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151 Person(en) gefunden.

Ca` Zenobio, Luca daCarlevaris, Luca

Cabral, Pedro Alvares
Geb. 1467 in Belmonte - um 1520). Portugiesischer Seefahrer. Nach der Rückkehr V. da Gamas von seiner ersten Indienfahrt verließ Cabral 1500 als Admiral Lissabon. Er trieb weit nach Westen bis zur brasilianischen Küste ab und gelangte dadurch in die südlichen Ostwinde, die ihn schnell um das Kap der Guten Hoffnung führten; er verlor aber im Sturm mehrere Schiffe, auch das von B. Diaz kommandierte. Aus Furcht vor der Flotte liessen die einheimischen Fürsten die Gründung von Handelsniederlassungen zu, nur der Herrscher von Kalikut weigerte sich. Darauf schoss Cabral die Hauptstadt in Flammen.

Cade, John
Genannt Jack, auch John Mortimer. Gefallen 12.7.1450 bei Heathfield (Sussex). Englischer kleinadliger Bauernführer. Cade führte 1450 den Bauernaufstand in Kent. Der sich herausbildende neue Adel unterstützte die Forderungen der Bauern, um gegen die von der Krone und den grossen Adelsfamilien zu verantwortende feudale Misswirtschaft zu protestieren. Das Haus York mit seinen Prätentionen auf den englischen Thron versuchte, Cade für seine eigenen Ziele zu benutzen. Die Lenkung entglitt ihm jedoch und die Bauern und Plebejer erhoben konsequente soziale und politische Forderungen. Das Bauernheer konnte London einnehmen und kurze Zeit besetzen. Es löste sich jedoch selbst auf, weil die Bauern leichtgläubig auf Versprechungen hereinfielen und auseinanderliefen. Der Aufstand wurde mit grausamem Terror ("Kopfernte") niedergeschlagen. Cade fiel im Kampf gegen ein Kommando, das ihn hinrichten sollte.

Caffieri, Jacques
* 25.8.1678 in Paris, + 23.11.1755 in Paris. Französischer Bildhauer und Bronzegiesser. Vater von Caffieri, Philippe und Caffiere, Jean-Jacques. Im Auftrag von Ludwig XIV. schuf er für die Schlösser Versailles, Fontainebleau, Choisy u.a. zahlreiche Ausstattungsstücke, wie Leuchter, Spiegelrahmen, Kaminverzierungen, Möbelbeschläge und Uhrgehäuse.

Cagnola, Marchese Luigi
(1762-1833). Führender italienischer Architekt des Klassizismus, spielte zur Zeit Napoleons eine bedeutende Rolle bei der Umgestaltung Mailands. Er entwarf die streng ionische Porta Ticinese (1801-14) und den reicher gestalteten Arco della Pace (1806-38), ferner eine dem Pantheon nachempfundene Pfarrkirche in Gihsalba (um 1830), einen etwas bizarren Campanile, der von einer durch Kanephoren gestützten Kuppel gekrönt ist (Urgnano, 1820), und seine eigene, stilistisch der griechischen Antike nachempfundene, säulenreiche Villa Ivergio (begon. 1813).

Calvi, Lazzaro
* 1592 in Genua, + 1607 (?) in Genua. Italienischer Maler, Schüler seines Vaters Agostino Calvi und Perino del Vagas. Er malte Altartafeln, Wanddekorationen und Freskenzyklen gemeinsam mit seinem Bruder Pantaleone Calvi (* vor 1502, + 1595), der ihm lediglich Gehilfendienste leistete. Calvi dekorierte in Genua folgende Paläste: Prefettura-Palazzo (Doria-Spinola-Palazzo), Doria-Palazzo Genova, Grimaldi-De Maria-Palazzo, Lercari-Palazzo, Agostino-Pallavicino-Palazzo, Parodi-Palazzo, Meridiana-Palazzo.

CalypsoKalypso

Cambiaso, Luca
* 18.10.1527 in Moneglia bei Genua, + 6.9.1585 im Escorial bei Madrid. Italienischer Maler, Zeichner und Bildhauer, der sich vor allem einen Namen mit Fresken und Tafelbildern machte. Sein erster Lehrer war sein Vater Giovanni Bartolomeo Cambiaso. Bereits mit 15 Jahren arbeitete er mit ihm zusammen an Wandmalereien und Fassadengestaltungen. Gemeinsam mit Lazzaro Calvi stattet er 1544 den Doria-Palazzo Genova, die heutige Präfektur, mit mythologischen Fresken aus. Hier lernte er auch die Fresken von Perino del Vaga kennen. Um 1546 dürfte er eine Reise nach Rom und Florenz unternommen haben, denn Michelangelos Einfluss auf sein Werk ist von da an unverkennbar. Nach 1550 ist er wieder in Genua nachweisbar, wo er mit dem Architekten Galeazzo Alessi und dem Maler und Architekten Giovanni Battista Castello Freundschaft schloss. Die Zusammenarbeit mit Castelli brachte Cambiaso eine grössere perspektivische Genauigkeit. Er erhielt zahllose Aufträge für Genueser Kirchen und Paläste. 1567 ging Castelli an den spanischen Königshof. Cambiaso blieb in Genua und arbeitete dort mit Andrea Semino zusammen, vor allem bei den Fresken der Durazzo-Pallavicini-Villa. 1575 hielt er sich in Rom auf, 1583 ging er zusammen mit seinem Schüler Lazzaro Tavarone nach Spanien, wo er Hofmaler von Philipp II. wurde und Fresken für die Kirche im Escorial ("Das Paradies") malte. Die Malweise Cambiasos ist plastischer und bewegter als die seines Vaters, und er verwendete mehr Lichtkontraste und Schattenkontraste. Beeinflusst wurde er ausser von Michelangelo vor allem von Corregio und Paolo Veronese. In der Farbgebung und Bewegtheit der Figuren zeigen sich schon barocke Tendenzen. Seine Nachtstücke, wie "Christus von Kaiphas" (Genua, Galleria die Palazzo Bianco), wurden zukunftsweisend. Neben Fresken und Tafelbildern sind viele Zeichnungen Cambiasos überliefert, darunter jene mit Figuren, die Parallelen zur Figuration des Kubismus aufweisen. Für den Bildhauer Cambiaso sind nur wenige Werke gesichert; so schuf er für die Lercari-Kapelle von S. Lorenzo in Genua die Statue der "Prudentia". Ausserdem soll er die Modelle für die Reliefs des Corpus-Domini-Schreins im Domschatz von Genua sowie eine liegende weibliche Grabfigur für die Satuario del Monte, ebenfalls in Genua, geschaffen haben.

Camden, William
(1551-1623). Englischer Historiker, dessen ursprünglich lateinisch abgefasstes, später auch auf englisch veröffentliches Hauptwerk Britannia (1586, englisch 1610) sich durch persönliche Kenntnis der geschilderten Denkmäler seitens des weitgereisten Autors sowie durch dessen weitgespannten Gesichtskreis und seine Orientierung an belegbaren Fakten (damit auch an archäologischen Zeugnisse) auszeichnet. Es hatte seinerzeit bedeutenden Erolg und erlebte mehrere, vom Autor aufgrund neuer Reisen, neuer Studien und neuer Erkenntnisse überarbeitete und erweiterte Auflagen.

Cameron, Charles
(ca. 1746-1812). Geboren in Schottland, besuchte um 1768 Rom und veröffentlichte 1772 "The Baths of the Romans". Über die folgenden Jahre ist nichts bekannt, bis er 1779 von Katharina der Grossen nach Russland gerufen wurde, wo er dann bis zum Ende seines Lebens blieb. Für die Zarin richtete er einige Räume in dem von Rastrelli, Graf Bartolomeo Francesco entworfenen Palast in Zarskoje Selo (jetzt Puschkin) bei Leningrad ein (1780-85). Dort errichtete er auch den Achat-Pavillion und die Cameron-Galerie. Fü

Campbell, Colin
(1676-1729). Englischer Architekt. Von Campbells (Campbell, Colin) Anfängen ist nur wenig bekannt. 1715 veröffentlichte er den ersten Band seines "Vitruvius Britannicus" und errichtete das Wanstead House (heute zerstört), das vorbildlich für die Landhäuser des Palladianismus wurde. Wahrscheinlich war er es, der Lord Burlington, Richard Boyle für den Palladianismus begeisterste. Jedenfalls erhielt er an der Stelle von Gibbs, James den Auftrag, das Burlington House in London (1718/19) umzugestalten.

Campen, Jacob van
(1595-1657). Ein wohlhabender und gebildeter Maler-Architekt, führender Vertreter des holländischen Palladianismus, einer schlichten, gemässigten und sparsamen Variante des barocken Klassizismus (Barock), die durch die Verwendung von Backsteinen in Verbindung mit Natursteinen und einfache, fast graphisch wirkende Pilaster charakterisiert wird. Campen studierte in Italien, wo er wahrscheinlich Scamozzi, Vincenzo kennenlernte, dessen Stil auf ihn sicherlich grossen Einfluss ausübte, auf jeden Fall einen grösseren als der von Palladio, Andrea. Campens Bauweise kommt in seinem Hauptwerk, dem Mauritshuis in Den Haag (1633-35), voll zur Entfaltung. Es ist in der Anlage ganz palladianisch mit ionischen Pilastern in Kolossalordnung über niedrigem Erdgeschoss und mit Giebel, aber das Dach ist ein typisch holländisches Walmdach, das von der Dachtraufe in leicht konkav geschwungener Linie aufsteigt. Das von ihm ganz aus Sandstein erbaute Rathaus in Amsterdam (heute Königlicher Palast, 1648-55) ist schwerfälliger, jedoch einer der grossartigsten Rathausbauten. Die Nieuwe Kerk in Haarlem (1645) hat als Grundriss ein in ein Quadrat eingeschriebenes griechisches Kreuz. Campen entwarf auch das Coymans Huis an der Keizersgracht in Amsterdam (1625), das Noordeinde Palais, Den Haag (1640), das Accijnhuis und das Theater in Amsterdam (1637). Zusammen mit Christian Huygens entwickelte er das Dekorationsprogramm für Huis ten Bosch Den Haar von Post, Pieter, das Jordaens und andere ausführten. Der Stil von Campens Profanbauten übte durch seine Nachfolger Post, Pieter, s`Gravesande und Vingboons grossen Einfluss aus.

Campi, Antonio
* 1535 in Cremona, + 1587 in Cremona. Italienischer Maler, Bildhauer und Architekt des Manierismus, zweiter Sohn von Galeazzo Campi und der weniger begabte Mitarbeiter seines Bruders Giulio an den freskierten "Szenen aus dem Leben des hl. Paulus" von 1560 für S. Paolo in Mailand. Neben Deckenfresken, wie "Elias fährt zum Himmel" in S. Pietro in Cremona, und Altartafeln, wie "Taufe Christi" von 1577 für S. Sigismondo, schuf er für diese Kirchen auch Bildhauerarbeiten und Stuckarbeiten, die er motivisch in di

Campi, Felice
* 13.11.1746 in Mantua, + 4.5.1817 in Mantua. Italienischer Maler. Schüler Giuseppe Bazzanis und Giuseppe Bottanis, war vor allem in Mantua tätig. Er schuf dort z.B. Fresken für S. Andrea, die "Vier Kirchenväter" und eine "Allegorie des Glaubens" für den Dom und 1780 die Dekoration der "Sala degli Arazzi" im Ducale-Palazzo Mantova nach Raffael-Zeichnungen. Ebenso betätigte er sich bei der Festdekoration für den Einzug Napoleons in Mantua im Jahr 1805 und als Kopist und Restaurator alter Gemälde und Freske

Campionesen
Bezeichnung für eine Reihe von Architekten, Steinmetzen und Bildhauern, die aus Campione am Luganer See stammen. Im 13. und 14. Jh. waren sie in Oberitalien tätig und dehnten ihr Wirkungsfeld bis nach Mittelitalien aus. Sie bewahrten und verbesserten die aus der Antike tradierten Kenntnisse der Fundamentkonstruktion, Wandkonstruktion und Dachkonstruktion und trugen erheblich zur Entwicklung der romanischen und gotischen Architektur sowie der Plastik in Norditalien bei. Sie verbanden französische Anregungen und Motive mit heimischer, lombardischer Tradition, wie der Dom in Trient zeigt. Die "maestri Campionesi" wurden vorwiegend mit der Umgestaltung älterer Kirchen beauftragt: Steingewölbe, Rundfenster an den Fassaden, Marmorinkrustationen, Vierungstürme und Kuppeln. Die wenigsten Künstler sind namentlich bekannt. Anselmo da Campione fügte am Dom von Modena die Porta Regia und eine Fensterrose hinzu. In S. Zeno in Verona war Bioloto da Campione tätig, Gabmione da Campione im Dom von Ferrara und dem von Parma. In Mailand, Parma und Piacenza setzten sie mit Campanile-Bauten neue Akzente auf den Stadtplätzen. Seit Mitte des 12. Jh. wurden von den Campionesen Portalvorbauten verbreitet und Stufenportale nach französischem Vorbild gestaltet. Neue dekorative Elemente wie säulentragende Löwen fanden durch die Campionesen schnelle Verbreitung. Kennzeichen ihrer gemeinschaftlichen Arbeitsorganisation war die enge Verbindung von Architektur und Skulptur. Bonino da Campione, der in der 2. Hälfte des 14. Jh. Grabmäler für die Scaliger in Verona und die Visconti in Mailand gestaltete, gilt als der bedeutendste und meistbeschäftigte Bildhauer unter den Campionesen.

Canal, Giovanni AntonioCanaletto d.Ä.

Canaletto d.Ä.
(eigentl. Giovanni Antonio Canal). * 18.10.1697 in Venedig, + 20.4.1768 in Venedig. Bedeutender italienischer Architekturmaler und Landschaftsmaler. Canaletto entwickelte die venezianische Vedutenmalerei zu höchster Blüte. In seinen Stadtansichten versuchte er topografische Treue mit lebendiger Wiedergabe von Licht und Athmosphäre zu verbinden. Er entstammte einer adeligen venezianischen Familie. Sein Vater Bernardo war Theaterdekorationsmaler und sein erster Lehrer. 1719 ging Canaletto nach Rom. Hier lernte er auch Giovanni Paolo Pannini, Gaspare Vanvitelli, den englischen Kupferstecher Henry Flechter und Giovanni Battista Piranesi kennen. 1720 kehrte er nach Venedig zurück. Dort wurde er in die Zunft der Maler aufgenommen und Schüler von Luca Carlevaris, Marco Riccis und des Schweden Hans Richter. Um 1725 war er bereits als Spezialist für Veduten bekannt. Seine Förderer waren der Ire Owen Mac Swiny und der englische Handelsvertreter John Smith, der 1744 zum englischen Konsul in Venedig ernannt wurde. Mac Swiny und Smith trieben regen Handel mit Canalettos Bildern, der durch die Vorliebe der Engländer für venezianische Kunst begünstigt wurde. Zu Canalettos Auftraggebern zählten Stefano Conti, ein Kaufmann aus Lucca, für den er um 1726 die drei Bilder "Canal Grande", "Chiesa della Carita" und "Rialto" (alle Montreal, Sammlung Elwood B. Hosmer) malte, der Herzog von Richmund, der 1727 vier Bilder erhielt, und der Herzog von Bedford. 36 Veduten, von Antonio Visentini später in Kupfer gestochen, 31 Radierungen mit Motiven aus dem Terraferma genannten Hinterhalt Venedigs (1744) und 13 Supraporten mit Ideallandschaften (heure Windsor Castle) entstanden für Konsul Smith. 1742 ging Canaletto, begleitet von seinem Neffen und Schüler Bellotto, Bernardo, zum zweitenmal nach Rom. Durch den Österreichischen Erbfolgekrieg von 1740 lagen England und Venedig auf gegnerischen Seiten. Der Absatz der Bilder Canalettos ging daher merklich zurück. So begann er in dieser Zeit zur Überbrückung von Zeichnungen, die zum Besten seines Werkes gehören. 1746 reiste Canaletto zum erstenmal nach England, wo er bis 1750 blieb. 1751 bis 1753 fuhr er zum zweitenmal und 1754 ein drittes Mal nach England, wo er London und die Landhäuser seiner Verehrer malte. Ab 1755 hielt er sich wieder in Venedig auf. Canalettos bedeutendste Schüler waren Francesco Guardi, Bernardo Belotto und Jacopo Marieschi. Zu den zahlreichen Nachahmern seiner Werke gehörten Francesco Tironi, Giuseppe Moretti, Giovanni Migliara, Michele Marieschi, Giovanni Battista Cimaroli da Salo und in England Samuel Scott. 20 Jahre nach Canalettos Tod beauftragte die Akademie Francesco Guardi, das Werk Canalettos so weit wie möglich abzugrenzen, da unzählige Nachahmungen in seinem Stil entstanden waren. Das Jugendwerk Canalettos ist noch durch sich jäh verkürzende Perspektiven und starke Hellkontraste und Dunkelkontraste gekennzeichnet, später weitet sich der Raum, und die Farben werden heller. Seine Veduten sind bei aller peniblen Genauigkeit der architektonischen Details und trotz Benutzung der Camera obscura mehr als topografische Aufzeichnungen. Verglichen mit Francesco Guardi, suchte Canaletto nicht das Bizarre, die Fragwürdigkeit seiner Heimatstadt, sondern das Eigentliche, Unveränderliche Venedigs darzustellen. Durch die ganz andere Wahl der Bildgegenstände und die grössere Wärme und Leuchtkraft der Farben unterscheidet er sich von Belotto. Canalettos Ruhm ist heute, trotz unzähliger Reproduktionen und allgemeiner Bekanntheit seiner Bilder Venedigs, vor allem zugunsten Francesco Guardis etwas verblasst. Der grösste Teil seiner Werke befindet sich seit dem 18. Jh. in englischen Sammlungen.

Canaletto d.J.Bellotto, Bernardo

Candid, Peter
(auch Pieter de Wit oder de Witte, 1548-1628). In Brügge geboren, Maler und Architekt des Manierismus, Sohn des flämischen Bildhauers Elias de Witte, mit dem er um 1573 nach Florenz ging. Ers studierte in Italien Malerei, möglicherweise unter Vasari, Giorgio, und war als Maler in Florenz und Rom tätig. 1586 liess er sich in München nieder und arbeitete hier für Herzog Wilhelm V. und Herzog Maximilian I., die schon Sustris, Friedrich und den manieriestischen Bildhauer Hubert Gerhard berufen hatten. Vielleicht war Candid als Architekt am Bau der Münchener Residenz beteiligt; Sicheres ist darüber nicht bekannt.

Canina, Luigi
* 23.10.1795 in Casale Monferrato, + 17.10.1856 in Florenz. Italienischer Architekt und Erforscher der antiken Denkmäler Roms, lernte seit 1810 bei dem Architekten Ferdinando Bonsignore in Turin. Canina leitete seit 1825 die Neuanlage der Borghese-Villa Rom. Dort errichtete er u.a. 1825 ein Portal bei der Porta del Popolo und 1827/28 einen ionischen Propyläenbau an der Villa Borghese. In ägyptischem Stil baute er 1849 das Casino Vagnuzzi vor der Porta del Popolo. Bedeutender als die Bautätigkeit Caninas sind seine zahlreichen Schriften über antike Architektur, u.a. L`Architettura antica descritta e dimostrata coi monumenti" (1834-44) und "Gli Edifici di Roma antica e sua campagna" (1846-56).

Canonica, Luigi
* 1762 in Tesserete (Lugano), + 7.2.1844 in Mailand. Italienischer Architekt und Theaterbaumeister, schuf vor allem klassizistische Bauten in Mailand, lernte zuerst bei Guiseppe Piermarini in Mailand und besuchte die dortige königliche Bauakademie. Canonica lehrte als Professor der Baukunst am Collegio Imperiale dei Nobili. Als Architekt Napoleons entwarf er die Grundrisse zum Foro Bonaparte in Mailand und zu den Gärten des Schlosses Reale-Villa Monza. Ausserdem erbaute er u.a. das Amphitheater (1806), das Königliche Schloss (Reale-Palazzo Mailand), die Bonaparte-Villa und die Traversi-Villa (alle in Mailand), weiterhin die Taverna-Villa am Comer See. Als Theaterbaumeister schuf er u.a. in Mailand das Teatro Re (1813), weiterhin die Theater in Brescia (1811), Cremona (1808), Mantua (1818-22), Sondrio (1820-24) und Genua.

Canuti, Domenico Maria
* 1620 in Bologna, + 6.4.1684 in Rom. Italienischer Maler und Kupferstecher des Bologneser Barock, Schüler von Guido Renis. In Bologna freskierte er die Gewölbe zahlreicher Kirchen und schuf Wandbilder u.a. im Curti-Palazzo, Pepoli-Palazzo Bologna und Fibbia-Palazzo (alle in Bologna). Canutis Werk zeigt noch nicht die illusionistischen Effekte in der Deckenmalerei, die in Rom bereits üblich waren. 1677-80 arbeitete er an der Ausmalung der Bibliothek des Klosters S. Michele in Bosco, und 1682 bis 1684 freskierte er die Kuppel des Chores. Weitere Fresken in Padua (S. Benedetto Novello) und Rom (S. Francesca Romana, SS. Domenico e Sisto di Monte Magnanapoli).

Caporali, Giovan Battista
(1476-1560). Maler und Architekt, von Vasari, Giorgio fälschlicherweise Benedetto genannt. Nach Vasari, Giorgio etwa ab 1509 Schüler von Perugino in Rom. Weitere Architekturstudien möglicherweise bei Bramante, Donato, Peruzzi, Baldassare oder auch Sangallo, Giuliano da. Die Villa Passerini bei Cortona ist vermutlich das einzig gesicherte Bauwerk Caporalis. Bedeutender für die Architekturgeschichte ist Caporali durch seine 1536 herausgegebene und übersetzte Ausgabe der Architekturbücher Vitruvs, die auf der 1521 entstandenen Version von Cesare Cesarino basierte. Als Maler stand Caporali vornehmlich unter dem Einfluss von Michelangelo und Romano, Giulio. Sein bekanntester Architekturschüler war Alessi, Galeazzo.

Caratti, Francesco
(gest. 1677/79). Geboren in Bissone bei Como, ging 1652 nach Prag und wurde dort einer der führenden Architekten. Sein Hauptwerk ist das Czernin-Palais in Prag (1669-92), dessen gewaltige Fassade durch eine Reihe von 29 der Wand vorgeblendeten Kolossalsäulen bestimmt wird. Sie ruhen auf den Vorsprüngen des diamentierten Rustika-Sockels (Rustika). Das durch die stark plastische Gliederung verursachte Spiel von Licht und Schatten macht die Fassade zu einer der spannungsreichsten ihrer Zeit. Caratti erbaute auch die Maria-Magdalenen-Kirche in Prag (beg. 1656) und den Ostflügel des Schlosses in Raudnitz (Roudnice n. L., 1652-65.).

Caratti, Francesco
* in Bissone (Tessin), + 1677 in Prag. Italienischer Barockarchitekt. Er war nach seiner Ausbildung in Norditalien seit dem 3. Viertel des 17. Jh. in Böhmen tätig. In den fünfziger Jahren schuf er die Pläne für die Gartenfassade des Michna-Palais (Amerika-Villa Prag); auch die Kuppel (1648) und der Portikus (um 1655) der St.-Salvator-Kirche in Prag gehen auf ihn zurück. Er entwarf im Dienst des Reichsfürsten Wenzel Eusebius von Lobkowitz 1653 das Schloss Raudnitz (Roudnice) und war am Bau der St.-Maria-Magdalena-Kirche in Prag beteiligt. 1668-77 entstand sein Hauptwerk, der Entwurf des Czernin-Palastes in Prag (1669-92 ausgeführt von den Maurermeistern De Capaoli und Abraham Leuthner); der Bauherr selbst, Graf Czernin, der in Rom im Umkreis Giovanni Lorenzo Berninis Architektur studiert hatte, hat hier wahrscheinlich eigene Ideen in die Planung mit eingebracht. Eine neunundzwanzigachsige Riesenfront von dreieinhalb Stockwerken Höhe erhebt sich über einem diamantierten Sockegeschoss. Dominierend wirkt die Vertikalgliederung der Kolossalordnung aus Halbsäulen, die sich mit hohen Postamenten ins Sockelgeschoss fortsetzt. Für diese zur Stadt gerichtete Fassade von grossartig monothonem Pathos waren die Vicentiner Paläste von Palladio, Andrea aus dem 16. Jh. vorbildlich, für die Gartenfront die Medici-Villa. In seiner Gigantomanie ist das Bauwerk imposant, im einzelnen jedoch eklektizistisch und wenig ansprechend.

Carducci, BartolomeoCarduche, Bartolomé

Carducho, Bartolomé
(eigentl. Carducci, Bartolomeo). * 1560 in Florenz, + 1608 oder 1610 in Madrid. Italienischer Maler, Freskant und Stukkateur des Manierismus, Bruder Vicente Carduchos, Schüler des Bildhauers und Architekten Bartolomeo Ammanati und später des Malers Federico Zuccari. In der Verwendung seiner Farben jedoch lässt sich sein Werk auf Andrea del Sarto zurückführen. Unter der Leitung von Zuccari stukkierte er 1581 in der Cappella Paolina des Vatikans und half bei der Fertigstellung der von Vasari, Giorgio begonnenen Fresken in der Florentiner Domkuppel. Durch Vermittling des Herzogs von Olivares folgte er Zuccari 1585 nach Spanien, wohin König Philipp II. den Meister zur Ausmalung des Escorial berufen hatte. Carducho heiratete in Spanien und blieb dort, als Zuccari drei Jahre später nach Italien zurückkehrte. Mit Tibaldi (eigentl. Pellegrino de` Pellegrini) und dessen Schülern freskierte Carducho den Kreuzgang und die Bibliothek des Escorial; von seiner Hand stammen "Die sieben freien Künste" und "Der hl. Ambroisus bekehrt Augustinus", eine klare Frieskomposition (Entwurf in London, British Museum). Die Ölgemälde der "St.-Laurentius-Legende" befinden sich in Madrid, ebenso ein "Abendmahl" und eine "Kreuzabnahme" (Madrid, Museo del Prado), einige Gemälde der Legendendarstellung besitzt das Museo Nacional de Arte Antiga in Lissabon.

Carlevarijs, LucaCarlevaris, Luca

Carlevaris, Luca
(auch Carlevarijs, Luca oder Ca` Zenobio, Luca da). * 20.1.1663 in Udine, + 12.2.1730 in Venedig. Italienischer Maler und Radierer. Sein Hauptinteresse galt der Vedutenmalerei und Marinemalerei. Er war der Lehrer von Canaletto d.Ä., Giovanni Antonio, den er angeblich im Gebrauch der Camera obscura unterwiesen hat. Er betätigte sich in Venedig auch als Maler dekorativer Prospekte, vor allem im Zenobia-Palazzo (daher sein Beiname). Die Zahl der Gemälde, die ihm mit Sicherheit zugeschrieben werden können, ist sehr klein; dazu gehören zwei Landschaften mit Figurenstaffagen (Venedig S. Pantalon), die "Regatta auf dem Canal Grande zu Ehren Friedrichs IV. von Dänemark" (1709, Kopenhagen, Schloss Frederiksborg), "Landschaft mit Ruinen" (1713, Vicenza, Museo Civico), "Empfang des Gesandten Coloredo an der Riva degli Schiavoni in Venedig" (1726, Dresden, Gemäldegalerie). 1703 erschien seine Sammlung von 103 radierten Blättern mit venezianischen Bauwerken und Veduten: "Le fabbriche e vedute di Venezia disegnate, poste in prospettiva ed intagliate".

Carlone, Carlo Antonio
(auch Carlantonio). * um 1630/40 in Scaria (heute Lanzo d`Intelvi-Scaria, Como), + 1708 in Passau. Italienischer Architekt des Spätbarock, Sohn von Carlone, Pietro Francesco. Den frühesten Nachweis seines Wirkens stellt die Fassade der ehemaligen Jesuitenkirche zu den neun Chören der Engel in Wien (1662 errichtet) dar. Erst 1679 trat Carlone wieder, in der Nachfolge seine Vaters, in Kloster Garsten auf, wo er die 1677 begonnene Planung und Ausführung der Kirche übernahm und in Arbeitsgemeinschaft mit anderen italienischen Bauhandwerkern und Künstlern vollendete (Comasken). Es folgten Arbeiten in Schlierbach (Beteiligung an der Klosterkirche, 1680-83), Kremsmünster (Fassade der Kirche, der sog. Fischbehälter, ab 1680) und schliesslich St. Florian, wo er ab 1680 Stiftsbaumeister war. Carlone hat als Klosterbaumeister in Österreich die Grundlagen der Klosterbaukunst mit geschaffen, welche die späteren Prachtanlagen der Reichsstifte Melk, Göttweig aber auch Ottobeuren ermöglichten. den Höhepunkt seines Schaffens bildet die Stiftskirche St. Florian: eine mächtige Pfeilerbasilika vom Typus Il Gesu in Rom mit eingezogenen Emporen und unter der Verwendung des Palladiomotivs. Die hochplastische Dekoration überlässt hier bereits sämtliche Wölbflächen der Malerei. Carlone hat neben Architekten wie Enrico Zuccalli, Viscardi, Giovanni Antonio, Antonio Perini u.a. die Formensprache der italienischen Architektur des Hochbarock oberitalienischer Ausprägung nach Österreich und Süddeutschland vermittelt und dort nachhaltig auf die einheimischen Künstler der ersten Generation des 18. Jh. nachgewirkt, so auf Jakob Prandtauer, der nach Carlones Tod die Bauleitung an den Stiften Garsten, Kremsmünster und St. Florian sowie an der Wallfahrtskirche in Christkindl bei Steyr - einem Zentralbau - übernommen hat.

Carlone, Carlo Innocente
(* 11.1686 Scaria † 17.5.1775 Scaria), Maler. Nach seiner Lehrzeit bei Giulio Quaglio in Venedig und ersten selbständigen Arbeiten in Laibach (Ljubljana) lebte Carlone nach 1706 in Rom und kam dann über Innsbruck und Passau 1715 nach Wien, wo er in die Dienste des Prinzen Eugen von Savoyen trat. Von hier gelangte er 1720 nach Ludwigsburg, wo er jahrelang mit seinem älteren Bruder dem Bildhauer Diego Francesco Carlone zusammenarbeitete. Zwischenzeitlich kehrte Carlone mehrfach nach Wien zurück und erfüllte ab 1723 auch Aufträge in Prag und Breslau. Während ihres Ludwigsburger Engagements arbeiteten die Brüder Carlone zwischenzeitlich auch in Weingarten und anschließend in Ansbach I. Von Stuttgart aus zog Carlo Carlone 1737 zurück in seine Heimat, die er um 1750 noch einmal verliess, um im Schloss Augustusburg Brühl die Fresken im Treppenhaus und den Festsälen zu malen.

Carlone, Diego Francesco
(* um 1674 Scaria † 25.6.1750 Scaria), Bildhauer und Stuckateur. Seine Lehrzeit verbrachte Carlone möglicherweise in Passau. Von etwa 1700 an war er hier, in Salzburg, der Oberpfalz und in Oberösterreich tätig und kam 1715 oder 1716 nach Ludwigsburg Krs. Ludwigsburg). Hier arbeitete er jahrelang mit seinem jüngeren Bruder Carlone, Carlo Innocente zusammen, wie auch 1723 bis 1725 in der Abtei Weingarten und 1734 und 1735 in der Residenz Ansbach. Gegen Ende seines Lebens beteiligte sich Carlone von 1730 bis 1745 noch an der Neuausstattung der Wallfahrtskirche Einsiedeln sowie der Kirche S. Maria in Carignano in Genua.

Carlone, Giovanni Battista
* 1592 in Genua, + 1577 in Turin. Italienischer Maler, Sohn und Schüler des Malers und Bildhauers Carlone, Taddeo. Mitglied der Familie Carlone aus Rovio, die seit der 2. Hälfte des 15 Jh. zahlreiche Maler, Bildhauer, Stukkateure und Baumeister stellte. Giovanni Battista Carlone lernte zudem in Florenz und Rom. Die Mehrzahl seiner Fresken schuf er in genuesischen Palästen (Ducale-Palazzo Genua, 1655) und Kirchen, so im Langhaus und in der Clemenskapelle von SS. Annunziata al Gustato. Ab 1644 gestaltete er (mit Puget, Pierre?) die Gewölbe von S. Siro, sein Hauptwerk. Altargemälde besitzen der Santuario del Monte, das Oratorio delle Cinque Piaghe und die Galleria des Bianco-Palazzo in Genua. Seine stark symmetrischen Bilderfindungen wirken erzählerisch breit und sind in leuchtenden Farben gehalten.

Carmontelle, Louis
(eigentl. Carrogis, Louis). * 15.8.1717 in Paris, + 26.12.1806 in Paris; französischer Zeichner, Maler und Dekorateur. Seine vielseitige Begabung ermöglichte ihm eine rasche Karriere am Hof des Herzogs von Orleans, dem er als Techniker (für Festungspläne), als Architekt (Planung der Gartenanlagen des Parc Monceau in Paris), als Schriftsteller (u.a. begründeten seine Komödien die Gattung der "Proverbes dramatiques"), als Theatermann, Dekorateur und nicht zuletzt als Zeichner diente. Er malte in Aquarell und

Caron, Antoine
* um 1521 in Beauvais, + 1599 in Paris. Französischer Maler, bedeutender Vertreter der Schule von Fontainebleau. Er war der Hofmaler Katharina de` Medicis und Heinrichs II. in Paris. Zwischen 1540 und 1550 arbeitete er in Fontainebleau unter der Leitung von Abbate, Niccolo dell` und Francesco Primaticcio, wo er sich wahrscheinlich die charakteristischen Formeln manieristischer Bildgestaltung angeeignet hat. 1561 ernannte ihn Katharina de` Medici zum Hofmaler. In dieser Stellung organisierte er 1569 die Vorbereitungen für den prunkvollen Einzug Karls IX. in Paris und 1572 die Festlichkeiten zur Hochzeit Heinrichs IV. mit Margarete von Valois. Hierfür entwarf er 28 Kartons für Bildteppiche mit Szenen zur "Geschichte der Artemis" (Paris, Musée Mobilier National). Die Gemälde, die ihm zugeschrieben werden können, spielen trotz ihrer allegorischen Inhalte auch auf zeitgenössische Ereignisse an: die beiden Versionen des "Massakers unter den Triumvirn" (1562, Dijon, Musée des Beaux-Arts, und 1566, Paris, Musée National du Louvre) spielen auf die Religionskriege in Frankreich an. Caron selbst soll der "Heiligen Liga" gegen die Hugenotten angehört haben. Das Bild "Astronomen beobachten eine Sonnenfinsternis" (1575, London, Sammlung A. Blunt) versetzt dagegen das 1574 beobachtete Naturereignis in eine antikisierende Umwelt. "Augustus und die Sibylle von Tibur" (um 1580, Paris, Musée National du Louvre) spielt zweifellos auf den Triumph des wahren Glaubens und auf die Verkündigung Christi an. "Abraham und Melchisedek" (um 1590, Paris, Privatsammlung) schliesslich verweist auf die Lösung Heinrichs IV. vom Bann durch Papst Gregor VII. nach dem Gang nach Canossa sowie auf die Spannungen zwischen dem französischen König und dem Papst. Ein direkt zeitgenössisches Ereignis stellt das "Martyrium von Sir Thomas More" dar (um 1591, Blois, Musée d`Art Ancien). Zahlreiche andere Bilder Illustrieren in verschlüsselter, typisch manieristischer Art astrologishe, alchimistische und literarische Themen, wie "Triumph des Sommers" (um 1570, New York, Sammlung Wildensteub), "Triumph des Winters" (um 1570, Paris, Sammlung Jean Ehrmann) oder "Reiterspiel mit Elefanten" (um 1590, Paris, Musée National du Louvre). Charakteristisch für Carons dekorativ ausgearbeitete Kompositionen ist die weiträumig angelegte Szenerie figurenreicher Gruppen, die auffallende Überlängung der Körper, die in gezierten Bewegungen und Attitüden agieren, sowie die helle und durch starke Lichtreflexe akzentuierte Farbigkeit.

Carove, Jacopo
(auch Carowe, Jakob). Baumeister. War an der Errichtung von Schloss Mittelwalde I (Altes Schloss) und Schloss Wölfersdorf beteiligt.

Carowe, JakobCarove, Jacobo

Carpaccio, Vittore
* zwischen dem 28.10.1525 und dem 26.6.1526 in Venedig. Italienischer Maler, bedeutender Vertreter der venezianischen Renaissance. Über Carpaccios Leben ist sehr wenig bekannt. Er entstammte vermutlich einer in Mazzoarbo bei Torcello ausässigen Familie, die sich ursprünglich wohl "Scarpatia" oder "Scarpazza" schrieb. Am 21.9.1472 wird er als Erbe seines Onkels Fra Hilario Zuane erstmals urkundlich erwähnt. Seine erste Signatur ist auf dem Bild "Ankunft der Hl. Ursula vor Köln" aus dem Jahre 1490 überliefe

Carpeaux, Jean Baptiste
(*11.5.1827 in Valenciennes, *11.10.1875 in Schloss Bécon in Courbevoire/Seine). Bildhauer, Maler und Zeichner. Arbeitete am Schloss Neudeck Krs. Tarnowitz mit.

Carpi, Girolamo da
(eigentl. Girolamo da` Sellari, auch de` Livizzani). * 1501 in Ferrara, + 1556 in Ferrara. Oberitalienischer Maler und Architekt, wurde vor allem durch den damaligen Hauptvertreter der Schule von Ferrara, Dosso Dossi, geprägt. Noch vor 1530 zog er nach Bologna und kam hier mit den aktuellen künstlerischen Bestrebungen in Kontakt. Er orientierte sich an Raffaels "H. Cäcilia", Romano, Giulio, Parmigianino und den Werken Correggios. Die Verbindung dieser Einflüsse mit ferraresischen Elementen bestimmte Car

Carr, John
(1723-1807). Ein später, provinzieller Vertreter des Palladianismus in England, arbeitete hauptsächlich in Yorkshire. Er begann als Steinmetz im Steinbruch seines Vaters bei Wakefield. Noch nicht dreissig Jahre alt, baute er nach dem Entwurf von Burlington, Richard Boyle und Morris, Roger Kirby Hall, später zusammen mit Robert Adam Harewood House (begon. 1758). Seitdem entwarf und baute er viele grosse Landsitze. Sein Stil hat nichts Originelles, aber viele seiner Werke, wie Denton Park (um 1778) und Farnley Hall (um 1786), sind auf eine stille Art anmutig und würdevoll. Sein grösstes und vielleicht sein bestes Bauwerk ist das Crescent in Buxton (1779-84). Er verband hier überaus erfolgreich die von Wood, John d.J. entwickelte Idee des monumentalen halbkreisförmigen Wohnblocks mit einem durch Arkaden gegliederten Erdgeschoss und einem Obergeschoss mit Pilastern in Kolossalordnung nach dem Vorbild von Jones, Inigo` Convent Garden in London.

Carracci, Agostino
* 15.8.1557 in Bologna, + 23.2.1962 in Parma. Italienischer Maler und Kupferstecher, Bruder von Carracci, Annibale und Vetter von Carracci, Ludovico. Er war vor allem als Theorethiker der Accademia degli Incamminati bedeutend, die er zusammen mit Annibale und Ludovico 1580 gegründet hatte. Herausragend sind auch seine Kupferstiche nach venezianischen Vorlagen, mit denen er der bewunderten venezianischen Malerei zu einer weiteren Verbreitung verhalf. Nach der Lehrzeit bei Prospero Fontana, Barolomeo Passarotti, Domenico Tibaldi und seinem Vetter Ludovico betätigte er sich vor allem in der gemeinsamen Werkstatt der Carracci unter der Leitung Ludovicos, wo er sich zum eine exakte Zeichnung nach Vorlage bemühte. 1582 und 1588/89 reiste er nach Venedig, 1584/85 mit Annibale nach Parma. Diese Reisen brachten in der Malweise der Carracci eine nachhaltige Veränderung. Das Werk Correggios und die prachtvolle Palette der Venezianer beeindruckten sie tief: schon die 1584 entstandenen Fresken für den Fava-Palazzo in Bologna mit Szenen aus der Argonautensage zeichneten sich durch eine starke Betonung der Farbe aus, obwohl der akademische Stil der Carracci noch sehr deutlich zum Vorschein kommt, ähnlich wie in der Dekoration des Magnani-Salem-Palazzo in Bologna, den sie von 1588-91 mit Fresken zur Romolus-und-Remus-Sage ausstatteten. Während es bei den Fresken des Fava-Palazzo und des Magnani-Salem-Palazzo schwer ist, die Wekre der Carracci zu unterscheiden, dominiert der an den Venezianern orientierte Stil Agostinos schon deutlicher bei der Ausgestaltung des Sampieri-Talon-Palazzo mit Motiven aus der Heraklessage (1593/94. Um 1597 folgte er seinem Bruder Annibale nach Rom, wo er in der Galleria Farnese vor allem die Fresken "Galatea" und "Aurora und Kephalos" schuf. 1600 wurde Agostino von Herzog Ranuccio Farnese nach Parma berufen, um dort anlässlich der Hochzeit des Herzogs mit Margherita Aldobrandini im Giardino-Palazzo ein Camerino mit mythologischen Szenen zum Thema "Omnia vincit amro" auszumalen. Diese Fresken sind von viel intimeren Charakter als jene in der Galeria Farnese zum gleichen Thema. Neben seinen Wanddekorationen und Deckenmalereien schuf Agostino zahlreiche Gemälde; die bedeutendsten sind "Maria mit Kind und Heiligen" (1586, Parma, Galleria Nazionale), eine "Himmelfahrt Mariä" (um 1592, Bologna, Pinacoteca Nazionale), das Porträt "Giovanna Guiccianrdini" (1598, Berlin-West, Staatliche Museen, Gemäldegalerie), die allegorische Darstellung "Arriog der Haarige, Pietro der Narr und Amon der Zwerg" (um 1596, Neapel, Museo e Gallerie Nazionali die Capodimonte) und die erotischen Szenen "Gli Amori dei Carracci" (Wien, Kunsthistorisches Museum). Auch in diesen Gemälden zeigt sich, dass Agostino von den drei Carracci die venezianische Tradition am vollkommensen assimiliert hat, so dass man nicht ganz zu Unrecht den Vorwurf des Eklektizismus gegen ihn erhob. Grosse Bedeutung erlangten seine Kupferstiche, die er vor allem nach Werken Tintorettos und Paolo Veroneses anfertigte. Durch hohe Auflagen sorgte er für die Verbreitung der venezianischen Malerei in Oberitalien. Nebenbei schuf Agostino mythologische und allegorische Stiche nach eigenen Entwürfen, und er illustrierte um 1590 "Das befreite Jerusalem" von Torquato Tasso.

Carracci, Annibale
* (getauft) 3.11.1560 in Bologna, + 15.7.1609 in Rom. Italienischer Maler, Mitbegründer der römischen Barockmalerei, Bruder von Carracci, Agostino und Vetter von Carracci, Ludovico, mit denen zusammen er die Accademia degli Incamminati in Bologna gründete, u.a. mit Guido Reni, Francesco Albano und Domenico Zampieri als Schülern. Zur Zeit seiner Ausbildung bei Ludovico, als er vor allem unter dem Einfluss der späten Bologneser Manieristen wie Bartolomeo Passarotti, aber auch der gegenreformatorischen Schriften Gabriele Paleottis stand, schuf er eine "Kreuzigung" für S. Niccolo (1583, heute Bologna, S. Maria della Carita). 1583 unternahm Annibale vermutlich eine Reise in die Toskana, hielt sich 1584-85 zu Studienzwecken einige Zeit in Parma auf und reiste 1587 nach Venedig. In Parma und Venedig wurde er entscheidend von Correggio und, in der Farbgebung, von den Venezianern beeinflusst, so dass seine Technik allmählich weicher und malerischer wurde (Taufe Christi, 1585, Bologna, S. Gregorio). Um 1584 arbeitete er zusammen mit seinem Bruder und seinem Vetter an der Ausgestaltung des Fava-Palazzo in Bologna. Seine Fresken (Camerino d`Europa, Darstellungen aus der Argonautensage) waren allerdings bei den Bologneser Manieristen umstritten, die ihm blosse Nachahmung vorwarfen. Die Kritik war zum Teil berechtigt, da alle drei Carracci vor allem sehr intensive Studien am lebenden Modell betrieben und selbst die flüchtigste Haltung bzw. Bewegung festzuhalten versuchten. Die Zeichnungen, die aus solchen zielgerichteten Forschungen resultierten, nehmen andererseits in ihrem äusserst realistischen Stil spätere Entwicklungen vorweg, so der "Metzgerladen" (Oxford, Christ Church Library Collections). Auch bei der von allen drei Carracci besorgten Ausgestaltung des Magnani-Salem-Palazzo in Bologna kam die ihnen gemeinsame starke Betonung der Zeichnung zum Tragen, so dass die Urheberschaft der einzelnen Fresken zur Romulus-und-Remus-Sage nicht immer entschieden werden kann. 1595 gestaltete er in Rom für Kardinal Odoardo Farnese das Camerino in dessen Farnese-Palazzo Roma mit Fresken aus, die den Kampf zwischen Tugend und Laster zum Thema hatten. Das zentrale Gemälde, "Herkules am Scheideweg", befindet sich heute in Neapel (Museo e Gallerie Nazionali di Capodimonte). Annibales Hauptwerk war jedoch die Dekoration der Decke der Galleria Farnese in Rom, die vielen anderen barockdecken zum Vorbild diente. Die einzelnen Fresken stellen mythologische Szenen zum Thema "Macht der Liebe" dar. Alle Bilder wurden durch vorgetäuschte Rahmen voneinander getrennt. Michelangelos Deckenfresken in der Sixtinischen Kapelle in Rom und Raffaels Fresken in der Farnesina-Villa in Rom dienten Annibale dabei vermutlich als Vorlage. Die Decke war 1500 fertiggestelle, die Ausgestaltung der Wände aber, zu denen Annibale Entwürfe für die Stuckdekoration lieferte, zog sich noch bis 1608 hin. Neben seiner Arbeit am Farnese-Palazzo Roma malte Annibale zahlreiche Gemälde, vor allem Altarbilder und mythologische Darstellungen, darunter "Christus und die Samariterin am Brunnen" (Wien, Kunsthistorisches Museum), "Schlafende Venus" (um 1602, Chantilly, Musée Condé), "Venus und Adonis" (Wien, Kunsthistorisches Museum) und, in Konkurrenz mit dem von ihm hochgeschätzten Caravaggio, "Mariä Himmelfahrt" für die Cappella Cerasi in S. Maria del Popolo in Rom. In diesen Gemälden ist nichts mehr von Annibales früherem zeichnerischen Stil spürbar: Zwar zeigt sich auch in ihnen sein Realismus, aber durch die Farbenwahl und die Einbeziehung der Landschaft, die nicht blosser Hintergrund bleibt, sowie durch die Darstellung der Handlung erreichte er eine Ausdruckskraft, die oft bis zum Pathetischen geht. Nicolais Poussin und Claude Lorrain übernahmen von ihm diese Verschmelzung des Stoffs mit der Landschaft. Zu Annibales letzten Werken gehören die Aldobrandini-Lünetten, die er für die Privatkapelle im Aldobrandini-al-Corso-Palazzo schuf (heute Rom, Galleria Doria Pamphili). In ihnen sind biblische Szenen in weiträumigen, dominierenden Landschaften dargestellt. Gleichzeitig setzte Annibale die ausgestaltung des Farnese-Palazzo Roma fort. Annibales Carraccis Ruhm erreichte in der Mitte des 17. Jh. durch den Schriftsteller Giovanni Pietro Bellori seinen Höhepunkt. Bellori, der auch eine Biografie Annibales und Agostinos verfasste, sah AnnibalesWerk durch dessen Vereinigung von römischem "disgno" und venezianischer Farbigkeit als Inbegriff vollendeter Malerei. Erst später wurde Annibale Eklektizismus vorgeworfen und der Wert seines Werks etwas geringer eingeschätzt.

Carracci, Ludovico
* (getauft) 21.4.1555 in Bologna, + 13.11.1619 in Bologna. Italienischer Maler, älterer Vetter und Lehrmeister von Carracci, Annibale und Carracci, Ludovico. Ludovico war Schüler des Bolgoneser Manieristen Prospero Fontana und Domenico Passignanos in Florenz. Mit 23 Jahren wurde er Mitglied der Malergilde seiner Vaterstadt. Aus seiner Werkstatt ging die Accademia degli Incamminati hervor, die sich entschieden gegen den Manierismus wandte und zu einem wichtigen Zentrum der Barockmalerei wurde. Die Akademie beherrschte über 20 Jahre land das Bologneser Kunstleben. Ludovicos Schaffen ist durch Einflüsse von Parmigianion, Correggio, Romano, Giulio, Francesco Primaticcio, Camillo Procaccini, Tizian und Tintoretto geprägt. Im Anschluss an Reisen nach Parma, Mantua und Venedig beteiligte sich Ludovico mit seinen Vettern an der Dekoration des Fava-Palazzo in Bologna ("Der Zug der Argonauten", 1580-85). Etwa gleichzeitig entstanden die "Taufe Christi" (München, Alte Pinakothek, das Nachtstück "Vision des hl. Antonius" (Amsterdam, Rijksmuseum) und eine "Verkündigung Mariä" (Bologna, Pinacoteca Nationale). 1591 malte Ludovico eine "Madonna mit Heiligen" (Cento, Museo Civico), deren Aufbau die erste entschieden barocke Komposition ist. Wenige, voluminöse Figuren und ein leuchtendes Blau und Rot in einer braunen Grundstimmung setzen sich von den komplizierten Figurenverschachtelungen und gebrochenen Farben manieristischer Bilder ab. Es folgte die Ausgestaltung des Sampieri-Talon-Palazzo mit "Heraklestaten" zusammen mit seinen Vettern, 1592 das Magnani-Salem-Palazzo mit "Szenen aus der Romulus-und-Remus-Sage". 1602 hielt sich Ludovico in Rom auf. 1604-05 führte er für S. Michele in Bosco bei Bologna Fresken mit "Szenen aus dem Leben des hl. Benedikt und der hl. Cäcilie" und zahlreiche gemalte Karyatiden aus. 1606 bis 1609 schmückte er den Chor der Kathedrale zu Piacenza mit einem Freskenzyklus, der sich heute teilweise im bischöflichen Palast befindet; in den gleichen Jahren entstanden die Gemälde "Grablegung Mariä" und "Himmelfahrt Mariä" (beide Parma, Galleria Nazionale). Nach dem Tod von Carracci, Annibale blieb Ludovico in Bologna. Die etwas eklezistischen Hauptwerke seiner letzten Jahre sind das "Martyrium der hl. Margareta" (1616, Mantua, S. Maurizio) und die "Anbetung der Könige" (Mailand, Pinacoteca di Brera). Ludovico war neben dem etwa 20 Jhre älteren Federico Barocci einer der Hauptwegbereiter der Seicentomalerei. Von seinem höher eingeschätzten Vetter Annibale unterscheidet ihn vor allem eine nahezu ausschliessliche Vorliebe für inbrünstig empfundene Malerei religiösen Inhalts.

Carreno de Miranda, Juan
* 25.3.1614 in Avilés (Asturien), + 3.9. oder 3.10. 1685 in Madrid. Spanischer Maler. Er kam 1623 nach Madrid, und lernte bei Pedro de las Cuevas und Bartolomé Román, bildete seinen Stil jedoch vor allem unter dem Einfluss von Peter Paul Rubens, dem er in seinen frühen religiösen bildern verpflichtet war, wie im Bild "Petrus predigt den Fischen" von 1646 (Villanueva y Geltrú bei Barcelona, Museo Balaguer), und dem von Anthonis van Dyck aus, dem er mehr in seinen Porträts der zweiten Lebenshälfte nahestand

Cassels, RichardCastle, Richard

Castellammare, PepparielloBonito, Giuseppe

Castellamonte, Amadeo
(1610-83). Sohn von Carlo Castellamonte.

Castellamonte, Carlo
(ca. 1560-1641). Ausgebildet in Rom, wurde er 1615 Architekt des Herzogs von Savoyen und spielte in der Stadtplanung von Turin eine grosse Rolle. Er entwarf hier die Piazza S. Carlo (1637) und verschiedene Kirchen. 1633 begann er mit dem Bau des Castello del Valentino in Turin, das von seinem ihm als Hofarchitekt nachfolgenden Sohn Castellamonte, Amadeo (1610-83) in französischem Stil mit einem hohen Walmdach vollendet wurde.

Castelli gen. Bergamasco, Giovanni BattistaCastelli, Giovanni Battista

Castelli, Bernardo
(auch Castello). 1557 in Albaro bei Genua, + 4.10.1629 in Genua. Italienischer Maler.Schuf auch Illustrationen zu Torquato Tassos "Das befreite Jerusalem". Er lernte bei Andrea Semini und Luca Cambiaso, dessen an Michelangelo, Correggio und Veronese geschulte Malweise er nachzuahmen verstand. 1604 kam er nach Rom und malte u.a. im Altems-Palazzo (Palast des Herzogs von Altems). Ausserdem schuf er Werke in Kirchen von Turin, Piacenza und Genua.

Castelli, FrancescoBorromini, Francesco

Castelli, Giovanni Battista
(auch Castelli, gen. Bergamasco). * um 1509 in Gandino bei Bergamo, + 1569 in Madrid. Italienischer Maler und Architekt. Zunächst Schüler Aurelio Bussis in Genua, anschliessend Studien in Rom nach Raffael. Als Monumentalmaler und Groteskendekorateur arbeitete er vorwiegend in Genua und Bergamo, zum Teil zusammen mit Luca Cambiaso, dem gegenüber sich sein Werk aber durch eine grössere Lebhaftigkeit auszeichnete. Arbeiten von Castelli befinden sich im Bianco-Palazzo in Genua ("Madonna mit Kind", "Auferste

Castello, BernardoCastelli, Bernardo

Castiglione, Giuseppe
* 16.7.1688 in Mailand, + 17.7.1760 in Peking. Italienischer Maler und Jesuit, der den grössten Teil seines Lebens in China verbrachte. Als Hofmaler am chinesischen Kaiserhof schuf er einen einzigartigen Stil, indem er europäische und chinesische Bildelemente verband bzw. exakte naturalistische Wiedergabe mit chinesischen Formen und Techniken kombinierte. Bei Andrea Pozzo geschult, malte er für S. Ignazio de Loyola in Genua eine Altartafel und für das Noviziat in Coimbra (Portugal) eine Kapellenausstattung. Seit 1715 am chinesischen Hof, schuf er unter dem Namen Lang Shih-ning europäische Interieurs mit chinesischer Hofgesellschaft, so dei "Hofdamen beim Brettspiel" (Hamburg, Museum für Völkerkunde und Vorgeschichte), in weicher Zeichnung in Aquarell und Tusche auf Papier und Seide Portäts wie den "Kaiser Ch`ien Lung (1736, Cleveland, Museum of Art) oder nach europäischem Vorbild die "Prinzessin" (Taipeh, National Palace Museum). Ein Beispiel für seine adaptierte chinesische Darstellungsweise von Tieren, Blumen und vielfigurigen Szenen ist der Nachstich seines Gemäldes "Kazak Kirghiz bietet dem Kaiser Ch`ien Lung Pferde zum Tribut" von 1756 (Paris, Musée Guimet). Castiglione soll auch europäisch inspirierte kleinere Palastbauten für den Kaiser errichtet haben.

Castilho, Joao de
* 1490 in Santander, + vor Januar 1553 (?). Portugiesischer Architekt spanischer Herkunft, dessen Bauten den Höhepunkt des Emanuelstils bezeichnen. Er soll nach einer möglichen Reise durch das Königreich Neapel erste Motive der Frührenaissance nach Portugal gebracht haben. Hier war er an den grössten königlichen Bauaufgaben der 1. Hälfte des 16. Jh. massgebend beteiligt. Setzte seine künstlerische Tätigkeit vor 1517 an der Chorempore der Kathedrale von Vizeú ein, so zeugt die Tätigkeit als Bauleiter am Hieronymitenkloster Belém bei Lissabon ab 1517 von seinem schnellen und erfolgreichen Aufstieg. In königlichem Auftrag vollendete er ab 1519 das Kloster des Christusritterordens in Tomar sowie Sakristei und Bibliothek des Klosters Alcobaca. Als Krönung seiner Baukunst gilt die Loggia im ersten Geschoss der Capelas Imperfeitas im Kloster Btalha von 1533. Castilho griff mit dem reich ornamentierten Gebälk und den zahlreichen Kandelabern auf reine Renaissanceformen zurück, während er bei den übrigen Bauten spätgotische Formen und Strukturen verhaftet blieb. Castihlos grossartige Kirche S. Maria in Belem ist ein dreischiffiger Hallenbau, dessen weitgespanntes Netzgewölbe auf acht oktogonalen Pfeilern ruht. Im Hauptportal kommt die Eigenart des Emanuelstils voll zur Wirkung: Ist auch die Struktur mit Gewändefiguren, Fialen und Eselsrücken noch gotisch geprägt, so nimmt die wuchernde Dekoration schon viele Renaissanceelemente auf. Castilhos Meisterschaft liegt letztlich in der Behandlung der Schmuckformen. Am Sakristeiportal in der Zisterzienserkirche Alcobaca überrascht die derbe Rankendekoration. Das Portal umrahmen baumartige Rundstäbe in Form eines Eselsrückens, deren Astwerke in dichtes Krautwerk auswuchern. Castilho verwandte zahlreiche naturalistische Elemente, wie Baumäste, Muscheln, Schnüre, Pflanzen, und setzte sie mit Phantasie und in einer solchen Fülle ein, dass die gotische Struktur wie von einer Maske überzogen wird. Die aufstrebende Kolonialmacht Portugal setzte mit diesen Bauten Zeichen, die ihren Reichtum bezeugen sollten. Oft lassen sich phantasievolle Abbildungen der exotischen Pflanzenwelt aus überseeischen Kolonien erkennen. Über Castilhos Paläste in Lissabon, die das Erdbeben von 1755, und seine Festungsbauten in Afrika lässt sich nicht mehr urteilen.

Castle, Richard
(auch Cassels, ca. 1690-1751). Ein Deutscher, der sich um 1720 in Irland niederliess und der führende Architekt Dublins wurde. Der Stil seiner heute noch erhaltenen Bauten stimmt mit dem englischen Palladianismus vollkommen überein: Tyrone House (1740-45) und Leinster House (1745) in Dublin und seine beiden Landhäuser, Carton (1739) und russborough (1741).

Caus, Isaac de
(auch Caux, Isaac de) Tätig um 1650 (siehe Jones, Inigo).

Caux, Isaac deCaus, Isaac de

Cazes, Pierre Jacques
* 1676 in Paris, * 25.6.1754 in Paris. Französischer Maler, Schüler von René Antoine Houasses und Bon Boullongne. Er wurde der erste Lehrer von Jean-Baptiste Siméon Chardin. 1698 gewann er den zweiten, ein Jahr darauf den ersten Rompreis. Seine erste Aussellung im Salon fand 1704 statt, 1708 wurde er Akademiemitglied. Seine Auftäge erhielt er zum grössten Teil vom französischen Hof. Cazes malte für Schloss Sanssouci in Potsdam u.a. in ekletizistisch-akademischem Stil die "Geburt der Venus", "Entführ

Cellini, Benvenuto
* 5.11.1500 in Florenz, + 13.2.1571 in Florenz. Italienischer Goldschmied, Medailleur und Bildhauer, einer der wichtigsten Vertreter des Manierismus. Berühmt ist seine 1558-66 verfasste Autobiografie, gleichzeitig die ersten bekannten Lebenerinnerungen eines Künstlers (im 18. Jh. und 1803 in der Übersetzung Goethes erschienen), in denen sich das Leben eines Bohemiens spiegelt, von dem Papst Paul III. gesagt hat: "Menschen von so einzigartigen Fähigkeiten in ihrem Fach können nicht an das Gesetz gebunden wer

CephalusKephalos

CeresDemeter

Ceres
Römische Göttin der Fruchtbarkeit der Felder, vor allem des Getreides; Mysteriengottheit.

Chalgrin, Jean Francois Therese
* 1739 in Paris, + 20.1.1811 in Paris. Französischer Hofarchitekt. Er war Schüler von Etienne-Louis Boullées und Giovanni Niccolo Servandonis und gewann 1758 den grossen Rompreis. 1762 von dort zurückgekehrt, wurde er Inspektor für die Bauarbeiten in Paris und 1770 Mitglied der Académie d`Architecture. Chalgrins stilistische Entwicklung geht vom späten Rokoko bis zu einem kalten Klassizismus zur Zeit Napoleons. Von seinen frühen Bauten sind das Fitz-James-Hotel, das Vrilliere-Hotel (1765-67) sowie Kapelle und Seminar St-Esprit (1768) in Paris hervorzuhben. 1769 begann er den Bau von St-Philippe du Roule, einer 1784 vollendeten, vom Grundriss frühchristlicher Basiliken inspirierten Kirche. Der Kirche St-Sulpice fügte Chalgrin 1777 eine Taufkapelle hinzu und baute den Nordturm wieder auf. Drei Jahre später erneuerte er die Gebäude des College de France, das nun reichdekorierte räume - darunter den Urkundensaal und einen amphiteaterförmigen Experimentiersaal -erhielt (im 19. Jh. wiederum erweitert). Wichtig sind auch Chalgrins Arbeiten am 1615-20 von Brosse, Solomon de erbauten Luxembourg-Palais, in dem nach seinen Plänen eine neue Ehrentreppe im rechten Flügel, ein Sitzungssaal und ein Museum entstanden (ab 1795). Sein 1806 begonnener Arc de Triomphe de l`Etoile für Napoleon I., bei dem er eigenständig antike Vorbilder verarbeitet und auf die sonst üblichen Säulenstellungen verzichtet hat, konnte erst 1837 von Guillaume Abel Blouet vollendet werden, der sich entgegen den Plänen seines Vorgängers Jean Nicolas Huyot eng an Chalgrins Entwürfe hielt (die Wandskulpturen ebenfalls erst aus den dreissiger Jahren). Der Chor der Kirche des Militärhospitals und das Odeon-Theater (1799) sind weitere Werke Chalgrins.

Chambers, Sir William
* 23.2.1723 in Gothenburg (Schweden), + 8.3. 1796 in London. Englischer Architekt und Gartenkünstler, einer der Hauptvertreter des englischen Klassizismus. Der Sohn eines schottischen Kaufmanns ging in Yorkshire zur Schule und trat 1740 der schwedischen Ostindien-Gesellschaft bei, auf deren Schiffen er nach Bengalen und china gelangte, wo er Landschaftsstudien und Architekturstudien zeichnete. Seit 1749 wandte er sich hauptberuflich der Architektur zu, studierte zuerst in Paris, wahrscheinlich bei Nicolas Francois Blondel, und dann 1750-55 in Italien, wo ihn vor allem die Werke von Palladio, Andrea zutiefst beeindruckten. 1757 veröffentlichte er "Designs of Chinese Buildings", in den folgenden Jahren entstanden Zierbauten in Kew. 1759 publizierte Chambers "A Treatiuse von Civil Architecture", eine Abhandlung, in der seine umfassende Kenntnis italienischer und antiker Architektur zum Ausdruck kommt, verbunden mit einem französisch anmutenden Gefühl für Klarheit und Ordnung. 1774 reiste er erneut nach Paris, um dort Regierungsgebäude zu studieren, nachdem er zuvor u.a. schon das Roehampton Villa in Surrey (1758), Castle Hill Grafsch. Dorset und Melbourne House in London gebaut hatte. Aufschlussreich kennzeichnet die Roehampton Villa Chambers` umgehen mit den palladianischen Vorbildern, hier mit der Rotunda-Villa und der Foscari-Vill in Malcontenta. Während beide Palladio-Villen im Verhältnis von Portikus und Wandfläche einen Thythmus von 1:2:1 zeichnen, erstarrt das Verhältnis bei Chambers zu 1:1:1. Der klassische Dekor verliert seine gliedernd-geschmeidige Kraft zugunsten kalter Präzision. 1775 entwarf er Somerset House in London als Amtsgebäude für die britische Regierung, dem auch ein Trakt für die Royal Academy eingegliedert (1780 vollendet) wurde, deren Schatzmeister Chambers war. Er hatte grossen Einfluss auf die klassizistische Architekturentwicklung in und ausserhalb Englands, vor allem auch in Schweden und Deutschland. Von weitreichenden Auswirkungen war auch seine Tätigkeit als Gartenarchitekt, mit der er sich in Gegensatz zu Lancelot Brown setzte. Er wollte - nach dem Vorbild der kaiserlichen Gärten Chinas, deren Anspruch er sich als Hofarchitekt verpflichtet fühlte - ein totales, sinnlich-emotional ansprechendes Gesamtkunstwerk, zu dessen Inszenierung auch das dezidiert Künstliche beitragen sollte. Seine absolut phantastischen Pläne umfassten u.a. künstliche Vulkane, unterirdische Höhlen mit den Leichnamen berühmter Heroen, Wasserorgeln, wilde Tiere und stellten somit ein Szenarium vor, das bereits an die Schauerromane der Romantik erinnert. Wenn er dies in den seit ca. 1763 projektierten Kew Gardens auch nicht verwirklichen konnte, so doch künstliche Ruinen, Pagoden, exotische Flora u.a. Die königlichen Gärten von Kiew wurden Vorbild für den Englischen Garten in München; mit der Dissertation on Oriental Gardening" von 1772 wurde Chambers rasch zum damals wohl bekanntesten Gartentheoretiker in Europa.

Champagne, Philippe deChampaigne, Philippe de

Champaigne, Philippe de
(auch Champagne). * (getauft) 26.5.1602 in Brüssel, + 12.8.1674 in Paris. Flämisch-französischer Maler. Er brachte die Komponente des niederländischen Realismus in den französischen Barock-Klassizismus ein. In Brüssel zuletzt bei dem Landschaftsmaler Jacques Fouquières, einem zeitweiligen Mitarbeiter von Peter Paul Rubens, ausgebildet, kam er mit diesem 1621 nach Paris, arbeitete zunächst bei dem Lothringer Georges Lallemant und dann zusammen mit Nicolas Poussin unter der Leitung von Nicolas Duchesne an der Ausstattung des Luxembourg-Palais für Maria von Medici. Nach dem Tode von Duchesne (1628) trat er an dessen Stelle, heiratete noch im selben Jahr dessen Tochter und wurde von Maria von medici zum Hofmaler ernannt. Mit seinem frühen religiösen Gemälden zweigte er sich weder vom vorakademischen Klassizismus des Simon Vouets und seiner Schule noch von Rubens geprägt. Vielmehr verschmolz er ab 1630 flämische Elemente mit klassischen der Bologneser Schule, wie es die Tafeln von 1629 bis 1630 für die Karmliten in St-Jacques vor Paris in ihrem kühlen und skulpturalen Stil zeigen, so die "Himmelfahrt Mariä", die "Auferweckung des Lazarus (beide Grenoble, Musée de Peinture et de Sculpture) oder die "Darbringung im Tempel" (Dijon, Musée des Beaux-Arts). Sein flämischer Realismus und sein Sinn für Material und Stofflichkeit entsprachen nicht unbedingt den pathetischen Ansprüchen allegorischer Verherrlichungen. Dies kommt deutlich zum Ausdruck in dem für die Kathedrale Notre-Dame in Paris in zurückhaltenden Tönen gemalten "Gelübte Ludwigs XIII. (1638, Caen, Musée des Beaux-Arts) oder in dem Porträt "König Ludwig XIII. als Sieger von La Rochelle" (1636, Paris, Musée Nationale du Louvre), das die Konfrontation des gewichtigen Herrschers mit der etwas hölzernen Viktoria zeigt. Die vollkommene bildliche Darstellung menschlicher Grösse gelang Champaigne in seinem religiös inspirierten späteren Werk und vor allem in seinen zahlreichen Porträts, mit denen er Aufträgen des Königs, Kardinal Richelieus, Mazarins und anderer Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens nachkam. Das "Dreifachporträt Richelieus" (London, National Gallery), das auf einer Tafel den Kopf Richelieus frontal und in beiden Profilansichten zeigt, diente Giovanni Lorenzo Bernini als Modell für eine Richelieubüste. Das zweite berühmte Bildnis Richelieus von 1635 (Paris, Musée Nationale du Louvre), nach dem Vorbild von Anthonis van Dyck in Ganzfigur gemalt, begründete eine französische Tradition. Wie hier verband Champaigne in seinen vielen Bildnissen bei allem minuziösen Detailrealismus Standesbewusstsein und Individualität zur Einheit einer bildlichen Repräsentation. Der Darstellung dienten dabei alle malerischen Momente, erläuternd oder, wie im "Brustbildnis eines unbekannten Mannes" (1650, Paris, Musée National du Louvre), durch strenge Konzentration auf die psychische Vertiefung bei weitestgehendem Verzicht auf farbliche oder kompositorische Raffinesse. Auch in seinen Gruppenporträts prägte er individuelle Phyiognomien, so in dem Gemälde "Die Aufnahme des Herzogs von Longueville in den Orden vom Hl. Geist" (1634, Toulouse, Musée des Augustins) oder "Die Pariser Ratsherren" (1648, Paris, Musée National du Louvre). Von der grossen Anzahl monumentaler Aufträge, die Champaigne ausführte, u.a. Ausmalungen für das Hospital de Pontoise, für die Kirche St-Séverin, Ausstattungen für die Königsgemächer im Schloss von Vincennes (1659-60) und die Räume des Dauphin in den Tuilerien (1666) blieben nur in den Kuppelmalereien der Eglise de la Sorbonne und das für das Appartement der Königin im Val-de-Grace geschaffene Gemälde "Der Traum des Elias" (1655, Le Mans, Musée de Tessé) erhalten. Champaigne wandte sich, veranlasst vielleicht durch sein persönliches Schicksal, den frühen Tod seiner Frau und seines Sohnes, mehr und mehr dem Religiösen zu fand um die Mitte der vierziger Jahre unter den Jansenisten von Port-Royal einen neuen Wirkungskreis. Die hierfür entstandenen Werke liessen alle barockreligiöse Ekstatik hinter sich und setzten Glauben als eine intim menschliche Haltung ins Bild. Mit Porträts wie dem der "Angélique Arnauld, Äbtissin von Port-Royal" (1654, Paris, Musée National du Louvre) wurde er durch grösstmögliche malerische Zurückhaltung auch den sublimsten menschlichen Regungen in der bildlichen Darstellung gerecht. Champaignes Entwicklung hatte ihn so weit von Poussin entfernt, dass es 1668 an der Akademie zur Auseinandersetzung zwischen beiden kam.

Champollion, Jean Francois
Am 23.12. 1790 in Figeac, Departement Lot, geboren. Schon früh fiel seine erstaunliche Sprachbegabung auf, die ihn befähigte, als 16jähriger vor der Akademie von Grenoble einen sprachwissenschaftlichen Vortrag zu halten. Neben seiner Lehrtätigkeit - er hatte seit 1809 eine Assistenzprofessur in Grenoble inne - studierte Champollion zahlreiche Schriftsysteme der Welt mit dem Ziel, die ägyptischen Hieroglyphen zu entziffern. Eines Tages erhielt Champillion die Kopie einer Inschrift von "Stein von Rosett

Chardin, Jean-Baptiste Siméon
* 2.11.1699 in Paris, + 6.12.1779 in Paris. Bedeutender französischer Porträtist, Stillebenmaler und Genremaler des 18. Jh. Chardin, Sohn eines Kunstschreiners, lernte 1718-20 bei Pierre Jacques Cazes und 1720-28 im Atelier Nicolas Coypels. Trotz dieser Ausbildung und anfänglicher Erfolge liess ihn der Vater 1724 in der handwerklich-zünftig orientierten Académie St-Luc einschreiben, wo Chardin sich in der Stillebenkomposition vervollkommnen sollte. 1728 stellte er mehrere Bilder in der Exposition de la jeunesse aus, wie "Der Rochen" von 1727-28 und "Das Büfett" von 1728 (beide Paris, Musée National du Louvre), die ihm das uneingeschränkte Lob der Mitglieder der Académi Royale brachten, in die er anschliessend als "Tier- und Früchtemaler" aufgenommen wurde. Trotz dieser frühen Anerkennung war seine finanzielle Lage keineswegs gesichert, so dass er 1730 der Einladung Jean-Baptiste van Loos folgte, an der Restaurierung der Galerie Franz` I. in Fontainebleau mitzuhelfen. 1731 heiratete er Marguerite Saintard, die jedoch bereits 1735 starb und den Sohn Pierre zurückliess, der später ebenfalls Maler wurde. Obwohl als Stillebenmaler hervorgetreten, wandte sich Chardin nun mehr der Figurenmalerei zu. Er bevorzugte als Sujets Szenen aus dem Alltagsleben der Pariser Bürger. Sein Stil stand auch in dieser Gattung unter dem besonderen Einfluss der holländischen Genremaler wie David Teniers d.J. und Gerard Dou. Bei aller Anlehnung erntete er jedoch Lob und Erfolg für die Bilder wie "Dame, einen Brief versiegelnd" (1733, Berlin, Schloss Charlottenburg) oder "Das Kartenhaus" (um 1737, Paris, Musée National du Louvre). Im wiedereröffneten Salon von 1737 stellte er mindestens acht Bilder aus, darunter wahrscheinlich auch die "Wäscherin" (Stockholm, Nationalmuseum) und andere Genrebilder, die sein Freund Charles Nicolas Cochin durch Stiche weiteren Kreisen zugänglich machte. 1738 reichte er den "Schenkkeller" und die "Scheuerfrau" (beide 1738, Glasgow, Hunterian Museum) für den Salon ein, ausserdem die Porträts "Das Kind mit dem Kreisel" (Auguste-Gabriel Godefroy) und "Charles Godefroy als Violinist" um 1738 (beide Paris, Musée National du Louvre) und ein Jahr später "Rückkehr vom Markt" (1739, Paris, Musée National du Louvre). In diesen bildern arbeitete er mit einem pastosen, körnigen Farbauftrag, wodurch die Farben sich in reichen Abstufungen voll entfalten konnten. Durch die Gunst Ludwigs XV., dem er bei der ersten Begegnung 1740 die "Fleissige Mutter" und das "Tischgebet" (beide Paris, Musée National du Louvre) angeboten hatte, wurde er 1743 zum beratenden Mitglied der Académie royale des Peintres et Sculpteurs bestimmt. 1744 heiratete er die Witwe Francoise-Marguerite Pouget. Bis Anfang der fünfziger Jahre reichte er nur wenige Bilder für den Salon ein, worauf ihm die Kritik Trägheit vorwarf und seine langsame Arbeitsweise verspottete. Nach 1750 widmete er sich wieder in verstärktem Masse der Stillebenmalerei. Das Bild "Vogelorgel" (um 1751, New York, Frick Collection) bezahlte der König mit 1500 Livres, dem höchsten Preis, den Chardin jemals für ein Bild erhielt. Damals stand er auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Ansehens und wurde als wahres "Malergenie" gefeiert. Die Stilleben "Angeschnittene Melone", um 1760, und "Pfeifen und Trinkgefäss", um 1760-63 (beide Paris, Musée National du Louvre), wurden als ein Gipfel malerischer Perfektion gewürdigt. 1757 bewilligte ihm der König eine Wohnung im Gebäude des Louvre und nach 1761 das Privileg, die Plätze für die eingereichten Bilder im Salon zu bestimmen. Durch Vermittlung Charles Nicolas Cochins d.J. erhielt Chardin 1764 vom König den Auftrag, drei Sopraporten für das Schloss Choisy-Chateau mit allegorischen Darstellungen zu dekorieren: "Attribute der Künste", "Attribute der Musik" (beide 1765, Paris, Musée National du Louvre) und "Attribute der Wissenschaften" (verloren). In ihnen zeigt sich ebenso wie in dem Stilleben "Pfirsichkorb" (1768, Paris, Musée National du Louvre) beispielhaft Chardins Fähigkeit, in knapper konzentrierter Weise den farblichen und stofflichen Charakter vom Licht umhüllter Gegenstände wiederzugeben. Um 1770 gab er, als ihn ein Augenleiden immer mehr behinderte, die Ölmalerei auf und wandte sich dem Pastell zu, einer ungewohnten Technik, in der er sich, vorwiegend mit Bildnissen in Lebensgrösse, ebenfalls behaupten konnte. Beispiele seiner Virtuosität sind das "Selbstbildnis mit Brille" und das "Porträt Madame Chardin" (beide 1775, Paris, Musée National du Louvre). Sein Augenleiden hinderte ihn im weiteren an der Ausübung seiner offiziellen Ämter: 1774 trat er vom Amt des Schatzmeisters der Académie zurück. 1777 verlor auch sein engster Freund Cochin alle Ämter. Als Chardin schliesslich 1779 starb, wurde sein Tod kaum mehr beachtet; die neue, klassizistisch geprägte Generation der Akademielehrer legte grösseres Gewicht auf historische Inhalte und auf eine glatte, trockene Malweise, Elemente, die in Chardins bildern vollständig fehlen. Chardin war ein überaus langsamer Maler, arbeitete in direktem Kontakt mit dem Modell und bedeckte die Höhen und Schatten seiner Objekte so lange mit Lokalfarben, bis sie in weichen und gebrochenen Tönen eine vollkommen einheitliche Farbhaut ergaben, die der Realität am nächsten zu kommen schien. Seine auf diese Weise pastos durchgearbeiteten Kompositionen mit ihrem abgehackten reichen Pinselstrich sind einzigartige Beispiele für die französische Malerei des 18. Jh., die den flüssigen und raschen Pinselstrich bevorzugte. Als Maler der intimen Genreszene und des einfachen täglichen Lebens erreichte Chardin dennoch grossen Ansehen. Seine Beherrschung der malerischen Mittel, sei es in Öl oder in Pastelle, seine Ausgewogenheit der Kompositionen und die Variationsbreite in der Anordnung der Stilleben begeisterten sowohl das bürgerliche Publikum als auch den Hof, während die unteren Bevölkerungsschichten in Chardins Genrebildern ohne Zweifel eine authentische Schilderung ihrer sozialen Lage sahen.

Chassériau, Théodore
* 20.9.1819 in Samaná (Santo Domingo, heute Dominikanische Republik), + 8.10.1856 in Paris. Französischer Maler und Freskant an der Schwelle zwischen Klassizismus und Romantik. Er suchte eine Verbindung aus der klassizistischen Linienführung von Jean Auguste Dominique Ingres, dessen Schüler er schon mit 11 Jahren wurde, und der romantischen Farbigkeit seines späteren Vorbildes Eugène Delacroix. Mit 19 Jahren stellte er im

Chastellain, Georges
Geb. 1405 in Aalst - 13.2.1475 Valenciennes. Französischer Dichter und Geschichtsschreiber; wirkte am Hof der burgundischen Herzöge Philipps des Guten (1419/67) und Karls des Kühnen als Poet im Stil der Rhétoriqueurs. "La Chronique des choses de ce temps" (1464; Die Chronik der Ereignisse dieser Zeit), stellt unter Verwendung historischen Quellen die burgundische Geschichte zwischen 1419 und 1475 dar. Ob auch "Le livre des faits du bon chevalier Messire Jacques de Lalaing" (um 1470; Buch der Heldentaten d

CheironChiron

Chiaveri, Gaetano
(1689-1770). Architekt des Spätbarock (Barock), geb. in Rom, arbeitete hauptsächlich in Nordeuropa, so 1717-27 in St. Petersburg und in Warschau und Dresden (ca. 1737-48). Sein Hauptwerk ist die kath. Hofkirchein Dresden (beg. 1739, 1944 schwer beschädigt), die mit der Grossartigkeit der von Bähr geschaffenen portestanischen Frauenkirche wetteifern sollte. Sie hat einen äusserst eleganten Turm mit durchbrochenem Helm, der sich von der Geschlossenheit der Bährschen Kuppel ebenso gründlich abhebt, wie sich der bewegte, statuenbesetzte Aussenbau der Kirche von Bährs kompaktem Zentralbau unterscheidet. von Chiaveri stammen auch die Pläne für die Weichselfassade des königlichen Schlosses in Warschau (1740, nur z. T. ausgeführt) und leicht theatralische Entwürfe für ein königliches Schloss in Dresden (ca. 1748, nicht ausgeführt). Er veröffentlichte ein Stichwerk "Ornamenti diversi di porte e fenestre" (1743-44).

Chiron
Cheiron. Sohn des Titanen Kronos (Saturn) und der Philyra, einer der Töchter des Okeanos. Der weiseste unter den Kentauren wird ins einer Rolle als Erzieher der Götter und Heroen dabei gezeigt, wie er seine Schüler im Bogenschiessen oder in der Musik unterrichtet.

ChlorisFlora

Christ, Joseph
* 1732 in Winterstetten (Schwaben), + 6.5.1788 in Augsburg. Deutscher Freskenmaler und Fassadenmaler sowie Radierer, Schüler von Joseph Magges. Seine Hauptwerke sind Fresken in den Kirchen Steinekirch bei Zusmarshausen (1760), Ettenbeuren bei Günzburg (1766) und Thannhausen bei Krumbach (1788) sowie Supraporten im Schaezler-Palais in Augsburg. Christ arbeitete auch in Böhmen, Schlesien, Sachsen und kam zweimal nach St. Petersburg. Seine Entwicklung verlief von typischer Rokoko-Freskomalerei unter Augsburger Einfluss zum beginnenden Klassizismus hin.

Cibber, Caius Gabriel
* 1630 in Flensburg, + 1700 in London. Dänischer, ausschliesslich in England tätiger Bildhauer und Architekt. Nach der Ausbildung in Rom brachte er es in London bis zum Hofbildhauer. Er schuf die allegorischen nackten Männerfiguren "Melancholie" und "Wahnsinn" am Bethlehem-Hospital (London, South-Kensington Museum) und ein allegorisches Relief für die Gedenksäule (The Monument) in London (1674). Zwischen 1687 und 1691 war er mit den Figuren "Pallas" und "Apollo" sowie "Glaube" und "Hoffnung" an der Aussta

Cignaroli, Gianbettino
* 4.7.1706 in Verona, + 1.12.1770 in Verona. Italienischer Maler des Spätbarock in Oberitalien. Im Gegensatz zur spannungsvollen und virtuosen Arbeit seines Zeitgenossen Giovanni Battista Tiepolo kennzeichnen spielerisch leichte und harmonische Komposition seinen Stil. Er befasste sich hauptsächlich mit religiösen Themen. Cignaroli erhielt seine Ausbildung bei dem Veroneser Maler Ridolfi da Santo Prunati, ab 1728 arbeitete er bereits selbständig. Um 1735 begab er scih nach Venedig, um an der Seite von Tiepolo einige Säle des Labia-Palazzo auszumalen. Um 1739 kehrte er in seine Heimatstadt zurück, wo er in rascher Folge zahlreiche Auftrüge für Kirchen und Paläste ausführte. Trotz vieler Einladungen ausländischer Fürsten bleib Cignaroli zeitlebens in Italien als Freskomaler und Tafelmaler tätig. Aufträge führten ihn nach Venedig (1744), Bergamo (1745), Turin (1756), Parma (1759) und in zahlreiche andere Städte Oberitaliens, zuletzt wieder nach Verona. Es entstanden u.a. folgende Werke: "Rahels Tod" (Venedig, Gallerie dell`Accademia), "Flucht nach Ägypten (Bergamo, S. Maria Maggiore), "Dreifaltigkeit mit drei Heiligen" (Parma, Chiesa alla Steccata), "Der hl. Vinzenz Ferrer erweckte eine Tote (Ferrara, S Domenico).

Cigoli, Ludovico Cardi
(auch Il Cigoli). * 12.9.1559, + 8.6.1613 in Rom. Italienischer Maler, Bildhauer und Architekt im Übergang vom Manierismus zum Barock. Er begann im Alter von 13 Jahren mit der Malerei als Schüler in der Werkstatt des Florentiners Alessandro Allori. Eines seiner ersten erhaltenen Werke ist das 1581 ausgeführte Fresko der "Anastasis" in S. Maria Novella in Florenz, das noch ganz im Zeichen des Manierismus steht. Wenig später, während seiner Reise durch Oberitalien, wandelte Cigoli, vermutlich unter dem Einflu

Cinico
(eigentl. Giovanni Marco da Parma). Nachweisbar zwischen 1467 und 1492. Italienischer Miniaturmaler, Schriftsteller und Kalligraph aus Parma. Er arbeitete vor allem in Neapel für Ferdinand I. von Aragón und für den Prinzen Acquaviva. Von seinen Handschriften sind u.a. erhalten: Diomedes Caraffas "De institutione vivendi ad Beatricem Aragon" (Parma) und Barbarus`"De re uxoria" (Valencia), für Ferdinand von Aragón hergestellt. Seine Tätigkeit als Buchillustrator bleibt unklar.

Cipriani, Giovanni Battista
* 1727 in Florenz, + 14.12.1785 in Hammersmith bei London. Italienischer Maler und Kupferstecher, übte als Lehrer grossen Einfluss auf die englische Kunst des 18. Jh. aus. Von Ignazio Hugford als Maler in Florenz ausgebildet, ging er 1750 nach Rom und kam 1755 auf Einladung von Sir William Chambers nach England. Neben der malerischen Ausstattung englischer Landsitze liegt sein Hauptverdienst in der Tätigkeit als Kupferstecher (Blätter für Anton Domenico Gabbianis "Cento pensieri" [1762] und für die Memoiren

CirceKirke

Clamecy, Jean De
(15. Jh.). Franz. Architekt. Errichtete den Herzogspalast in Nevers I.

Clerisseau, Charles-Louis
(1712-1820). Französischer Zeichner und Architekt des Klassizismus, übte durch seine Schüler und Gönner , wie Chambers, Robert Adam (Adam, Robert) und James Adam (Adam, Robert) sowie Jefferson, Thomas grossen Einfluss aus. Er fertigte auch Entwürfe (nicht ausgeführt) für Katharina d. Grosse an. Seine Bauten, z.b. der Justizpalast in Metz (1776-89) wirken einfallslos.

Cleve, Herzog Philipp von
Graf von der Mark, Herr zu Winnental und zu Ravenstein. Von 1456-1527/28 Schloss Winnental. Inhaber hoher militärischer Ämter in kaiserlichen und französischen Diensten, u.a. Oberster Feldhauptmann des burgundisch-österreichischen Heeres. Er schrieb vor 1516 sein auf realen Erfahrungen beruhendes "Kriegsbuch", das sich sowohl mit dem Krieg zu Lande und zur See als auch mit organisatorischen und ökonomischen Fragen der Kriegführung und speziellen Problemen der Feldartillerie beschäftigt. Das "Kriegsbuch"

Clodion
(eigentl. Claude Michel). * 20.12.1738 in Nancy, + 28.3.1814 in Paris. Französischer Bildhauer, einer der führenden Vertreter der Kleinkunst des Rokoko. Ab 1755 war er Schüler von Lambert Sigisbert Adam und Jean-Baptiste Pigalle und ging 1762-71 nach Rom, wo er mit Kleinplastiken und Reliefs erste Erfolge hatte. Die antike Kunst lieferte ihm die Vorlagen für seine Terrakottaarbeiten und Marmorarbeiten, zu denen neben Satyrn, Nymphen und Bacchantinnen auch Vasen und Dekorationen vieler Pariser Palais zählen. In seinem Werk, dessen Blütezeit mit der Revolution zu Ende ging, vereinigte er die antiken Einflüsse mit dem Phantasiereichtum und der Lebensfreude des Rokoko; seine Nymphen und Figurenentwürfe für die Porzellanmanufaktur Sèvres sind kokette, verführerische und graziöse Erfindungen. Clodion schuf nur wenige Grossplastiken, so die Marmorstatue Montesquieus (1779, Versailles, Schlosspark) im Auftrag des Königs.

Clouet, Francois
(1515-1572). Franz. Maler oder Tapisseur. War in Schloss Chambord tätig..

Cochin, Charles-Nicolas d.Ä.
* 29.4.1688 in Paris, + 16.7.1754 in Paris. Französischer Stecher, Sohn des Malers Charles Cochin, Vater von Cochin, Charles-Nicolas d.J.; verlegte sich darauf, Stiche zu historischen oder aktuellen politischen Begebenheiten anzufertigien. Einer seiner ersten Aufträge, "Die Königsweihe Ludwigs XV. in Reims" (1722), gehörte gleich zu den Höhepunkten dieser Gattung; ausserdem schuf er Reproduktionen nach grossen Meistern. So stach er "Die Rückkehr vom Lande" nach Antoine Watteau und "Die Wäscherin" nach Jea

Cochin, Charles-Nicolas d.J.
* 22.2.1715 in Paris, + 29.4.1790 in Paris. Französischer Stecher und Radierer, Sohn von Cochin, Charles-Nicolas d.Ä., erhielt seine Ausbildung in der Werkstatt des Vaters und arbeitete seit 1735 selbständig. Er wurde am Hof Ludwigs XV. Zeremonienmeister der "Menus-Plaisirs", 1757, nach seiner Erhebung in den Adelsstand, avancierte er zum "Dessinateur et graveur des menus-plaisiers et censeur royal". Seine Aufgabe bestand in erster Linie darin, die höfischen Zeremonien bildlich festzuhalten. So schuf er

Cochin, Nicolas
* 18.10.1620 in Troyes, + 1686 in Paris. Französischer Maler, Halbbruder von Cochin, Noel, spezialisiert auf militärische Szenen, arbeitete vermutlich seit 1640 in Paris, wo er grosses Ansehen genoss. Berühmt wurde er in erster Linie durch die Mitarbeit am militärisch-patriotischen Werk des Feldmarschalls Sébastien Beaulieu, das die Taten Ludwigs XIV. illustrierte und für das er eine Reihe von Stadtansichten, Schlachtenszenen und Belagerungsszenen schuf. Cochin arbeitete im Stil von Jacques Callot, der wahrscheinlich auch sein Lehrer war. Er reproduzierte u.a. nach Paolo Veronese, Albrecht Dürer und vor allem Rembrandt, dessen Werk er als einer der ersten in Frankreich bekannt machte.

Cochin, Noel
* 22.6.1622 in Troyes, + 1695 in Venedig. Französischer Landschaftsmaler, Halbbruder von Cochin, Nicolas. 1670 ging er nach Venedig, wo er bis zu seinem Tod arbeitete. Neben Bühnenbildern und religiösen Themen, die er radierte, sind aus dem Jahr 1691 Radierungen nach Werken aus der Gemäldesammlung der Carola Catherina Patin erhalten.

Cock van Aelst, Pieter d.Ä.Coecke van Aelst, Pieter d.Ä.

Cock van Aelst, Pieter d.J.Coecke van Aelst, Pieter d.J.

Cockerell, Charles Robert
* 27.4.1788 in London, + 17.9.1863 in London. Englischer Architekt und Archäologe. Er begann mit 16 Jahren eine Ausbildung bei seinem Vater, dem Architekten Cockerell, Samuel Pepys, und arbeitete 1809 als Gehilfe von Smirke, Sir Robert am Bau des Covent-Gardens-Theaters mit. 1810-16 folgte eine Reise u.a. nach Griechenland, wo er gemeinsam mit dem Deutschen von Hallerstein, Karl Haller von 1811 die Giebelskulptur des Aphaiatempels auf Ägina (heute München, Glyptothek, Ägneten) entdeckte und an Ausgrabungen des Apollon-Epikurios-Tempels in Bassai beteiligt war. Sein Ruf als klassischer Archäologe festigte sich weiter durch seine Arbeiten an den Tempeln von Agrigent und Syrakus auf Sizilien (1812), auf dem Pelopennes (1813), Kreta und dem Archipelagos (1814). Er kehrte 1817 nach London zurück und trat mit Rekonstruktionsplänen der von ihm mitentdeckten Tempel und mit archäologischen Tafelwerken hervor. Cockerell blieb in seiner Laufbahn als Architekt stets klassischen Idealen verbunden, ohne jemals akademisch-trocken zu sein, und war - nicht zuletzt als Inspektor der St. Paul`s Cathedral - auch vom englischen Barock beeinflusst (vor allem von Wren, Sir Christopher, Vanbrugh, Sir John, Nicholas Hawksmoor). Seine Bauten zeichnen sich durch überlegten Einsatz antiker Details, wie der Säulenordnung von Bassai, subtile Materialbehandlung und besonders durch grosszügige, aber ausgewogene skulpturale Dekoration aus, so auch seine Hauptwerke: das Ashmolean Museum in Oxford (1839-40), die Universitätsbibliothek in Cambridge (1836-37, nur zum Teil ausgeführt) und die Filialen der Bank of England in Manchester, Liverpool und Bristol. Dazu treten einige unbedeutende Entwürfe im Stil der Tudorgotik (Tudorstil). Cockerell gehörte vielen berühmten Institutionen an, darunter der Londoner Royal Academy.

Cockerell, Samuel Pepys
(1754-1827). Begann zusammen mit Nash, John im Architektenbüro von Taylor, Sir Robert. Cockerell wurde leitender Achitekt vieler grosser Bauvorhaben, so bei Bauten der East India Company, der Admiralität, an der St. Pauls Kathedrale und dem Findelhaus in London; berühmt machte ihn jedoch sein phantasievoller Landsitz Sezincote (1803), das erste Bauwerk im indischen Stil in England. In anderen Bauten zeigen sich französische Einflüsse, die aber in selbständiger Weise weiterentwickelt wurden, wie bei dem Westturm von St. Anne, Soho, in London. 1792 stellte er die Kirche in Tickincote im normannischen Stil wieder her und nahm damit den Restaurierungsgedanken des 19. Jhs. vorweg.

Coducci, Mauro di MartinoCodussi, Mauro di Martino

Codussi, Mauro di Martino
(ca. 1440-1504). Führender venezianischer Architekt des späten 15. Jhs. Geboren in Lenna bei Bergamo, liess sich gegen 1469 in Venedig nieder und vereinigte in seinen Werken (wie sein Rivale Lombardo, Pietro, aber weniger erfolgreich den venezianisch-byzantinischen Stil, der durch reiche Flächendekoration und geheimnisvolle Raumwirkungen gekennzeichnet ist, mit der Renaissance. Sein erstes bekanntes Werk ist S. Michele in Isola (ca. 1468-80), die erste Renaissance-Kirche Venedigs. Ihre Fassade geht Albertis (Alberti, Leon Battista) Tempio Malatestiano zurück, schliesst aber mit einem halbkreisförmigen Giebel venezianisch-byzantinischer Herkunft ab. Zwischen 1480 und 1500 vollendete Codussi die Kirche S. Zaccaria, gegliedert von zahlreichen Geschossen mit Säulen und Nischen und antikisierender Ornamentik in höchst unklassischer Überfülle. S. Giovanni Crisostome (1497-1504), die erste Kirche mit zentriertem Grundriss in Venedig, ist verhaltener. Codussis bedeutendster Profanbau ist der Palazzo Vendramin-Calgeri (ca. 1500) mit Rundbogenfenstern und reicher Marmorverkleidung.

Coecke van Aelst, Pieter d.Ä.
* 14.8.1502 in Aelst, + 6.12.1550 in Brüssel. Flämischer Maler, Bildhauer, Architekt, Grafiker und Kunstschriftsteller, Vater von Coecke van Aelst d.J., Pieter. Im Anschluss an seine Lehrzeit bei Barend van Orley in Brüssel hielt er sich in Italien auf, 1527 trat er der Lukasgilde in Antwerpen bei, und noch vor 1533 ernannte ihn Karl V. zum Hofmaler, in dessen Auftrag er nach Konstantinopel reiste, wo die Skizzen zu seinen 1553 erschienenen sog. Türken-Holzschnitten entstanden. Aus seiner Arbeit als Bildhauer und Baumeister sind die Figur des Riesen "Antigonus" (Antwerpen) sowie Fragmente dekorativer Renaissancearchitektur erhalten. Als Maler zählt Coecke van Aelst, dem vornehmlich religiöse Sujets zugeschreiben werden, zu den niederländischen Vertretern des Romanismus ("Das Abendmahl", 1531, Brüssel, Musées Royaux des Beaux-Arts). In seinen Bildern gehen die realistische Figurengestaltung der flämischen Malerei und eine an Leonardo da Vinci geschulte Ausgewogenheit des Bildaufbaus eine Verbindung ein. Er schuf auch Entwürfe für Tapisserien (z.B. zu "Die sieben Todsünden", 1537-50, Wien, Kunsthistorisches Museum). Bedeutung gewann Coecke van Aelst auch durch seine Übersetzungen der architekturtheoretischen Abhandlungen von Vitruv (1539 erschienen) und Serlio, Sebastiano (1546 und 1553), die ein den Niederlanden einen wesentlichen Anstoss zur künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Gedankengut der Renaissance gaben.

Coecke van Aelst, Pieter d.J.
* vor 1527 in Antwerpen (?), + 9.11.1559. Flämischer Maler und Zeichner, Sohn von Coecke van Aelst, Pieter d.Ä.. Er war Mitglied der Antwerpener Lukasgilde. Vermutlich nach 1552 entstanden auf einer Frankreichreise eine Reihe von Architekturskizzen, so von Schloss Anet. Wahrscheinlich war er Lehrer von Gillis van Coninxloo.

CogneauCoqueau, Jacques

Colin, Alexander
* 1527 oder 1529 in Mecheln, + 17.8.1612 in Innsbruck. Niederländischer Bildhauer des Manierismus. Ein Vertrag von 1558 dokumentiert seine Verpflichtung für Bildhauerarbeiten am Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses (Heidelberg Heidelberg I), für das er das wahrscheinlich astrologisch zu deutende Figurenprogramm an der Fassade schuf. Die Formgebung der Figuren zeigt die typisch niederländische Version des Manierismus. Über Mecheln gelangte er nach Innsbruck, wo er zahlreiche Aufträge für das Kaiserhaus erhielt, so vor allem die Vollendung der Grabmalsanlage Maximilians I. in der Hofkirche, darunter die prächtigen Reliefs am Kenotaph des Kaisers. Für Kaiser Ferdinand I., dessen Gemahlin Anna und Kaiser Maximilian II. schuf er im Prager Dom ein Grabmal (1564 bis 1589). Die Gisants von Ferdinand und Anna, für die es zunächst geplant war, ruhten auf der Marmortumba - an den Seiten wappenhaltende Engel, vorne der auferstandene Christus über Schlange und Totenkopf. Das 1573 vollendete Monument wurde unter Kaiser Rudolf II. erweitert, um auch die Liegefigur seines Vaters Maximilian aufnehmen zu können, und 1589 in der Mitte des Veitsdoms aufgestellt. Colins Ruhm begründeten auch weiterhin seine Grabmäler, beachtenswert vor allem das für Hans Fugger (1584 bis 1587; heute in St. Ulrich, Innsbruck).

Colle, Raffaello dal
* um 1500 in Colle bei Borgo Sansepolcro, * 17.11.1566 in Borgo Sansepolcro. Italienischer Maler der Spätrenaissance, gehörte neben Giovanni da Udine zur Malerwerkstatt Raffaels in Rom. 1521 bestellte in Romano, Giulio zu seinem Hauptgehilfen bei der Ausmalung der Sala die Costatino im Vatikan. Seine Hauptwerke, die sich bereits dem Manierismus nähern, schuf er im Auftrag des Herzogs von Urbino in Pesaro (Dekoration der Imperiale-Villa Pesaro, 1524) und in Gubbio (Kirche des Olivetanerordens, 1546).

Collino, Ignazio Secondo Maria
* 1724 in Turin, * 26.12.1793 in Turin. Italienischer Bildhauer. Nach einer ersten künstlerischen Ausbildung in Turin erhielt er ein Stipendium und ging 1748 nach Rom, wo er bei Giovanni Battista Maini entscheidende Einflüsse empfing. 1760 wurde er Mitglied der Accademia di S. Luca und arbeitete fortan vorwiegend für den Turiner Hof. 1763 erfolgte seine Ernennung zum königlichen Bildhauer, 1768 kehrte er nach Turin zurück. Hier entstanden in Zusammenarbeit mit seinem Bruder Filippo im Auftrag des Hofs seine wichtigsten Arbeiten, so sein wohl repräsentativstes Werk, das Grabmal für Carlo Emanuele I. von Savoyen in Vicoforte. Werke wie die Marmorskulptur "Aktäon" (um 1770, Stupinigi, Palazzino di caccia) verdeutlichen besonders gut die stilistische Stellung Collinos zwischen Barock und Klassizismus. Er ging mit ihnen eine Synthese ein zwischen idelalen antiken Motiven bzw. Typen und noch vereinzelt durchbrechender barocker Formgestaltung.

Colomba, Luca Antonio
(* 19.11.1674 Arogno † 22.12.1737 Arogno), Maler. Colombas Tätigkeit vor seiner Ludwigsburger Zeit ist nur lückenhaft überliefert. Nach seiner Lehrzeit in Passau arbeitete er im Burgenland, in Niederösterreich und in Mähren, wo er 1708 zusammen mit Corbellini an der Ausstattung der Kirche in Polna bei Iglau mitwirkte. Er scheint in Wien und in Prag ansässig gewesen zu sein, wo allerdings keine Werke Colombas überliefert sind. Wohl von Prag aus wurde er 1710 oder 1711 nach Ludwigsburg Krs. Ludwigsburg engagiert. Darüber hinaus war Colomba an vielen Orten des deutschen Südwestens tätig, so in Biebrich II, in Idstein II, in Schloss Favorite Mainz, in Ettlingen und schließlich 1735 im Palais Thurn und Taxis Frankfurt in Frankfurt am Main.

Colonna, Angelo Michele
* 1600 in Rovenna (Provinz Como), + 11.3.1687 in Bologna. Italienischer Barockmaler. Schüler von Gerolamo Capreras und Gabriele Ferantinis, erhielt bereits mi 16 Jahren eigene Aufträge. Ab 1626 war er selbständig und arbeitete u.a. an den Fresken für die Fassade und den grossen Saal des Grimaldi-Palazzo mit. Anschliessend war er an der Ausschmückung des Pitti-Palazzo in Florenz beteiligt und führte ab 1628 unter der Leitung von Diego Velásquez Arbeiten im Alcázar von Madrid (Real-Palacio) aus.

Commens, Architekt
Stammt aus Düsseldorf. War am Bau von Schloss Falkenburg Krs. Oppeln I beteiligt.

Contino, Antonio di Bernardino
* 1566 in Lugano, + Juli 1600 in Venedig. Italienischer Steinmetz und Architekt. 1588-91 arbeitete er unter der Leitung seines Onkels Tomaso Contino den Bau des Staatsgefängnisses. Nach eigener Planung schuf er um 1600 die zum Gefängnis führende sog. Seufzerbrücke.

Convidi, Ascanio
* um 1525 in Ripatransone (Marche), + 10.12.1574 in Ripatransone. Italienischer Maler, Bildhauer und möglicherweise auch Architekt. Schon als jugendlicher kam er nach Rom, wo er Schüler Michelangelos wurde. Seit 1556 ist er wieder in Ripatransone nachweisbar, wo ihm in der Carmine-Kirche hypothetisch einige Fresken und in der Kirche S. Caterina eine Reihe sehr mittelmässiger Tafelbilder zugeschrieben werden. Condivi, von dem auch einige Medaillen stammen, verdankt seine Berühmtheit jedoch der in erster Ausgabe 1553 bei Antonio Blado in Rom erschienenen Michelangelo-Biographie - zum Teil wohl von Michelangelo selbst diktiert.

Conze, Alexander
Am 10.12.1831 in Hannover geboren. Seit 1863 lehrte er an der Universität Halle. 1869 ging er nach Wien, wo er die Keramik als Leitform archäologischer Chronologie entdeckte. 1873-75 leitete Conze die österreichischen Grabungen auf Samothrake. Die Publikation dieser Forschungen gilt als der erste Ausgrabungsbericht im modernen Sinne; er wurde erstmals durch fotographische Aufnahmen ergänzt. 1877 wurden Conze zum Direktor der Berliner Antikensammlung ernannt. 1878 beauftragte er Humann, Carl mit der Leitung der Ausgrabungsarbeiten in Pergamon. Es gelang ihm, den berühmten Pergamonaltar für Berlin zu erwerben. Conze starb am 19. Juli 1914 in Berlin.

Coqueau, Jacques
(Auch Coquereau, Quoqueau, Cogneau). Gest. 1569. Französischer Werkmeister, vielleicht aus Amboise. 1524 wurde er zum ersten Mal erwähnt, seit 1527 war er in Chambord tätig, wo er 1533 als Leiter des Schlossbaus die Laterne des Donjons schuf, auch die Kapelle und die zahlreichen dekorativen Schornsteine werden ihm zugeschrieben. Etwas später war er Maurermeister des Königs. Seit 1549 leitete er den Schlossbau in Blois, 1556/57 arbeitete er mit P. Delorme, Philibert in Chenonceaux.

Coques, Gonzales
(auch Gonsalo, Gonsael Cocks, Cox). * 8.12.1614 in Antwerpen, + 18.4.1684. Niederländischer Porträtmaler, Schüler von Pieter Bruegel d.J. (Höllenbruegel) und David Ryckaerts, dessen Schwiegersohn er wurde. Coques wurde Bildnismaler sowohl der patrizischen Bürgerschaft als auch ausländischer Souveräne, wie z.B. des Kurfürsten von Brandenburg. Ausserdem war er Anreger der Mode, kleinformatige Bilder zu maler, auf denen alle Mitglieder einer Familie versammelt sind, z.B. "Versammlung einer Familie" (Paris, Mus

Corbellini, Giacomo Antonio
(* um 1674 Laino † 30.12.1742 Laino), Stuckateur und Marmorierer. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts war Corbellini als Stuckateur in Mähren tätig, u.a. in Neu-Pernstein, Znaim und Polna, hier zusammen mit Colomba. Von Ossegg in Böhmen aus kam er 1715 oder 1716 nach Ludwigsburg Krs. Ludwigsburg, wo er sich in der Folge ausschließlich mit Mamorierarbeiten beschäftigte. Wie die Brüder Carlone war Corbellini in den zwanziger und dreißiger Jahren an der Ausstattung der Abtei Weingarten und der Residenz Ansbach I beteiligt.

Cordemoy, J. L. de
(17./18. Jh.). Französischer Theoretiker des frühen Klassizismus. Man weis von ihm nur, dass er Priester (Prios von St-Nicolas in La-Ferte-sous-Jouarre) war. Er ist nicht, wie manchmal behauptet wird mit L.G. de Cordemoy (1651-1722) identisch. In seinem "Nouveau traite de toute l`architecture" (1706) vertrat er als erster die Ansicht, dass in der Architektur Gediegenheit und Einfachheit zu herrschen haben, und betonte besonders, dass die Bestimmung eines Gebäudes in der Form zum Ausdruck kommen müsse

Corfey, Lambert Friedrich
Architekt und Ingenieur, geb. 11.10.1668, gest. 18.2.1733 in Münster. Ebenso wie viele seiner Künstlerkollegen war Lambert Friedrich Corley Architekt und Militär. Deshalb vereinte er in seiner Person die Titel des Fürstlich Münsterschen Generalmajors, des Chefs der Artillerie und des Baudirektors der Stadt. Das von Johann Conrad Schlaun entworfene Grabmal Corfeys befindet sich in der von Corfey errichteten ehemaligen Dominikanerkirche in Münster. Wichtige Werke: Schloss und Loreto-Kapelle Drensteinfurt, Haus Venne in Drensteinfurt-Mersch, Domprobstei Münster.

Corradini, Antonio
* Ende 17. Jh. in Este, + 12.8.1752 in Neapel. Italienischer Bildhauer. Nach seiner Ausbildung bei Antonio Tarsia in Venedig arbeitete er zunächst unter dessen Leitung an der Fassade von S. Eustachio. 1720 schuf er im Auftrag der Signoria von Venedig die Dekorationen für den Bucentoro, das neue Staatsschiff, 1725 die Figur einer "Prudentia" für den Arco Foscari. Arbeiten in mehreren oberitalienischen Städten machten seinen Namen bald bekannt und brachten ihm Aufträge u.a. um 1730 in Wien, wo er nach Entwü

Cortes, Hernan
Geb. 1485 in Medellín - 2.12.1547 bei Sevilla. Spanischer Conquistador. Entstammte dem niederen Adel. Er ging 1504 nach Haïti und schloss sich 1511 dem Eroberer Kubas Diego de Velásquez an, der ihn 1519 zur Eroberung von Mexiko aussandte, aber auf die raschen Erfolge Cortes' neidisch war. Der Aztekenherrscher Moctezuma II. unterwarf sich am 8.11.1519. Um seinen Feinden zuvorzukommen, zog Cortes 1520 zur Küste und schlug sie vernichtend. Die durch ein sinnloses Gemetzel empörten Azteken erhoben sich in Tenochtitlán und zwangen ihn zum Rückzug. Er verlor die noch nicht abtransportierte Beute, alle Pferde und Geschütze sowie die Hälfte seiner Leute in der Nacht zum 1.7.1520. Dennoch siegte er bald darauf erneut, eroberte 1521 Mexiko nach harter Belagerung zurück, wobei Zehntausende Azteken ihr Leben verloren, die Hauptstadt in Flammen aufging und unschätzbare Kulturgüter vernichtet wurden. Karl V., dem Cortes Proben indianischer Kunstwerke für die berühmte Ausstellung in Brüssel sandte, ernannte Cortes 1522 zum Statthalter und Generalkapitän von "Neu-Spanien'" Cortes unternahm weitere Eroberungszüge, wurde aber wegen seiner Übergriffe gegen Spanier angeklagt und musste sich in Spanien 1528 verteidigen. Zwar erhielt er den Titel eines Marqués del Valle de Oaxaca, verlor aber die Statthalterwürde und musste sich seit 1530 mit dem Generalkapitanat begnügen. Er entdeckte 1535 die Halbinsel Kalifornien, wurde 1540 erneut nach Spanien gerufen und nahm am Feldzug gegen Algier 1541 teil. Sein Versuch, den Ostasienhandel über Mexiko zu leiten, scheiterte an nautischen Schwierigkeiten. Mit der Beseitigung der indianischen Herrscher in Mittelamerika sowie der Unterjochung ihrer Gebiete und Untertanen festigte er das spanische Kolonialreich. Cortes hinterliess zahlreiche Briefberichte an den Kaiser Karl V.

Cortona, Pietro da
(Eigentlich Pietro Berrettini, geb. 1.11.1596 in Cortona - 16.5.1669 Rom). Italienischer Maler, Architekt und Baumeister, wurde in der Baukunst des römischen Barock nur von Bernini, Gianlorenzo übertroffen. Geboren in Cortona als Sohn eines Steinmetzen, lernte bei dem wenig bekannten Maler Commodi, ging mit ihm um 1612 nach Rom und liess sich dort nieder. Er kann in der Architektur allenfalls eine oberflächliche Ausbildung erhalten haben. Zuerst wurde er von der Familie Sacchetti gefördert, für die er die Villa del Pigneto (1626 bis 36, heute zerstört) - eine Markstein im Villenbau - entwarf, dann von Kardinal Francesco Barberini und dessen kultiviertem Kreis. Von nun an erhielt er Aufträge für Bauten mitsamt Ausmalung. Sein erstes bedeutendes Bauwerk, SS. Martina e Luca in Rom (1635-50) ist auch die erste grosse, sehr persönliche und vollkommen homogene Barockkirche. Sie ist ein einheitlicher, plastisch durchgestalteter Organismus mit einem einzigen dynamischen, alles durchdringenen Grundthema. Besonders bemerkenswert ist die lebendige Wirkung der grossen Wandflächen, die von kolossalen Säulen aufgelockert werden. Diese Säulen sollen nicht, wie in der Renaissance, Seitenaltäre umrahmen oder den Raum klar gliedern, sondern die Plastizität des Raumes erhöhen. Die Dekoration ist überreich, manchmal exzentrisch (z.b. die wildgeschwungenen Formen der Kassettierung der Kuppel), hie und da vom florentinischen Manierismus beeinflusst. Im Gegensatz zu Bernini verzichtet Cortona ganz auf Figurenschmuck und Farben, seine Innenräume sind mit Ausnahme der Deckenmalereien weiss. Die konkaven und konvexen Formen der Fassade von S. Maria della Pace in Rom (1656-57) sind typisch barock. Individueller ist seine szenische Gestaltung der Piazza vor der Kirche, die er wie den Zuschauerraum eines Theaters behandelt hat: die Seitenportale der Kirche sind wie Bühnentüren, die den Platz flankierenden Häuser die Logen. Die allmähliche Ausschaltung manieriestischer Stilelemente und das Streben nach römischer Einfachheit, Würde, Monumentalität werden in der Fassade von S. Maria in via Lata in Rom (1658-62) sichtbar. Ein Vergleich zwischen seinen Früh- und Spätwerken veranschaulicht seine Entwicklung vom Exzentrischen und Komplizierten, von überschäumender Dekorationslust zu ruhiger klassischer Grossartigkeit, wie sie besonders in der Kuppel von S. Carlo al Corso in Rom (beg. 1668) zum Ausdruck kommt. Die meisten seiner grösseren, ehrgeizigeren Entwürfe wurden nicht verwirklicht (Chiesa Nuova di S. Filippo in Florenz; Palazzo Chigi in Rom; Louvre in Paris). Obwohl er als Architekt ebenso bedeutend war wie als Maler, betrachtete er selbst die Architektur nur als Zeitvertreib. Cortona ist Schöpfer beispielhafter illusionistischer Deckenmalereien, die alle Grenzen zwischen realen und fiktiven Räumen scheinbar aufheben. Er schuf die Fresken in den Palazzi Pamfili und Barberini (Rom) und im Palazzo Pitti (Florenz).

Cossa, Francesco del
* 1435 oder 1436 in Ferrara, + 1477 oder 1478 in Bologna. Italienischer Renaissancemaler. Einer der drei Hauptmeister der Schule von Ferrara. Cossa stammte aus einer Künstlerfamilie, wurde 1456 erstmals im Zusammenhang mit der Bezahlung für die Arbeit an drei Halbfiguren am Hochaltar des Doms zu Ferrara erwähnt. Die um 1475 geschaffene "Allegorie des Herbstes" (Berlin, Staatliche Museen, Gemäldegalerie) zeigt in der plastischen Monumentalität der Figurenauffassung den Einfluss von Andrea Mantega, in der kri

Cottar, PierreCottart, Pierre

Cottard, PierreCottart, Pierre

Cottart, Pierre
(auch Cottar, Cottard). Tätig 2. Hälfte 17. Jh. Französischer Architekt, Kupferstecher und Radierer des Barock. Von seinen Lebensdaten ist weiter nichts bekannt. Er errichtete um 1650 das Amelot-de-Bisseuil-Hotel in Paris, die Kapelle und das Spital de la Merci (von Germain Boffrand vollendet), 1655-74 das Rathaus in Troyes und etwa zur gleichen Zeit das Schloss Villacerf bei Troyes. Seine Schriften (vor allem "Recueil de plusieurs pièces d`architecture, qui sont à Paris", Paris 1648; "Recueil de pl

Cotte, Robert de
(1656-1735). Französischer Architekt des frühen Rokoko, massgeblich beteiligt an der Ausbreitung des französischen Architekturstils und Dekorationsstils (Regence), besonders in Deutschland. Er begann unter seinem Schwager Hardouin-Mansart, Jules der ihm seine Stellung begründen half und dessen Nachfolge als "premier architecte du Roy" er 1709 antrat. Von 1700 an baute er viele Pariser Hotels, deren wichtigste erhalten sind: das Hotel de Bouvallisa (ca. 1717) und das von ihm umgebaute Hotel de la

Coudray, Clemens Wenzel
* 23.11.1775 in Ehrenbreitstein, + 4.10.1845 in Weimar. Deutscher Architekt, studierte Archictektur in Leipzig, Dresden und Berlin und ging 1800-04 nach Paris, 1804-05 nach Rom. 1816 wurde er Oberbaudirektor in Weimar, wo er, zum Teil in Zusammenarbeit mit Johann Wolfgang von Goethe, eine Reihe klassizistischer Bauwerke schuf, z.B. das Theater (1825). Ferner war er für die Dekorationen der Dichterzimmer im Residenzschloss Weimar I und die Entwürfe für das Pentazonium Vimariense verantwortlich.

Courtonne, Jean
Französischer Architekt. Errichtete ab 1721 das Matignon-Hotel in Paris.

Coustou, Guillaume d.Ä.
* 25.4.1677 in Lyon, + 20.2.1746 in Paris. Französischer Bildhauer am Übergang von Barock zum Rokoko, Bruder von Coustou, Nicolas und Schüler sowie Mitarbeiter seines Onkels Coysevox, Antoine. 1697-1703 lebte er als Stipendiat in Rom. 1704 wurde er Mitglied der Académie des Beaux-Arts, zu deren Direktor man ihn schliesslich 1735 ernannte. Er arbeitete wie sein Bruder hauptsächlich für die königlichen Schlösser und Gärten. Besonders bekannt sind seine beiden elegant konturierten, temperamentvoll bewegten Rossebändige-Gruppen für Schloss Marly-Le-Roi (jetzt im Eingang zu den Champs-Eleysées in Paris). Neben einer Vielfalt von Porträtbüsten schuf er auch Bronzeplastiken, z.B. den "Flussgott Rhone" (heute im Rathaus von Lyon); die Liegefigur ist das Pendant zur "Saone" von Nicolas Coustou. Die Gruppe war für den von Robert de Cotte entworfenen Sockel der bereits 1691 gegossenen Reiterstatue Ludwigs XIV. auf der Place Bellecour in Lyon bestimmt, wurde 1714 in Auftrag gegeben und 1721 aufgestellt. Im monumentalen Anspruch verrät sie ihren Zusammenhang mit den Plastiken des 17. Jh., die sie jedoch zum Eleganten hin modifiziert.

Coustou, Guillaume d.J.
* 19.3.1716 in Paris, + 13.7.1777 in Paris. Französischer Bildhauer des Rokoko, Sohn und Schüler von Coustous, Guillaume d.Ä., dessen hochbarocke Tendenzen er völlig aufgab, um sich rein der Formensprache des Rokoko zuzuwenden. 1735-40 hielt er sich zu künstlerischen Studien in Rom auf, ohne jedoch stärker von der antiken Plastik beeinflusst zu werden. Unter einer ganzen Reihe von Werken (von der antiken Plastik beeinflusst zu werden. Unter einer ganzen Reihe von Werken (vorwiegend für französische königliche Bauten) ragen vor allem die zierlich bewegten Mars-Skulpturen und Venus-Skulpturen hervor, die er im Auftrag Friedrichs II. für dessen Schloss Sanssouci geschaffen hat.

Coustou, Nicolas
* 8.1.1658 in Lyon, + 1.5.1733 in Paris. Französischer Barockbildhauer. Wie sein Bruder Coustou, Guillaume d.Ä. Schüler seines Onkels Coysevox, Antoine, in dessen Werkstatt er 1677 eintrat. Ausserdem verbrachte er eine dreijährige Ausbildungszeit (1683-86) als Stipendiat in Rom. 1693 wurde er Mitglied der Académie, zu deren Kanzler er es 1733 brachte. Bekannt wurde er durch monumentale Marmorgruppen, häufig mit mythologisierender Thematik, so vor allem die Parkplastiken für Versailles und Schloss Marly-Le-Roi (1701-10, jetzt im Tuileriengarten in Paris), die Statue "Ludwig XV. als Jupiter" und die "Pieta" von 1725 in Notre-Dame in Paris. In den eleganten Formen und wirkungsvollen Konturen seiner Figuren vereinte er das theatralische Pathos barocker Hofkunst mit der Anmut des Rokoko zu einem dekorativen Gesamteindruck.

Couven, Johann Joseph
* 10.11.1701 in Aachen, + 12.9.1763 in Aachen. Deutscher Architekt. Hauptvertreter einer in der Mitte des 18. Jh. die Baukunst in Lüttich und Aachen beherrschenden Richtung, die Einflüsse der französischen Architektur, vor alles des Régence, zu einem eigenen, äusserst dekorativen Rokokostil modifizierte. Am bedeutendsten sind seine Paläste und Bürgerhäuser, so das des Aachener Bürgermeisters Wespien (1734-37), sowie die Jagdschlösser für Karl Theodor von der Pfalz in Düsseldorf (1748) und den Fürstbischof von Lüttich in Maaseyk. Auch seine Sakralbauten, z.B. die Abteikirche St. Johann in Burtscheid (1735-36), sind von hoher baukünstlerischer Qualität.

Covarrubias, Alonso de
(geb. um 1488 in Torrijos - nach 2.3.1564 oder 1570). Spanischer Bildhauer und Baumeister (Architekt), arbeitete als Bildhauer in einerm klaren Frührrenaissancestil (Renaissance), bei konstruktiv bedingten Bauteilen hielt er jedoch an der gotischen Tradition fest. Gilt als bedeutendster Meister des reifen plateresken Stils, von dessen kleinteiligen Formen er sich in seinen letzten Arbeiten löste und zum Desornamentadostil Herreras (Herrera, Juan de) überging. Tritt erstmals 1512 als einer der neun Gutachter für die Kathedrale von Salamanca in Erscheinung, was beweist, dass er schön früh anerkannt war. Seit 1515 arbeitete er an der Ausstattung der Kathedrale von Sigüenza. 1520 leitete er den Wiederaufbau der Capilla de la Trinidad in der Kathedrale von Toledo; 1524 errichtete der das Grabmal von F. de Rojas in der Kirche S. Andres in Toledo. Von der Piedad-Kirche in Guadalajara (1526) stehen nur noch Ruinen, doch die Capilla de Reyes Nuevos in der Kathedrale von Toledo (1531-34), ein reizvolles Werk, ist vollkommen erhalten. Etwa um 1530 errichtete er die schöne Treppenanlage des Erzbischöflichen Palastes in Alcala und die Sakristei in Sigüenza (1532-34) mit einem reichgestalteten Tonnengewölbe. Er war Baumeister (1534 wurde er nach einem Wettbewerb zum Bau der Capilla de los Reyes Nuevos zum Dombaumeister ernannt) der Kathedrale von Toledo. 1537 errichtete er das Johannesportal der Schatzkapelle in der Kathedrale von Toledo und wurde von Karl V. zum Hofarchitekten ernannt. Zu Covarrubias "Hauptbauten" zählt der Alcazar von Toledo (Erweiterungsbauten) mit idealer Vereinigung Burg und Palast; Hallen und Fassaden des Johanneshospitals in Toledo (Entwurf 1542) und der Palast der Erzbischöfe von Toledo (heute Archiv) in Alcalá de Henares.

Cox, GonsaelCoques, Gonzales

Coypel, Antoine
* 11.4.1661 in Paris, + 7.1.1722 in Paris. Französischer Maler, Zeichner und Stecher, Vorläufer der Rokokomalerei, ältester Sohn von Coypel, Noel, Vater von Coypel, Charles-Antoine und berühmtes Mitglied dieser Malerfamilie. Sein Werk baut auf dem klassischen Stil etwa von Charles Le Brun auf und weist aufdie Malweise von Antoine Watteau voraus. Mit elf Jahren war Antoine Coypel Schüler seines Vaters in Rom, der dort die Académie de France leitete. Er blieb bis 1676 in Rom und arbeitete u.a. bei Giovanni Lorenzo Bernini. Seine Aufnahmearbeit 1681 für die Pariser Académie war "Der glorreiche Ludwig XIV. nach dem Sieg von Nimwegen" (Montpellier, Musée Fabre). 1710 ernannte ihn der König als Anerkennung für sein Hauptwerk, das Deckenfresco in der Schlosskapelle von Versailles, zum Direktor der königlichen Gemäldesammlung. 1714 wurde er Direktor der Académie, 1717 Hofmaler. Freskomalerei und Tafelmalerei stehen in Antoine Coypels Werk gleichrangig nebeneinander und weisen ihn als vorzüglichen Koloristen aus, der sich im Streit zwischen den Anhängern von Nicolas Poussins und Peter Paul Rubens auf die Seite der "Rubenisten" gestellt hatte. Freskomalereien von Antoine Coypel befinden sich u.a. im Schloss Choisy-Chateau und im Schloss Meudon; Tafelgemälde besitzt u.a. das Musée National du Louvre in Paris: "Athalia", "Susanne im Bade", "Esther vor Ahasver". Die Stiche und Teppichentwürfe des Künstlers stellen meist mythologische Themen dar.

Coypel, Charles-Antoine
* 11.7.1694 in Paris, + 14.6.1752 in Paris. Französischer Maler an der Schwelle zum Rokoko, Theaterschriftsteller, Sohn von Coypel, Antoine. Er erreichte 1715 mit dem Bild "Jason und Medea" die Aufnahme in der Académie und erhielt 1722 anstelle seines verstorbenen Vaters Titel und Funktion eines ersten Malers des Regenten. 1726 wurde er Hofmaler der Königin Maria Leszczynska, 1746 Rektor der Académie, 1747 ihr Direktor. Sein wichtigstes Gemälde, "Perseus befreit Andromeda" (Paris, Musée National du Louv

Coypel, Noel
(*25.12.1628 in Paris, + 24.12.1707). Französischer Barockmaler aus dem Kreis um Le Brun, Charles, Vater von Coypel, Antoine und Gründer der Malerdynastie Coypel. Er leitete von 1672-74 die Académie de France in Rom, er war Mitglied der Académie in Paris, später wurde er auch ihr Direktor. Seine Werk besteht aus Entwürfen für die Manufacture des Gobelins in Paris; ausserdem arbeitete er in den Schlössern der königlichen Familie als Freskant. Auch arbeitete er u.a. an der Innenausstattung des Justizpalast Rennes mit. Das Gemälde "Der hl. Jakobus heilt auf dem Richtplatz einen Gelähmten!" (Paris, Notre Dame) ist beispielhaft für seine Werke mit religiösen Themen.

Coypel, Noel-Nicolas
* 17.11.1690 in Paris, + 14.12.1734 in Paris. Französischer Maler, Stecher und Illustrator, Sohn von Coypel, Noel aus zweiter Ehe. Seine Gemälde zeichnen sich durch lebhafte Kompositionen sowie ein modern wirkendes Kolorit aus, für das er die Farben nicht mehr auf der Palette vermischte, sondern direkt auftrug. Er malte Pastelporträts, und 1730 erschienen die damals berühmten Illustrationen zu dem Roman "Die Abenteuer Telemachs" von Francois de Fénelon.

Coysevox, Antoine
(1640-1720). Französischer Bildhauer. Schuf zwei Tiergruppen im Schlosspark von Sceaux. Ausserdem führte er das von Le Brun, Charles konzpierte Grabmal des Marquis de Vaubrun in der Schlosskapelle von Serrant.

Cranach, Lucas d.J.
* 4.10.1515 in Weimar, * 25.1.1586 in Weimar. Deutscher Maler, Sohn von Cranach, Lucas d.Ä. und Bruder von Cranch, Hans, mit dem er in der Werkstatt seines Vaters arbeitete. 1552 übernahm er nach der Niederlassung des Vaters in Weimar Haus und Werkstatt in Wittenberg. Seine besten Leistungen liegen in der Porträtmalerei sowie in der Darstellung, biblischer und mythologischer Themen. Zu seinen wichtigsten Werken gehören: "Die Hofjagd auf Hirsche und Bären" (1540, Cleveland, Museum of Art), der "Jungbrunnen

Crespi, Giuseppe Maria
(gen. lo Spagnuolo). * 16.3.1665 in Bologna, + 16.7.1747 in Bologna. Italienischer Maler und Radierer, Schüler von Carlo Cignani in Bologna, studierte auch die Kunst von Correggio und der Brüder Carracci, von denen er sich bei der Ausstattung verschiedener Palazzi in Bologna anregen liess (z.B. "Götterversammlung" und "Jahreszeiten", 1691, Popoli- Campogrande-Palazzo). Interessanter sind seine eigenständigen Kompositionen; in den religiösen Darstellungen, die den wesentlichen Teil seiner Tätigkeit ausmach

Croce, Baldassare
(auch Croci, dalla Croce, gen. Baldassarino). * 1558 in Bologna, + 8.11.1628 in Rom. Italienischer Maler und Freskant am Übergang vom Manierismus zum Barock. Im Umkreis der Bologneser Manieristen geschult, kam Croce 1575 nach Rom, wo sich sein Stil unter dem Einfluss der Carracci und Guido Renis wandelte. Papst Gregor XIII. betraute ihn mit Dekorationsaufgaben im Vatikan. Ferner arbeitete er in S. Spirito, S. Giovanni in Laterano, in S. Maria Maggiore und in etlichen anderen Kirchen und Palästen Roms und in Viterbo (Comunale-Palazzo Vterbo). Sein Hauptwerk ist die Freskierung von S. Susanna in Rom, wo er mit dem Theatinerpater Matteo Zoccolino, der die Scheinarchitekturen schuf, die Legenden der Titelheiligen ausführte.

Croce, Baldassare dallaCroce, Baldassare

Croci, BaldassareCroce, Baldassare

Cronaca, Simone
Eigentlich Simone del Pollaiuolo. Geb. 30.10.1457 in Florenz - 27.9.1508 Florenz. Italienischer Baumeister der Frührenaissance. Cronaca hielt sich von etwa 1475 bis 1485 in Rom auf und studierte hier vor allem antike Bauwerke, seit etwa 1495 war er als Dombaumeister in Florenz tätig. Am Palazzo Strozzi, einem Hauptwerk von Maiano, Benedetto da, war Cronaca von Anfang an beteiligt (begon. 1489, fortgeführt von Cronaca ab 1497). Das mächtige, die Fassade bestimmende Hauptgesims, sowie die majestätische Hofgestaltung sind Arbeiten von Cronaca nach dem Tode Benedettos (um 1500). Als sein Hauptwerk gelten jedoch S. Salvatore, bzw. S. Francesco al Monte, das schon von Michelangelo wegen seiner edlen Proportionen gerühmt wurde (1504 vollendet). Cronaca war ein Vertreter der von Brunelleschi, Filippo eingeschlagenen Richtung der Renaissance, wie z.B. auch Sangallo, Giuliano.

Crosato, Giovanni Battista
* 1686 in Venedig, + 1758 in Venedig. Italienischer Maler des Rokoko, vorwiegend Freskant. Vom Frühwerk Crosatos, der unter dem Einfluss von Jacopo Amigoni, Sebastiano Ricci, Giovanni Antonio Pellegrini des Bologneser Hochbarock un später auch des jungen Giovanni Battista Tiepolo stand, sind nur noch drei Passionsszenen in S. Marcuola in Venedig erhalten. 1733-36 wirkte Crosato, wohl auf Empfehlung von Filippo Juvara, in Turin und Stupinigi, wobei er den herkömmlichen Motiven der Fresken von Carle van Loos wirkunsgvoll Bauernszenen, Jägerszenen und andere profane Darstellungen entgegensetzte, z.B. im "Opfer der Iphigenie" (Stupinigi, Palazzo di Caccia, Anticamera dell´Appartamento della Regina). Ab 1736 folgte eine Serie der Tugenden im Ca´ Pesaro, 1743-52 Fresken im Ballsaal der Ca´ Rezzonico. Während seines zweiten Turiner Aufenthalts 1740-43 schuf er Fresken für den Reale-Palazzo Turin und die Chiesa della Visitazione und "Mariä Heimsuchung" (Pinerolo, Chiesa della Visitazione). Crosatos Malweise, die stark auf die französischen Maler des 17. Jh. einwirkte, ist der Art von Tiepolo ähnlich, zeigt aber schwerere Formen und sehr helle Farben.

CunaeusCuneo, Gaspare

Cuneo, Gaspare
(auch Khune, Kune, Cunaeus, Cunes - auch Kaspar, Casparo, nachweisbar 1559-1572). Steinmetz, beteiligt an Oels I.

Cunes, CasparoCuneo, Gaspare

CupidoEros

Cuvillies, Francois d.Ä.
(1695-1768). Einer der hervorragensten süddeutschen Rokokoarchitekten. Empfing zwar vom französischen Rokoko Anregungen, doch sind seine Dekorationen viel lebendiger und reicher. Die Amalienburg im Nymphenburger Park in München (1734-39), kann man in ihrer leichten Eleganz, ihrer verfeinerten Anmut als das Meisterwerk der Profanbaukunst des Rokoko bezeichnen. Cuvillies wurde in Soignies-en-Hainaut (Hennegau, Belgien) geboren, trat 1708 in die Dienste des im Exil lebenden Kurfürsten Max Emanuel von Bayern, reiste mit ihm als Hofzwerg durch Frankreich und begleitete ihn 1714 bei seiner Rückkehr nch München. Er begann seine Laufbahn als Militärarchitekt und zeigte so viel Talent, dass er 1720-24 nach Paris geschickt wurde, um dort Architektur zu studieren. 1725 wurde er zusammen mit Effner, Josef als Hofarchitekt in München angestellt. An Stelle von Schlaun, Johann Conrad wurde er 1728 vom Kurfürsten Clemens-August in Köln, dem Sohn Max Emanuels, als Architekt für das Schloss Brühl bei Köln berufen, wo er u.a. den schönen Pavillon Falkenlust entwarf. Sein erstes Werk in Bayern waren die unter Max Emanuel von Effner 1726 begonnenen, 1729 durch einen Brand teilweise zerstörten Dekorationen der "Reichen Zimmer" in der Münchener Residenz (1729-37, 1944/45 teilweise zerstört). 1733 lieferte er Entwürfe für die Abteikirche von Schäftlarn (nicht ausgeführt) und für das Palais Holnstein (heute Erzbischöfliches Palais in München). Die Amalienburg entstand 1734-39, ein eingeschlossiges Bauwerk mit einem grossen, kreisförmigen Saal, dessen konvexes Herausschwingen die elegante Linie der Gartenfassade bewirkt. Diei versilberten Dekorationen aus geschnitztem Holz und Stuck (Joh. Baptist Zimmermann, Joachim Dietrich) in den Haupträumen sind von anmutiger Zartheit; die subtilen Farbklänge - milchblau im Mittelsaal, zitronengelb in einem Seitenraum, strohgelb in dem anderen - sind sorgsam aufeinander abgestimmt (Pasqualin Moretti). 1747 lieferte Cuvillies Pläne für Schloss und Garten Wilhelmstal bei Kassel (von S.L. Du Ry erbaut). Das Residenztheater in München (1751-53; 1944 demontiert, 1958 an anderer Stelle der Residenz mit der Bezeichnung Cuvillies-Theater wiederaufgebaut), eine der letzten sorglosen Schöpfungen verfeinerten Rokokokunst, war auch sein letztes grösseres Werk. Vorzüglich gestaltete Putten, Karyatiden, Girlanden, Trophäen mit Musikinstrumenten und überschäumende Kartuschen charakterisieren den ungezwungenen Stil dieses Bauwerks. In den Jahren 1755/56 zweiter Parisaufenthalt und Besuch der Architektenschule von Blondel, Jacques-Francois. 1767 vollendete Cuvillies die Fassade der Theatinerkirche St. Kajetan in München unter der Mithilfe seines Sohnes Francois Cuvillies d.J. (Barelli). Er veröffentlichte 1738 ein "Livre de cartouches" und gab mit seinem Sohn die "Ecole d`Architecture Bavaroise" herus (1731-77).

Cuvillies, Francois d.J.
(1731-77). Architekt und Theoretiker im Dienste des bayerischen Hofes. Nach dem Tod seines Vaters entstand 1768-77 Cuvillies`s wichtiges Traktat: "Von den architektonischen Ordnungen", worin er eine klare, vom Klassizismus beeinflusste Stellung vertritt. Dem Architekten Cuvillies werden u.a. Pläne zur Benediktinerkirche in Asbach (Niederbayern), sowie Fassadengestaltungen in München zugeschrieben (z B. am Rindermarkt).

Cuypers, Petrus Josephus Hubertus
(1827-1921). Der bedeutendste holländische Architekt des 19. Jhs., studierte an der Antwerpener Akademie, wurde 1850 Stadtarchitekt in Roermond und gründete hier 1852 eine Werkstatt für christliche Kunst. 1865 ging er nach Amsterdam, wo er seine berühmtesten Bauwerke errichtete: Das Rijksmuseum (1877-85) und den Hauptbahnhof (1881-89). Beide Backsteinbauten gehen auf die in den Niederlanden heimische nordische Renaissance zurück, sind aber im Gegensatz zu anderen in diesem Stil gebauten Werken massvoll und frei von Übertreibungen. Cuypers baute viele Kirchen im neugotischen Stil. Er restaurierte und erweiterte auch die Burg von Haarzuylen (1894-96) und erbaute den Ostturm des Mainzer Doms an der Stelle des baufälligen gotischen.

Czerr, Johann
(Hans?). Maurermeister, war am Bau von Falkenburg Krs. Oppeln I beteiligt.