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78 Person(en) gefunden.

Falconetti, Gian MariaFalconetto, Gian Maria

Falconetto, Gian Maria
(um 1458 bis zum 1540). Maler und Architekt, stammt aus einer Veroneser Künstlerfamilie. Bis 1524 war Falconetto als Maler tätig, baute aber dann für A. Cornaro eine bemerkenswerte Loggia, heute ein Teil des Giustinianischen Palastes in Padua. Es folgten 1528 dort die Porta S. Giovanni, 1530 die Porta Savonarola. Charakteristisch für seine Architektur ist die römisch-klassische Schulung, die Näherung an die römische Antike gegenüber der venezianischen Frührenaissance.

Fanago, CosimoFanzago, Cosimo

Fancelli, Luca
* 1430 in Florenz, + 1495 in Florenz. Italienischer Architekt, Bildhauer und Ingenieur, brachte viele Entwürfe von Brunelleschi, Filippo und Alberti, Leon Battista zur Ausführung u.a. wird ihm die Leitung beim Bau des Pitti-Palazzo in Florenz (um 1458) zugeschrieben. Er beteiligte sich zeitweise am Bau der beiden Kirchen S. Sebastiano (1460), dem ersten Zentralbau der Renaissance, und S. Andrea (1472) in Mantua nach Planen von Alberti, Leon Battista. Als Hofarchitekt des Fürsten Gonzaga leitete Fancelli in Mantua zahlreiche Kirchenbauten, Palastbauten und Befestigungsbauten. Seit 1491 war er Dombaumeister in Florenz

Fanzago, Cosimo
(auch Fansago). * 1591 in Clusone bei Bergamo, + (begraben) 13.2.1678 in Neapel. Italienischer Architekt und Bildhauer des Barock, erhielt seine Ausbildung um 1610-14 in Rom bei Pietro Bernini, möglicherweise als Werkstattgenosse des jungen Giovanni Lorenzo Bernini, und liess sich danach in Neapel nieder, wo er eine grosse Werkstatt eröffnete und Neapels führender Barockarchitekt wurde. Während seine frühen Arbeiten, wie die leichten Marmorarkaden im Klosterhof der Certosa von S. Martino (1623-31), formal gesehen, noch zurückhaltend waren, wurden die späteren Bauten, wie die Fassaden von S. Maria della Sapienza (1638-41) und s. Giuseppe degli Scalzi (1660), ausladend und reich dekoriert. Sein bedeutendster Profanbau ist der Donna-Anna-Caraffa-Palazzo (1642-44), der in seiner schwingenden Fassade auf Bauten von Francesco Borromini zurückgeht. Bedeutend waren seine Innendekorationen für Kirchen mit farbigen Marmorinkrustationen an Altären und Wänden. In diesem Zusammenhang entstanden auch seine skulpturalen Arbeiten, vorwiegend Heiligenfiguren, die im bewegten Gewand und theatralischen Ausdruck dem römischen Barock verpflichtet waren.

Fasolo, Giovanni Antonio
* 1530 in Orzinuovi, + 26.8.1572 in Vicenza. Italienischer Tafelmaler und Freskant, lehnte sich in seinen Werken, die durch schlanke Figuren, durch harten Kontur und kräftige Pinselführung gekennzeichnet sind, stark an Paolo Veronese an; er war Schüler von Giovanni Battista Zelotti und Veronese und vorwiegend in und um Vicenza tätig. Sein erstes datiertes Werk ist das "Bildnis eines Prokurators von S. Marco mit Familie" (1560, Venedig, S. Maria della Salute). Hauptwerke sind "Der Teich Bethesda" (Venedig, G

FaunusPan

Fazoni, Antonio
Baumeister des 16. Jh., gen. "der Malteser". Spezialist für Festungsbau, entwarf die Burgbastionen von Nürnberg I.

Federighi de` Tolomei, Antonio
* um 1420 in Siena, + 1490 in Siena. Italienischer Bildhauer und Architekt der Renaissance. Er war von 1435-38 Schüler und Gehilfe von Jacopo della Quercia und seit etwa 1440 als wahrscheinlich führender sienesischer Bildhauer seiner Zeit zunächst an der Domopera in Siena beschäftigt, wo er nach der Leitung der Dombauhütte in Orvieto (1451-56) bis zu seinem Tod als leitender Verantwortlicher tätig war. 1468 vollendete Federighi die 1352 begonnene Capella del Campo am Pubblico-Palazzo Siena. Schon 1462 hatte er die Loggia del Papa geschaffen, eine zierliche Säulenhalle mit weitgespannten Rundbogen, die den Angehörigen der Familie Piccolomini als Versammlungsort diente. Ein Gutteil der Ausstattung der 1417-28 errichteten Loggia della Mercanzia stammt gleichfalls von ihm: so die Marmorstatue eines "Hl. Petrus" (jetzt im Dommuseum) und die Tabernakelstatuen des "Hl. Viktor", des "Hl. Ansano" und des "Hl. Savino" (1456-63); im Inneren ist die Marmorbank an der rechten Schmalseite von Federighi mit fünf Sitzfiguren antiker Heroen geschmückt (1464). Neben dem Weihwasserbecken im Sieneser Baptisterium schuf er auch zwei Becken für den Dom (1467) - bei einem der beiden sind vier gefesselte Aktfiguren an den Schaft gebunden, ein Motiv, das sich von antik-römischen Schlachtsarkophagen herleiten lässt, in denen man gelegentlich, zu Unrecht, Vorbilder für die "Sklaven" von Michelangelo Buonarotti, vom Papstgrabmal Julius`II. gesehen hat.

Feill, Joseph Ignatius
Bildhauer, geb. 12.3.1733 in Mannheim, verschollen 1794 in Münster. Über die Biographie des Joseph Ignatius Feill ist der Forschung bisher wenig bekannt. Seine Tätigkeiten als Bildhauer sind wie folgt anzusetzen: Kurtrier um 1759 bis 1765 an der Residenz in Trier (Trier II) sowie in Engers, Ehrenbreitstein und Prüm; Münster um 1766 - 1794; dazwischen in Essen in den Jahren 1769-70; event. Osnabrück 1774-76, sicher 1785-87. Feills Werkstatt wird im Jahre 1794 in Münster versteigert. Für die Jahre danach gilt er als verschollen. Wichtigste Werke: ehem. fürstliches Residenzschloss (Münster).

Ferabosco, Pietro
* 1512 oder 1513 in Laino bei Como, nachweisbar bis 1588. Italienischer Architekt der Spätrenaissance, trat 1544 in kaiserliche Dienste, war fünf Jahre lang Soldat sowie Kriegsmaler in Ungarn und gleichzeitig am Schlossbau in Pressburg II und am Kaiserebersdorfer Schloss beteiligt. 1551 malte er als Hofmaler Ferdinands I. mehrere Räume der Hofburg Wien II aus. In Wien errichtete er 1581 den Ernestinischen Bau der Hofburg, überdies war er seit 1569 am Schloss Neugebäude bei Wien beschäftigt. Seit 1552 arbeitete Ferabosco in Prag, für das mährische Schloss Butschowitz (sicher vor 1575 im Bau), wird seine bislang als sicher geltende Urheberschaft heute fraglich.

Fergusson, James
* 22.1.1808 in Ayr, Schottland, + 9.1.1886 in London. Englischer Architekt und Archäologe. Erforschte auf vielen Reisen die Indische Baukunst, die des Vorderen Orients und Griechenlands. Seine Untersuchungen von Einzelbauten (Athen, Parthenon und Erechtheion, 1883 und 1880) und Orte ("An Essay on the Ancient Topography of Jerusalem", London 1847) und Beiträge zur vergleichenden Architekturgeschichte brachten ihm den Ruf eines modernen Vitruv ein und wirkten auch auf die Architektur seines Jahrhunderts z

Ferigheto dalmatinoBencovich, Federico

Fernandes, Mateus d.Ä.
+ 10.4.1514 in Batalha, Provinz Estremadura. Portugiesischer Architekt. Bedeutender Vertreter des Emanuelstils. Vater von Fernandes, Mateus d.J.. Wurde 1480 zum erstenmal urkundlich erwähnt. Er war 1490-1513 an der Capelas Imperfeitas im Kloster von Batalha beschäftigt, ursprünglich ein Zentralbau des 14. Jh., an dem er durchgreifende Veränderungen vornahm. Das prachtvolle Eingangsportal mit seinen wuchernden Ornamenten (Krabben, Kreuzblumen und verflochtenen Kleeblattbogen) gilt als eines der phantasievollsten Portale des Emanulstils. Zeitweise arbebeitete Fernandes an Kastellbauten und Festungsbauten in Alcobaca und auf Madeira.

Fernandes, Mateus d.J.
+ 1518. Portugiesischer Architekt, Vertreter des Emanuelstils in der Traditions seines Vaters Fernandes, Mateus d.Ä., übernahm nach dessen Tod die Bauleitung im Kloster Batalha und setzte die Architektur und den skulpturalen Schmuck im sinn seines Vaters fort. Wahrscheinlich ergänzte er sowohl die Arkaden des Kreuzgangs als auch das Brunnenhaus in ihrem Masswerk mit dicht verschlungenem Rankenwerk.

Ferrabosco, PietroFerabosco, Pietro

Ferri, Ciro
* 1634 in Rom, + 13.9.1689 in Rom. Italienischer Maler und Bildhauer des Barock. Bedeutendster Schüler von Pietro da Cortona. Nach seiner Ausbildung in Rom wurde Ferri von Ferdinand II. de` Medici Ende 1659 nach Florenz berufen, um die Deckenmalereien im Obergeschoss der Pitti-Palazzo weiterzuführen, wobei er zunächst nach den Kartons seines Lehrers arbeitete, später aber auch nach eigenen Entwürfen, z.B. in der Sala di Saturno. 1665-67 folgten neben Bildhauerarbeiten die Gewölbefresken mit Darstellungen aus dem Alten Testament in S. Maria Maggiore in Bergamo. Ab 1669 war Ferri wieder in Rom und vollendete dort von Pietro da Cortona begonnene Arbeiten. Seiner letzten Schaffensperiode entstammen die Kuppelfresken für S. Agnese in Piazza Navona (1670) und die Darstellungen der "Vier Jahreszeiten" für die Falconieri-Villa in Frascati. Ferri schuf auch eine Reihe von kleinformatigen Ölbildern, wie z.B. "Selbstbildnis" und "Alexander der Grosse auf seinem Ruhelager" (beide Florenz, Galleria degli Uffizi), wobei er einen eigenständigeren Stil als in den Fresken entwickelte. Auch Entwürfe für Buchillustrationen gehören zu seinem Werk; als Bildhauer schuf er unter anderem mehrere Altäre, z.B. für S. Stefano in Pisa.

Ferstel, Heinrich Freiherr von
* 7.7.1828 in Wien, + 14.7.1883 in Wien. Österreichischer Architekt, einer der vier wichtigsten Baumeister der Ringstrasse in Wien. Nach dem Studium am Polytechnikum und bei Eduard von der Nüll und August von Siccardsburg an der Akademie der Schönen Künste in Wien (1843-51) sowie mehreren Studienreisen in Europa gewann er 1855 den Wettbewerb für die neugotische Votivkirche in Wien (1856-79), die seinen Ruf begründete. Es folgten in der Tradtion von Semper, Gottfried und seiner Vorliebe für Renaissanceelemente stehende Projekte, wie das Bank- und Börsengebäude in toskanischen Trecentoformen (1856-60), der Neurenaissancebau des Österreichischen Museums für angewandte Kunst (1868-71) und die Universität (1873-84) in Wien. Ferstels wichtigste Palastbauten an der Ringstrasse sind das Erzherzog-Ludwig-Viktor-Palais (1863-69) und das Wertheim-Palais (1864-68). Die Kunstgewerbeschule (1874-76) und das Chemische Institut der Universität (1869-72) zeigen Ferstels Hang zu reichen Sgraffitoschmuck und ornamentalefigürlichem Terrakottaschmuck am deutlichsten. Sein vor allem von italienischen Stilelementen bestimmter Historismus wirkte auch durch seine Lehrtätigkeit am Polytechnischen Institut auf die Wiener Architektur zurück.

Fetti, Domenico
(auch Feti, Domenico). * 1589 in Rom, + 16.4.1623 in Venedig. Italienischer Maler, einer der Begründer der oberitalienischer Barockmalerei, nahm mit seiner Vorliebe für Bizarres und Theatralisches Entwicklungen der venezianischen Malerei des 18. Jh. vorweg; er war Schüler von Ludovico Cigolis und arbeitete 1604-13 in dessen Atelier in Rom. 1614 wurde er von Herzog Ferdinand II. von Gonzaga als Hofmaler nach Mantua berufen, wo er Monumentalfresken für den Dom und den Ducale-Palazzo Mantova schuf und als Galeriedirektor tätig war. 1618 folgte eine Reise in die Toskana, 1621 begab er sich nach Venedig, wo er eine Reihe von Auftragsarbeiten durchführte. Fetti ging vom Landschaftsstil von Adam Elsheimer, von den Werken von Carlo Saraceini und der römische Caravaggisten aus, z.B. bei dem "Bildnis eines Mannes" (1612, London, Sammlung Anton Graf Seilern) und "Flucht nach Ägypten" (Wien, Kunsthistorisches Museum). In Oberitalien traten die Einflüsse Venedigs und der Werke von Peter Paul Rubens, die in der herzoglichen Sammlung in Mantua kennenlernte, stärker hervo und verhalfen ihm zu einer malerischen, tonigen Gebundenheit bei expressiver Farbgebung, z.B. in "Hl. Dreifaltigkeit" (Mantua, Dom) und "Speisung der Fünftausend" (Mantua, Galleria di Palazzo Ducale). Ebenso wandte Fetti sich nun, als eigentlicher Schöpfer der Gattung der Parabelbilder, biblischen Glecihnissen in sittenbildender Erzählweise und in kleinem Format zu, wie "Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg" (um 1618, Dresden, Gemäldegalerie).

Feuchtmayr, Franz Xaver I
(auch Feichtmair, Feichtmayer), Franz Xaver I. * 10.12.1705 in Haid bei Wessobrunn, + 1764 in Augsburg. Deutscher Stukkateur, Ornamentstecher und Bildhauer des Rokoko, Mitglied der weitverzweigten Wessobrunner Stukkatorenfamilie und Bildhauerfamilie, Bruder von Feuchtmayr, Johann Michael und Vater von Feuchtmayr, Franz Xaver II. Bei seinen meist in Oberbayern und Tirol ausgeführten Werken arbeitete er häufig mit dem Maler Matthäus Günther zusammen. 1738/39 war er an der Dekoration der Kirche in Diessen am Ammersee beteiligt, 1731 bis 1734 an der Stiftskirche in Stams, zugeschrieben wird ihm die Ausstatung der Pfarrkirchen in Wilten in Tirol (1754/55). Die ihm oft zuerkannte Stuckierung des Festsaales von Schloss Sünching bei Regensburg (um 1761/62) stammt jedoch von Jakob Rauch (mit Ergänzungen in Holz von Ignaz Günther). Von seiner Tätigkeit als Ornamentstecher sind sechs Blätter mit Rocaillemotiven bekannt.

Feuchtmayr, Franz Xaver II
(auch Feichtmair, Feichtmayer), Franz Xaver II. + 1803 in München. Deutscher Hofstukkateur des Rokoko, gelegentlich auch Bildhauer, Sohn von Feuchtmayr, Franz Xaver I, arbeitete seit 1752 in München als Gehilfe von Johann Baptist Zimmermann, dessen Nachfolger in Hofdiensten er 1758 wurde. Zusammen mit Roman Anton Boos und Christian Wink gründete er 1770 eine öffentliche Zeichenschule, die erste Kunstakademie in München. 1789 leitete er die Ausbesserung der Stuckierung in der Münchener Theatinerkirche St. Cajetan. In seinem Spätwerk neigte er bereits dem Klassizismus zu.

Feuchtmayr, Johann Michael
(auch Feichtmair, Feichtmayer), Johann Michael. * (getauft) 5.8.1709 oder 25.9.1710 in Haid bei Wessobrunn, + 4.6.1772 in Augsburg. Deutscher Bildhauer, Stukkateur und Ornamentstecher, einer der Hauptmeister der süddeutschen Rokokodekoration, Mitglied der weitverzweigten Wessobrunner Künstlerfamilie, Bruder von Feuchtmayr, Franz Xaver I; er war nach einer Lehre in Augsburg 1724 an der Stuckdekoration der dortigen Dominikanerkirche beteiligt. Sein erstes Hauptwerk bilden die Stuckierung und die Altäre in der Abteikirche von Amorbach (1744-47), wo er, wie in Wilhering, mit Johann Georg Üblhör zusammenarbeitet. Es folgte 1747 bis 1758 die Dekoration der Klosterkirche in Zwiefalten und, nach weiteren Werken wie die Stuckierung der Schlosskirche in Haigerloch III (1748), ab 1754 seine umfangsreichste Leistung, die Dekoration der Kirche in Ottobeuren; hier ragen besonders zwölf grossen Figuren auf dem Hauptgesims sowie Einzelfiguren und Reliefs an Altären und in Kapellen heraus. Für die 1772 vollendete Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen (Oberfranken) von Balthasar Neumann lieferte er die Nebenaltäre. Seine vielleicht hervorragengste Schöpfung ist die Dekoration des Treppenhauses und der Festräume des Corps de logis in Schloss Bruchsal II (1751-56). Feuchtmayrs Hauptwerke umfassen neben der eigentlichen Wanddekoration meist auch einen Grossteil der Plastik für Altäre, Gesimse usw., wobei die figürlichen Füllungen der Rocaille-Ornamentik immer gelöstere bis naturalistische Formen annahmen. von ihm sind auch Ornamentstiche bekannt.

Feuchtmayr, Joseph Anton
(auch Feichtmair, Feichtmayer), Joseph Anton. * 1696 in Linz, + 2.1.1770 in Mimmenhausen, in der Nähe des Bodensees. Deutscher Bildhauer, Stukkateur und Kupferstecher, einer der Hauptmeister des deutschen Rokoko, bedeutendes Mitglied der Wessobrunner Stukkatoren- und Bildfhauerfamilie, Sohn von Feuchtmayr, Franz Joseph. Er erhielt seine Ausbildung in Schongau und Salem, wahrscheinlich von seinem Vater. 1706 übersiedelte er nach Mimmenhausen im Gebiet der Zisterzienserabtei Salem, wo er zeitlebens ansässig blieb und mit grossen Aufträgen für Salem sowie andere Klöster und Kirchen im Bodenseegebiet betraut wurde. Seine erste eigenständige Arbeit war die Holzplastik für das Chorgestühl der Benediktinerkirche in Weingartern (1720-24). 1742-43 schuf er Altar und Ausstattung der Kapelle der Fürstbischöfe von Konstanz in Meersburg. Im Kloster Einsiedeln war er mit der Stuckierung des Speisesaals und der Bibliothek beschäftigt, und in der Wallfahrtskirche Birnau am Bodensee schuf er die in den Aufbau von Altären eingfügten Putten (1746-50), darunter den berühmten "Honigschlecker". 1763/64 lieferte er den Hochaltar für die Kirche des Kollegiatstiftes bei Schloss Zeil (Württemberg). Seine bedeutendsten Werke sind die Chorgestühlreliefs für die St. Gallener Stiftskirche mit Szenen aus der Benediktsvita (1762-68) und die dortigen reichdekorierten Beichtstühle. Feuchtmayr, von dem auch eine Reihe Stiche bekannt ist (Rokokokartuschen und Rokokoaltäre), war in seinen beiden letzten Lebensjahren auch teilweise an der figürlichen Alabasterausstattung der Salemer Kirche beteiligt. In seinem qualitätsvollen expressiven Figurentypus scheinen wieder manieristische Elemente aufzutauchen.

Fiasella, Domenico
(gen. il Sarzana). * 12.8.1589, + 14.10.1669 in Genua. Oberitalienischer Maler. Einer der führenden Vertreter der Genueser Schule des 17. Jh. Er arbeitete in Rom mit Domencio Passignano und Giuseppe Cesari (gen. il Cavaliere d`Arpino) zusammen, geriet dann jedoch unter den Einfluss der Werke von Caravaggio. Dessen Realismus integrierte er dem herrschenden Spätmanierismus, als er 1617 nach Genua zurückkehrte, und erneuerte so die Genueser Schule, zu deren Haupt er 1627 wurde. Neben einigen Porträts, z.B. "Bi

Fieravanti
Im 15. Jh. tätige Architektenfamilie aus Bologna. Ihre wichtigsten Mitglieder waren die zwei Brüder Bartholomeo (* um 1390 in Bologna, + September 1462 in Bologna) und Fioravante di Ridolfo (* um 1390 in Bologna, + zwischen dem 12.5.1430 und dem 30.3.1447 in Bolgona) sowie der Sohn des letzteren, Aristotele Fieravanti di Ridolfo (* 1415 in Bologna, + wohl 1485/86 in Moskau). Die beiden waren Schüler Giovanni da Sienas und 1410 Mitglieder der Steinmetzgilde in Bologna. Barotolomeo erbaute 1423-45 Teile des Notai-Palazzo und 1450 den Portico dei Mezari am Podesta-Palazzo Bologna; Fioravente errichtete für den Condottiere Braccio Fortebracci Kastelle in Perugia und Umgebung und baute, ab 1425 zurück in Bologna, den abgebrannten Teil des Anziani-Palazzo (heute Pubblico-Palazzo Bologna wieder auf. Aristotele Fieravanti war auch Ingenieur, Bronzegiesser, Medailleur und, berühmt geworden durch die meisterhafte maschinelle Versetzung eines Glockenturms um 15 m. (1455), ab 1462 Stadtbaumeister in seiner Vaterstadt Bologna. Daneben arbeitete er auch in Venedig, Mailand und Ungarn und trat 1475 in die Dienste des Grossfürsten Iwan III., für den er in Moskau die Uspenskij-Kathedrale im Kreml (1475-79) in einer Mischung byzantinischer und italienischer Quattrocento-Stilelemente erbauten.

Figueroa, Leonardo de
* 1650 (?), + 1730 in Sevilla (?). Spanischer Architekt des Spätbarock, Stadtbaumeister von Sevilla. Sein Erstlingswerk, die Ausführung von Fassade unf Hof des Hospitlas de los Venerables (1687-97) in Sevilla zeigt sein besonderes Interesse für Dekorationen, die den architektonischen Aufbau gänzlich überziehen. An der Fassade des San Telmo-Palacio Sevilla (1722-30) führte er diesen Dekorationsstil zum Höhepunkt: Die Säulenschäfte sind auf unklassische Art geriefelt und mit geometrischen Formen verziert; prächtiger Stuck lässt die Mauerfolie nicht in Erscheinung treten, und in einer Art horrof vacui wirde jede freie Fläche vermieden. eine Neuerung stellte hierbei sein offener Portalgiebel dar, wodurch die eingestellte Heiligenfigur nur noch den blauen Himmel zum Hintergrund hat. Die Kirchen von S. Luis (1699-1731) gilt als eine seiner originellsten Lösungen; mit einer Vierlzahl von Säulen verlieh er ihrer Rotunde festlichen Charakter.

Filarete
(eigentlich Antonio Averlino, ca. 1400-69). Baute wenig, spielte aber bei der Verbreitung der Frührenaissance (Renaissance) eine bedeutende Rolle. Geb. in Florenz, nahm erst ziemlich spät den griech. Namen "Filarte" (Freund der Tugend) an. Er begann als Bildhauer und schuf 1443 eine Bronzetür für die Peterskirche in Rom. 1451 erhielt er von Francesco Sforza den Auftrag, das Ospedale Maggiore in Mailand zu bauen, für das er einen sehr kunstvollen symbolischen Entwurf entwickelte. Filarete baute aber nur

Filippi, Camillo
* um 1500 in Ferrara, + 1574 in Ferrara. Italienischer Freskenmaler, Vater von Filippi, Cesare und Filippi, Sebastiano. Er war Schüler von Dossis, Dosso und stattete mi Dossi, Battista das Estense-Castello der Herzöge von Ferrara aus. Zusammen mit seinen Söhnen malte er 1565 eine "Himmelfahrt Christi" und "Das jüngste Gericht" für die Certosa von Ferrara. Für die Kirche S. Maria in Vado schuf er zusammen mit Carpi, Girolamo da eine "Verkündigung Mariä" sowie das Fresko "Die Schlacht bei Marignano" i

Filippi, Cesare
* (getauft) 7.2.1536 in Ferrara, + 1602 in Ferrara. Italienischer Maler des Manierismus, Sohn Filippi, Camillo und Bruder von Filippi, Sebastiano, entfaltete seine grösste Attraktivität als Dekorateur und war besonders auf die Malerei von Grotesken spezialisiert. Seine Fresken waren im gesamten Norditalienischen Raum verbreitet; daneben sind einige Tafelbilder erhalten, z.B. "Vision des hl. Bernhard" (Ferrara, Pinacoteca Nazionale).

Filippi, Sebastiano
(auch Bastianino). * um 1532 in Ferrara, + 23.8.1602 in Ferrara. Italienischer Maler, Sohn und Gehilfe von Filippi, Camillo und Bruder von Filippi, Cesare, vollzog in seinem Werk den Übergang vom Manierismus zu den Anfängen des Barock; er kam frühzeitig nach Rom und war einige Zeit Schüler von Michelangelo. Nach seiner Rückkehr in die Heimat malte er im Stil seines Vorbildes "Das Jüngste Gericht" (1577-80) in der Apsis der Kathedrale von Ferrara. Filippi führte auch zahlreiche Tafelbilder mit Madonnenda

Fink, Lorenz
* 5.11.1744 in Memmelsdorf bei Bamberg, + 19.5.1817 in Bamberg. Deutscher Architekt, ausgebildet ab 1764 in Würzburg und auf Studienreisen in Deutschland und Frankreich. Nach der Rückkehr 1769 zum Hofwerkmeister der Bamberger Fürstbischöfe ernannt, leitete er bis 1806 die Bauten der weltlichen und geistlichen Herrscher Bambergs. Zu seinen Werken gehören die Pfarrkirche Etzelskirchen (1769), das Allgemeine Krankenhaus (1785-88) und der Bilbiothekssaal des Jesuitenkollegs (1789) in Bamberg, das Konvents- und Ökonomiegebäude der Abtei Langheim in Oberfranken und zahlreiche öffentliche Gebäude im Bamberger Stadtgebiet.

FioravanteFieravanti

Fischer von Erlach, Johann Bernhard
(1656-1723). Neben Hildebrandt, Johann Lukas von der führende Barock-Architekt in Österreich; war zurückhaltender und viel mehr Verstandesmensch als sein Rivale Hildebrandt, Johann Lukas von auch höfischer und mehr an Konventionen gebunden. Fischer von Erlach wurde in der Nähe von Graz geboren, begann als Bildhauer und Stukkateur, ging vermutlich 1674 nach Italien und wurde etwa seit 1682-85 bei Fontana, Carlo in Rom als Architekt ausgebildet. 1685 liess er sich in Wien nieder, wo er schliesslich 1704 Hofarchitekt wurde. Sein ersten bedeutendes Werk ist Schloss Frain in Mähren (ca. 1690) mit dem eindrucksvollen ovalen Ahnensaal. Italienischer Einfluss, besonders der Borrominis (Borromini, Franceso), prägt seine drei Salzburger Kirchen: Dreifaltigkeitskirche (1694-1702), Kollegienkirche (1696-1707) und Ursulinenkirche (1699-1705). Sein Meisterwerk, die Karlskirche in Wien (beg. 1716) ist als Entwurf einzigartig, aber auch hier gibt es Anklänge an Rom, so in dem "Eröffnungsthema" der Vorhalle, die an den Portikus des Pantheon erinnert und von zwei "Trajanssäulen", Ausdruck bewussten Strebens nach kaiserlicher Grösse, flankiert wird. Von Fischer von Erlachs Profanbauten sind u.a. zu nennen: die Fassade und das von Atlanten geschmückte monumentale Treppenhaus des Stadtpalais des Prinzen Eugen in Wien (1695-98), das Palais Batthyany-Schönborn in Wien (1699-1706), das Palais Clam-Gallas in Prag (1707-12), das Trautson-Palais in Wien (1710-16) und schliesslich die Nationalbibliothek in der Wiener Hofburg, die Fischer von Erlach in seinem Todesjahr (1723) begann und die von seinem Sohn Joseph Emanuel (1693-1742) vollendet wurde. Der Bibliotheksraum ist einer der eindrucksvollsten Innenräume in Europa und zeigt am besten und grossartigsten das Pathos seines Stils, der von dem Wunsch getragen wurde, die Idee des Kaisertums sichtbar zu machen. Als Fischer von Erlach vom Kaiser geadelt wurde, nahm er den Titel "von Erlach" an. Fischer von Erlachs umfassende Bildung zeigt sich in dem "Entwurf einer historischen Architektur" (1721 in Wien veröffentlicht). Es war die erste Abhandlung zur Achitektur, die auch ägyptische und chinesische Bauwerke einbezog und abbildete und dadurch grossen Einfluss auf verschiedene an exotische Formen angelehnte Bauten ausübte.

Fischer von Erlach, Joseph Emanuel
* (getauft 13.9.1693 in Wien, + 29.6.1742 in Wien. Österreichischer Baumeister des Barock, Sohn und Schüler von Fischer von Erlach, Johann Bernhard. Nach archäologischen Studien in Rom (1714) (1714) und einem vermutlichen Aufenthalt in Leiden liess er sich 1717 bis 1719 in Paris nieder. Hier gelangte er im Umkreis von Hofburg Wien II) sowie die Karlskirche fertig, deren Kuppel er gegenüber den früheren Plänen jedoch stark veränderte. Unter seinen wenigen gesicherten, vollständig eigenen Bauwerken ragen das 1729 entworfene Gartenpalais Althan-Palais (1847 abgerissen) - ein gelungenes Ensemble von Hof, Palais und Garten - und die schön frühklassizistisch empfundene Winterreitschule der Hofburg Wien II (1729-35) hervor. Wesentlich beteiligt war der jüngere Fischer von Erlach auch an der kaiserlichen Hofburg ab 1723 und ab 1730 wohl auch an den Neubauprojekten von Klosterneuburg II.

Fischer, Gerhard August
Der Architekt aus Barmen setzte sich seit 1882 mit einer Fülle von Zeichnungen, Plänen, Entwürfen und eigenen Grabungen für den Wiederaufbau von Schloss Burg Solingen II ein. Dabei verwendete er auch alte Unterlagen und orientierte sich in erster Linie an dem Aussehen der rheinländischen Burgen im 16. Jahrhundert.

Fischer, Johann Michael
* 18.2.1692 in Burglengenfeld bei Regensburg, + 6.5.1766 in München. Deutscher Baumeister des Spätbarock. Erhielt seine Ausbildung wahrscheinlich in der Oberpfalz, hielt sich um 1715 in Mähren auf und ist seit 1718/19 als Bürger und Maurermeister in München nachweisbar. Eine Inschrift auf seinem Grabmal an der Münchener Frauenkirche rühmt ihn als Baumeister von 32 Kirchen und 23 Klöstern. Die von Fischer bevorzugte Bauform ist die Zentralanlage mit ständig neu variiertem Grundriss, in die ein richtungsbetonter Zug eingearbeitet ist. 1721 errichtete er die Nebenbauten beim Kurfürtslichen Schloss Lichtenberg Epfenhausen (nicht erhalten), 1723-27 vollendete er den Turm der Heilig-Grab-Kirche in Deggendorf, und 1724 war er mit dem Chorbau der Benediktiner-Abteikirche Niederaltaich beschäftigt. Nach weiteren, unbedeutenderen Arbeiten entstand 1726 die Prämonstratenser-Abteikirche in Osterhofen, deren Ausstattung die Gebrüder Asam übernahmen; das Langhaus ist durch eingezogene Wandpfeiler gegliedert und die Jochfolge rhythmisch differenziert, die Raumrundungen sind bewegt modelliert. Danach führte Fischer wieder eine Reihe kleinerer Arbeiten aus, darunter 1727 bis 1729 die Propsteikirche in Rinchnach, bevor 1727 in München mit der Kirche St. Anna am Lehel erneut ein grösseres Werk entstand. In den folgenden Jahren war Fischer hauptsächlich mit Umbauarbeiten an verschiedenen Orten beschäftigt: 1731 erhielt er den Auftrag zum Bau der Stiftskirche Diessen am Ammersee, für die er schon 1729 ein erstes Gutachten geliefert hatte; die Kirche war bereits seit 1720 im Bau, genügte jedoch den gesteigerten Anforderungen des neuen Propstes nicht mehr. Bestimmende Elemente des Aufrisses sind die kannelierten Pilaster an den Wandpfeilern des Gemeindehauses und die glatten Wandsäulen im Chor. Die ganze Architektur ist von rhythmischer Bewegung durchzogen, die Fassade zeigt vornehme Monumentalität. Die Bruderschafts- und Hofkirche St. Michael in Berg am Laim bei München von 1735, an deren Fassadengestaltung vielleicht Cuvillies, Francois d.Ä. beratend mitwirkte, steht der Münchener Hofkunst sehr nahe: Kern des Gemeinderaums ist ein zum Achteck transformiertes Quadrat mit kurzen Querarmen. Im Grundriss besteht insgesamt ein Rahmenwerk von Kreis, Quadrat, Achteck und Kreuz, doch sind die Grundkonfigurationen, aber auch die Aufrisskonfigurationen ineinander verschmolzen. Nach vielen weiteren Werken (u.a. 1740-44 die Kirche von Fürstenzell bei Passau) folgte 1742 die mächtige Benediktiner-Abteikirche Zwiefalten, bei der die pathetische Fassade aus grauem Kalktuff einen monumentalen Akzent setzt; im Innenbau, der zum Teil Elemente des mittelalterlichen Zwiefaltener Münsters aufnimmt, sind alle Ecken abgeschrägt - die Ausstattung von höchstem Aufwand vervollständigt den prächtigen barocken Gesamteindruck. Aus der grossen Zahl weiterer Werke Fischers, vor allem Sakralbauten, aber auch das Schlossgebäude in Neuhaus a. Inn, ragen ausserdem die veränderte Weiterführung der Benediktiner-Abteikirche Ottobeuren (seit 1748, Weihe 1766) und die Benediktiner-Abteikirche in Rott a. Inn (1759, Weihe 1763) heraus. In Ottobeuren wird die Front der Kirche zur Fassade einer "Herrschaftsarchitektur" (N. Lieb), im Inneren schiebt sich das Querschiff wie eine zweite Kirche ein. In Rott a. Inn stellt sich eine gewisse Kühle ein, die den kommenden Frühklassizismus ankündigt.

Fischer, Karl von
(1782-1820). Geb. in Mannheim, zählt zu den bedeutendsten Künstlern des Münchener Klassizismus unter König Maximilian I. 1796-99 Lehre bei dem Münchener Hofarchitekten Verschaffelt, anschliessend bis 1806 an der Wiener Akademie tätig; 1806 bis 1809 Reisen nach Florenz und Rom zum Studium der Renaissancearchitektur; 1809 Professor an der Münchener Akademie und bis zu seinem Tod Baurat. Seine wichtigsten Bauten sind: das Prinz-Karl-Palais (1803 beg.), das Nationaltheater (1811-19. zerstört, 1823-25 von Klenze, Leo von wieder aufgebaut, im Zweiten Weltkrieg wieder zerstört und wieder aufgebaut), beide in München. Ab 1810 weitere umfangreiche Bauten in München: Paläste für Törring, Hompesch, Degenfeld-Pappenheim, Freiherr von Zentner; Pläne für Residenz, Marstall, Glyptothek.

Fitscheto, KoljoFitschew, Nikola

Fitschew, Nikola
(gen. Koljo Fitscheto). * 1800 in Drjanowo, + 15.11.1881 in Tirnowo. Bulgarischer Architekt. Bedeutendster Vertreter der sog. bulgarischen Renaissance. Seine Bauten spiegeln den nationalen Aufschwung Bulgariens vor der Befreiung von der türkischen Herrschaft wider. In Raumempfindung und Gestaltung kommen volkstümlich repräsentative Wohnbauarchitektur und die weiträumigen Formen barocker Einflüsse zum Tragen. Zu seinen Hauptwerken zählen die Kirchen in Swischtow (1865-1867), Tirnowo (1872-74) und Drjanowo, die Brücken bei Bjala (1865-67) und Lowetsch (1872-73, mit überdachter Ladenstrasse), der repräsentative Khan (Rasthof) des Kaufmanns Hadschi Mintschew in Tirnowo (1858-62) sowie der Amtssitz des türkischen Residenten in Tirnowo (1872-76).

Flattner, PeterFlötner, Peter

Fledner, PeterFlötner, Peter

Flitcroft, Henry
(1697-1769). In England Schützling Lord Burlingtons (Burlington, Richard Boyle), mit dessen Hilfe er veschiedenen öffentliche Ämter im Bauwesen erlangte; er wurde schliesslich Nachfolger Kents (Kent, William) im königlichen Bauamt. Flitcroft wurde "Burlington Harry" genannt, er war ein fähiger, aber ideenarmer Architekt und stand kaum über den "imitierenden Narren", wie Pope die kritiklosen Nacheiferer des klaren, edlen Regeln Burlingtons (Burlington, Richard Boyle )genannt hatte. Die riesige Westfass

Flora
(Chloris nach Ovid). Altitalische Frühlingsgöttin. Die Überlieferung der Sagengestalt geht auf die italische Urbevölkerung zurück. Die Floralia, die Festlichkeiten zu Ehren der Göttin Flora, wurden jährlich von Ende April bis in die ersten Maitage hinein begannen. Flora erscheint im Allgemeinen als schöne Frau mit einem Blumenkranz auf dem Haupt und mit Blumen im Schoss, die bisweilen zu einem kleinen Strauss gebunden sind.

Floris, Cornelis
(eigentlich de Vriendt, 1514/20-75). In erster Linie Bildhauer und Dekorateur, aber auch führender Architekt des Manierismus in den südlichen Niederlanden. Er besuchte Rom um 1538. Seine Hauptwerke sind das breit hingelagerte, feierliche Rathaus in Antwerpen (1561-66) mit seinen antikisierenden Details und der "Doksaal" in der Kathedrale von Tournai (1571-74). Sein Stil wurde durch die Stiche von Vries, Hans Vredemann de weit verbreitet (und verfälscht). Floris`s Bedeutung lag vor allem auf dem

Flötner, Peter
(auch Flattner, Fledner). * um 1493 im Thurgau, Schweiz, + 23.10.1546 in Nürnberg. Deutscher Ornamententwerfer, Holzschneider, Kleinplastiker, Kunsttischler und Architekt. Einer der führenden Renaissancemeister des Kunsthandwerks in Deutschland. Nach seiner Mitarbeit in der Werkstatt von Adolf Daucher in Augsburg ging er auf Wanderschaft, vermutlich in Italien, und kam 1522 nach Nürnberg. Um 1529 war er wahrscheinlich ein zweites Mal in Italien. Als Grafiker entwarf er neben bildlichen Darstellungen von Landsknechtsserien und Einzelblättern (Tod und Liebespaar) auch Illustrationen für Hans-Sachs-Texte und für Bücher (Hans Haug zum Freystein "Hunger Chronica", Wien 1534); des weiteren fertigte er Holzschnitte sowie kleine Steinreliefs für Bronzeplaketten und Bleiplaketten, ausserdem dekorative Vorlagen für Spielkarten und Architekturstiche (Vitruvius Teutsch, Nürnberg 1548). Flötners Begabung kam jedoch vor allem im phantasievollen Ornament zur Geltung, des er in Vorlagenstichen für Möbelschmuck, Intarsienschmuck, Vasenschmuck und Prunkgefässschmuck konzipierte und auch in Ornamentbüchern und Maureskenbüchern veröffentlichte, darunter dei "Grosse Maureske" (1546) und das 1549 von Rudolf Wyssenbach in Zürich gedruckte "Maureskenbüchlein". Damit war Flötner für die Durchsetzung der Renaissanceformen in Deutschland von nachhaltiger Bedeutung.

Fodige, Anton
Schlesischer Maurermeister. War an der Errichtung von Schloss Mondschütz beteiligt.

Fogolino, Marcello
* wahrscheinlich in S. Vito al Tagliamento, 1519-48 im Veneto und in den Marken nachweisbar. Italienischer Maler und Kupferstecher zwischen Renaissance und Manierismus. Seine Frühwerke, unter denen die "Anbetung der Könige" (Vicenza, Museo Civico d`Arte e Storia) als das bedeutendste hervoragt und die in Venedig und Vicenza entstanden, weisen den Einfluss des jungen Tizian und, wie die Fresken von S. Salvatore in Collalto zeigen, engen Anschluss an den Frühstil Pordenones auf. Ab 1527 stand Fogolino in den

Foltz, Ludwig
* 23.3.1809 in Bingen, + 10.11.1867 in München. Deutscher Bildhauer, erhielt seine Ausbildung ab 1825 in der Bauhütte des Strassburger Münsters und studierte ab 1830 Bildhauerei an der Münchener Akademie, ab 1832 im Atelier von Ludwig Schwanthaler. Seine Vorliebe für Formen der Gotik und Renaissance zeigt sich in seinen zahlreichen Schlossbauten, die er vor allem im Auftrag des bayerischen Adels errichtete. Für die Münchener Frauenkirche, an deren Wiederherstellung Foltz ab 1863 arbeitete, schuf er über 80 Steinfiguren und Holzfiguren sowie Altäre, Leuchter und andere Ausstattungsstücke. Daneben war er auch kunsthandwerklich tätig und entwarf u.a. Möbel, Hausrat, Schachfiguren.

Fomin, Iwan Alexandrowitsch
* 22.1. (3.2.) 1872 in Orel, + 12.6.1936 in St. Petersburg. Russisch-sowjetischer Architekt und Historiker, Vertreter des Klassizismus und Verfechter der proletarischen Klassik bzw. der sog. Roten Doktrin. 1919-28 war er Leiter des ersten staatlichen Architekturbüros und Planungsbüros in St. Petersburg und 1933-36 Leiter des Architekturateliers3 des Moskauer Sowjets. Zu seinen Hauptwerken zählen der Herrensitz Polowzew in St. Petersburg (1911-13), der Landsitz Gagarin bei Pskow (1912-13), der Gebäudekomplex der Gesellschaft Dynamo mit Wohnungen, Läden und Klub in Moskau (1926-30), die Zentrale des Moskauer Sowjets (1929-30), die Bibliothek des Polytechnischen Institus in Iwanowo-Wosnesensk (1928-31), das Haus des Ukrainischen Sowjets in Kiew (1934-38) sowie die Metrostationen Krasny Worota (1934-35) und Ploschad Swerdlowa (1936-38) in Moskau.

Fontaine, Pierre Francois Leonard
(1762-1853). Schüler der Pariser Ecole des Beaux-Arts, wurde Lieblingsarchitekt Napoleons I. und war gemeinsam mit Percier, Charles am Entstehen des Empire beteiligt. Studierte unter Peyre in Paris, dann 1786 bis 90 in Rom. 1791 verband er sich in Paris mit Percier, Charles und blieb mit ihm bis 1814 zusammen. Ihr dekorativer Stil zeigt sich gut in Schloss Malmaison, wo sie seit 1802 für Napoleon tätig waren; Josephines zeltförmiges Schlafgemach wurde 1812 vollendet. Sie erweiterten den Nordflügel des Louvre nach den Tuiliern hin und errichteten den klar gegliederten Arc du Carrousel (1806-07) zwischen Tuilerien und Grande Galerie. Zu ihrem gemeinsamen Werk gehörte die Rue de Rivoli (1801) und der Brunnen auf der Place Dauphine in Paris (1802), ferner viele Umbauten und Dekorationen an den königlichen Schlössern (Fontainebleau, Saint-Cloud, Compiegne, Versailles) und im Louvre, wo sie den Karyatiden-Saal umgestalteten. Ihr Einfluss war bald in ganz Europa spürbar, auch durch ihre Publikationen "Palais, maisons, etc. á Rome" (1798) und vor allem "Recueil de décorations intérierures" (1801). Zu den besten Arbeiten Fontaines gehören die Restaurierung des Palais Royal in Paris (einschliesslich der Galerie d`Orleans, 1814-31) und das Hotel-Dieu in Pontoise (1837-47).

Fontana, Carlo
(1638-1714). Wurde in der Nähe von Como geboren, liess sich um 1655 in Rom nieder, arbeitete zuerst unter Cortona, Pietra da und Rainaldi, dann unter Bernini, Gianlorenzo bei dem er 10 Jahre blieb. Sein voll ausgebildeter, aber abhängiger Stil zeigt sich am klarsten an der Fassade von S. Marcello al Corso in Rom (1682-83) und seinen vielen römischen Kirchenkapellen, wie der Capella Cibo in S. Maria del Popolo (1683-87) und der Taufkapelle in der Peterskirche (1692-98). Weniger geglückt sind die Jesuitenkirche und das Jesuitenkolleg in Loyola, Spanien. Fontana restaurierte unter grossen Umbauten SS. Apostoli in Rom (1702) und vollendete Berninis (Bernini, Gianlorenzo) Palazzo di Montecitorio in Rom (1694-97). Seine Profanbauten wie der Palazzo Spreti in Ravenna (1700) und das Ospizio di S. Michele in Rom (1700-03) finden nicht soviel Anklang. Durch Fleiss und Ausdauer wurde Fontana der unbestrittene Führer der römischen Architekten und war weitgehend für den antikisierenden und akademischen Stil, in den der Barock abglitt, verantwortlich. Fontana übte durch seine vielen Schüler in ganz Europa bedeutenden Einfluss aus: durch Fischer von Erlach, Johann Bernhard und Hildebrandt, Johann Lukas von in Österreich, durch Gibbs, James in England und durch Pöppelmann, Matthäus (Matthes) Daniel in Deutschland.

Fontana, Domenicio
(1543-1607). In der Nähe von Lugano geboren. Er ging um 1563 nach Rom und wurde Architekt von Xixtus V. (1585-90). Sein Hauptwerk ist der Lateranspalast in Rom (1586), in dem sich die Trockenheit und Monotonie seines Stils zeigen. Fontana half Giacomo della Porta beim Bau der von Michelangelo begonnenen Kuppel des Petersdomes. Grossen Ruhm erwarb er sich durch die Aufrichtung des Obelisken auf dem Petersplatz. 1592 liess er sich in Neapel nieder, wurde dort zum königlichen Hofingenieur ernannt, erhielt zahlreiche Aufträge und wurde mit dem Bau des Königlichen Palastes betraut (1600-02).

Fontana, Giovanni Battista
Geboren in Ala (zu Trient) um 1524, † Innsbruck 25. September 1587. Nach THIEME BECKER und anderen Quellen ist Giovanni Battista Fontana in Verona geboren. Es handelt sich aber offensichtlich um eine grobe Annährung, da seine Geburt in Ala (der Provinz Trient zugehörig, obwohl Verona die nächste Stadt ist) nachgewiesen ist. Von seiner Jugend und seinen Studien wissen wir nichts, und wenn er auch mit dem von Vasari, Giorgio erwähnten Battista da Verona nicht zu identifizieren ist, so ist es sicher, dass seiner Kunstrichtung die nahe Bekanntschaft Tizians und Paolo Veroneses zugrunde liegt. Der Einfluss Parmigianinos ist nach anderen Quellen auch zu bemerken (D'AMICO, 1980, S. 53). Von seinen urkundlich nachweisbaren Malerwerken sind die für Kaiser Ferdinand I. schon vor 1562 im Verein mit seinem Bruder Giulio in der Schlosskapelle zu Ebersdorf ausgeführten Arbeiten zu erwähnen. Gegen 1573 tritt Fontana in den Dienst des Tiroler Hofes, wo er Ende 1575 den Titel eines Hofmalers erlangt. Von 1573 datiert sind die 27 dem Erzherzog Ferdinand gewidmeten Blätter, welche die Romuluslegende (Serie delle Storie Romane) darstellen. Wie bei der Mehrheit seiner Stiche ist auch hier Giovanni Battista Fontana vermutlich nur Inventor, da oft der Name eines Giulio Fontana (höchstwahrscheinlich sein Bruder) als Stecher oft genannt wird. Im Auftrag des Tiroler Fürsten schmückt er 1573 das Oratorium und das Ballspielhaus in der Burg zu Innsbruck mit Fresken. Das Ballspielhaus muss beim Brand von 1636 beschädigt worden sein (ÖKT XLVII, S. 639). 1576 fertigt er ein Altargemälde für das Gotteshaus zu Seefeld und 1580 drei andere für die neue Schlosskapelle zu Günzburg. Um diese Zeit malt er noch das Porträt des Kardinals Andreas von Österreich, 14 kleine Deckenbilder mit Passionsszenen, für die an die Hofkirche in Innsbruck angebaute Silberne Kapelle und darf noch an den Arbeiten am Hofgarten in Innsbruck teilnehmen). 1583 - 84 führt er die einst den Plafond des Speisesaales des {Ambras>er Schlosses schmückende Tafel aus, die 1881 in dem ersten der neurestaurierten Waffensäle des Unterschlosses in Ambras als Decke angebracht wird. Zwischen 1579 und 1582 wird auch das 1636 abgebrannte Schloss Ruhelust renoviert und ausgestattet. Bei den Arbeiten erscheint Fontana als Hauptmeister der Malerei. Zu Fontanas letzten Arbeiten, welche ihm von der Tiroler Kammer bezahlt werden, gehört noch eine Altartafel von 1586 für die Kirche in Matrei. Von den 68 ihm zugeschriebenen Stichen gehen die meisten nur auf seine Erfindung zurück. 1601 erschien noch bei Johann Agricola in Innsbruck der Armamentarium Heroicum, der Bildkatalog der Waffensammlung Erzherzog Ferdinands, von dem zumindest ein Teil durch Fontana ausgeführt wird. Aber zu diesem Teil der 120 Rüstungen berühmter Männer im Ambraser Heldenbuche von Jacob Schrenckh von Notzing (Sekretär des Kaisers) liefert Fontana nur die Zeichnungen.

Fontana, Prospero
* 1512 in Bologna, + 1597 Bologna. Italienischer Maler. Vertreter des florentinisch-römischen Manierismus. Er arbeitete zunächst an den Fresken des Doria-Palazzo Genova und des Signoria-Palazzo Genova mit, bevor er als Mitarbeiter von Vasari, Giorgio nach Florenz und Rom ging. Besonders in seinen späteren Arbeiten (Fresken, Altarbildern und Porträts) zeigte sich Fontana als ausgesprochener Massenproduzent, dem es weniger auf die Qualität als vielmehr auf die Schnelligkeit der Ausführung ankam.

Fontebasso, Francesco
* 1709 in Venedig, + zwischen 3.7.1768 und 3.9.1769 in Venedig. Italienischer Maler und Grafiker. Schüler von Sebastiano Ricci, wurde in der Ausbildung seines Stils entscheidend durch eine Reise nach Rom und Bologna, vor allem jedoch durch Giovanni Battista Tiepolo beeinflusst, was in den Fresken der Chiesa dei Gesuiti in Venedig bereits klar erkennbar ist. 1736 führte Fontebasso die Kuppelfresken der Chiesa dell`Annunziata in Trient ("Himmelfahrt Mariä") sowie etwa gleichzeitig die sechs "Szenen aus dem Al

Fortuna
Glücksgöttin. Göttin des wandelbaren Schicksals.

Fosse, Louis Rémy de La
(eigentl. De oder Le Rouge). * um 1659, + 17.9.1726 in Darmstadt. Französischer Architekt des Barock. Über seine Herkunft und Ausbildung ist nichts bekannt. Nach einer Bestallung am preussischen Hof in Berlin war er 1706-14 Hofarchitekt des Kurfürsten Georg Ludwig in Hannover und 1715-26 Oberbaumeister des Landgrafen Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt. Während das Landständehaus in Hannover (1710-12, abgerissen) sich an der französischen Klassik orientierte, ist sein Hauptwerk das Schloss Darmstadt I (1716-30; nur zum Teil ausgeführt), eine Synthese aus italienischen Einflüssen (grosse Höhe der Flügel mit zwei Hauptgeschossen; wahrscheinlich vermittelt durch den Schweden Nikodemus Tessin d.J. und seinen am Stadtschloss Berlin I tätigen Eosander, Johann Friedrich Freiherr von) und französischen Elementen (Rhythmisierung der Baumassen durch Pavillons). La Fosse entwarf u.a. auch die Orangerie Darmstadt (ab 1719); seine Pläne für die Sommerresidenz Weissenstein bei Kassel (Wilhelmshöhe Kassel, 1709-19) und das Jagdschloss für den Landgrafen Karl (1721) blieben unausgeführt. Daneben war er am Bau der Schlösser Kleinheubach (Löwensteinisches Schloss, mit Dientzenhofer, Johann) und Schillingsfürst (ab 1724) beteiligt.

Fra Giocondo
(Giovanni da Verona; 1433-1515). In Verona geb. Architekt, Dominikaner. Sein architektonisches Werk ist nich nachweisbar; als sein Hauptwerk gilt die Loggia del Consiglio in Verona (1476-93) mit ihren eleganten Renaissance-Arkaden und den nach gotischer Art über die Säulen gesetzten Zwillingsfenstern im ersten Stock. 1495-1505 war er in Paris, 1511 veröffentlichte er die erste illustrierte Vitruv-Ausgabe. Zusammen mit Raffael wurde er 1514 zum Baumeister von St. Peter in Rom ernannt; von seinem Entwurf für den Petersdorm (1505-12) gelangte jedoch nichts zur Ausführung.

Fragonard, Jean-Honoré
* 5.4.1732 in Grasse, Provence, + 22.8.1806 in Paris. Französischer Maler des Rokoko, Schüler von Francois Boucher, entwarf in seinen Galanterien, erotischen Skizzen, Porträts, Familienszenen und Interieurs ein Sittenbild des gesellschaftlichen Lebens seiner Zeit. Er kam 1747 in das Atelier von Jean-Baptiste Siméon Chardin, wechselte aber 1748 zu Francois Boucher über, der ihn anfänglich wegen zu geringer Vorkenntnisse zurückgewiesen hatte. Er erlernte den Stil von Boucher so gut, dass man bei einigen Bildern nicht unterscheiden konnte, ob es sich um eine Arbeit des Lehrers oder des Schülers handelte. Fragonard blieb bis 1752 bei Boucher, der ihn in diesem Jahr zum Rom-Wettbewerb meldete, den er mit "Jerobam opferte den Göttern" (Paris, Ecole des Beaux-Arts) gewann. Fragonard trat darauf 1753 in die Ecole royale des élèves protégés ein, wo Carle van Loo, der Direktor der Schule, sein Lehrer war. Zu Fragonards Werken aus dieser Zeit gehören "Die Anbetung der Hirten" (New York, Wildenstein Gallery), "Psyche zeigt ihren Schwestern die Geschenke Amors" (um 1753, heute verloren) und "Die Badenden" (1756, Paris, Musée National du Louvre), von dem es auch noch eine spätere Version gibt. Fragonard beschäftigte sich in dieser Zeit sehr eingehend mit der flämischen Malerei, kopierte Peter Paul Rubens, Rembrandt, Frans Hals und Jacob van Ruisdael. 1756 wurde er in die Académie de France in Rom aufgenommen. Er interessierte sich hier vor allem für die Werke der Carracci, Pietro da Cortonas, Federico Baroccis, Caravaggios, Domenichinos und Guido Renis. Seine Gefährten während während seines Aufenhalts in der Medici-Villa Roma waren Jean-Baptiste Greuze, Hubert Robert und der Abbé Richard de Saint-Non, der Fragonards Mäzen wurde. Er reiste mit Unterstützung des Abbé de Saint-Non nach Neapel, um dort Werke von Jusepe de Ribera, Luca Giordano und Francesco Solimena zu studieren, und lernte 1761 auf der Heimreise in Venedig die Werke von Giovanni Battista Tiepolo, in Parma die von Correggio kennen. Aus seiner römischen Zeit stammt u.a. das Bild "Die Wäscherinnen" (zwischen 1756 und 1761, Amiens, Musée de Picardie). Nach seiner Rückkehr nach Paris malte er das Bild "Der Grosspriester Koresos opfert sich, um Kallirrhoe zu retten" (1765, Paris, Musée National du Louvre), das ihm die Tore der Akademie öffnete und das nach der Ausstellung im Salon vom König erworben wurde. Fragonard wurde eine Wohnung im Louvre zugewiesen; er erhielt den Auftrag, die Decke der Apollo-Galerie zu dekorieren, eine Arbeit, die er erst 1776 in Angriff nahm. Fragonard verfolgte den Weg der Historienmalerei nicht weiter und verzichtete, da er mit Aufträgen überhäuft war, auf eine Mitgliedschaft in der Akademie. Er nahm statt dessen am aktuellen Künstlerleben der Stadt teil und fand die Käufer seiner Bilder weniger am Hof als vielmehr unter Kunstliebhabern und Künstlern. Die häufigsten Themen dieser Zeit waren erotische Szenen, soe "Die Musikstunde" (zwischen 1760 und 1765, Paris, Musée National du Louvre), "Der ersehnte Augenblick" (zwischen 1765 und 1771, Paris, Sammlung Arthur Veil-Picard), "Wenn Vater und Mutter abwesend sind..." (1765, Leningrad, Eremitage), "La chemise enlevée" (zwischen 1767 und 1771, Paris, Musée National du Louvre), "Le feu aux poudres" (zwischen 1767 und 1771, Paris, Musée National du Louvre) und "Die Schaukel" (1767, London, Wallace Collection). Daneben malte Fragonard zum Teil illusionistische Landschaften und Porträts, so "Rinaldo in den Gärten Armidas" (1763) und "Rinaldo im Zauberwald" (um 1763, beide Paris, Sammlung Arthur Veil-Picard), "Garten der Villa d`Este" (um 1765, London, Wallace Collection), "Das Gewitter" (um 1763, Paris, Musée National du Louvre) und das "Bildnis eines Greises" (1764, Amiens, Musée de Picardie), das im Salon von 1767, wo man neue Historienbilder Fragonards erwartete, abgelehnt wurde. "Monsieur de la Bretèche" ("Die Musik", 1759, Paris, Musée National du Louvre) gehört ebenfalls in diese Zeit sowie mehrere Porträts der Tänzerin Guimard von der Pariser Oper. 1770 erhielt Fragonard seinen ersten grossen Auftrag von Madame Dubarry, der neuen Mäträsse des Königs, für das Schloss Louveciennes, 1771 einen weiteren Auftrag für den Salon von Louveciennes, wobei Fragonard die Stationen der Liebe in Schäferszenen darstellen sollte. Die bis 1773 entstandenen vier Tafeln "Die Verfolgung", "Die Liebesbriefe", "L`Escalade" und "Der gekrönte Liebhaber" (heute New York, Frick Collection) wies Madame Dubarry zurück und lies sie durch vier Bilder zum selben Thema von Joseph Marie Vien ersetzen. Fragonard behielt seine Serie in seinem Atelier und nahm sie 1790 nach Grasse mit, wo er ein fünftes Bild, "Verlassen" (New York, Frick Collection), anfügte. Der Grund für diese und weitere Zurückweisungen lag wahrscheinlich auch hier in der Profanisierung der Liebe und des Himmels, die in Fragonards Bildern zum Ausdruck kam: Das Erotische war der mythologischen Hülle entkleidet. Statt dessen wurde die Eigengesetzlichkeit des Kunstwerks bestimmend. Fragonards Werk entwickelte sich zu echter Natürlichkeit. Seit 1775 spielten in Fragonards Werk Szenen aus dem Familienleben eine wichtige Rolle, so "Die glücklichen Familien" (um 1785, New York, Wildenstein Gallery) und "Der kleine Pierrot" (um 1790, London, Wallace Collection). Ab etwa 1785 trat ein neuer Themenkreis hinzu, und es entstanden nun auch Bilder, die ihren Inhalt aus der Ideenwelt von Jean-Jacques Rousseau bezogen: Empfindsamkeit wurde in ihnen zum tragenden Element. Formal fallen sie vor allem durch ihren fast starren Klassizismus auf, obwohl sie das Auflösen in Farbe im Gegensatz zur klassizistischen Linienbetonung beibehielten, z.B. "Fontaine d`amour" (1785, London, Wallace Collection), "Der Liebesschwur" (um 1785, Orléans, Musée des Beaux-Arts) und "Das Rosenopfer" (um 1785, Buenos Aires, Museo Nacional de Arte Decorativo). Die erstaunliche Leichtigkeit seiner früheren Bilder ging in diesen späten Werken durch die Betonung des Monumentalen fast völlig verloren. Nach dem Ausbruch der Französischen Revolution ging Fragonard 1790 mit seiner Familie für ein jahr nach Grasse, kehrte aber 1791 wieder nach Paris zurück. 1793 wurde Fragonard Mitglied der Commission provisoire des Arts, in deren Verwaltung er tätig war. Seine künstlerische Produktion verminderte sich zusehends. 1806 musste er aufgrund eines kaiserlichen Erlasses seine Wohnung im Louvre aufgeben. Er siedelte in das Palais Royal über, wo er noch im Sommer desselben Jahres an einem Schlaganfall starb. Jean-Honoré Fragonard war ein virtuoser Kolorist und Dekorateur. Die Darstellung von Blättern, Wolken usw. erreichte er durch einen bewegten, zuweilen wilden Strich, der sein charakteristisches Stilmittel wurde. Die Farben erzeugen oft eine natürliche Atmospäre, oft haben sie aber auch einen gewissen künstlerischen Charakter, der vor allem durch Beimischung von Weiss zustande kommt. Neben der Vielszahl seiner Gemälde hinterliess Fragonard auch Zeichnungen, Radierungen und einige Kupferstiche. Zudem illustrierte er die "Contes" von Jean de La Fontaine; das erste Mal (in Kohle) für Bergeret, das zweite Mal (57 Sepia-Zeichnungen) für ein von Henri Bézaldis geschaffenes Manuskript und das dritte Mal (wieder in Kohle) für eine Neuausgabe während der Zeit des Direktoriums. Ausserdem zeichnete er Illustrationen für den "Orlando furioso" von Ludovico Ariosto, für "Das befreite Jerusalem" von Torquato Tasso, für "Don Quijote de la Mancha" von Miguel de Cervantes und für die gesammelten Werke von Jean-Baptiste-Joseph Willart de Grécourt, doch erschienen diese Illustrationen 1796 unter dem Namen seines Sohnes Alexandre-Evariste. Der bekannteste Kupferstich ist das Blatt "Armoire" (1778). Fragonard signierte dund datierte nur sehr wenige seiner Werke.

Franceschini, Marco Antonio
* 5.4.1648 in Bologna, + 24.12.1729 in Bologna. Italienischer Maler, entsprach in seinen Werken dem akademischen Geschmack des späten 17. Jh. Er war in seiner Frühzeit Mitarbeiter von C. Cignanis, z.B. bei dessen mythologischen Szenen im Giardino-Palazzo in Parma. Wichtigste Etappen in seiner selbständigen und überaus erfolgreichen Laufbahn waren die Gemälde für den Dom von Piacenza (1688/89), die Tätigkeit für den Fürsten Adam von Liechtenstein (1690-1700), dessen Gartenpalast in der Rossau in Wien er ausmalte (Liechtenstein-Gartenpalais), die malerische Ausstattung des Salone im Ducale-Palazzo Modena und des Carignano-Palazzo in Turin sowie die Kartons für die Mosaiken der Chorkapelle von St. Peter in Rom (1711/12). Von besonderer Bedeutung war Franceschinis Tätigkeit für Genua, wo er ab 1685 neben dem Ducale-Palazzo Genua, dem Spinola-Palazzo und dem Durazzo-Pallavicini-Palazzo eine grosse Zahl von Palästen und Kirchen ausstattete und wo sein Stil für die lokale Malerei des 18. Jh. grundlegend wurde.

Francesco di Giorgio Martini
(1439-1501/02). Führender Theoretiker der Frührenaissance (Renaissance). Francesco wurde in Siena als Sohn eines Geflügelhändlers geboren und als Bildhauer und Maler ausgebildet. Vor 1477 ging Francesco nach Urbino und trat als Medailleur und Kriegsingenieur in die Dienste des Herzogs Federigo da Montefletro. Sein von 1477 bis 82 geschriebener "Trattato dell`architettura civile e militare" (erst im 19. Jh. gedruckt) übte grossen Einfluss vor allem auf Leonarde da Vinci aus, der eine Abschrift benutzte u

Franciabigio, Francesco
(eigtl. Francesco di Cristofano). * 1482 oder 1483 in Florenz, + 24.1.1525 in Florenz. Italienischer Maler, vor allem Porträtist und profilierter Vertreter der Schule von Florenz. Er bereitete mit seinem von umbrischen Einflüssen und Leonardo da Vinci geprägten Werk den Florentiner Manierismus um die Mitte des 16. Jh. vor; er erhielt seine Ausbildung bei Mariotto Albertinelli, bei dem er bis etwa 1506 blieb, und bei Piero di Cosimo, bei dem der etwas jüngere Andrea del Sarto sein Mitschüler war. Mit diesem hatte er später eine gemeinsame Werkstatt und stand stark unter dessen Einfluss. Als frühestes urkundlich gesichertes Werk gilt die "Vermählung Mariä" von 1513 im Vorhof der Kirche SS. Annunziata in Florenz. Allerdings entstanden mehrere Franciabigio zugeschriebene Werke schon einige Jahre eher, so die "Madonna del Pozzo" (1505, Florenz, Galleria dell`Accademia), das Fresko der "Geburt Christi" (1510, Florenz, Villa Dami) und die "Verkündigung an Maria", die er 1511 für S. Pier Maggiore in Florenz malte (heute Turin, Galleria Sabauda). Ab 1514 arbeitete Franciabigio unter der Leitung von Andrea del Sartos an der Ausschmückung des Chiostro dello Scalzo in Florenz mit monochromen Fresken. Die "Taufe Christi" von 1514 ist sein eigenhändiges Werk, ebenso wie die 1518-19 entstandenen Fresken "Abschied des Johannes von Zacharias" und die "Begegnung des Johannes mit Christus". Da sich in dieser Zeit Andrea del Sarto am Hof von Franz I. in Frankreich aufhielt, war Franciabigio statt seiner Werkstattleiter in Florenz. Von 1514 stammt ausserdem eine Abendmahlsdarstellung im Convento della Calza in Florenz. Von 1514 stammt ausserdem eine Abendmahlsdarstellung im Convento della Calza in Florenz und wohl von 1515 die "Verleumdung des Apelles" (Florenz, Galleria Palatina, Palazzo Pitti). 1521 arbeitete Franciabigio gemeinsam mit Andrea del Sarto und Jacopo da Pontormo im Auftrag Papst Leos X. an der Dekoration der Medici-Villa Poggio A Caiano bei Florenz (Fresko "Der Triumph des Caesar"). 1522 bis 1524 schuf er den "Herkulestempel" im Davanzati-Palazzo in Florenz, 1523 den "Uriasbrief" (Dresden, Gemäldegalerie). Die bedeutendsten Werke Franciabigios sind seine Bildnisse, wie "Junger Mann mit Handschuhen" (1514, Florenz, Galleria degli Uffizi), "Malteserritter" (1514, London, National Gallery), "Bildnis eines Mannes" (um 1515, Rom, Galleria Nazionale d`Arte Antica, Palazzo Barberini) und "Junger Mann am Schreibpult" (1522, Berlin, Stiftung Staatliche Museen, Gemäldegalerie): Sie gehören zu den besten Bildnissen des 16. Jh. und besitzen vor allem durch das Helldunkel Lebendigkeit und Geist. Franciabigio versuchte zeichnerische Elemente mit Farbe und helldunkel zu einer atmosphärischen Einheit zu verschmelzen. Er verwendete Architekturen und perspektivische Ausblicke fast nur auf der Vordergrundbühne, während er den Hintergrund mit illusionistischen Szenerien gestaltete.

Francke, Paul
(1538-1615). Renaissance-Architekt Niedersachsens. Über seine Herkunft und Ausbildung weiss man nichts. Er reiste 1575 mit dem Festungsbaumeister Wilhelm de Raedt nach Antwerpen, um dort Befestigungsarbeiten durchzuführen. Seine Hauptwerke sind der Hörsaal und andere Bauten der ehemaligen Universität in Helmstedt (1592-1613) und die Marienkirche in Wolfenbüttel (1608-23).

Frantz, Karl Martin
(*1712 in Liegnitz, +6.11.1755 in Rydzyna). Architekt. War wahrscheinlich an der Errichtung der Schlösser Goschütz und Brauchitschdorf beteiligt. Sicher ist seine Arbeit an den Schlössern Kotzenau, Ober-Deichslau, Peterswaldau und Zedlitz.

Frantz, Martin
(*um 1679 in Reval/Tallinn, +6.11.1742 in Liegnitz). Architekt. War an der Errichtung von Schloss Schönwaldau und der Herrenhauses von Gut {Lomnitz Krs. Hirschberg I] beteiligt

Frantzky, Karl von
Festungsarchitekt. Baute die Festung Cosel Krs. Kandrzin-Cosel aus.

Franz, Johann Michael
* 1715 in Dirlewang bei Mindelheim, + 1793 in Eichstätt. Ab 1751 Hofmaler in Eichstätt. Hauptwerke: Deckengemälde des Treppenhauses und des Spiegelsaales der Residenz in Eichstätt II, beide signiert und datiert (1768); Entwürfe für die Ausmalung mehrerer Residenzräume.

Fréminet, Martin
* 24.9.1567 in Paris, + 18.6.1619 in Paris. Französischer Maler, Stecher und Zeichner, schuf in Auseinandersetzung mit den Manieristen und den Niederländern ein Werk, das durch kalte Farben und übertrieben gelängte Figuren gekennzeichnet ist; er reiste 1587 oder 1588 nach Italien, wo er fünfzehn Jahre lang blieb und sich vor allem mit dem Werk von Michelangelo vertraut machte, aber auch mit dem einiger Schüler und Nachfolger, wie z.B. Pellegrion Tibaldi, von dem er extreme Verkürzungseffekte und ein kompliziertes Spiel räumlicher Illusionen übernahm. Gleich zu Beginn erhielt er in rom wichtige Aufträge, wie z.B. eine Madonna für S. Luigi die Francesi. Nach einem Aufenthalt in Venedig liess sich Fréminet um 1599 in Turin nieder, wo er bis etwa 1602 blieb. Nach dem Tod von Toussaint Dubreuil wurde er von Heinrich IV. an den französischen Hof berufen und 1603 zum Peintre et valet de chambre ordinaire ernannt. 1608 erhielt er den Auftrag für die Ausmalung der Chapelle de la Trinité im Schloss von Fontainebleau, in dem er auch noch andere Dekorationen ausführte, die jedoch alle verloren sind. Von seinem Werk sind ausserhalb von Fontainebleau nur noch acht grosse Tafelbilder, "Vier Evangelisten" und "Vier Kirchenväter" (Orléans, Musée des Beaux-Arts), erhalten geblieben, aber auch noch eine Anzahl bemerkenswerter Zeichnungen, die kompositionell klassischer wirken als seine Gemälde, so eine "Verkündigung an Maria" (Paris, Musée National du Louvre, Cabinet des Dessins).

Fressancourt, Michel
(* um 1700 Paris † 5.5.1764 Stuttgart), Bildhauer. Fressancourt arbeitete ab 1734 an Boiserien für das Palais Thurn und Taxis Frankfurt. Carl Eugen, dessen Mutter eine geborene von Thurn und Taxis war, holte ihn 1749 nach Württemberg, wo er u. a. an der Oper im Stuttgarter Neues Lusthaus und an den Boiserien des dortigen Neuen Schlosses (Stuttgart II) und im neuen Appartement im zweiten Obergeschoss des Schlosses Ludwigsburg Krs. Ludwigsburg arbeitete. Nachdem seine rechte Hand von einem Krebsleiden befallen worden war, musste sein Gehilfe Ignaz Neu immer mehr Arbeiten für ihn übernehmen. Fressancourt starb schließlich völlig verarmt.

Freund, Hermann Ernst
* 15.10.1786 in Uthlede bei Bremen, + 30.6.1840 in Kopenhagen. Dänischer Bildhauer deutscher Herkunft, gestaltete vor allem Motive aus der nordischen Sage in klassizistischer Manier; er arbeitete nach einem Akademiestudium in Kopenhagen 1818-27 im Atelier von Bertel Thorvaldsen in Rom, wo er auch Entwürfe und Modelle zu Statuen nordischer Götter fertigte. Ab 1825 modellierte er für Schloss Christiansborg in Kopenhagen den Ragnarok-Fries mit Reliefdarstellungen aus der Edda (erst nach seinem Tod vollendet, 1884 durch den Schlossbrand zerstört; Rekonstruktionen durch seinen Neffen Georg Christian Freund). Daneben schuf er Grabmäler, Medaillen, Bildnisbüsten (z.B. des Architekten Christian Frederik Hansen, 1832, Kopenhagen, Kunstakademie) und auch klassizistische Möbelentwürfe.

Frisch, Johann Christoph
* 9.2.1738 in Berlin, + 28.2.1815 in Berlin. Deutscher Maler und Radierer, stand, stilistisch gesehen, vor allem in den Spätwerken unter dem Einfluss der englischen Malerei und des Klassizismus, kam nach einer Studienreise 1765-68 über die Provence nach Rom, wo er besonders die Werke Raffaels und der Antike studierte, und war dann vor allem in Diensten Friedrichs d.Gr. tätig. 1770 wurde er Mitglied der Berliner Akademie, 1805 ihr Direktor. Zu seinen bevorzugten Themen gehörten mythologische und allegorische Szenen, historische Gemälde, Motive aus den Dichtungen Gotthold Epharim Lessings und Christoph Martin Wielands; für das Neue Palais Potsdam IV (1768) schuf er eine Reihe von mythologischen Deckengemälden und Wandgemälden.

Frisoni, Donato Giuseppe
(* um 1681 in Laino, Val d`Intelvi, zwischen Como und Laino, † 29.11.1735 Ludwigsburg). Italienischer Architekt, der einer italienischen Künstlerfamile entstammt. Begann als Stuckateur und war in dieser Eigenschaft 1709 beim Bau des grossen Schlosses in Ludwigsburg Krs. Ludwigsburg tätig. Nach Aufenthalten in Passau und Wien sowie Arbeiten in Prag kam Frisoni 1709 als Stuckateur nach Ludwigsburg und führte hier zusammen mit Tommaso Soldati umfangreiche Stuckdekorationen aus. 1715 übernahm er als Nachfolger vonNette, Johann Friedrich die Bauleitung des Ludwigsburger Schlossbauwesens. In dieser Funktion zeichnete er für die Erweiterung und Vollendung der gesamten Schlosslange samt Gärten verantwortlich. Frisoni entwarf auch das elegante Lustschlösschen Favorite Ludwigsburg auf dem Hügelzug gegenüber dem Schloss (begon. 1718). Vielleicht ist seine grösste Leistung die Gestaltung des Stadtplans von Ludwigsburg, der durch die Eingliederung von Schloss und Schlossgarten in ein regelmässiges Strassensystem besticht. Innerhalb der Bauverwaltung stieg er vom Stuckateur zum Architekten und schließlich zum Hof- und Oberlandbaudirektor auf. Nach dem Tod Herzog Eberhard Ludwigs wurde Frisoni inhaftiert und wegen angeblicher Unterschlagungen angeklagt. Wenige Monate nach seinem Freispruch und seiner Freilassung starb Frisoni 1735 in Ludwigsburg.

Fromiller, Josef Ferdinand
Er wurde als Sohn des Malers Benedikt Fromiller 1693 in Klagenfurt geboren. Nach einer ersten Lehre bei seinem Vater schickten ihn die Grafen von Stampfer nach München, damit er an den von den Wittelsbachern zusammengetragenen berühmten italienischen und niederländischen Gemälden lerne. 1734 kam er nach Klagenfurt zurück und wurde ein in Kärnten vielbeschäftigter Meister eigenen Stils. In seiner Malweise vereinigten sich das in Bayern Gesehene mit persönlichen Ideen.

Fuchs, Joseph Balthasar
* 23.3.1828 in St. Goar als Sohn des Steuermanns Christian Fuchs. Er betrieb sein Architekturbüro im aufblühenden Boppard spätestens seit den 1870er Jahren. Über Fuchs´ Ausbildung ist nichts bekannt, ebenso wenig über seine Arbeit bis 1870. Seit dieser Zeit war er an verschiedenen Projekten in Boppard beteiligt. 1870 nahm er vertretungsweise die Stelle des Communal Kreisbaumeister Frank ein. 1875 wurde er in Zusammenhang mit dem Wiederaufbau von St. Martin in Boppard genannt, 1877 in Verbindung mit der Protestantischen Kirche in Bacharach. In diesem Jahr war er auch in das Restaurierungsvorhaben der Karmeliterkirche in Boppard involtiert, das nicht ausgeführt wurde, wie auch die von ihm vorgeschlagene Neuausstattung der Kirche von Dellhofen, deren Zeichnungen von 1875 oder 1876 in Kopie erhalten sind und eine elegante neogotische Formensprache zeigen. Es ist anzunehmen, dass er ein akzeptiertes Mitglied der Bopparder Gesellschaft war, da er beispielsweise als Mitglied des Kriegervereins die Dekoration des Festsaales zum Empfang des Kaisers zu dessen Geburtstag entwarf. Am 1.1.1877 starb er im Alter von 49 Jahren.

Fuetrer, Ulrich
* in Landshut, + zwischen 1496 und 1500 in München. Deutscher Dichter und Maler der Spätgotik, 1462-96 in München im Umfeld des herzoglichen Hofs nachweisbar. Er entwarf historische Bildprogramme für den Ahnensaal des Alter Hof München, die er zum Teil selbst ausführte, und war ferner für Kloster Tegernsee tätig. Er verfasste ausserdem das "Buch der Abenteuer", eine Sammlung von Rittergeschichten aus dem Artuskreis, und eine "Baierische Chronik".

Fuga, Fernando
(1699-1782). Italienischer Architekt. Seine Hauptwerke entstanden alle in Rom, darunter der Palalzzo della Consulta (1734), die Fassade von S. Maria maggiore (1741-43) und der Palazzo Corsini (1732), in dem sich Fugas verfeinerter spätbarocker Stil (Barock) von der elegantesten Seite zeigt. 1751 liess er sich in Neapel nieder und erhielt dort mehrere wichtige Aufträge (Albergo dei Poveri, Chiesa dei Gerolamini), doch war seine frühere Virtuosität zu einem langweiligen Klassizismus verblasst.

Furini, Francesco
* um 1600 in Florenz, + 1646 in Florenz. Italienischer Maler des Manierismus, Vertreter der Schule von Florenz; er ahmte die Werke seines Vorbilds Francesco Albani voll sinnlicher Eleganz nach und steigerte sie noch durch extreme Helldunkeleffekte, so z.B. in den Gemälden "Hylas und die Nymphen" (um 1630, Florenz, Galleria Palatina, Palazzo Pitti), "Der Tod des Adonis" (um 1625, Budapest, Magyar Szépmüvészeti Múzeum) und vor allem im Gemälde "Loth und seine Töchter" (um 1645, Madrid, Museo del Prado), in de

Furttenbach, Josef
((1591-1667). Deutscher Architekt und Architekturtheoretiker. Er lebte zehn Jahre als Kaufmann in Italien, wo er sich seine architektur-theoretischen Kenntnisse erwarb. 1621 liess er sich in Ulm nieder, wo er gegen 1631 das Amt des Stadtbaumeisters bekleidete. Von seinen Bauten in Ulm und Süddeutschland ist nichts erhalten. Sie waren auch weniger bedeutend als seine Schriften, durch welche er die theoretischen und praktischen Erkenntnisse der italienischen Architektur in Deutschland bekannt machte. Sein erstes Buch „Newes Itienarium Italiae“ entstand 1621; seine anderen Schriften, in denen nach und nach alle Zweige der Bautechnik behandelt wurden, folgten in kurzen Abständen: „Architectura civilis“ (1628), „Architectura navalis“ (1629), „Architectura materialis“ (1630), „Architectura universalis“ (1635).