ernannte ihn 1544 zum Oberbaumeister für Innerösterreich und die slawonisch-kroatische Grenze und zwar erhielt er hierfür den Titel eines lebenslangen Superintendenten der Grenze. Seit 1553 wurde er zum königlichen Baumeister und 1555 zum Oberbaumeister der kroatischen und windischen Ortsflecken ernannt. Am 22.06.1558 verlieh Kaiser Ferdinand I. Domenico und seinen Nachkommen ein Adelspatent. Er wurde von Christoph Khevenhüller, dem die Burg Hochosterwitz 1541 verpfändet wurde, mit der Errichtung der Festungsbauten und der Bastionen betraut. Nach seinen Plänen wurde auch die Stadt Klagenfurt befestigt.

Aglio, Donato Felice
(geb. Scaria am 24.10.1677, † 6.5.1761 in Wien, begraben in der Kapuzinergruft). Donato Felice Allio abslovierte von 1790-93 eine Maurerlehre, die er als Geselle abschloss. Gegen 1698 kam er nach Wien. Hier arbeitete er als Geselle bei Franceso Martinelli, dem Vater von Anton Erhard Martinelli. Sein Polierjahr absolvierte Allio bei Andrea Simone Carove (der bei Francesco Martinelli 1690 Polier war) im Zuge des Baus der Piaristenkirche in der Josefstadt (Maria Treu) im Jahr 1701. Neben seiner Tätigkeit als bürgerlicher Maurermeister (er nimmt mehrere Gesellen auf, darunter 1714 seinen Sohn Francesco Andrea Sebatiano) war er ab 1711 beim Militärbauamt beschäftigt (wahrscheinlich durch Protektion des Grafen Wirich von Daun, der das Palais Daun-Kinsky erbauen ließ). Zunächst war Donato Felice Allio Fortifikations-Maurermeister, 1723 wurde er zum Unteringenieur befördert (wiederum Einfluß des Grafen von Daun, der ebenso das Gesuch den Sohn Donato Felices, Francesco Andrea Sebastiano, als dessen Adjudanten anzustellen befürwortete). Er trug den Titel des Ingenieur-Hauptmanns. Donato Felice Allio übte bis zu seiner Pensionierung 1747 diese Tätigkeit kontinuierlich aus - es handelt sich um die Abgabe von Berichten und Fachgutachten, und Abänderungen von Plänen. So wurde 1715 in einem Augenscheinbericht (mit Signatur Donato Felice Allios) der projektierte Standort für die Karlskirche als zulässig befunden. 1715 -20 war er für den Bau des Zeugs-Schlosserhofes auf der Seilerstätte verantwortlich. 1727 wurde er nach Buda berufen um die Pläne von Johann Matthei aus 1725 für das Arsenal zu überprüfen (um 1900 abgerissen). 1729 hat er zusammen mit seinem Sohn ein Gutachten zur Bibliothekseinwölbung im Stift Melk erstellt. Außerhalb von Wien war Donato Felice Allio als Fortifikations-Ingenieur weiter in Brod/Slawonien (1726/7) und in Belgrad (1728) tätig. Donato Felice Allio war für diverse Adelige als Baumeister und Architekt beschäftigt. Johann Christoph Ferdinand Graf von Mallenthein (1719 in den Grafenstand erhoben und daraufhin Kammerherr bei Kaiserin-Witwe Wilhelmina Amalia, die Allio 1717 den Auftrag zum Bau des Salesianerinne-Klosters in Wien erteilte), beauftragte Allio 1720 eine neue Pfarrkirche in Groß-Siegharts/NÖ zu errichten. 1727 war der Rohbau fertig, 1727 mit den Deckenfresken Carlo Carlones vollendet. 1722/23 erbaute Donato Felice Allio in Laxenburg/NÖ ein Schloss für seinen großen Förderer, den Grafen von Daun. Nach Allios Entwurf wurde zwar 1724 mit dem Bau des Schlosses von Gräfin Maria Teresia Rottal in Mostek/Ostböhmen begonnen, allerdings bald darauf wieder eingestellt. Der Entwurf für den Justizpalast in Zalaeregerszeg/Ungarn stammt vermutlich von Donato Felice Allio und wurde von seinem Sohn umgesetzt. 1753 nahm er am Schloss in Laxenburg/NÖ. Umbauten vor. Nach der Grundsteinlegung von Klosterneuburg im Jahr 1730 besichtigte Kaiser Karl VI am Tag des hl. Leopold Festes Klosterneuburg und beschliesst, sich dort eine Sommerresidenz errichten zu lassen. Aus diesem Grund werden die Pläne für das Kloster geändert, eine vier-höfige Klosterresidenz, ähnlich dem Escorial in Madrid, soll entstehen. Das kaiserliche Hofbauamt unter der Leitung Joseph Emanuel Fischer von Erlachs unternimmt mehrere Eingriffe und Änderungen. Nach dem Tod des Kaisers (1740) wird der Bau vorläufig eingestellt. Der südöstliche Trakt kann 1735 fertiggestellt werden, 1735-39 wird das Kaiserzimmer ausgestattet. 1745-1750 wird der Bau fortgesetzt, allerdings handelt es sich um die Ausstattung der bereits vorhanden Trakte. Schließlich vollendet Architekt Joseph Kornhäusel 1834-1842 einen der vier geplanten Höfe. Donato Felice Allio entwarf auch die Innendekoration der Räume, als Bildhauer war u.a. Lorenzo Mattielli tätig, als Stukkateure u.a. Santino und Cajetano Bussi und Giovanni Battista Allio, dem Sohn des Stukkateurs Paolo d'Allio, dem Schwager Donato Felices (1.Ehe). drei Söhne Donato Felices waren ebenso an der "fabrica imperiale" (laut Allio) beteiligt: als Maler Claudio, als Baumeister Franceso Andrea Sebastiano (†1736) und Giuseppe Gabriele. In Wien wurde vermutlich nach Aglios Plänen das Palais Kayserstein (Bräunerstrasse) von Francesco Andrea Sebastiano Allio 1728 ausgeführt (signierte Einreichpläne). Auch Pläne für den Klosterneuburger Hof wurden von ihm geschaffen. Diese wurden allerdings nicht angenommen. Aglio baute auch das Schloss in Gerasdorf/Steinfeld in Niederösterreich. Donato Felice führte 1722-23 die Umbauten im Schloss von Ladendorf (BH. Mistelbach) für den Grafen Daun durch. Der Umbau betraf den Saal, der durch zwei Geschosse reicht und dem Mittelteil der 11achsigen Hauptfront entspricht. In Laxenburg in NÖ baute Donato Felice 1753 das Schloss „Blauer Hof“ um.

Aglio, MartinoAllio, Martino

Agnolo, Baccio d`
(eigentlich Bartholomeo Antonio Baglioni, auch Bartholomeo d`Agnolo Baglioni). *1462 in Florenz, +1543 in Florenz. Italienischer Architekt und Holzschnitzer der florentinischen Hochrenaissance. Er schuf 1491 bis 1496 das Chorgestühl der Kirche S. Maria Novella und die nicht mehr erhaltene Innendekoration des Ratssaals im Vecchio-Palazzo Florenz. Ab 1506 wurde er wiederholt Dombauleiter in Florenz. 1513-16 entwarf er zusammen mit Sangallo, Antonio da die äussere Galerie an der Domkuppel, deren endgültige Ausführung aber durch Michelangelos Einspruch verhindert wurde. Von Raffael inspiriert, verband er am Bau des Pandolfini-Palazzo in Florenz den Stil der römischen Hochrenaissance und dessen reiche Fassadengliederung mit dem strengen florentinischen Palasttypus. Weitere wichtige Bauten in Florenz: Borgherini-Palazzo, Pecori-Giraldi-Palazzo, Lanfredini-Palazzo, Castellani-Villa, Glockentürme von S. Spirito und S. Miniato al Monte.

Agnolo, Baccio d`Baccio d`Agnolo

Aigner, Peter
*30.6.1756 in Wlostowice, +8.2.1841 in Florenz. Polnischer Architekt. Nach Studien in Rom war Aigner 1782 bis 1827 Militärbaumeister und Professor für Architektur an der Universität Warschau und lebte dann in Italien. Er vertrat einen palladianisch gefärbten Klassizismus und hatte mit seinen ausgeführten und publizierten Fassadentypen Anteil an der Entwicklung des polnischen Kirchenbaus. Den zweiten Schwerpunkt bildeten Palaisbauten, Schlösser und Parkstaffagen, zum Teil in verschiedenen historischen Stilen.

Akanos, HieronymusArchonati, Hieronymus

Akhernaten, HieronymusArchonati, Hieronymus

Aktaion
(röm. Actaeon). Sohn des Aristaios und der Autonoe. Äusserst geschickter Jäger, der das Jägerhandwerk vom Kentauren Chiron erlernte. Aktaion wird dargestellt in der Szene, in der er Artemis (Diana) beim Bad erblickt, bei seiner Verwandlung in einen Hirsch oder während er von seinen Hunden zerissen wird.

Albert, Carl
(*1.4.1878 in Essen, 24.2.1941 in Hirschberg). Architekt. Bruder von Albert, Otto.

Albert, Otto
(+1939 in Hirschberg). Architekt. Bruder von Albert, Carl.

Alberthal, Hans
Architekt im fürstlich-öttingischem Dienst. Sohn von Alberthal, Peter. Wichtigste Bauten: Schloss Hirschbrunn I (1600-1607) in Dillingen; Schloss Oettingen I, Marstallbau oder Galeriebau und Torbau (1590); Schloss Dillingen Krs. Dillingen, Treppenhaus (1596-97); Schloss Sigmaringen, Portaltrakt (1627).

Alberthal, Peter
Architekt im fürstlich-öttingischem Dienst. Wichtigste Bauten: Schloss Hirschbrunn I (1600-1607) in Dillingen; Schloss Oettingen I, Marstallbau oder Galeriebau und Torbau (1590); Schloss Dillingen Krs. Dillingen, Treppenhaus (1596-97); Schloss Sigmaringen, Portaltrakt (1627).

Alberti, Antonio
Architekt u.a. in Schlesien.

Alberti, Giovanni
Stukkateur in Schlesien.

Alberti, Leon Battista
(*18.2.1404 in Genua oder Venedig, +25.4.1472 in Rom). Sowohl Dramatiker, Musiker, Maler, Mathematiker, Naturwissenschaftler, Sportler wie auch Architekt und Architekturtheoretiker, kam er dem Renaissanceideal vom vollkommenen Menschen äusserst nah. Alberti hatte ein aristokratisches Wesen; er war der erste grosse Amateur-Architekt. Er beschränkte sich auf das Entwerfen und kümmerte sich kaum um die praktische Ausführung seiner Bauten: es sind nur wenige, aber lauter Meisterwerke. Seine Schrift "De re aed

Alberti, Matteo
Graf. Architekt aus Venedig. Oberbaudirektor des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz (Jan Wellem) von 1690-1716. Wichtigste Bauten: Schloss Bensberg II (1700-1716), Schloss Mannheim I (Plan), Schloss Düsseldorf I (Plan), Residenz Heidelberg I (Plan).

Albuzzi, Antonio
Stukkateur in Schlesien.

Aldrich, Henri
(1648-1710). Dekan der Christchurch zu Oxford und Architekt. Lange Reisen in Italien, dort Bekanntschaften mit hervorragenden Männern, mit Architekten und Musikern. Sein architektonisches Werk ist nicht eindeutig nachweisbar. Nur zwei Gebäude sind im Entwurf mit Sicherheit vollständig oder zumindest grösstenteils ihm zuzuschreiben: All Saints, Oxford (1701-10) - der Spitzturm ist von Hawksmoor, Nicholas (1717-20) - und drei Gebäuderesten von Peckwater Court, ein sehr frühes Beispiel des englischen Palladianismus. Die Christchurch selber wurde von Townshend (1707-14) gebaut. Weiterhin erstellte Aldrich die Pläne für das Gebäude der Christchurch Bibliothek (1717-38), die jedoch nach seinem Tod von George Clark (1661-1736) vollständig erneuert wurde. Das Fellows` Building im Corpus Christi College (1706-12) wird Aldrich ebenfalls zugeschrieben, weiterhin, jedoch mit geringerer Wahrscheinlichkeit, die Trinitiy College Kapelle (1691-94). Auch als Architekturtheoretiker tat sich Alderich hervor: 1789 wurde posthum eine Abhandlung zu den Architekten Vitruv und Palladio, Andrea veröffentlicht: "Elementa architecture civilis, ad Vitruvii veterumque disciplinam", Oxon 1789.

Aleotti, Giovanni Battista
*1546 in Argenta, +9.12.1636 in Ferrara. Italienischer Architekt und Ingenieur. Er stand 1575-97 im Dienst des Herzogs Alfonso II. d`Este in Ferrara und wurde 1598 dort Stadtbaumeister. Seine Aufgaben umfassten Zivilbauten und Militärbauten, er war als Wasseringenieur tätig, entwarf Festarchitekturen und Bühnenbilder und schrieb mehrere technische und theoretische Abhandlungen. In Ferrara baute er Kirchen, Paläste, Theater und Festungsanlagen, teilweise als Erweiterungen und Umbauten. Ihn zahlreichen oberitalienischen Städten war er als Festungsingenieur und Zivilingenieur beratend tätig. Für Herzog Ranuccio I. Farnese errichtet er 1618 bis 1628 sein Hauptwerk, das Teatro Farnese in Parma. Anstelle des Waffensaals im Palazzo della Pilotta entstand die neuartige Hufeisenform des Zuschauerraums, von der tiefen Bühne mit erstem Einsatz von Kulissen durch einen monumentalen Proszeniumsbogen getrennt. Nach dem Teatro Olimpico in Vicenza von Palladio, Andrea (1580) und dem Theater von Scamozzi, Vincenzo in Sabbioneta von 1588 entsand hier der Prototyp des modernen Theaters.

Alessi, Galeazzo
(geb. 1512 Perugia - 30.12.1572 Perugia). Italienischer Architekt, dessen Werk von der römischen Hochrenaissance ausgeht, reiche Architektur (Arkaden, Loggien, Treppen, Vestibüle, Hofanlagen) mit der Landschaft verbindet und den Weg der italienischen Barockarchitektur ebnete. Schüler des Architekten und Malers Caporali. Von 1536 bis 1542 studierte Alessi in Rom und wurde dort stark von Michelangelo beeinflusst.. Mit Sangalo, Antonio da d. J. baute er zwischen 1542 und 1544 in Perugia an der Festung Paolina-Rocca, danach an der Via Nuova und der Kirche S. Maria del Popolo. Seit 1548 war Alessi in Genua ansässig. Dort entstanden seine Hauptwerke: der Neubau des Hafens mit Wachgebäude (ab 1550); Projekt der Strada Nuova (heute Via Garibaldi) mit monumentalen Palästen. Daneben schuf er Vorstadtvillen mit grossartigen Treppenanlagen. Es gelang Alessi meisterhaft, abschüssiges Gelände vorteilhaft zu nutzen und er liebte das Spiel mit monumentalen Treppenanlagen, Kolonnaden und auf verschiedenen Ebenen liegenden Höfen. Mit seinen Palästen und Villen, die von Peter Paul Rubens aufgenommen und 1622 in dem Stichwerk »Palazzi di Genova« publiziert wurden, prägte Alessi entscheidend die genuesische Stadtarchitektur, machte sie zum Vorbild der genuesischen Wohnarchitektur und mit seinen Kirchenbauten (Hauptwerk S. Maria Assunta dei Carignano, 1552 begonnen) auch die Sakralarchitektur. Sie bilden sein Hauptwerk und begründeten seinen Ruf als führender Architekt Oberitaliens in der Spätrenaissance. Die urbanistische Leistung der von ihm 1551 entworfenen Strada Nuova in Genua (heute Via Garibaldi) besteht in dem vielfältigen Bezug der Paläste zueinander; durch gleiche Höhe und axiale Ausrichtung der Portale wird die Strasse zu einem städtischen Raum. Die Zuschreibung der Paläste an Alessi schwankt, sie sind aber sicher nach seinen Anweisungen entstanden. Weitere Genueser Bauten sind die Villa Grimaldi 1561-68 (zerstört) und die 1552 begonnene Basilika S. Maria Assunta die Carignano. Sie wurde erste 1603 fertiggestellt und nimmt in der zentralen Kuppel über dem griechischen Kreuz Entwürfe von Bramante bis Michelangelo für St. Peter in Rom auf. Es folgte 1557–68 eine ausgedehnte Reise-, Bau- und Beratungstätigkeit Alessis in Oberitalien, vor allem in Mailand. Neben Genua war Mailand eine weitere grosse Wirkungsstätte. Von dort erstellte er den Marino-Palazzo (heute Palazzo Municipale) mit Säulenhof (1553/58) und dem eindrucksvollen Grossen Saal (salone maggiore), der 1943 zwar beschädigt, jedoch wieder restauriert wurde. An dem Palazzo und der Fassade von S. Maria presso S. Celso 1564-70 verdrängt die reiche Ornamentik und dichte Verzahnung der Fassadenelemente die klare, strenge Monumentalität seiner an der Hochrenaissance geschulten früheren Bauten. Zu ihr fand Alessi in seinen letzten Werken zurück, die ab 1568 im Umkreis von Perugia entstanden.

Alfieri, Benedetto Innocente
(*1699 in Rom, +9.12.1767 in Turin). Italienischer Architekt und piemontesischer Adliger. Onkel des Dichters Vittorio A. War Jurist, wandte sich dann der Architektur zu und wurde Juvarras Nachfolger als königlicher Architekt am Hofe von König Carlo Emmanuels III. in Turin (1736). Er war weitgehend damit beschäftigt, Juvarras Arbeiten - im Reale-Palazzo Turin und an den Schlössern Stupinigi und Venaria Reale - zu vollenden. Seine öffentlichen Bauten, wie das Teatro Reale 1738-40, bestimmten den Ausbau des Turiner Zentrums zu einer modernen Residenzstadt. Sein wichtigstes eigenes Werk ist die weiträumige Kirche in Carignano (1757-64), mit einer strengen Fassade und reicher Innenarchitektur; der eigenwillige Grundriss ist nierenförmig. 1752 entwarf er die Fassade der Kathedrale St-Pierre in Genf. In seinen Werken mischen sich Einflüsse Juvarras mit römischem Hochbarock und bisweilen fast klassizistischen Formen in einer nüchternen und rationalen Auffassung.

Alfieri, Girolamo
(möglicherweise identisch mit dem sogen. Meister Hieronymus. Alfieri orientierte sich zunächst an der hochbarocken Formensprache von G. B. Barbarini, die von stark plastischem und vegetabilem Ornament und locker geschwungenen Kartuschen bestimmt ist (Kremsmünster). Im Palais Questenberg dagegen verwendete Alfieri zartes Rankenwerk, so wie S. Bussi es um 1690 in Wien eingeführt hatte. Deutschordenskirche, Gotisierender Stuckdekor, 1702-22 Palais Questenberg, Innenstuckierung und Fassadenstuck, 1703-05, 1724-26 Rappoltenkirchen / NÖ, ehemaliges Schloss Questenberg, Stuckdekorationen der Grotta, 1712-14 , nicht erhalten. 1720 als Hofstukkateur erwähnt.

Algardi, Alessandro
(*31.7.1595 in Bologna, +10.6.1654 in Rom). War vor allem Bildhauer, aber auch als Architekt tätig. In Bologna bei Carracci, Ludovico ausgebildet, arbeiteteAlgardi ab 1622 am Mantuaer Hof, seit 1627 in Rom. Er schuf vorwiegend Kleinplastiken sowie Elfenbeinschnitzereien und betätigte sich als Antikenrestaurator. Erste Grossaufträge erhielt Algardi ab 1640, unter dem Ponitficat Innozenz` X. (1644-55) erreichte er den Höhepunkt seiner künstlerischen Tätigkeit. Seine Hauptwerke sind die Bronzsstatue Innozenz` X. um 1645 im Konservatorenpalast, das Grabmal Leos XI. 1640-44 in St. Peter und das Altarrelief aus Marmor mit der "Vertreibung Attilas durch Papst Leo I." in St. Peter von 1646-53, ferner der Damasus-Brunnen im Cortile S. Damaso des Vatikans 1643-49 und der Altar von S. Nicola da Tolentino 1650-54. Zahlreiche Bildnisbüsten zeugen von seinem Können als Porträtist. Im Gegensatz zu seinem Zeitgenossen und Konkurrenten Bernini, Giovanni Lorenzo vertrat er einen weniger leidenschaftlichen Stil mit einer zurückhaltenderen Gesamtgestalt und genau beobachteten, mitunter etwas trockenen Details. Die Bedeutung Algardis als Architekt bleibt bescheiden; sein Ruf gründet sich vor allem auf den Bau der Doria-Pamphili-Villa in Rom, der er als Intendant vorstand (1644-52); der Entwurf für die Villa stammt wahrscheinlich von Grimaldi, G.F. (1606-80). Algardi versuchte in der Ausstattung und in den Gartenanlagen den Typus der klassischen antiken Villa zu evozieren.

Algarotti, FrancescoLodoli

Aliprandi, Johann BaptistAlliprandi, Giovanni Battista

Alkamenes
Tätig 2. Hälfte 5. Jh. v. Chr. Griechischer Bildhauer und Bronzegiesser. Er gilt als Schüler und Rivale von Phidias und wird nach seinem Lehrer als wichtigster Bildhauer seiner Zeit angesehen. Er schuf nach schriftlicher Überlieferung von Pausanias und Plinius zahlreiche Götterbilder wie das Kultbild des Hephaistostempels in Athen (444 v.Chr.). Sein Name findet sich auf zwei römischen Kopien des Hermes Propylaios aus Pergamon sowie aus Ephesos; das Original hatte am Eingang der Athener Akropolis gestanden. Weitere, auf attischen Münzen überlieferte Werke waren das Kolossalstandbild des Dionysos (420-415 v.Chr.) für das Heiligtum am Theater in Athen; ein Relief der Athena und eine Heraklesstatue für das Heraion in Theben werden von Pausanis erwähnt. Die berühmteste Figur war die nach ihrem Aufstellungsort benannte, nicht erhaltene "Aphrodite in den Gärten", die angeblich aus einem Wettstreit mit Agorakritos hervorging (ob es sich bei der sog. Venus Genetrix im Musee National du Louvre in Paris um eine Kopie dieser Statue handelt, ist umstritten). Nicht eindeutig gesichert ist die Zuschreibung der Marmorgruppe "Prokne und Itys" (vermutliches Original in Athen, Akropolis-Museum).

Alker, Anton
Zimmerpolier in Schlesien.

Allescher
Architekt in Schlesien.

Alligo, MartinoAllio, Martino

Allinger, Gustav
(auch Karl Gustav, *3.11.1891 in Lauffen/Neckar, +9.8.1974 in Bonn). Gartenarchitekt, u.a. in Schlesien tätig.

Allio, Donato Felice d`
*1676 in Mailand, +6.3.1761 in Wien. Österreichischer Architekt, Schüler von Fischer von Erlach, Johann Bernhard, Mitglied des Hofkriegsrats 1711-47 und kaiserlicher Ingenieur. Sein Wiener Hauptwerk sind Kirche und Kloster der Salesianerinnen 1717-30, deren Fassade italienische Vorbilder aufgreift und deren Innenraum die Karlskirche modifiziert. Die für Karl VI. als "österreichischer Escorial" geplante Residenz Klosterneuburg I wurde durch das kaiserliche Hofbauamt unter Leitung von Fischer von Erlach

Allio, Martino
(auch Aglio, Alligo, *1654 in Scaria/Val Intelvi, +1701 in Prag). Baumeister, u.a. in Schlesien tätig.

Alliprandi, Giovanni Battista
(auch Johann Baptist Aliprandi). *1665 in Laino in Valle Intelvi, +9.3.1720 in Leitomischl. Italienisch-böhmischer Architekt. Seit 1696 Hofarchitekt des Grafen Czernin, leitete Alliprandi 1703-09 den Bau von dessen Schloss Kosmonos in Böhmen, entwarf 1713 die Votivsäule der Hl. Dreifaltigkeit auf dem Kleinseitener Platz in Prag und 1714-20 die Kirche des Piaristenkollegiums in Leitomischl. als sein Hauptwerk gilt das Schloss von Liblice (Liblitz) ab 1699, eine Variation des Lustgartengebäudes im "

Allori, Alessandro
*3.5.1535 in Florenz, +22.9.1607 in Florenz. Vater von Allori, Cristofano, schuf unter dem Eindruck Michelangelos Altarbilder, Fresken, Portraits. Er wurde von seinem Onkel, dem Maler Agnolo Allori, gen. Il Bronzino, adoptiert und in dessen Werkstatt ausgebildet. Allori übernahm später dessen Beinamen Il Bronzino. Seine erste grosse Arbeit war die vom Geist der Gegenreformation getragene Ausmalung der Monaguti-Kapelle in SS. Annunziata in Florenz, die 1560 entstand. Nach 1570 wirkte Allori bei der Ausmalung des "studiolo" im Vecchio-Palazzo Florenz mit, wo er technisch ausserordentlich gekonnte Fresken von ausgesuchter Erotik schuf. Von seinen vielen Bildnissen sind nur wenige erhalten. Besonders in den Aktdarstellungen zeigte er sich als typische Manierist. 1585 wurde er mit der Fortführung der Dekoration der Medici-Villa Poggio A Caiano betraut.

Allori, Cristofano
*17.10.1577 in Florenz, +2.4.1621 in Florenz. Italienischer Maler und Landschaftszeichner, Sohn von Allori, Alessandro, stand in seinem Spätwerk unter dem Einfluss Caravaggios, schuf vor allem biblische Szenen und Porträts. Die ersten Lehrjahre verbrachte er in der Werkstatt seines Vaters, um dann seine Lehre bei Gregorio Pagani fortzusetzen, wo er mit der Schule von Bologna in Berührung kam und vom Manierismus seines Vaters Abstand gewinnen konnte. Ständige Schulung an Vorbildern wie Cigoli, Santi di Tito und vor allem Correggio verband er mit einem gründlichen Modell- und Naturstudium. Seine dramatische Inszenierung biblischer Motive findet gerade in neuester Zeit wiederum grosse Beachtung, z.B. "Judith mit dem Haupt des Holofernes" und "Johannes der Täufer in der Wüste" (beide Florenz, Galleria Palatina, Pitti-Palazzo). Als Porträtmaler stand er ebenfalls in hohem Ansehen, wie das Bildnis "Isabella von Aragon kniet vor Karl VIII." (Paris, Musee National du Louvre) beweist. Weitere Hauptwerke in der Galeria Palatina, Pitti-Palazzo in Florenz.

Altdorfer, Albrecht
*um 1480 in Regensburg, +12.2.1538 in Regensburg. Deutscher Maler, Zeichner, Grafiker, Architekt, als bedeutendster Vertreter der sogen. Donauschule einer der Wegbereiter der Landschaftsmalerei. Er war vermutlich der Sohn des von 1478 bis 1491 in Regensburg ansässigen Briefmalers Ulrich Altdorfer. 1505 erwarb er das Bürgerrecht, wobei er als „Maler von Amberg“ bezeichnet wird, drei Jahre später wurde er siegelmässiger Bürger. Er gelangte bald zu beträchtlichem Wohlstand, wurde 1519 Mitglied des Äusseren, 1526 Mitglied des Inneren Rates und Stadtbaumeister. Zwei Jahre später lehnte er die Wahl zum Bürgermeister ab, um ein „grosses Werk“ für Herzog Wilhelm von Bayern, die „Alexanderschlacht“ ausführen zu können. Sichere Anhaltspunkte für Altdorfers künstlerische Herkunft gibt es kaum. Die kleinteilige miniaturhafte Malweise seiner frühen Bilder legt die Vermutung nahe, dass er zumindest vorübergehend Schüler in einer Miniaturwerkstatt war, wobei man an die des Berthold Furtmeyr in Regensburg denken könnte. Altdorfers früheste Arbeiten, die „Mondseer Holzschnitte“, sind mit sicherheit vor 1505 entstanden. Es lässt sich ausserdem feststellen, dass Altdorfer eine genaue Kenntnis des Altars von St. Wolfgang von Michael Pacher hatte. Doch die These, er habe schon früh zu der Werkstatt Jörg Kölderers in Innsbruck in Beziehung gestanden und dort seinen zeichnerischen Stil gefunden, lässt sich nicht aufrechterhalten. Zwar lässt sich der Einfluss des in Wien entstandenen Frühwerks Lucas Cranach d.Ä. ebenso wie der Max Reichlichs nachweisen, und ausserdem, dass Altdorfer Albrecht Dürers bedeutendste Blätter kannte und zum Vorbild nahm, doch geben weder seine frühen Zeichnungen noch seine Druckgrafik oder die frühen Tafelbilder Aufschluss über seine künstlerische Herkunft. Aus seiner Frühzeit sind acht kleinformatige Bilder bekannt: Das vor 1506 entstandene „Martyrium der hl. Katherina“ (Wien, Kunsthistorisches Museum) zeigt Anklänge an Marx Reichlich, während die kleine Geburt Christi (Bremen, Kunsthalle) von 1507 deutlich von der Begegnung Michael Pachers geprägt ist. Andere frühe Werke sind die „Stigmatisation des hl. Franziskus und die Busse des Hl. Hieronymus“ (Berlin, Staatliche Museen, Gemäldegalerie) von 1507 mit ihrer an Cranach erinnernden Einbettung der Figur in die Landschaft sowie die „Landschaft mit Satyrfamilie“ (1507, Berlin, Staatliche Museen, Gemäldegalerie). Der miniaturgleich auf Pergament gemalte märchenhafte „Laubwald mit dem Hl. Georg“ (München, Alte Pinakothek), die Ruhe auf der Flucht (Berlin, Staatliche Museen, Gemäldegalerie), beide 1510, gelten als Beginn des selbständigen Landschaftsbildes, dessen Initiator Altdorfer ist. Auch in seinen frühen Helldunkelzeichnungen wie etwa die „Maria mit dem Kind im Walde“ (Braunschweig, Herzog-Anton-Ulrich-Museum) von 1506 oder die „Stillung des Sturms durch den hl. Nikolaus“ (Oxford, Ashmolean Museum) von 1508 tritt eine völlig neue Auffassung überkommener religiöser Themen zutage und in Blättern wie dem „Hexensabbat“ (Paris, Musee de National du Louvre) von 1506 oder dem „Wilden Mann“ (London, British Museum) von 1508 eine neue naturhafte phantastische Welt. Der offenbar erst 1518 aufgestellte Passionsaltar (St. Florian, Augustiner-Chorherrenstift, und Wien, Kunsthistorisches Museum) ist ein frühes Meisterwerk Altdorfers. In jeder Tafel dieses Altars, der in geschlossenem Zustand vier Szenen aus der Sebalduslegende zeigt, im geöffneten acht Szenen aus der Leidensgeschichte Christi, wird eine ungeheure Dramatik, Spannung und leuchtende Farbigkeit sichtbar. Hier erweisen sich in vollem Umfang Altdorfers stilistische Eigenständigkeit und das Neue seiner Malweise. Für die Architektur auf diesen Tafelbildern verwendete Altdorfer mit Vorliebe italienische Renaissancevorbilder – Stichvorlagen nach Bramente und Andrea Mantegna hatte er mit Sicherheit in Händen – oder eine Mischung spätgotischer und klassischer Bauformen, doch ist die Herkunft seiner Innenräume von den Raumfluchten Michael Pachers nicht zu übersehen. Nach dem Passionsaltar von St. Florian entstand eine Reihe grossformatiger Bildtafen, deren Figuren eine monumentalere Gestaltung aufweisen: der „Abschied Christi“ (Luton Hoo, Wernher Collection), die „Kreuzigung Christi“ (um 1510, Kassel, staatliche Kunstsammlungen), eine der ausdrucksvollsten religiösen Bildschöpfungen Altdorfers, und die an Matthias Grünewald erinnernden, von einer üppigen Naturszenerie umgebenen „Johannes d.E. und Johannes d.T.“ (um 1510, München, Alte Pinakothek). Auch in bedeutenden Holzschnitten tritt dieser Wandel in der Gestaltung der Figuren und des Raums zutage, so etwa in den beiden Fassungen des Motivs „Enthauptung Johannes` d. T.“, 1512, dem „Christopherus“ von 1513 oder der nach dem Vorbild von Albrecht Dürers „Kleiner Passion“ um 1513 geschaffenen Bildfolge „Sündenfall und Erlösung des Menschengeschlechts“. In dieser Periode entstanden Altdorfers erste Landschaftszeichnungen, wie die 1511 datierte Zeichnung „Die Donau bei Sarmingstein (Budapest, Magyar Szépmüvészeti Múzeum). Auch für Kaiser Maximilian I. arbeitete Altdorfer verschiedentlich. Etwa 1513-15 entstanden die Miniaturen zum Triumphzug des Kaisers (Wien, Albertina), um 1515 zehn Holzschnitte zur Ehrenpforte gleichzeitig mit den etwa 24 Randzeichnungen zum Gebetbuch Maximilans (Besancon, Bibliotheque Municipale). Gegenüber der kraftvollen Bewegtheit des Passionsaltars von St. Florian zeigt der 1525-30 entstandene Altar mit der Florianslegende (Florenz, Galleria degli Uffizi, Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, und Prag, Národni Galerie) eine grössere Ruhe in den Formen. In dem kühlen Bildaufbau des „Martyrium des Hl. Florian (Florenz, Galleria degli Uffizi), einer der grossartigsten Raumgestaltungen Altdorfers, wird die Auseinandersetzung mit Wolf Huber sichtbar. Die „Bergung des toten hl. Florian“ (Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum) gehört zu den reichsten und stimmungsvollsten Naturschilderungen der Donauschule. Etwa zur gleichen Zeit wie die Florianslegende entstanden der „Apostelabschied“ (Berlin, Staatliche Museen, Gemäldegalerie), die „Schöne Maria“ (Regensburg, St. Johann) von 1518/19 und ein Beispiel der Raumphantasie des Künstlers, die „Geburt Mariä“ (um 1520, München, Alte Pinakothek). Das für Herzog Wilhelm IV. von Bayern 1526 geschaffene Bild „Susanna im Bade“ (München, Alte Pinakothek) wird von einem ausserordentlich prachtvollen und geräumigen Renaissancepalast beherrst, der an lombardo-venezische Paläste der Epoche erinnert. Die 1529 datierte „Alexanderschlacht“ (München, Alte Pinakothek) gehört zu einer Folge von Historienbildern, die der bayerische Herzog bei verschiedenen Künstlern in Auftrag gegeben hatte. Sie ist der Höhepunkt in Altdorfers Schaffen. In einem gewaltigen Raumbild, dessen landschaftliche Formationen sich als eine „visionäre Vedute“ des östlichen Mittelmeerraumes deuten lassen, findet der welthistorische Sieg Alexanders über den Perserkönig in dem Augenblick statt, da die Sonne hinter dem Horizont versinkt und so die Natur des Geschick des Darius symbolisiert. Ausser den Resten der Wandbilder aus dem ehemaligen Kaiserbad des Bischofshof Regensburg (Regensburg, Städtisches Museum) ist aus Altdorfers letztem Lebensabschnitt wenig erhalten. Das Sprichwörterbild „Der Bettel sitzt der Hoffart auf der Schleppe“ (1531, Berlin, Staatliche Museen, Gemäldegalerie) ist niederländisch beeinflusst und weist schon auf die Genremalerei voraus. In der prunkvollen „Anbetung der Könige“ (um 1528, Frankfurt, Städelsches Kunstmuseum) und in „Lot und seine Töchter“ (Wien, Kunsthistorisches Museum) von 1537 nimmt Altdorfers Malerei manieristische Züge vorweg. Aus Altdorfers Schaffen als Stadtbaumeister von Regensburg resultieren lediglich einige Zweckbauten (Schlachthaus). Er war ausserdem am Ausbau der Befestigungsanlagen (Regensburg III) beteiligt.

Altdorfer, Erhard
*um 1480 in Regensburg, + um 1562 in Schwerin. Deutscher Maler, Zeichner und Holzschneider, Bruder von Altdorfer, Albrecht, wurde 1510 Hofmaler des Herzogs von Mecklenburg in Schwerin I. Sein malerisches Werk ist nicht gesichert, die Zuschreibungen schwanken stark, seine Tätigkeit als Zeichner und Holzschneider am Schweriner Hof ist dagegen besser belegt. Sein Hauptwerk bilden die 82 Holzschnitte der Lübecker Bibel von 1533/34, in denen der Einfluss der Cranach-Werkstatt das Vorbild des Bruders verdrängt.

Altdorfer, Erhardt
Hofmaler und Baumeister am Hof Heinrichs d. Friedfertigen v. Mecklenburg. Wichtigstes Werk: Fürstenhof Wismar?, 1553-54.

Althoff, Hugo
(*1884). Architekt, u.a. in Schlesien tätig.

Altomonte, Bartholomäus
*24.2.1702 in Warschau, +11.11.1783 in St. Florian bei Linz; österreichischer Maler, Sohn von Altomonte, Martino und dessen Schüler. Er führte anfänglich die Entwürfe seines Vaters in Freskotechnik aus, z.B. in den Prälatenzimmern des Stifts St. Florian 1722-32. Später löste er sich von dessen Vorbild und malte seine Fresken und Altarblätter in lockerer Komposition der Figuren und lichter Farbe, ohne das spätbarocke Kompositionsschema grundsätzlich aufzugeben. Nach 1768 reduzierte er seinen Stil unter der aufkommenden klassizistischen Strömung auf den schweren geschlossenen Figurenstil seiner frühen Jahre. Hauptwerke: Fresken in der Stiftskirche von Spital am Pyhrn (1737-39) sowie den Stiftskirchen von Wilhering (1739-41), Herzogenburg (1753-55), Engelszell (1759-62) und im Saal des Stifts Herzogenburg (1772).

Altomonte, Martino
*8.5.1657 in Neapel, +14.9.1745 in Wien). Österreichischer Kirchenmaler des Spätbarock, Vater von Altomonte, Bartholomäus. Er war der Sohn eines Tiroler Bäckers namens Michael Hohenberg. Mit 15 Jahren kam er als Lehrling nach Rom, zuerst zu Giovanni Battista Gaulli, danach in die werkstatt von Carlo Maratta. von 1684-1700 war er Hofmaler des polnischen Königs Johann III. Sobieski in Warschau. Nach 1702 übersiedelte er nach Wien, 1720 nach Linz. Neben Johann Michael Rottmayr gilt er als Hauptmeister des Wiener Spätbarock, wobei er wesentlich der römischen Malerei verhaftet blieb. Neben seinen Lehrern beeinflussten noch Luca Giordano und Le Brun, Charles seine Kunst. Neben den Entwürfen in lockerer Pinselführung und zahlreichen Altarbildern schuf er eine Reihe von Gemälden, so die "Allegorie der Türkenkriege" (St. Florian bei Linz) und "Susanna im Bade" (1709, Wien, Österreichische Galerie). Sein Hauptwerk sind die Fresken im "Unteres Belvedere" in Wien.

Alvares, Baltasar
Tätig 1570/75 bis 1624. Portugiesischer Architekt. Er war Neffe des königlichen Architekten Alfonso Alvares und Schüler Filipo Terzis. Seine Bauten schwanken zwischen Manierismus und Frühbarock. In seinen Hauptwerken, der ehemaligen Jesuitenkirche und jetzigen Kathedrale Sé Nova in Coimbra (begonnen 1598) und der Jesuitenkirche Grilos in Porto (ab 1614), wird nach dem Vorbild von Il Gesu in Rom der Standardtyp der gegenformatorischen Kongregationskirche abgewandelt mit meist emporenlosem, tonnengewölbten Langhaus und einer kassettierten Vierungskuppel ohne Tamour. Die Fassaden nehmen Anregungen architektonischer Retabelrahmungen auf.

Alvarez De Pereira Y Cubero, Jose
*23.4.1768 in Priego de Cordoba, +26.11.1827 in Madrid. Spanischer Bildhauer. Er führte bereits 1782 einige Figuren für die Innenausstattung der Kirche des Klosters El Paular bei Madrid aus. Seine weitere Ausbildung erfolgte in Cordoba und Granada und wurde auf der Real Academia de S. Vernanado in Madrid abgeschlossen. 1799 reiste er mit einem königlichen Stipendium nach Paris und Rom. 1804 gewann er mit einer Ganymedfigur in Paris einen Preis und siedelte nach Rom über, wo er sich dem Kreis um Antonio Canova anschloss.1809 wurde er einige Monate in der Engelsburg Roma inhaftiert, weil er sich geweigert hatte, eine Büste Napoleon Bonapartes anzufertigen. Später war Alvarez mit der Auschmückung des Quirinale-Palazzo beschäftigt, für den er vier Basreliefs schuf. Unter Ferdinand VII. kehrte er nach Spanien zurück und wurde 1816 zum Hofmaler ernannt; 1826 Akademiedirektor in Madrid. Sorgfältiges Studium der Natur und der antiken Kunst waren die Voraussetzungen für die Ausführung von Marmorskulpturen wie "Memnon und Antilochus als homerische Gestalten" (Madrid, Museo Nacionale de Arte Moderno). Diese Gruppe wurden von Ferdinand VIII. in Auftrag gegeben und gilt als Alvarez` bedeutendstes Werk. Neben zahlreichen Büsten von Karl IV., Ferdinand VII., Gioacchino Rossini u.a. fertigte er Statuen der Königin Maria Luisa und der Königin Dona Isabella de Braganza. Mythologische Themen wie "Herkules, mit dem Löwen kämpfend" wurden wegen ihrer grossen Ähnlichkeit mit antiken Plastiken geschätzt. Alvarez nimmt unter den Bildhauern des 19. H. eine hervorragende Stelle ein und ist mit den Künstlern Antonio Canova, John Flaxman und Bertel Thorvaldsen vergleichbar.

Alvarez Y Bougel, Anibal
*1810 in Rom, +5.4.1870 in Madrid. Spanischer Architekt, Sohn des Bildhauers Alvarez De Pereira Y Cubero, Jose, Bruder von Alvarez Y Bougel, Jose, studierte Architektur beim Baumeister des Königlichen Hofs in Madrid. 1832 erhielt er den Architekturpreis der Real Academia de s. Fernando in Madrid. Nach mehrjähriger Wandertätigkeit an europäischen Höfen kehrte er 1839 nach Madrid zurück und wurde 1844 zum Professor der Akademie und später zum Hofbaumeister des Köngishauses ernannt. Seine wichtigsten Werke sind das Grabmal des Marqués de Espejo auf dem Friedhof S. Luis in Madrid und die Schlösser des Herzogs von Sevillano (Sevillano-Schloss) und des Marqués de Gadivia (Gadivia-Schloss) bei Madrid.

Alvarez Y Bougel, Jose
*2.2.1805 in Paris, +22.8.1830 in Burgos. Spanischer Bildhauer, Sohn des Bildhauers Alvarez De Pereira Y Cubero, Jose, Bruder von Alvarez Y Bougel, Anibal, erhielt seine Ausbildung bei seinem Vater und bei Jean Auguste Dominique Ingres. Nach seiner Rückkehr nach Spanien schuf er vielbeachtete Figuren wie "Amor" und "Samson, mit dem Löwen" kämpfend, die sich im Museo Nacional de Arte Moderno in Madrid befinden. 1829 wurde er zum Mitglied der Real Academia de S. Fernando in Madrid gewählt. Kurz vor seinem

Alvarez Y Catala, Luis
*22.1.1836 in Monasterio del Helmo, +4.10.1901 in Madrid. Spanischer Maler, spezialisierte sich auf Historienmalerei und Genremalerei und war ab 1898 Direktor des Museo del Prado in Madrid. er wurde von Mariano Fortuny Y Carbó beeinflusst und bevorzugte wie dieser starkfarbige Lichteffekte. Sein Werk "Der Thron Philipps II." im Escorial erhielt auf der Pariser Weltausstellung 1889 eine Goldmedaille.

Alvarez, Don Manuel
*1727 in Salamanca, +1794 in Madrid. Spanischer Bildhauer, studierte in Salamanca und Madrid bei Alexandro de Castra, der ihn an der Ausschmückung des königlichen Palastes (Real-Palacio) beteiligte. 1762 wurde er Vizedirektor der Akademie in Madrid. Er orientierte sich an der antiken Plastik und galt als Wegbereiter des Klassizismus. Von seinen zahlreichen Arbeiten sind besonders die Statuen der Könige Witerich und Wallia am Königlichen Palast sowie die Statue der Unbefleckten Empfängnis und der Christusaltar in der Königlichen Kapelle in Madrid hervorzuheben. Die Ausführung einer Reiterstatue Philipps V. und Karls III. wurde wegen politischer Unruhen verhindert. Die bedeutendsten Arbeiten sind die Statuen am Apollobrunnen im Prado-Park in Madrid. 1784 wurde er zum Direktor der Akademie ernannt, später zum Hofbildhauer.

Amadeo, Giovanni Antonio
(auch Omodeo, degli Amadei). *1447 in Pavia, +27.8.1522 in Mailand. Italienischer Bildhauer und Architekt, Vertreter der lombardischen Renaissance. Amadeo verband die campionesische Kunsttradition (Campionesen) mit den durch Michelozzo di Bartolomeo in die Lombardei gebrachten toskanischen Renaissancebestrebungen. 1470 bis 1475 baute er das früheste Beispiel toskanischer Renaissance in der Lombardei, die Capella Colleoni mit den Grabmälern der Medea Colleoni und ihres Vaters Bartholommeo in Bergamo. Ab 1480 orientierte er seinen Stil am Vorbild der Brüder Mantegazza, die von der nordischen, spätgotischen Plastik beeinflusst waren. 1490-97 beteiligte er sich an der Kuppelkonstruktion des doms in Mailand. Sein Meisterwerk auf dem Gebiet der dekorativen Plastik war die Ausschmückung der Fassade der Certosa von Pavia, in deren Ausführung er sich ab 1491 mit den Brüdern Mantegazza teilte. 1492-94 schuf er den Hof des P

Amadis von Frankreich
Er ist der Held des spanischen Romans, der den Umschwung der Ritterepopöe zum Ritterroman bezeichnet. Ursprünglich wahrscheinlich in portugiesischer Sprach durch den Ritter Vasco de Lobeira von Oporto, gest. 1403, verfasst, wurde er durch Garcia Ordonnez de Motalvo um 1460 ins Spanische überarbeitet und um 1500 im Drucke herausgegeben. Der Held des Buches ist Amadis, Sohn des Königs Perion von Frankreich und der Elisena, einer Tochter des Königs Gavinter von Bretagne, Hauptgegenstand die Liebesgeschichte zwischen Amadis und Oriana, einer Tochter des Königs Lisuart von Frankreich. Schon von dem genannten spanischen Bearbeiter fortgesetzt, erweiterten französische Übersetzer das Buch auf die Romanreihe von 24 Büchern. Auch in der deutschen Überarbeitung, welche von 1569 bis 1594 in 24 Bänden erschien, wurde der galante Ritterroman mit seiner unglaublichen Weitschweifigkeit das Lieblingsbuch des deutschen Adels.

Amerling, Friedrich von
*14.4.1803 in Wien, +15.1.1887. Österreichischer Maler, profilierter Vertreter des Wiener Biedermeier, bedeutend vor allem aufgrund seiner Portraits, in denen sich künstlerischer Ausdruck und Realitätsnähe verbinden. Amerling besuchte von 1816-24 die Kunstakademie seiner Heimatstadt. 1827 lernte er in London Thomas Lawrence kennen, bei dem er sich in der Porträtkunst vervollkommnete. Knapp ein Jahr darauf ging er nach Paris zu Horace Vernet, der mit Lawrence zu den angesehensten Porträitisten der Zeit gehörte. Nach Wien zurückgekehrt, begann er eine glänzende Karriere als Bildnismaler. Sie wurde vor allem durch sein ausserordentlich sprechendes Porträt von 1832, "Kaiser Franz I. im Krönungsornat" (Schloss Laxenburg bei Wien), begründet, das ihm der Kaiser aus Begeisterung über ein geglücktes Porträt des Erzherzogs Rudolf in Auftrag gegeben hatte. Amerlings Modelle waren von nun an vor allem Mitglieder der Wiener Aristokratie. Seine Porträts sind im klassizistisch-biedermeierlichen Stil gehalten, die Betonung des Hangs zur Repräsentation geht zum Teil, besonders in seinen späteren Bildnissen, auf Kosten der Charakterisierungskunst. So kann man etwa bei seinen vielen Kaiserporträts eine gewisse Stereotyie des Gesichtsausdrucks nicht übersehen. Seine wohl schönsten Bilder malte Amerling während und nach seinem Aufenthalt in Florenz (1841). Hier entstanden neben Bildnisseneinfacher Leute aus dem Volk, auch in Gruppen, schöne Genrebilder.

Amigoni, Jacopo
*1682 in Neapel (?), +1752 in Madrid. Italienischer Freskomaler, Altarmaler und Porträtmaler, erhielt seine Ausbildung in Venedig und entwickelte sich während seiner Tätigkeit an verschiedenen europäischen Höfen zu einem der wichtigsten Verbreiter des venezianischen Rokoko, wobei er durchaus auch für andere Einflüsse, etwa die der römischen Barockmalerei, offen war. Auch seine Herkunft aus Neapel blieb nicht ohne Wirkung auf sein Werk. So dürfen die Vorbilder für Amigoni Vertreter des neapolitanischen Barock wie Luca Girodano und Francesco Solimena ebenso gelten wie der römische Barockmaler Cortona, Pietro da und der Wegbereiter des venezianischen Rokokostils, Sebastiano Ricci. Amigoni wurde 1717 an den Münchener Hof berufen , wo er um 1718 ein Deckenbild in der Badenburg des Schlossparks von Nymphenburg schuf. 1720 bis 1725 entstanden in Schloss Schleissheim Fresken mit Darstellungen aus der Ilias und Aeneis, 1725-28 Fresken für schwäbische Benediktinerabtei Ottobeuren. Hier gelangte sein Stil zu grosser Vollendung. Die hellen, atmospärisch wirkenden Deckenbilder haben eine im Sinne des venezianischen Rokoko raffiniert abgestimmte Farbigkeit, die sich mit einer plastischen, barock empfundenen figürlichen Darstellung verbindet. Amigoni war sehr produktiv. Er arbeitete als Freskant, vor allem in London während seines Englandaufenthalts 1730-37; es sind jedoch nur die Jupiter-und-Io-Szenen des Hauses im Moor Park erhalten geblieben. Er malte Leinwandbilder, u.a. Portäts, z.B. das "Bildnis des Sängers Farinelli", geschaffen während eines Parisaufenthalts 1736, biblisch-historische Szenen, z.B. "Heimkehr des verlorenen Sohnes" (1734, Cambridge, Emmanuel College), und vorzugsweise mythologisch-galante Themen, z.B. "Herkules und Omphale (Pordenone, Privatbesitz) und "Venus und Adonis" (Venedig, Galerie dell`Accademia, sowie München, Alte Pinakothek). 1739-47 war er in Venedig tätig, wo Tiepolo, Giambattista künstlerisch tonangebend war. 1747 wurde er von König Ferdinand VI. nach Madrid berufen. Seine in Spanien geschaffenen Werke zeigen einen qualitativen Niedergang.

Ammanati, Bartolomeo
(eigtl. Battiferri da Settignano, auch Ammannati). *18.6.1511 in Settignano bei Florenz, +22.4.1592 in Florenz. Italienischer Bildhauer des Manierismus, Architekt und Ingenieur. Nach einer Lehre im Atelier Baccio Bandinellis war Ammanati als Bildhauer ab 1544 in Padua, Urbino, Neapel, Florenz und Venedig tätig, dort zuletzt als Mitarbeiter von Sansovino, Jacopo an der Libreria. Seit 1550 in Rom, arbeitete Ammanati, nun auch als Architekt, vor allem für Papst Julius III. Für dessen Papa-Giulia-Villa baute er die Loggia und das Nymphäum (1551-55). Nach seiner Rückkehr 1555 nach Florenz entstanden seine eigentlichen Hauptwerke, hier fand der vielseitige und schnelle Arbeiter als manieristischer Hofkünstler der Medici (zunächst für Grossherzog Cosimo I.) die ihm gemässen Aufgabenbereiche. 1558-70 entstanden die Gartenflügel des Pitti-Palazzo, bei denen die aus der Tradition der Frührenaissance übernommene Rustika die Platzfassade in manieristischer Weise umgestaltet und die dreifache Säulenordnung des Hofs durchdrungen und zerstört wurde. Die Gartenfront wurde dabei in fast grotesker Weise mit Bossenwerk überzogen. Der Ponte S. Trinitá über den Arno entstand 1567-70 und ist mit den drei ellipsoiden Bögen einer der elegantesten Brückenentwürfe. Als Bildhauer wurde Ammanati stark von Sansovino, Jacopo beeinflusst. Zu seinen Hauptwerken zählten Brunnenanlagen wie 1554-55 in der Papa-Giulia-Villa, der Herkulesbrunnen für die Villa Reale in Castello 1559-60, der Brunnen vor der Porta del Popolo in Rom und der Neptunsbrunnen auf der Piazza della Signoria, der ab 1565 aus Anlass der Hochzeit Francesco de Medicis mit Johanna von Österreich entstand. Grabmäler, wie das für Kardinal del Monte in Rom oder für Kardinal Benavides in Padua schuf er. Zusammen mit Vignola, Giacomo Barozzi da und Vasari, Giorgio hatte er einigen Anteil am Entwurf der Villa Giulia (Papa-Giulia-Villa) (für die das Nymphäum im Hof charkteristisch ist). In Lucca entwarf er einen Teil des Provinciale-Palazzo Lucca (1578) mit einer hübschen Loggia. Seine Bedeutung für die frühbarocke Architektur wird besonders an der Fassade des Collegio Romano in Rom (1581-85) evident. Ammanati verfasste auch einen um 1550 in Florenz erschienenen "Trattato di Architettura". In seinen letzten Lebensjahren entwarf Ammanati mehrer Kirchenbauten als Variationen des Typs von Il Gesú in Rom.

AmmannatiAmmanati, Bartolomeo

AmorEros

Andersen, Peder
(gen. Nordmand, Peder = Norweger). *1694 in Kopenhagen. Dänischer Maler norwegischer Herkunft. Er hielt sich mit Lambert van Haven in Italien auf. 1683 wurde er zum Hofmaler im dänischen Königshaus ernannt. Er war hauptsächlich im Schloss Frederiksborg Kopenhagen beschäftigt. In der Schlosskirche in Frederiksborg befindet sich das Gemälde "Der Zinsgroschen". Ausserdem lieferte er Kartons für die gewebten Tapeten der Gebrüder Eiche im Rittersaal des Schlosses Rosenborg in Kopenhagen. Andersens bede

Andieres, Abel-Francois Poison deMarigny, Marquis de

Andrae, Walter
Am 18.2.1875 wurde Andrae in Anger bei Leipzig geboren. Nach dem Architekturstudium ging er als Mitarbeiter von Koldewey, Robert Johann nach Babylon und grub von 1903 bis 1914 zusammen mit J. Jordan und anderen Assur, die erste Hauptstadt des assyrischen Reiches, aus. 1921 wurde Andrae Kustos der Vorderasiatischen Abteilung der Staatlichen Museen in Berlin. Seit 1923 lehrte er Baugeschichte an der Technischen Hochschule Berlin. 1928 wurde er zum Direktor der Vorderasiatischen Abteilung berufen. Andrae starb am 28.7.1956 in Berlin.

Andrea Dall`Aquila
Tätig Mitte 15. Jh.. Italienischer Bildhauer und Maler aus Aquila in den Abruzzen. Andrea lernte in der Werkstatt Donatellos und soll mehrere Jahre im Hause Cosimos de` Medici gelebt haben. 1455 bis 1456 arbeitete er unter Pietro da Milano mit Isaja de Pisa am Skulpturenschmuck des Triumphbogens des Alfonso von Aragón am Nuovo Castel Neapel. Ihm werden die in einem realistischen Stil ausgeführten ersten beiden Leibungsreliefs an den Eingangspilastern des Triumphportals zugeschrieben. Nicht gesichert ist die Zuschreibung des Grabmals der Maria Pereira in s. Bernardino und das Puttenfries und Nymphenfries unter der Giebelbekrönung der Haupttür des Festsaals im Nuovo Castel Neapel.

Andrea Del Castagno
(auch Andreino oder Andrea Di Bartolommeo). *um 1421/23 in Castagno bei Florenz, +19.8.1457 in Florenz. Italienischer Maler, der sich in der Nachfolge Masaccios und unter dem Einfluss von Donatello vor allem als Freskant um eine Darstellung der Figur bemühte, in der plastische Körperlichkeit mit klarer Linearität und Kontur eine überzeugende Verbindung eingehen sollte. Es gelang ihm im Verlaufe seines Werkes, zur Lösung dieses Problems beizutragen, und seine grosse Leistung besteht darin, dass er seinen Figuren eine fast "skulpturale" Körperlichkeit gab, sie dennoch in die Linearität und Perspektivität der Kompostitionen einband und sie in einem ungewöhnlich hohem Masse mit individuellen Zügen ausstattete. Die Dynamik und Plastizität seiner Bilder lassen sein Werk innerhalb der florentinischen Frührenaissance als richtungsweisend erscheinen, und er übte auch über Florenz hinaus deutlichen Einfluss aus. Bereits 1440 erhielt Andrea von Cosimo de` Medici den Auftrag, im Bargello-Palazzo Firenze ein Fresco zu malen, auf dem die nach der Schlacht von Anghiari verurteilten, an einem Fuss aufgehängten Rebellen dargestellt waren. Das heute verlorene Werk trug ihm den Spottnamen Andreino degli Impiccati (kleiner Andrea der Gehängten) ein. 1442 war er in Venedig, wo er gemeinsam mit Francesco de Faenza in der Apsis von S. Zaccaria das Fresco "Gottvater mit Heiligen" malte. Danach liess er sich endgültig in Florenz nieder. Dort schuf er 1444 den gewaltigen Entwurd einer Kreuzabnahme für ein Fenster in der Domkuppel und 1444-50 sein Hauptwerk, die monumentalen Fresken an der Stirnwand des Refektoriums im Kloster S. Apollonia mit dem "Abendmahl". Mit den bäuerlich-derben, in plastischer Eindringlichkeit gemalten Gestalten fügt sich die Darstellung perspektivisch raumerweiternd in die Architektur ein; darüber eine "Kreuzigung", eine "Kreuzabnahme" und eine "Auferstehung Christi". Die Passionsszenen gehören in ihrer verhaltenen Dramatik, in der Geschlossenheit der Komposition und in der Feinheit der Farbgebung zu den bedeutendsten Leistungen der Florentiner Malerei des 15. Jh. Um 1450 erhielt er den Auftrag in der Carducci-Villa in Legnaia berühmte historische Persönlichkeiten, darunter den Krieger Pipo Spano, die Cumäische Sibylle und die Dichter Dante, Petrarca sowie Boccacio, in überlebensgrossen Idealbildnissen darzustellen; diese im vorigen Jh. abgenommenen Fresken befinden sich ebenfalls in S. Apollonia (heute Museo Castagno) in Florenz. 1454-55 schmückte er drei Kapellen der Florentiner Kirche SS. Annunziata mit Fresken, die durch den Realismus der Darstellung, besonders aber durch die Kühnheit in der Perspektive alle zeitgenössischen Florentiner Maler in Erstaunen versetzten; doch sind nur die Arbeiten aus zwei Kapellen zu den Themen "Christus und der hl. Julian" und "Dreifaltigkeit mit den Heiligen Hieronymus, Maria Cleophas und Maria Magdalena" erhalten. Zu seinen letzten Arbeiten um 1456 gehören in S. Maria degli Angeli eine ausdrucksstarke "Kreuzigung" sowie im Florentiner Dom das mächtige, perspektivisch fortschrittlich gemalte Reiterporträt des 1435 verstorbenen Feldherrn "Niccoló da Tolentino", das Gegenstück zu dem 1436 von Paolo Uccello gemalten Reiterstandbild des "Condottiere Giovanni Acuto".

Andrea Di BartolommeoAndrea Del Castagno

Andreas aus Pissarzowitz
Baumeister, u.a. in Schlesien tätig.

AndreinoAndrea Del Castagno

Angelini, JakobEngel, Jakob

Angermair, Christof
*in Weilheim (?), +1632/33 in München. Deutscher Elfenbeinschnitzer. Nach der Ausbildung in Weilheim wurde er 1613 am bayerischen Hof beschäftigt. Zu seinen wichtigsten Arbeiten gehören vier kostbare Elfenbeinschreine, die in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern für Elisabeth von Lothringen geschaffen wurden. Der Münzschrein im Nationalmuseum in München ist Angermairs bekannstestes Werk. Die in Flachrelief und gelegentlich vollrundem Hochrelief ausgeführten Schnitzereien zeichnen sich durch äusserst detaillierte Darstellungen aus. Trotz Betonung jeder Einzelheit wirken die Reliefflächen nicht überladen. In dem Schatz der Reichen Kapelle in der Residenz München I befindet sich ein grosses Relief mit der Kreuzigung Christi (1631), das in seiner sorgfältigen Ausführung charakteristisch für den frühbarocken Stil Angermairs ist. Wahrscheinlich war er der Lehrer von Georg Petel.

Anguier, Francois
*1604 in Eu, +9.8.1669 in Paris. Französischer Bildhauer. Ausbildung bei Martin Cavon in Abbeville und Simon Guillain in Paris, der ihm mit der plastischen Ausschmückung des Altars im Kloster der Unbeschuhten Karmeliten in Luxemburg beschäftigte. Nach zweijährigem Aufenthalt in Rom arbeitete er ab 1643 im Louvre-Palais. 1651-58 führte er gemeinsam mit seinem Bruder Anguier, Michel das Grabmal Heinrichs II. von Montmorency in der Chapelle du Lysée in Moulins aus. Sein interessantestes Werk ist das Grabmal von Jacques-Auguste de Thou in St-André-des-Arcs, dessen Marmorfiguren und ein Bronzerelief im Louvre in Paris erhalten sind. Anguieur arbeitete an zahlreichen Grabmälern und Gartenfiguren, die ursprünglich an der Porte St-Antoine aufgestellt waren und sich heute im Musée Carnavalet in Paris befinden.

Anguier, Michel
*28.9.1612 in Eu, 11.7.1686 in Paris. Französischer Bildhauer. Nach Ausbildung bei Simon Guillain in Paris 10jähriger Aufenthalt in Rom. Gemeinsam mit seinem Bruder Anguier, Francois arbeitete er am Grabmal des Herzogs von Montmorency. 1654-55 war er an der plastischen Ausschmückung der Zimmer der Anna von Österreich im Louvre-Palais beteiligt. 1659 schuf er für den Garten der Tuilerien (Tuilieres) zwei Götterstatuen. Er entwickelte eine rege Tätigkeit als Bronzebildner; die meisten seiner Arbeiten, wie eine Bronzestatue von Ludwig XIII. für die Stadt Narbonne, sind nicht erhalten. Ab 1675 begann er mit der Gestaltung des plastischen Dekors an der Porte St-Denis in Paris nach Vorzeichnungen von Le Brun, Charles, dessen Vollendung sein wichtigstes Werk bedeutete. Neben zahlreichen Portraitbüsten (Jean-Baptiste Colbert, Paris, Musée National Du Louvre) zeichnete sich Anguier durch seine dekorative Plastik aus. Sein Schaffen ist als bedeutender als das seines Bruders einzuschätzen.

Ansaldo, Giovanni Andrea
*1584 in Voltri, +1638 in Genua. Italienischer Barockmaler. Ansaldo kam in jungen Jahren nach Genua in die Lehre zu Orazio Cambiaso, der die Werkstatt seines 1585 in Spanien verstorbenen berühmten Vaters Luca Cambiaso weiterführte. Um1603 lernte er auch Peter Paul Rubens kennen, als der Maler im Auftrag des Herzogs von Mantua Genua besuchte. Nicht weniger bedeutungsvoll für sein Schaffen war 1621 eine Begegnung mit Anthonius van Dyck. Doch verarbeitete Ansaldo die von beiden erhaltenen Eindrücke zu einem durchaus persönlichen Stil. Mit Gemälden von kostbarer Farbgebung und dramatisch wirkungsvoller Kompositionen, wie "Grablegung Christi" (Genua, Accademia Ligustica), kam er zu Ansehen und Ruhm. Zahlreiche Kirchen erwarben seine Bilder. Zu seinen Hauptwerken gehören die durch ihr dekoratives Pathos und ihre perspektivische Sicherheit eindrucksvollen Kuppelfresken in SS. Annunziata in Genua, die er im Auftrag der Familie Lomelli ausführte. Weitere bedeutende Fresken schuf er im Brignola-Palazzo in Genua und im Spinola-Palazzo im nahegelegenen Sampierdarena. Er war ein ungewöhnlich produktiver Meister, wenn auch nicht alle Werke gleichermassen bedeutend waren.

Ansi, Melchior Franziskus
Maler in Falkenberg in Oberschlesien.

Ansorge, Paul
Baumeister aus Bad Warmbrunn in Schlesien.

Anthonisz, Cornelius
*um 1499 in Amsterdam, +1556 in Amsterdam. Holländischer Maler, Holzschneider, Radierer und Kartograf. Bekannt wurde er durch das Schützenstück "Bankett der Schützengilde" von 1533 (Amsterdam, Rijksmuseum), das zu den ersten holländischen Gruppenporträts aus bürgerlichen Gesellschaftsschichten gehört. Bedeutend sind ausserdem seine Städteansichten aus der Vogelverspektive, z.B. Amsterdam, 1536, oder ein Plan von Amsterdam in 12 Blättern, 1544. Als Kartograf stand er im Dienst Karls V. und ging mit dessen He

Antiochos
Tätig 2. Hälfte 3 Jh. v. Chr. Griechischer Bildhauer aus Athen (?). Eine Kopie der "Athena Parthenos" von Phidias, die am Gewandsaum durch die Inschrift -iochos gekennzeichnet ist, wie Antiochos zugeschrieben. Die Marmorskulptur war ursprünglich im Garten der Ludovisi in Rom (Ludovisi-Villa) aufgestellt und befindet sich heute im Thermenmuseum in Rom. Die Figur ist an den Armen, am Helmbusch und an der Nase stark restauriert.

Antiope
Nach Homer Tochter des Flussgottes Asopos; nach anderen Quellen die Tochter des Königs Nykteus von Theben. Als Tochter des Asopos wäre Antiope eine Nymphe, sonst eine Sterbliche. Antiope wird üblicherweise schlafend im Wald dargestellt.

Antoine, Jacques-Denis
*6.8.1733 in Paris, +24.8.1801 in Paris. Französischer Architekt. Er begann als Bauunternehmer, erlangte jedoch bald als Architekt Bedeutung. 1768-75 entstand sein erstes grosses Werk, die Münze in Paris Monnaies-Hotel. Ebenfalls in Paris baute er die monumentale Treppe des Justice-Palais Paris, das Maillebois-Hotel (Rue du Bac) und lieferte Pläne für das Jaucourt-Hotel (Rue de Varennes), das Hospiz (Barriére de`Enfer) und das Haus der Feuillants (Rue St-Honoré). Zu seinen grösseren Werken ausserhalb von Paris zählen die Kirche Filles Ste-Marie in Nancy, das Palais des Herzogs von Berwick in Madrid (Berwick-Palais), die Münze von Bern und das Schloss des Fürsten von Salm-Kyburg in Deutschland. Antoine zählte zu den bedeutenden französischen Architekten des Rokoko, der sich jedoch der gegen Ende des 18. Jh.s eintretenden Hinwendung zur Antike anschloss.

Antolinez, José
*in Sevilla (?), getauft 7.11.1635 in Madrid, +30.5.1675 in Madrid. Spanischer Maler und Mitarbeiter von Rizi, Francisco, dem Hofmaler Philipps IV. von Spanien. Später gehörte er zu den grossen Malern, die nach dem Tod von Diego Velázquez am Könighof wirkten. Antolinez war besonders von Peter Paul Rubens und Anthonius van Dyck beeinflusst, deren Werke er aus Privatsammlungen in Madrid kannte. Seine Hauptwerke sind Porträts und religiöse Bilder im Stil des Spätbarock mit minuziös ausgeführten Landschaften. Seine Farbgebung beeinflusste Mateo Cerezo. Antolinez fand bei einem Duell den Tod.

Antropov, Aleksej Petrovic
*14.3.1716 in Petersburg, +12.6.1795 in Petersburg. Russischer Maler. Er ist vor allem durch seinen wesentlichen Anteil an der Ausgestaltung der Zarenschlösser Zarskoje Selo, Peterhof (Petrodworez) und des Winterpalaist St. Petersburg bekannt geworden. Neben diesen Aufträgen des Zaren leitete er ausserdem von 1732-55 die Ausgestaltung der St.-Andreas-Kirche in Kiew mit Fresken. Antropov wurden zudem durch seine Porträts bekannt, die er vor allem in der zweiten Hälfte sienes Lebens schuf. Er entwickelte einen realistischen Stil und verdeutlichte die Charakterzüge seiner Modelle durch eine minuziöse Wiedergabe der Details. von seinen zahlreichen Werken sind die Bildnisse der "Fürstin T. Trubeckoj" (1761, Moskau, Tretjakov-Galerie) und der "Komtesse Rumjanceva" (Leningrad, Russisches Museum) besonders hervorzuheben.

Apaturios
Tätig vermutlich 1. Jh. v. Chr. Griechischer Maler aus Alabanda in Karien, schuf eine Wanddekoration im Ekklesiasterion von Tralles. Virtuv berichtet, dass er dabei Figuren statt Säulen malte, Kentauren, die das Gebälk trugen, ausserdem Kuppeln, Dächer, Löwenköpfe als Wasserspeier; über diesem fantastischen Unterbau malte er noch eine ganzes weiteres Geschoss mit allerlei Bauten. Diese illusionistischen Architekturphantasien machten Schule. Vitruv tadelte sie als absurd und verglich sie mit ähnlichem in seiner Umgebung; gemeint sind die architektonischen Rahmenwerke des zweiten Stils in der römischen Wandmalerei.

Apelles
Tätig 2. Hälfte 4. Jh. v. Chr. Griechischer Maler, Sohn des Pytheas aus Kolophon in Lydien oder aus Kos. Er war der gefeiertste Maler Griechenlands und wurde im Altertum noch über Polygnot und Zeuxis gestellt. In Ephesos, das ihm später das Bürgerrecht verlieh, begann er seine Ausbildung, die er in Griechenland an der sikyonischen Malerschule unter Pamphilos abschloss. Noch zu Philipps Zeiten ging er an den makedonischen Königshof, wo der die Gunst Alexander d. Gr. gewann. Er war dort während dessen gesamter Regierungszeit, aber auch noch unter Ptolemaios I. tätig. Sein künstlerischer Höhepunkt lag nach Plinius um 332. v. Chr. Apelles war bereits zu Lebzeiten so berühmt, dass wir über ihn mehr Anekdoten besitzen als anschauliche Beschreibungen seiner Gemälde oder brauchbare Aussagen über seinen Stil. Im Mittelpunkt seines Schaffens standen die Porträts seines Gönners Alexander. Das berühmteste davon befand sich im Tempel der Artemis in Ephesos; es zeigt den vergöttlichten König dem Blitz in der Faust: bewundert daran wurde vor allem, "dass die Finger hervorzutreten schienen und dass der Blitz sich ausserhalb der Tafel zu befinden schien" (Plinius). Weitere allgemein gepriesene Werke waren die "Aphrodite Anadyomene" in Kos, ein Herakles mit abgewendetem Gesicht, "so dass, was äusserst schwierig ist, dennoch das Bild sein Gesicht mehr wirklich zeigen als erraten zu lassen schien" (Plinius). Ein rein allegorisches Bild war die "Verleumdung", gemalt am Hof des Ptolemaios. Apelles schuf vermutlich ausschliesslich Tafelgemälde, Wandmalerein werden nicht erwähnt. Er soll mit lasierenden Farben gemalt haben, und zwar vornehmlich mit den Farben Rot, Gelb, Schwarz und Weiss. Die atmosphärischen Blautöne und Grüntöne entfielen bei deiser Vierfarbenmalerei. Zum Schluss überzog er seine Gemälde mit dem geheimnisvollen "atramentum", einer Endlasur, in welche verbranntes, fein pulverisiertes Elfenbein gemischt war; dadurch wurde die Farbigkeit des Bildes gedämpft und vereinheitlicht. Immer wieder wird die Charis, die Anmut der werke des Apelles geschildert und die Fähigkeit des Meisters gelobt, die Hand rechtzeitig von der Arbeit zurückziehen zu können ("manum de tabula tollere"). Witz, Fleiss, Bescheidenheit und Hilfsbereitschaft dürften sein Leben bestimmt haben.

Aphrodite
(röm. = Venus). Nach Homer Tochter von Zeus (Jupiter) und Dione; häufiger die "Schaumgeborene" in Anlehnung an Hesiod. Sie ist die Göttin der Schönheit und der Liebe. In Griechenland fanden die berühmtesten Fest zu Ehren der Göttin auf Zypern und Kythera statt; in Rom wurde der Venus-Kult von Julius Caesar gefördert, der seine Abstammung auf Aeneas zurückführte. Die geläufigsten Attribute der meist halb nackten Aphrodite sind Rose, Myrte und Apfel. Die Göttin kann im Gefolge ihrer Tiere dargestellt sein

Aphrodite AriadneAriadne

ApolloApollon

Apollodorus von Damaskus
*65 (?) in Damaskus, +118 in Rom. Römischer Architekt. Er war als Staatsarchitekt unter Trajan (98-117) tätig und gilt als bedeutendster und einflussreichster Baumeister der römischen Kaiserzeit. Ein marmornes Portraitbildnis von Apollodorus mit antiker Namensinschrift befindet sich in der Glyptothek in München. Der Architekt war von Trajan mit kriegstechnischen Aufgaben beauftragt und begleitete ihn auf sämtlichen Feldzügen. 104-105 erbaute der die Donaubrücke am Eisernen Tor bei Dobretae in Dakien. Die Brücke stand auf 20 mächtigen verankerten Steinpfeilern und mass über 1 km Länge. Der Bau ist einzig als Relief auf der Trajanssäule in Rom erhalten. Nach Pausanias sind weiterhin schriftliche belegt ein Odeion und ein Stadion in Rom. Ausserdem wird Apollodorus der Bauplan des Circus Hadriani zugeschrieben. Dio Cassius überliefert ihn als Architekten eines Gymnasions in Rom, das wahrscheinlich mit den Trajansthermen am Esquilin identisch ist und als erster römischer Bau grosse Apsidialabschlüsse aufweist. Apollodorus` wichtigstes Werk war die Errichtung des Trajansforums, das zu den grössten antiken Platzanlagen zählt. Die Verbindung von orientalischen und römischen Bauformen war für spätere Stadtanlagen vorbildlich. ein 6säuliger Triumphbogen bildete den Eingang eines rechteckigen Säulenhofs, in dessen Mitte sich ein bronzenes Reiterstandbild Trajans befand. Eine quergestellte 5schiffige Basilika und die 113 errichtete Trajanssäule schlossen sich an das Forum an. Der Trajanstempel bildete den Abschluss der Anlage. Wahrscheinlich erbaute Apollodorus auch die Hafenanalgen von Ostia und den Trajansbogen in Ancona. Wegen seiner Kritik an den Bauplänen Hadrians, Trajans Nachfolger, wurde er verbannt und später hingerichtet.

Apollon
(röm. = Apollo, Musagetes, Phoibos, verschmilzt mit dem Sonnengott Helios). Sohn des Zeus (Jupiter) und der Leto (Latona); Zwillingsbruder der Artemis (Diana). Griechischer Gott des Lichtes (der Sonne), der Schönheit, der prophetischen Weissagung, der Künste, besonders der Musik und der Dichtung, Herr der Musen, aber auch Beschützer von Ackerbau und Viehzucht, Gott der Heilkunst (er ist der Vater des Askepios). Auch ist Apollon der Hüter von Recht und Ordnung. In der hellenistischen Welt war der Apollonkult weit verbreitet. Die wichtigsten Tempel standen auf Kreta, in Korinth und Delphi. In der römischen Welt befand sich der berühmteste Tempel auf dem Palatin. Die Ludi Apollinares fanden vom 6. bis 13. Juli statt. Dargestellt wird Apoll gern als schöner Jüngling mit lichtumfluteten Haupt, der den Sonnenwagen lenkt, der täglich von vier Pferden über den Himmel gezogen wird. Bogen, Pfeil, Köcher, Lyra und Lorbeerkranz sind die Hauptattribute des Gottes.

Apollonius von Tyrus
So heisst ein in Mittelalter weit verbreiteter Sagenstoff, der die Erlebnisse einer nach allen Richtungen auseinandergerissenen Fürstenfamilie behandelt, welcher doch schliesslich Wiedervereinigung und dauerhaftes Glück beschert wird. Ursprünglich ein griechischer Roman, wurde der Stoff in verschiedenen Sprachen in Prosa und Versen bearbeitet, deutsch um 1300 von dem Wiener Arzt Heinrich von Neuenstadt, unter dem Titel: Apollonius von Tyrland. Aus der lateinischen Bearbeitung des Gottfried von Viterbo ging das Volksbuch „Die Historie des Königs Apollonii“, Augsburg 1471, hervor.

Appelt, Julius
Architekt in Schlesien.

Appiani, Andrea
*23.5.1754 in Mailand, +8.11.1817 in Mailand. Italienischer Freskenmaler und Portätist, der vor allem mythologische und allegorische Themen gestaltete. Er war ein Schüler von Carlo Maria Giudici, zeigte sich jedoch mehr von Raffael und Correggio, dessen Werke er in Parma studieren konnte, beeindruckt. Appiani wurde vor allem durch sein Dekorationen für Erzherzog Ferdinand von Österreich in dessen Schloss in Monza (Reale-Villa Monza), "Geschichten von Amor und Psyche", 1789, bekannt. Napoleon I. erna

Appiani, Joseph Ignaz
*16.10.1706 in München, +zwischen 1785 und 1789 in Mainz. Deutscher Maler und Freskant. Joseph Ignaz Appani war der Sohn des Stukkateurs Peter Franz Appiani. Der spätere kurmainzische Hofmaler lernte möglicherweise bei Cosmas Damian Asam. Er wurde auch von Carlone, Carlo Innocente beeinflusst. Appiani hatte einen individuellen, manchmal ans Bizarre grenzenden Stil: expressive Gestik, muskulöse Figuren in perspektivisch verkürzten Untersichten und Aufwärtsbewegungen. Seine Hauptwerke finden sich im Refektorium von Obermarchtal 1751, in der Domkirche von Arlesheim (1759-61, im Neuen Schloss in Meersburg II, bekannt ist das Gemälde "Der leidende Hiob" (Nürnberg, Germanisches Museum). Sein ehrenvollster Auftrag war die Ausmalung der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen, 1764-69, die von Neumann, Johann Balthasar erbaut worden war.

AquiloBoreas

Arachne
Lydisches Mädchen; Tochter des Idmon von Kolophon, eine berühmten Purpurfärbers. Die berühmte Weberin wird oft an ihrem Webstuhl gezeigt, während Athene (Minerva) in voller Rüstung ihr zuschaut. Mitunter präsentiert sie auch stolz ihr Werk oder sie erscheint mit einem Spinnennetz zwischen den Händen.

Archer, Thomas
(1668-1743). Archer ist der einzige englische Architekt des Barock, der diesen Stil auf dem Kontinent selbst studiert hat. Seine Bauwerke bilden für England einen Ausnahmefall, da sie eine intime Kenntnis der Werke Berninis (Bernini, Gianlorenzo) und Borrominis (Borromini, Franceso) spiegeln. Archer stammte aus angesehener Familie und unternahm nach Abschluss seiner Studien in Oxford eine vier Jahre währende Kavalierstour. 1693 kehrte er nach England zurück. Als Anhänger der herrschenden Whig-Partei war er bei Hof erfolgreich und erlangte 1703 ein lukratives Amt. Seine Bauwerke entstanden zwischen 1703 und 1715; dann gab er die Architektur für ein noch enträglicheres Amt als Zollkontrolleur in Newcastle auf. Unter seinen erhaltenen Profanbauten ragen die Nordfront des Landsitzes Chatsworth House (1704-05) in Derbyshire und der Gartenpavillion in Wrest Park in Bedfordshire (1711-12) hervor.

Archilochos
Tätig Anfang 5. Jh. v. Chr.. Griechischer Architekt. Er stammte aus Agryle in Attika. 408 bis 407 v. Chr. wird er als Nachfolger des Chefarchitekten Philokles am Bau des Erechtheions auf der Athener Akropolis tätig.

Archonati, Hieronymus
(auch Akhernaten, Arckanatt, Akanos, auch Jeronimo, *August 1575 in Radkersburg/Steiermark). Maurer, Steinmetz und Festungsbaumeister aus Mailand. U.a. tätig in Schlesien.

Arcimboldo, Giuseppe
(auch Arcimboldi). *um 1527 in Mailand, +7.11.1593 in Mailand. Italienischer Maler, der vor allem durch phantastisch-allegorische Bildkompositionen aus der zeitgenössischen Malerei heraussticht und der in einer gewissen Verwandtschaft zum modernen Surrealismus gesehen wird. Der manieristische Künstler, der nach eigenen Angaben von sächsischen Vorfahren abstammte, aber in Mailand heranwuchs, gründete seine Kunst vor allem auf sein Geschick, menschliche Köpfe und Gestalten oder auch Landschaften und allegorische Themen aus verschiedenen, in virtuoser Technik realistisch dargestellten Blumen, Früchten, Tieren, Waffen und Gegenständen des täglichen Gebrauchs zusammenzusetzen. Die Grundlagen der Malerei erlernte er in der Werkstatt seines Vaters Biagio, mit der er 1549-59 an Glasmalereien im Mailänder Dom arbeitete. Schon damals muss er sich einen guten Namen gemacht haben, denn bereits 1562 erhielt er einen Ruf als Hofmaler an den Hof Kaiser Ferdinands I. (Hradschin Prag), wo er, mit gelegentlichen Zwischenaufenthalten in Wien, 27 Jahre in hohem Ansehen lebte. Er war ein sehr vielseitiges Talent und neben seiner Malerei auch als Ingenieur, Musiker und Arrangeur höfischer Feste Tätig. Auch Kaiser Maximilian II. und Rudolf II. schätzten seine Kunst. Bis 1587 war er Hofmaler, später wurde er in den erblichen Adelsstand erhoben und noch 1591, fünf Jahre nach seiner endgültigen Rückkehr nach Mailand, von Rudolf II. zum Pfalzgrafen ernannt. Seine in der Geschichte der Malerei einzigartige Stellung verdankte er also vor allem seinem skurillen Einfall, mit technischer Bravour gemalte Gegenstände durch raffinierte Gruppierung zu einer bestimmten Aussage, gewöhnlich zu einem Porträt, zu verfremden. So stellte er in seinen Bildern aus Büchern, Schreibgerät und Papieren ein Porträt "Der Bibliothekar", aus Waffen aller Art das Bildniss eine Kriegsmanns und aus verschiedenen Küchenutensilien einen Koch zusammen. Dabei gelang es ihm, wie seine Zeitgenossen rühmten, über eine verblüffende Porträtähnlichkeit hinaus sogar zu einer psychologischen Aussage über sein Modell vorzustossen. In ähnlicher Weise schuf er in grossformatigen Bildern auch Allegorien, etwa die "Vier Jahreszeiten", von denen sich ein Folge in der Pinacoteca Civica Tosio Martinengo in Brescia, eine weitere Folge im Kunsthistorischen Museum in Wien befindet. Eine besondere Abwandlung waren seine sog. Umkehrbilder, wie etwa "Scherz mit Gemüse" (Cremona, Museo Ala Ponzone): ein Gemälde mit einer Schale voll verschiedenartiger Gemüse, das, umgekehrt ausgehängt, den Kopf eines Gärtners sichtbar werden lässt. Sein "Phantastisches Porträt des Königs Herodes" (Venedig, Sammlung C. Cardazzo) besteht aus einer Anhäufung von Kinderleichen. Arcimboldo, der in seiner erstaunlich modern aufgefassten Bildwelt schon sehr wesentliche Elemente des Surrealismus vorausgenommen hat, wurde über Jahrhunderte bis in unsere Gegenwart immer wieder nachgeahmt.

Arckanatt, HieronymusArchonati, Hieronymus

Ardemans, Theodoro
Spanischer Künstler deutscher Abstammung. Erbaute Schloss Granja De San Ildefonso">Schloss Granja De San Ildefonso.

Arenius, Olof
*16.12.1700 in Bro, Uppland, +5.5.1766 in Stockholm. Schwedischer Maler, zunächst Theologiestudium, dann Maler und Dekorateur. Er nahm an der Ausstattung des Königspalastes (Stockholm I) und der Schwedischen Akademie teil und betätigte sich als Porträtist. 1730-36 war er Mitglied der Haager Malergilde.

Ares
(röm. Mars). Sohn des Zeus (Jupiter) und der Hera (Juno); eine der zwölf Hauptgottheiten des Olymp. Er ist der Gott des Krieges. In Rom galt Mars als Vater von Romulus und Remus, dem zu Ehren im März und Oktober Feste veranstaltet wurden. Der Kriegsgott wird meist als viriler Jüngling oder Mann abgebildet. Seine Attribute sind Helm und Schild, gelegentlich auch ein Brustpanzer. Die Ikonographie kennzeichnet ihn durch Lanze, Schwert oder Hellebarde.

ArgosArgus

Argos PanoptesArgus

Argunow, Fjodor Semjonowitsch
*1733, +1775. Russischer Architekt, Vetter von Iwan Petrowitsch Agrunow, Leibeigener des Grafen Scheremetjew. Er studierte bei Sawwa I. Tschewakinski, mit dem er 1750-55 die Petersburger Residenz "Haus an der Fotanka" (Fotankahaus) als Landsitz errichtete. Sein Hauptwerk ist der Landsitz des Grafen Scheremetjew in Kuskowo bei Moskau. Die Anlage besitzt als Besonderheit eine von Argunow angelegte Grotte unter dem Pavillon, die ab 1756 errichtet wurde.

Argunow, Iwan Petrowitsch
*1727, +1802. Russischer Maler. Er war Mitglied der Künstlerfamilie Argunow, die 1743 als Leibeigene des Fürsten Tscherkasski in den Besitz von Graf Schweremetjew überging. Neben Antropow gilt er als wichtigster russischer Porträtmaler der 2. Hälfte des 18. Jh. Er malte überwiegend die Mitglieder der Familie Scheremetjew. 1753 schuf er das Porträt "Graf Scheremetjew mit Hund". Seine Bildnisse sind in warmen Farbtönen gehalten und stehen in der Tradition des barocken Galaporträts. Ab 1789 schuf er zahlreic

Argus
(griech. Argos). Über den Vater des Argus ist sich die Überlieferung nicht einig: mal ist es Agenor, mal Asterion oder Inachos. er wird auch Argos Panoptes (Allesesser) genannt. Argos erscheint meist schlafend in Hirtenkleidung, auf der sich zahlreiche Augen befinden und lehnt dabei an einem Fels oder liegt unter einem Baum.

Ariadne
Tochter des Königs Minos von Kreta und seiner Gemahlin Pasiphae. Ariadne half Theseus, den Minotaurus zu besiegen. Sie wurde vor allem auf Kreta und in Argos, aber auch auf Delos, Zypern und in Lokris verehrt, wo sie "Aphrodite Ariadne" genannt wurde. Ariadne wird gezeigt, wie sie Theseus den Faden übergibt oder allein auf der Insel Naxos zurückbleibt, manchmal auch mit Dionysos (Bacchus) in einem Wagen, umgeben von dessen Gefolge.

Arion
Arion stammt aus Methymna auf der Insel Lesbos. Er war ein berühmter griechischer Lyriker und hervorragender Kitharöde. Im Allgemeinen wird Arion die Kithara fest umklammernd auf dem Rücken eines Delphins dargestellt, machmal mit einem Lorbeerkranz geschmückt.

Ariss, John
(18. Jh.). Der erste Berufsarchitekt in Nordamerika, wanderte 1751 oder kurz vorher aus England ein; er inserierte in der Maryland Gazette, dass er "kürzlich aus Grossbritannien" gekommen und bereit sei, "Bauwerke aller Art und Grösse...sowohl in der antiken wie in der modernen Ordnung von Gibbs, James auszuführen". Unglücklicherweise wird von seinem Werk nichts berichtet, doch wurden einige geglückte Landsitze in Virginia, z. B. Mount Airey in Richmond County (1755-58), wahrscheinlich von ihm entwo

Aristeas
Tätig 2. Jh. n. Chr. Griechischer Bildhauer aus Aphrodisias in Karien. Aristeas signierte mit Papias die Statuen des alten und jungen Kentauren (Rom, Kapitolisches Museum), die 1736 in der Hadriansvilla (Adriana-Villa) bei Tivoli gefunden wurden. Dargestellt ist das Verhalten des Alters und der Jugend in der Liebe, symbolisiert mit den nicht mehr erhaltenen Erosknaben. Die mehrfach wiederholten Statuen sind Kopien von älteren Bronzeoriginalen der 2. Hälfte des 1. Jh.s, die auf Rhodos gefertigt waren und eine grosse Ähnlichkeit mit der Laokoongruppe aufwiesen. Aristeas und Papias versuchten, die Eigentümlichkeiten der Bronze in den harten, schwarzen Marmor zu übertragen. Dem Charakter der Inschriften nach gehören die Statuen in die Zeit Hadrians und sind wohl auf dessen Bestellung gearbeitet worden.

Arlet, Jacob
(*vor 16.10.1661, +27.12.1702 in Grüssau). Zisterziensermönch, Maler und Kupferstecher in Grüssau (Schlesien).

Arnold
Kreisbaumeister in Neumarkt (Schlesien).

Arnold von Westfalen
Geboren um 1425/30-1481 Meissen. Deutscher Steinmetz und Architekt (wichtiger Vertreter der späten Gotik); 1459 Werkmeister des erzbischöflichen Schlosses Calbe I, 1460/66 bei den Elbbrückenbauten in Dresden und Meissen tätig. Mit der Ausbildung des staatlichen Bauwesens in Sachsen - nach den beiden Torgauer Steinmetztagen von 1462 und 1463 und ihrem zwiespältigen Ergebnis hatte Kurfürst Friedrich II. 1464 mit einem Schutzbrief das gesamte Bauwesen seines Landes unter die Aufsicht seiner Amtleute und Vögte gestellt - wurde Arnold 1471 durch Kurfürst Friedrich III. zum Landesbaumeister (Oberlandbaumeister) berufen und stand dem Ausbau der Residenzen in Torgau (Hartenfels Torgau, 1470), Dresden II (1472) und Meissen vor. Seine bedeutendste Leistung ist die Albrechtsburg Meissen (1471/85). Es gelang ihm ein bahnbrechendes Werk, das in seiner Planung um 1470 einzigartig ist und den Beginn des Übergangs vom Burgbau zum Schlossbau in der deutschen Baukunst darstellt. Der Bau zeigt durchgehende Geschossteilung, eine in grossen Vorhangbogenfenstern geöffnete Hoffront, eine deutliche Tendenz zur Appartementbildung. Von einzigartiger Bedeutung ist der Wendelstein, ein im Burghof aussen angebrachter Treppenturm. Als Innenraum ist der sogenannte Kirchensaal im 1. Obergeschoss (zweischiffig mit vier Jochen) mit seinem großen Zellengewölbe bedeutend. Vorhangbögen und Zellengewölbe wurden durch Arnold erstmals am repräsentativen Profanbau eingeführt. Die Zellenwölbung verbreitete sich um 1500 in Obersachsen. Ausserdem war Arnold auch bei Schloss Hinterglauchau (1460-70), Burg Kriebstein (von 1471 an), Schloss Tharandt I (1476) und Schloss Leipzig I (1478-80) tätig.

Arnold, Jonas Friedrich
Architekt, preussischer Baudirektor und königlicher Bauinspektor.

Arnolf Di Cambio
*um 1245 in Colle di Val d`Elsa, +8.3.1302 oder 1310 in Florenz. Italienischer Bildhauer und Baumeister. 1265-68 ist eine Mitarbeit Arnolfos an der Sieneser Domkanzel Niccoló Pisanos dokumentiert, doch konnte sein Anteil bisher nicht befriedigend geklärt werden. Seit Anfang der 70er Jahre dürfte er in Rom gearbeitet haben, jedenfalls ist er dort 1277 im Dienst Karls I. von Anjou bezeugt. Die Sitzfigur, die "Karl als Senator der Stadt Rom" zeigt (Rom, Konservatorenpalast, ist wohl erst 1281-84 entstanden

Arras, Matthias von
(Mathias). * in Arras, + 1352 in Prag. Französischer Architekt der Gotik, wurde 1344 von dem späteren Kaiser Karl IV. offenbar aus päpstlichen Diensten in Avignon zum Bau der Kathedrale des neuen Prager Erzbistums berufen. Der Grundriss des Veitsdoms auf dem Hradschin Prag folgt dem konservativen Kathedraltypus des 13. Jh. mit Umgangschor und Polygonalkapellen. Für den Ostbau hielt er sich an die westlichen Vorbilder der Kathedralchöre von Narbonne, Rodez und Toulouse. Der fünfseitige Binnenchorschluss, seine sehr schlanken und kantig in die hohe Stirnwand einschneidenden Arkaden und die flachen Rahmenprofile der Kapellenfenster sind südfranzösischen Ursprungs. Als er 1332 starb und Peter Parler sein Nachfolger wurden, standen grosse Teile des Chorhaupts mit Umgang und dem fünfseitigen (5/8) Kapellenkranz sowie den Arkadenpfeilern des Binnenchors, ferner der Ostteil des Langchors mit den ersten Kapellen. Möglicherweise war er an weiteren Bauten und Stadtplanungen (Neustadt in Prag) beteiligt, doch fehlen sichere Belege für folgende Zuschreibungen: Burg Karlstein i. Böhmen (1348-57) und Kreuzgang des Emausklosters (1348 vollendet) in Prag, Stephanskirche in der Prager Neustadt und St. Ägid in Nimburg (1345).

Arroyo, Diego De
*1498 in Toledo, +1551 in Madrid. Spanischer Miniaturmaler und Illustrator. Seit 1520 arbeitete Arroyo mit Francisco de Villadiego an den Miniaturen verschiedener Chorbücher für die Kathedrale in Toledo. Karl V. ernannte ihn zum "Pintor de Camera" und sass ihm öfter Modell. Später wurde Arroyo Silberkämmerer von Philipp II., den er 1547 auf einer Europareise begleitete. Er fertigte Wappenmalereien und Entwürfe für Prunksättel und Prunkrüstungen für Philipp II. (Madrid, Armeria Real) und lebensgrosse Pferd

Arruda, Diego De
Tätig frühes 16. Jh., + Mai 1531 in Evora. Portugiesischer Architekt, Bruder von Arruda, Francisco De. Er wird erstmals 1510 brieflich von König Emanuel I. erwähnt, der ihm die Arbeiten im Chor und in der Sakristei eines ungenannten Klosters überträgt. 1525 führt er nach dem Tod von Martin Laurenco den Bau des königlichen Palastes in Evora I weiter. 1531 wird er als Architekt im Kloster Tomar tätig. Er schuf dort den reich dekorierten Kapitelsaal, der ein bedeutendes Frühwerk des Emanuelstils ist. Der plastische Schmuck überträgt die Themen Meer und Seefahrt in bizarre Kompositionen (mit Korallen und Tang besetzte Pfeiler, die Rundfenster rahmendes Takelwerk usw.).

Arruda, Francisco De
(tätig ab 1510, +30.11.1547 in Evora). Der Bruder von Arruda, Diego De, vertreter des Emanuelstils. Er wurde urkundlich erstmals als Festungsbaumeister erwähnt. 1531 wurde er nach dem Tod seines Bruders Nachfolger als Leiter der königlichen Palastbauten in Evora I. Er restaurierte den Aquädukt von Evora und errichtete exotisch anmutenden Turm in Belem (Belem-Torre, 1515-20) in einem fast indisch zu nennenden Stil. Damit wollte er wohl auch auf Vasco Da Gama anspielen, zu deren Ehren der Turm errichtet wurde.

Artemis
(röm. Diana). Eine der zwölf Hauptgottheiten des Olymp; Tochter des Zeus (Jupiter) und der Leto (Latona); Zwillingsschwester Apolls. Sie ist die Göttin der Jagd und wurde später mit der Mondgöttin Selene (Luna) identifiziert. Kultische Verehrung vor allem auf den Inseln Delox und Ortygia, die beide als ihre Geburtsstätten gelten. Artemis erscheint meist als junge Jägerin, bekleidet mit einer Tunika und mit hochgesteckter Frisur. Zu ihren Attributen zählen die Mondsichel über ihrem Haupt, Pfeil und Bogen, auch ein Speer. Ein oder mehrere Hunde, auch ein Hirsch sind ihre Begleiter.

Asam, Cosmas Damian
*(getauft) 28.9.1686 in Benediktbeuren, +10.5.1739 in München. Deutscher Maler und Architekt, Begründer der Rokokophase in der süddeutschen Deckenmalerei. Nach einer Ausbildung bei ihrem Vater, dem Maler Hans Georg Asam, gingen Cosmas Damian und sein jüngerer Bruder Asam, Egid Quirin 1712/14 studienhalber nach Rom. Cosmas Damian machte eine Lehre bei Pierleone Ghezzi und errang 1713 einen Preis der Accademia di S. Luca. Er schulte sich den monumentalen Dekorationsmalereien Roms, an den Werken von Cortona, Pietro da, Giovanni Battista Gaulli, Andrea Pozzo u.a. Nach der Rückkehr aus Rom, 1713, entwickelte Cosmas Damian eine fruchtbare Tätigkeit als Freskomaler und Altarbildmaler sowie als Architekt in Bayern, der Schweiz, Schwaben, Baden, Tirol, Böhmen und Schlesien. Seine frühen Werke sind durch den italienischen Einfluss geprägt. Cosmas Damian setzte sich mit der "Quadratura" auseinander, mit der illusionistischen Perspektive der Deckenmalerei, die durch Pozzos Lehrbuch "Prospettiva di pittori et architetti" von 1702 systematisiert worden war. In einem Fresko von 1719 in Weingarten überwand er diesen Illusionismus, indem er die unmittelbare Verknüpfung der realen - gebauten - Architektur mit der als Fortsetzung vorgetäuschten - gemalten - Architektur löste. In Aldersbach gab er 1720 die auf den Betrachter bezogene zentrale Perspektivkonstruktion zugunsten einer ikonologischen, auf eine Bildfigur bezogenen Perspektive auf. Geschildert ist hier der Vorgang der "Vision des hl. Bernhard". Dabei schwebt der Konvergenzpunkt, von dem aus das Fresko als stehend erscheint, zwischen dem Gewölbe und dem Boden. In der "geschauten" Szene tauchen Aussenarchitektur und erzählerische Momente auf. Cosmas Damian erhielt bedeutende Aufträge, z.B. in Einsiedeln, 1727 in Brevnov bei Prag, 1729 in Schloss Mannheim I (zerstört) und 1730 in Schloss Alteglofsheim. In dem Hauptfresko von Osterhofen aus dem Jahre 1731 schuf er das diagonale Kompositionsschema, bei dem jede Seite einen eigenen Blickpunkt erfordert. Es erlangte grundlegenden Bedeutung für die auf ihm folgenden Freskanten. Die Brüder Asam schufen gemeinsam Architektur und Dekoration (Malerei und Stuck) der Benediktinerkirche von Weltenburg an der Donau 1716-21, und die Johann-Nepomuk-Kirche (Asamkirche) neben ihrem Wohnhaus in München, 1733-46, beides typische Gesamtkunstwerke des Barock. Seine volkstümliche Art der Darstellung komplizierter Themen wurde für die folgende Generation vorbildhaft.

Asam, Egid Quirin
(1692 in Tegernsee - 1739 München). Sohn des bayrischen Ölmalers und Freskomalers Hans Georg Asam. Der Bildhauer und Stukkateur ging zusammen mit seinem Bruder Cosmas Damian Asam (Ölmaler und Freskomaler) über sein eigentliches Fach hinaus, indem er nicht nur in beispielhafter Weise bei der häufigen Zusammenarbeit mit seinem Bruder kirchliche Innenräume im Sinne des barocken Gesamtkunstwerks mit seiner inhaltlichen und formalen Einheit von Raum und Ausstattung durch Malerei, Stuck und Plastik schuf, sondern selbst mehrfach (wieder mit dem Bruder zusammen) als Architekt tätig war. Nach ihrem Studium in Rom 1711-14 entwickelten die Brüder unter dem Eindruck des römischen Hochbarock und vor allem der pathetischen Kunst Berninis einen eigenen wuchtigen Dekorationsstil und Ausstattungsstil, dem sie auch gegenüber den in den dreissiger Jahren in Süddeutschland aufkommenden Tendenzen des Rokoko treu blieben. Unter den grossen Architektenpersönlichkeiten des 18. Jh. in Süddeutschland, speziell in Bayern, verkörpern sie - neben den aus dem Bauhandwerk hervorgegangenen Archtekten Johann Michael Fischer und Dominikus Zimmermann - den im 18. Jh. häufiger anzutreffenden Typus des Maler-Architekten, der - manchmal auf Kosten der architektonischen Klarheit und Ordnung - die malerische Gesamtwirkung zum obersten Prinzip macht. Damit stehen sie, entwicklungsgeschichtlich gesehen, freilich wieder in vorderster Linie, denn so erfüllen sie - obwohl sie das formale Kriterium des Rokoko, die Rocaille, nicht übernehmen - die Forderungen dieser Stilrichtungen nach Bildhaftigkeit des Innenraums. Mit ihrer illusionistischen Kunst, die die reale und transzentrale Welt, Sein und Schein zu einem geschlossenen "Raumbild" verschmelzen lässt, schufen sie im Sinne eines "Theatrum Sacrum" prunkvolle und sinnenberauschende Kirchenräume, die die religiöse Ekstase und himmlische Vision des Gläubigen evozieren wollen und als dramatische Schauplätze für die kultischen Handlungen dienen. Die Mittel dazu sind vor allem Bühenaltäre mit plastischen Figurengruppen und monumentale Pfeilergliederungen und Säulengliederungen mit Oratorien, Logen und Brüstungen, die den Gemeinderaum in ein barockes Theaterproszenium verwandeln, virtuos abgestimmter, farbiger Stuckmarmor in Kombination mit Gold und Silber und den farbsatten Fresken, deren Darstellungen die Grenzen leugnen und irreale Räume vorspiegeln, dazu eine raffinierte, oft indirekte Lichtführung, die die Trennung Innen und Aussen vergessen lässt. Sie alle zusammen erzeugen eine höchst effektvolle, ins Mystische spielende Raumstimmung, die trotz der rein theatralischen Elemente den hoheitsvollen und ernsten Charakter dieser Sakralräume erstehen lässt. Mit den Brüdern Asam, die die bis dahin unbestrittene Herrschaft der italienischen Wanderkünstler in Süddeutschland brechen halfen, begann die barocke Kunst Bayerns ihren eigentlichen Aufstieg zu einem epochalen Rang, den sie dann in der Spätphase, dem Rokoko, unbestritten behaupten konnte. Egid Quirin Asam schuf über die kirchlichen Arbeiten hinaus auch noch Dekorationen in den Schlössern Schleissheim II, Bruchsal II, Mannheim I, Ettlingen (Baden), Lichtenberg Epfenhausen? und Hohenwart (Schwaben).

Asam, Hans Georg
*12.10.1649 in Rott am Inn, +7.3.1711 in Sulzbach. Deutscher Maler, Vater von Asam, Cosmas Damian und Asam, Egid Quirin. Er gilt als der Begründer der barocken Deckenmalerei in Bayern. Seit 1681 war er als Freskomaler und Stukkateur tätig. 1681-88 malte er die Fresken mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts in der Klosterkirche Benediktbeuern, die sich neben den Fresken der Klosterkirche Tegernsee von 1689-94 als einzige Werke erhalten haben. Die Fresken in Schloss Helfenberg Lengenfeld II in der Oberpfalz (1700-07) mit biblischen und mythologischen Themen sind ebenso wie zahlreiche Tafelbilder für Kirchen in Egern und Gmund nur schriftlich überliefert. Die vielfigurige Komposition, die in Untersicht stark verkürzten Gestalten und das lebhafte Kolorit in Asams Arbeit waren von der römischen Barockmalerei von Pozzo, Adrea Del beeinflusst.

Asper, Hans
*1499 in Zürich, +12.3.1571 in Zürich. Schweizer Maler und Zeichner der nachholbeinischen Zeit, bekannt durch die Bildnisse von Schweizer Reformatoren, tonangebend in den 40er/50er Jahren des 16. Jh.s für die Züricher Malschule. 1545 wurde Asper von der Meisenzunft in den Grossen Rat gewählt. Ab 1569 erhielten er und seine Familie aufgrund seiner ärmlichen Verhältnisse Unterhalt vom Staat. Neben Bildnissen und Zeichnungen für Holzschnitte fertigte er Stadtansichten, Schlachtenbilder, Illustrationen zu zahlreichen Druckwerken und Miniaturen.1549 entstand sein berühmtes Portrait, ein Brustbild von Ulrich Zwingli (Winterthur, Kunstmuseum), nach Vorlage einer Medaille von Jakob Stapfer.Von 1556 stammen die einzig erhaltenen Fassadenmalereien am Schlosstor von Kyburg Kant. Zürich; die Löwen mit dem Schild und Panier von Zürich darstellen. 1567 entstanden als letzte grössere Werke zwei Blumen- und Fruchtstücke mit Vögeln und ein von Löwen gehaltenes Stadtwappen (Züricher Rathaus). Aspers Werke sind an den Arbeiten von Hans Leu, Schüler von Hans Baldung, orientiert.

Asper, Hans Konrad
*um 1588 in Zürich, +1666 (?) in Konstanz. Schweizerischer Architekt und Bildhauer. Er verliess früh Zürich und erhielt seine künstlerische Ausbildung in Konstanz und Wien. 1605-10 war er als Bildhauer für Karl von Liechtenstein in Waldtspurg tätig. 1615 schuf er das Grabmal des Dompropstes A. Lodron auf dem St.-Peters-Friedhof in Salzburg, das im frühbarocken Stil gestaltet war. Ca. 1625 war er wieder hauptsächlich in Konstanz tätig, wo er das Amt eines Stadt- und Fortifikationsunterbaumeisters einnahm (Konstanz III). 1628 wurde er nach Maria Einsiedeln berufen, wo er an der Auschmückung der Gnadenkapelle beteiligt war. 1630 wurde er Zeugmeister von Maria Einsiedeln. 1644 leitete er die Instandsetzung der durch schwedische Truppen beschädigten Fortifikation der Stadt Überlingen (Überlingen III). Seit 1645 wirkte er unter Kurfürst Maximilian in München als Festungsbaumeister München III. Er begutachtete verschiedene Wehranlagen (Braunau II, Schleissheim I, Wasserburg a. Inn II, Landsberg a. Lech I) und leitete teilweise auch deren Ausbesserungsarbeiten. Ausserdem errichtete er die Kirche und Kloster der Karmeliten 1654-60. 1653 arbeitete er den Ölberg bei St. Peter. Seine Bildwerke sind von Jörg Zürn beeinflusst. Seine Kenntnisse in der Architektur und Festungsbaukunst können wohl auf die enge Zusammenarbeit mit dem Salzburger Dombaumeister Santino Solari (1576-1646) zurückgeführt werden.

Aspetti, Tiziano
*1565 in Padua (?), +1607 in Pisa. Italienischer Bildhauer. Vermutlich erhielt er seine künstlerische Ausbildung bei der Sansovino-Schule in Venedig. 1582-90 schuf er in Venedig überlebensgrosse Figuren für die Zecca und zwei Gewölbeträger, Herkules und Atlas, für den Eingang der Scala d`Oro im Dogenpalast Venedig. Die Figuren sind im manieristischen Stil in übertriebener Körperlichkeit ausgeführt. Als Portätbildner war er von Alessandro Vittoria beeinflusst.

Asprucci, Antonio
(1723-1808). Römischer Architekt des Frühklassizismus. Sein Hauptwerk ist die Innenausstattung der Borghese-Villa in Rom (1777-84); ausserdem errichtete er im Garten der Villa die eleganten Tempel, Scheinruinen und andere Spielereien.

Assmann, Paul
(+1904 in Troppau). Maler, in Schlesien tätig.

Atalante
Tochter des Schoineus (nach anderer Überlieferung des Iasos) und der Klymene. Gewöhnlich wird die unbesiegbare Läuferin und geschickte Jägerin beim Bücken nach den goldenen Äpfeln des Hippomenes wiedergegeben.

Athene
(Pallas Athene, röm. Minerva). Die Tochter von Zeus (Jupiter) und Metis wurde in voller Rüstung aus dem Haupt des Vaters geboren, der Metis zuvor verschlungen hatte; eine der zwölf Hauptgottheiten des Olymp. Sie ist die Göttin der Weisheit und des Intellekts. Die Schutzgöttin der Stadt Athen wird in ganz Griechenland verehrt; in Rom wurde Minerva zusammen mit Jupiter und Juno auf dem Kapitol verehrt. Die Göttin der Weisheit erscheint in Gestalt einer Kriegerin mit Helm, Schild und Brustpanzer. Die Eule, Symbol der Klugheit, ist ihr heiliges Tier.

Atlas
Sohn des Titanen Iapetos und der Okeanide Klymene; Bruder des Epimetheus und des Prometheus. Atlas wird als bärtiger Mann gezeigt, auf dessen Schultern der Himmel ruht. Zuweilen erscheint auch Herakles (Herkules), der sich die schwere Last aufbürdet und den Titanen vertritt. Auch Bezeichnung für glattes, rauschendes Seidenzeug. Durch die beim Weben bevorzugte Atlasbindung (die Bindungspunkte berühren sich weder in der Kettrichtung noch in der Schussrichtung, noch in der Diagonalen) entsteht eine einheitliche Lichtbrechung. So wird auf der Stoffoberfläche ein besonders hoher Glanz erreicht. Seit dem 15. Jh. ist Atlas als orientalischer Exportartikel in Europa eingeführt. Der aus dem Arabischen stammende Name bedeutet "glänzend".

Aubert, Jean
(+ 1741). Französischer Architekt. Errichtete die Grandes Ecuries von Schloss Chantilly (Pferdeställe) ab 1719.

Audran, Charles
*1594 in Paris, +1674 in Paris. Französischer Kupferstecher, Bruder von Audran, Claude I, dem Stammvater der bis weit ins 18. Jh. hinein tätigen französischen Malerfamilie und Kupferstecherfamilie Audran. Charles audran hielt sich lange Zeit in Rom auf und arbeitete vor allem nach italienischen Vorlagen.

Audran, Claude II
Getauft 27.03.1639 in Lyon, +5.1.1684 in Paris. Französischer Maler, Sohn von Audran, Claude I. Le Brun, Charles schätzte ihn sehr und beteiligte ihn an vielen seiner Arbeiten im Louvre-Palais, in St. Germain sowie der Kapelle von Sceaux und in Versailles, wo sich viele seiner allegorischen Darstellungen und Historienbilder befinden, z.B. "Mars auf dem von Wölfen gezogenen Wagen".

Audran, Claude III
*25.6.1658 in Lyon, +27.5.1734 in Paris. Französischer Maler, ein Grossneffe von Audran, Claude III, spielte eine grosse Rolle in der Dekorationsmalerei am Beginn des 18. Jh.s. Nach Jean Bérain verwendete er als einer der erster systematisch Groteskenmotive und Arabeskenmotive in der Innenraumdekoration von zahlreichen Schlössern, wie Meudon, La Muette, Marly-le-Roi und Versailles. Seine bedeutensten Werke sind Entwürfe für Gobelins. Im Bereich der Gobelinherstellung arbeiteten auch noch andere Mitglieder der Familie Audran bis zur Französischen Revolution. Claude III war der Lehrer von Antoine Watteau. 1704 wurde er Konservator des Luxembourg-Palais in Paris.

Audran, Gérard I
*2.8.1640 in Lyon, +26.7.1703 in Paris. Französicher Kupferstecher, Bruder von Audran, Claude II, war das berühmteste Miglied seiner Familie. Er arbeitete in Rom, wo er Schüler Carlo Marattas war, und in Paris, wohin er von Jean-Baptiste Colbert auf Wunsch von Le Brun, Charles gerufen worden war. Le Bruns bedeutendste Werke stach er in Kupfer, darunter vier berühmte Bilder mit dem "Schlachten Alexanders d.Gr.". Er arbeitete aber auch nach Werken von Jacques Le Sueur, Nicolas Poussin und Pierre I Mignard

Augustini, A.
Baumeister aus Lauban (Schlesien).

Auliczek, Dominikus
*1.8.1734 in Policka, +15.4.1804 in München. Deutsch-böhmischer Bildhauer und Porzellanmodelleur. Nach einem theologischen Studium wandte er sich der Bildhauerei zu. 1753-62 reiste er zu Studienzwecken nach Paris, London und Rom, wo er sechs Jahre an der päpstlichen Akademie der bildenden Künste und bei dem Architekten Gaetano Chiaveri verbrachte. Danach wurde er Nachfolger von Franz Anton Bustelli Modellmeister der Nymphenburger Porzellanmanufaktur (1763) in München. Er war zuerst mit der Fertigung von Gartenplastiken für den Nymphenburger Hofgarten beschäftigt und schuf zwei allegorische Kindergruppen. 1772 wurde er von Max Joseph III. zum Hofbildhauer ernannt. 1773 wurde er Leiter der Porzellanmanufaktur. Er fertigte zierliche Einzelfiguren und Gruppen, die wesentlich durch den römischen Spätbarock beeinflusst sind. 1773-83 entstand der grösste Teil seiner Arbeiten, die besonders Tierdarstellungen und mythologische Themen umfassen. Er schuf 25 Jagddarstellungen im pyramidalen Aufbau, einen Tafelaufsatz mit den Erdteilen, Kruzifixe und 16 zeitgenössische Porträts. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Bustelli war Auliczek trotz grosser Virtuosität akademisch orientiert.

AuroraEos

Axer, Johann Theodor
Bildhauer, geb. vor 20.12.1700 in Paderborn, gest. 29.12.1764 in Büren. Über die Ausbildung von Johann Theodor Axer ist nichts bekannt. Möglicherweise absolvierte er eine Lehre in Süddeutschland. In den Jahren 1725-37 ist er in Paderborn, danach geht Axer wahrscheinlich mit seiner Familie auf Wanderschaft. Erst 1750 wird er bei Warburg wieder erwähnt. Wichtige Werke: bischöfliches Residenzschloss Neuhaus Paderborn.

Axter, Ignaz
(auch Igantius, nachweisbar 1735-46). Maler, u.a. in Schlesien.