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85 Person(en) gefunden.

Hackner, Christoph
(*16.3.1663 in Jauer, +2.4.1741 in Breslau). Architekt. Errichtete wahrschleinlich Schloss Friedersdorf Krs. Lauban, Schloss Peterwitz, Schloss Festenberg und war für wahrscheinlich auch für den Umbau von Schloss Deutsch-Lissa verantwortlich, auf jeden Fall Schloss Wirrwitz und das Hatzfeld-Palais Albrechtstr. in Breslau und war auch am erzbischöflichen Palais Breslau VII sowie Schloss Trachenberg II beteiligt

Hades
(altgriechisch Plutos, später Pluton; altröm. Dis Pater, später Pluto). Sohn des Kronos (Saturn) und der Rhea; Bruder des Zeus (Jupiter). Gott der Unterwelt. Der auf Pluton beschränkte Kult verbreitete sich vor allem in Verbindung mit Demeter (Ceres) und den Eleusinischen Mysterien. Hades wird dargestellt als schwarzhaariger Mann mit Vollbart, der zuweilen eine Krone trägt und eine Zweizack schwingt. Häufig wird der Gott auf seinem Wagen abgebildet, als er Persephone (Proserpina) raubt; Kerberos kann ihm beigestellt sein.

Hadfield, George
(1763-1826). Geb. in Livorno, ausgebildet an der Royal Academy in London, gewann dort 1784 die Goldmedaille und studierte 1790-91in Italien. Um 1795 ging er nach Amerika; im gleichen Jahr wurde er mit der Bauleitung des neuen Kapitols in Washington an Stelle Stephen Hallets beauftragt. Er lehnte sowohl den Entwurf von Thornton, William als auch Hallets Korrekturen ab. Seine radikalen Änderungsvorschläge wurden aber nicht gebilligt; 1798 wurde er entlassen. Er arbeitete jedoch weiterhin in Washington und baute in der neuen Stadt im klassizistischen Stil der City Hall (1820, jetzt das District of Columbia Courthosue), die United States Bank (1824), Fuller`s Hotel, Gadsby`s Hotel, ein Grabmal für Van Nees (1826) und das imposante "Paestoum portico" von Airlington House (1818), eines der schönsten Beispiele des Greek Revival in Amerika.

Häfele, MelchiorHefele, Melchior

Hagenauer, Johann Baptist
* 22.6.1732 in Strass, Oberbayern, + 9.9.1810 in Wien. Deutscher Bildhauer, lernte an der Wiener Akademie und schuf zunächst Kleinplastiken im Stil des Rokoko ("Christus a.d. Geiselsäule", 1756, Cleveland, Museum of Art). Seit 1760 entstanden grössere Arbeiten wie die Mariensäule für den Domplatz in Salzburg (1766-71) und die mythologischen Figuren für die Schlossparks von Nymphenburg (München) und Schönbrunn Wien, mit denen er sich dem Klassizismus annäherte. 1774 bis 1781 lehrte Hagenauer an der Wiene

Hagenauer, Wolfgang
* 16.10.1726 in Strass, 16.12.1801 in Salzburg. Österreichischer Architekt, der sich nach anfänglicher Arbeit als Zimmermann ab 1758 an der Akademie in Wien weiterbildete und 1760 zum Hofbauverwwalter des Erzstifts Salzburg wurde. Zu seinen bereits den Klassizismus ankündigenden Werken zählen die Pfarrkirchen Buchbach (1764) und Mattsee (1777), das Badeschloss Badgastein (1791) und einige Altäre, wie der Hochaltar von St. Georg auf der Festung Hohensalzburg (1776).

Haiger, Ernst von
(*10.6.1874 in Mülheim a.d. Ruhr). Münchener Architekt, der u.a. Schloss Lubie in Schlesien errichtete.

Halfpenny, William
(Michael Hoare, gest. 1755). Die Kirche Holy Trinity in Leeds (1722-27) ist sein einziges erhaltenes Bauwerk von Bedeutung. Er entwarf auch die Redland Chapel in Bristol (1740-43). Halfpenny veröffentlichte für Liebhaberarchitekten und Baumeister etwa 20 Handbücher zur Architektur, mit denen er ungeheuren Erfolg hatte und grossen Einfluss ausübte. Seine Entwürfe sind meistens dem Palladianismus verpflichtet. Er unternahm aber auch ziemlich dilettantische Versuche in einem gekünstelten Rokoko, in Chinoiserien, in der Neugotik usw. Zu seinen besten Büchern gehören "A New and Compleat System of Architecture" (1749) und "Rural Architecture in the Chinese Tase" (um 1750).

Haller von Hallerstein, Carl Freiherr von
Am 10.6.1774 in Hilpoltstein bei Nürnberg geboren. Er studierte Architektur, bezog wie Schinkel, Karl Friedrich Anregungen von dem klassizistischen Baumeister F. Gilly und wurde durch seine Entwürfe für die Münchener Glyptothek und die Walhalla bei Regensburg bekannt. Später ging von Hallerstein nach Griechenland, um die grossen Bauwerke der griechischen Klassik zu studieren und Anregungen für seine klassizistischen Entwürfe zu finden. Er beteiligte sich an Ausgrabungen und untersuchte 1810 mit dem britischen Architekten C.L. Cockerell den Aphaia-Tempel von Ägina. Inwieweit der bayerische Freiherr seine Hand mit im Spiel hatte, dass die berühmten Giebelskulpturen des Tempels, die sog. Ägineten, nach München kamen und nicht nach London, ist unbekannt. Jedenfalls gelang es einem gewissen Martin von Wagner, die Skulpturengruppe auf der Insel Zakynthos für den bayerischen Prinzen, den späteren König Ludwig I., zu ersteigern. Die britische Regierung erhob Einspruch und beschlagnahmte die auf Malta zwischengelandeten „Ägyineten“. Bayern bestand aber auf der Herausgabe der Skulpturen, und London gab schliesslich wegen der damals gespannten Lage nach. 1811/12 grub Cockerell mit von Hallerstein und dem baltischen Baron O. von Stackelberg am Apollon-Tempel von Bassai (Phigaleia, Peloponnes). Sie fanden unter dem Schutt die meisten Platten des Tempelfrieses. Doch diesmal erhielt das Britische Museum bei der Versteigerung auf Zakynthos den Zuschlag. Von Hallerstein starb am 5.11.1817 in Ampelakia (Nordgriechenland).

Hamilton Johann Georg de
* 1672 in Brüssel, + 3.1.1737 in Wien. Schottischer Tiermaler, stammte aus einer Künstlerfamilie, die sich auf die Stilllebenmalerei, insbesondere die Darstellung von Jagdbeute, aber auch von lebenden Tieren wie Pferden und Hunden spezialisiert hatte und in der Tradition der flämischen Malerei von Frans Snijders und Jan Fyt stand. Ab 1598 ist er in Wien nachweisbar, wo er für die Fürstenhäuser Liechtenstein und Schwarzenberg arbeitete. Das Haus Schwarzenberg nahm ihn 1710 fest in seine Dienste und übertrug ihm die Ausstattung seines Jagdschlosses Ohrada sowie einzelne Werke für sein Stadtpalais (Schwarzenberg-Palais Wien) und sein Sommerpalais in Wien (Schwarzenberg-Sommerpalais). 1718 wurde er von Kaiser Karl VI. zum Hofmaler berufen und widmete sich nun besonders der Porträtierung der Lipizzaner aus der spanischen Hofreitschule (Das Gestüt in Lipizza, 1727, Wien, Kunsthistorisches Museum).

Hamilton, Gavin
* 1723 in Murdieston House, Lanarkshire, + 4.1.1798 in Rom. Schottischer Archäologe, Porträtmaler und Historienmaler des beginnenden Klassizismus, siedelte 1742 nach Rom über, wo er Schüler von Agostino Masucci war und von wo aus er 1748 eine Studienreise nach Neapel und Capri unternahm. Er gehörte zum Kreis um Anton Raphael Mengs und Winckelmann, Johann Joachim. Hamilton malte mythologische Themen, so nach 1760 eine Bildreihe mit homerischen Sujets; zwischen 1782 und 1784 vollendete er die Arbeiten an den "Szenen aus der Geschichte von Paris und Helena" (Rom, Museo di Roma). Linienführung und plastische Formgebung blieben dabei ebenso konventionell wie das Kolorit. Hamilton war auch ein erfolgreicher Porträtmaler und führte als Archäologe zahlreiche Ausgrabungen (u.a. in Palmyra) durch.

Hammerschmidt, Felix Anton
(+16.10.1762 in Neisse). Schlesischer Baumeister. Errichtete wahrscheinlich Schloss Rohnstock, sicher den Stadthof der Grüssauer Äbte in Schweidnitz, war am Bau von Schloss Fürstenstein Waldenburg und dem Bischofspalais Neisse II beteiligt

Hancke, Johann ChristophHandke, Johann Christop

Handke, Johann Christoph
(auch Hancke). * 18.2.1694 in Johnsdorf bei Römerstadt, + Ende Dez. 1774 in Olmütz. Mährischer Freskenmaler und Ölmaler. Nur wenige Werke von ihm sind erhalten geblieben. 1722 malte er die Fresken der Kapelle auf der Burg von Olmütz I und im dortigen Rathaussaal und danach viele Fresken in Kirchen und Klöstern von Olmütz und Umgebung. Ausserdem schuf er zahlreiche Ölbilder von Kaisern, Päpsten und Bischöfen sowie Heiligenbilder und Altarbilder, zuletzt 1768 das Hochaltarbild "Mariä Himmelfahrt" für die Ki

Hans von Aachen
(1552 in Köln - 4.3.1615 Prag). Deutscher Maler des höfischen Manierismus des 16. Jh. Nach einer sechsjährigen Ausbildung bei dem niederländischen Romanisten Georg Jerrigh in Köln ging er 1574 nach Italien, wo er zunächst in Venedig nachhaltige Eindrücke von Tintoretto empfing und später in Rom im Studium der Bilder Correggios und vor allem der Kompositionen Michelangelos einen ekletisch-virtuosen Stil entwickelte. 1588 kehrte er über Florenz nach Köln zurück, folgte aber schon bald einem Ruf Herzog Wilhelms V. von Bayern an den Hof zu München. 1592 wurde er von Kaiser Rudolf II. zum Kammermaler ernannt. Er malte biblische, mythologische und allegorische Szenen, z.B. den Sieg der Wahrheit unter dem Schutz der Gerechtigkeit (1598, München, Alte Pinakothek); ausserdem schuf er hervorragende Bildnisse. 1601 liess er sich endgültig in Prag nieder und gehörte, 1604 geadelt, neben Giuseppe Arcimboldo, Bartholomäus Spranger und Joseph Heinz d.Ä. zum engsten Kreis der am Hof Rudolf II. schaffenden Maler. Noch mehrmals reiste er nach Italien, das er immer als Quelle seiner Inspirationen empfand. Nach dem Tod Rudolfs II. wurde er 1612 von Kaiser Matthias in seinem Amt als Kammermaler bestätigt.

Harckner, Jacob
Schlesischer Baumeister. Arbeitete an Schloss Kreidelwitz.

Hardouin-Mansart, Jules
(1646-1708). Grossneffe von Mansart, Francois, bei dem er wohl ausgebildet wurde, obwohl er stärker von Le Vau, Louis beeinflusst war; zusammen mit Lebrun führte er in der Spiegelgalerie von Versailles die grandiose Planung von Le Vau, Louis zur Vollendung. Hardouin-Mansart verstand es gut, sich vollkommen in die künstlerischen Bedürfnisse des Hofes Ludwig XIV. einzufühlen, und trat bald, da er sachverständig, flink und anpassungsfähig war, als Hofarchitekt hervor (1675 wurde er kgl. Architekt, 1685 erster Hofarchitekt und 1699 Oberhofbaumeister). Seine glänzende Karriere erregte Neid, und Saint-Simon beschuldigte ihn, sich in einem Hinterraum willige Architekten zu halten, die für ihn alle Arbeiten erledigten. Ohne Zweifel konnte er sich glücklich schätzen, so tüchtige Mitarbeiter wie Lassurance und Lepautre, Pierre zu haben, doch besass er auch selbst eine grosse Begabung und klares Empfinden für die Forderung des Hofes: einen glanzvollen Hintergrund für das Schauspiel des königlichen Zeremoniells zu schaffen. Ab 1678 war er mit der Erweiterung von Versailles beschäftigt. Seine Tätigkeit wirkte sich auf die äussere Gestalt des Schlosses unheilvoll aus, weil er die Mittelterrasse von Le Vaus (Le Vau, Louis) Gartenfassade einebnete und durch den Anbau der Seitenflügel die Gartenfront um das Dreifache verlängerte. Dennoch ist diese vielleicht einförmige Front überwältigend in ihrer Ausdehnung und ihrer Ausgewogenheit. Der Marstall, die Orangerie, das Grand Trianon und die Schlosskirche gelangen ihm besser. Seine stilistische Gestaltungskraft im Sinnes eines barocken Klassizismus erreichte im Invalidendom in Paris (1680-91) ihren Höhepunkt, während die Place Vendome (1698ff.) seine schöpferische Begabung bei der Lösung städteplanerischer Aufgaben grossen Stils veranschaulicht. Gegen Ende seines Lebens wandte sich Hardouin-Mansart vom barocken Pomp ab. Das zeigt sich deutlich in einer Reihe von Zimmern in Versailles, im Grand Trianon und in Marly, die unter seiner Leitung in den 90er Jahren neu ausgestattet wurden. Hardouin-Mansart tendierte in diesen Spätwerken zu einem leichteren und eleganteren Dekorationsstil, der den ersten Schritt in Richtung Rokoko bedeutete.

Hardtmuth, Joseph
* 20.2.1752 in Asparn, Niederösterreich, + 23.5.1816 in Wien. Österreichischer Architekt, Vertreter des romantischen Klassizismus, erbaute im Dienst der Fürsten von Liechtenstein in Wien und Umgebung zahlreiche Stadtpalais sowie Herrschaftssitze mit zugehörigen Parkanlagen. Nach einer Lehre bei seinem Onkel, dem Wiener Stadtbaumeister Joseph Meissl, machte sich Hardtmuth mit dem Fassadenplan für das Liechtensteinsches Majoratshaus eine Namen, dessen Ausführung und Ausstattung er selbst leitete. Zum fürstlichen Architekten ernannt, erbaute Hardtmuth zusammen mit anderen Architekten den Herrschaftssitz Eisgrub, in dessen englischem Landschaftspark er mit seinem Sonnentempel (1794) und dem Orientalischen Turm mit seinem moscheeartigen Unterbau (1797-1802) Kleinarchitekturen als versatzartige Stimmungskulissen errichtete.

Harleman, Carl Freiherr von
(1700-52). Schwedischer Architekt, Schüler von G.G. Adelcrantz und Tessin, Nicodemus d.J. Nach Reisen in Italien und Frankreich ab 1741 Oberintendant und Schlossarchitekt, als der er mit Tessin, Nicodemus d.Ä. den Bau des königlichen Schlosses in Stockholm leitete, mit Schwerpunkt auf der Innendekoration. Auch für den Ausbau des Schlosses Drottningholm (1746-54) zeichnete Harleman verantwortlich. Die Verbreitung des Rokokositls in Schweden ist auf ihn zurückzuführen. Seine profanen Bauten zeigen deutlichen Anschluss an die französische Architekturauffassung, während er sich für kirchliche Bauten eher an den Barock anlehnte.

Harms, Johann Oswald
* 30.4.1643 in Hamburg, + 1708 in Braunschweig. Deutscher Freskomaler und Theatermaler des Barock. Wurde bei Hinrich Ellerbroeck in Hamburg und Salvator Rosa in Rom ausgebildet. Mit seiner virtuosen Perspektivmalerei schuf er sowohl raumillusionierende Wandfresken und Deckenfresken als auch Tiefe vortäuschende Bühnenprospekte. Neben zwei Tafelbildern, "Ruinenlandschaft" (1673) und "Winterlandschaft" (1674, beide Hamburg, Kunsthalle), sind fast nur Entwurfszeichnungen für Bühnenbilder und die Ausstattungen f

Harper, Adolf Friedrich
(* 15.10.1725 Berlin, † 23.6.1806 Berlin), Maler. Nach Studien in Frankreich und Italien wurde er 1756 von Carl Eugen nach Stuttgart berufen. 1759 zum Hofmaler ernannt, wirkte er 1761 bis 1794 als Professor an der Académie des Arts und der Carlsschule für Landschaftsmalerei und ab 1784 als Galeriedirektor. 1798 kehrte er in seine Geburtsstadt Berlin zurück. Er schuf zahlreiche, oft von Piranesi, Giovanni Battista inspirierte, italienische Landschaften, Veduten und Supraporten.

Harsdorff, Kaspar Friedrich
* 26.5.1735 in Kopenhagen, + 24.2.1799 in Kopenhagen. Dänischer Architekt des Klassizismus, fand unter dem Eindruck seines Studiums an der Kopenhagener Akademie, mehr aber des Aufenthalts in Paris 1757-62 und anschliessend in Rom

Hauberrisser, Georg Joseph Ritter von
* 19.3.1841 in Graz, + 17.5.1922 in München. Deutscher Architekt des Historismus, war ab 1866 in München tätig und erwarb sich hohes Ansehen als Entwerfer zahlreicher öffentlicher Bauten in verschiedenen Stilen. Das Neue Rathaus (1866-74; 1899-1909 durch ihn selbst erweitert) und die Kirche St. Paul (1892-1906) in München sind neugotisch, das Rathaus von Kaufbeuren (1879-81) dagegen in Formen der deutschen Frührenaissance erbaut. Neben Bauten wie dem Wiesbadener Rathaus (1884-97) und dem Saabrückener Rathaus (1897-1900) ist auch sein Wirken als Restaurator z.B. von St. Sebald in Nürnberg (1888-1903) und der Deutschordensburg Busan (1890) von Bedeutung.

Haven, Lambert van
* 16.4.1630 in Bergen/Norwegen, + 9.5.1695 in Kopenhagen. Dänischer Architekt und Maler. Erhielt seine Ausbildung in Italien und war seit 1671 Generalbaumeister und Inspektor der Königlichen Kunstsammlungen unter Christian V. in Dänemark. Studienreisen nach Deutschland, Frankreich und Holland brachten ihm wichtige Impulse. Die holländischen Einflüsse die er in die skandinavische Architektur der 2. Hälfte des 17. Jh. einführte, sind u.a. an seinem Hauptwerk zu beobachten, der Vor Freislers Kirke (Erlöserkirche) in Kopenhagen (1682-96). Der zentralisierende Grundriss, ein sich mit einem griechischen Kreuz durchdringendes Quadrat, zeigt aber auch römische Renaissanceeinflüsse und Barockeinflüsse. Als Verwalter von Schloss Frederiksberg leitete Haven seit 1681dessen Ausstattung nach Vorbildern des französischen Hochbarock (Versailles). In Kopenhagen errichtete er ausserdem das Portal von Schloss Rosenborg(1672) und das Torhaus von Schloss Christiansborg (1674-75). Von seiner Arbeit als Maler ist dagegen fast nichts erhalten.

Hawksmoor, Nicholas
Nach Vanbrugh, Sir John der individuellste englische Architekt des Barock. Hawksmoor stammte aus einer Bauernfamilie in Nottinghamshire. Im Alter von 18 Jahren kam er zu Wren, Sir Christopher und arbeitete unter dessen Leitung beim Bau des Greenwich Hospital und auch bei anderen Aufgaben bis zum Tod von Wren, Sir Christopher. Danach holte ihn 1690 Vanbrugh, Sir John, der in ihm einen fähigen Mitarbeiter erkannt hatte. Dieser setzte ihn vor allem beim Bau von Castle Howard und Blenheim Palace ein. Er war beiden, Wren, Sir Christopher wie Vanbrugh, Sir John, mehr als ein blosser Assistent, doch kann heute nicht mehr im einzelnen festgestellt werden, wieviel sie ihm verdanken. Seine eigenen Bauten zeigen seine Originalität. Aber durch seinen störrischen, eigenwilligen Charakter und seinen Mangel an Tatkraft blieben ihm grosse Chancen und gesellschaftlicher Erfolg versagt. Kraftvoll, gelehrt-exzentrisch und ausserordentlich plastisch ist sein Stil eine ganz persönliche Variante des Barock, in der Elemente des Stils von Wren, Sir Christopher, der römische Antike und der Gotik verschmolzen sind. Seine Leidenschaft galt – und darin folgt er nicht Wren, Sir Christopher, sondern Vanbrugh, Sir John – dramatischer Gestaltung von Massen: Kritiker meinen jedoch, dass seine Bauten dadurch zu schwer wurden. Er machte sich etwa 1702 selbständig, als er Easton Neston begann. Er schuf hier einen festgefügten, rechteckigen Bau, rings von kolossalen Säulen umgeben. Easton Neston vereinigt in sich die Grandezza und Urbanität von Wren, Sir Christopher und deutet in einigen Details auf Vanbrugh, Sir John. Als das Parlament 1711 beschloss, 50 neue Kirchen zu errichten, wurde Hawksmoor leitender Architekt des Vorhabens. Die sechs von ihm selbst entworfenen Kirchen stehen im Zentrum seines Oeuvres. Jede einzelne Kirche ist ein kleines Meisterwerk für sich: St. Anne`s, Limehouse (1712-24) mit ma. Spitzturm in klassischer Verkleidung, St. Mary Woolnoth (1726/27) mit quadratischem Grundriss, St. George, Bloomsbury (1720-30). Hawksmoors grösstes und massvollstes Werk ist Christchurch, Spitalfields (1723-39), das sich an Eigenwilligkeit und Übertreibung mit den Werken von Vanbrugh, Sir John messen kann. Den Innenhof und den Speisesaal von All Souls` College in Oxford sowie die Westtürme der Westminster Abbey (1734) gestaltete Hawksmoor in seinem neugotischen Stil. Für den ernsten und strengen dorischen Rundbau des Mausoleums in Castle Howard (1729) liess er sich noch einmal von der römischen Baukunst und Bramante, Donato anregen.

Hebe
Oft gleichgesetzt mit Juventus (röm.). Tochter des Zeus und der Hera. Göttin der Jugend, die die Götter bedient. Der Kult der Hebe war in Rom weit verbreitet, wo sie als Symbol des fortwährenden Wiedererblühens der Jugend des Staates galt. Hebe erscheint meist stehend mit einem Kelch in der Hand und einem Krug auf der Schulter oder während sie Nektar in einen Kelch füllt, um ihn dem Adler des Zeus (Jupiter) zu reichen.

Hefele, Melchior
(Häfele, Höferle). * 11.1.1716 in Kaltenbrunn, Tirol, + 21.1.1799 in Steinamanger. Österreichisch-ungarischer Architekt, vermittelte der ungarischen Baukunst klassizistisches Iddengut. Nach Mitarbeit beim Würzburger Hofschlosser Georg Oegg war er in Wien ansässig, wo er neben Triumphbogen und Katafalken sakrale Innenarchitektur, so für die Wallfahrtskirche bei Sonntagberg in Niederösterreich, schuf. 1763-70 renovierte Hefele überwiegend in barocken Formen die bischöfliche Residenz in Passau (Passau II). Seine spätere Tätigkeit für den ungarischen Klerus (Erzbischöfliches Sommerpalais Bratislava, 1778-81; ; Szombathely II, 1781 vollendet) zielte konsequent auf den Klassizismus und fand ihren Höhepunkt im Dom in Steinamanger (1791-1813, erst nach Hefeles Tod vollendet).

Heideloff, Carl Alexander von
(1789-1865). Bekannt vor allem als Restaurator: Dom in Bamberg, Veste Coburg, Kreuzkirche in Rottweil, Frauenkirche in München, St. Sebald u. St. Lorenz in Nürnberg, Stiftskirche in Stuttgart, St. Georg in Dinkelsbühl und viele andere. Er veröffentlichte "Die Ornamentik des Mittelalters" (1838-52), "Die Bauhütte des Mittelalters" (1844) u.a. Als Architekt bevorzugte er den neugotischen Stil.

Heideloff, Viktor
(* 29.6.1759 Stuttgart, † 11.5.1817 Stuttgart), Maler. Heideloff erhielt seine Ausbildung zum Maler 1771 bis 1780 an der Hohen Carlsschule. 1782 konnte er Frankreich und Italien bereisen. Er wurde 1788 zum Hoftheatermaler und 1789 zum Professor an der Hohen Carlsschule ernannt. Er war ein sehr vielseitiger Maler, der neben Theaterdekorationen vor allem auch Deckenbilder und Dekorationsmalereien in den Schlössern in Hohenheim, Stuttgart II und Ludwigsburg Krs. Ludwigsburg ausführte. Daneben schuf er einen Zyklus von Ansichten des englischen Gartens in Hohenheim.

Hektor
Sohn des trojanischen Königs Priamos und der Hekabe; Bruder des Paris. Trojanischer Heerführer, der von Achill getötet wird. Hektor wird oft als Krieger dargestellt. Der Abschied von seiner Frau Andromache am skäischen Tor gilt als beliebtes Motiv in der Kunst.

Helena
Nach Homer die Tochter des Zeus (Jupiter) und der Leda. Die Schönste unter den Frauen und die Gemahlin des Menelaos; sie wird von Paris entführt. Der Kult zu Ehren der Helena war vor allem in Sparta verbreitet, wo sie als Beschützerin der Jungvermählten und Jugendlichen verehrt wurde. Vielfach ist die Szene vom Raub der Helena durch Paris dargestellt, die meist in einem Hafen angesiedelt sind. Dabei zieht Paris Helena eng an sich, während sie verzweifelt versucht, sich seinem Griff zu entwinden.

HeliosApollon

HellotisEuropa

Henry Of Reynes
Tätig um die Mitte des 13. Jh. Englischer Architekt. 1245 berief Heinrich III. einen Architekten zum Bau der Westminster Abbey nach London, von dem der Name Henry of Reynes überliefert ist. Bis heute ist unklar, of sich "Reynes" auf den französischen Ort Reims bezieht - starke französischen Ort Reims bezieht - starke französische Einflüsse in Westminster, so die östliche Grundrissdisposition, die Strebebogen, das Masswerk u.a., legen dies nahe - oder von der gleichnahmigen englischen Ortschaft in Essex abzu

Henry of Reyns
1243 Meister der kgl. Bauhütte von Schloss Windsor, später kgl. Baumeister von Westminster Abbey in London. Anscheinend hat er 1253 nicht mehr gelebt. Da er zu Baubeginn der Westminster Abbey dort Baumeister war, hatte er möglicherweise den Entwurf für die Abbey geliefert. Sein Zuname Reyns ist klangmässig mit dem Ortsnamen Reims verwandt; tatsächlich gehen manche Details von Westminister Abbey - Masswerk, Laufgänge in den Ostkapellen - im Stil auf die Kathedrale von Reims, aber auch auf Amiens und die Sainte-Chapelle in Paris zurück, die bei Baubeginn vollendet waren. Andere Elemente wiederum stehen ganz in der engl. Tradition, wie die grosse Empore und das Gewölbe mit Scheitelrippe. So kann man vielleicht schliessen, das Henry de Reyns von Geburt Engländer war und in Reims gearbeitet hatte. Dem Stil nach könnte auch King`s Chapel in Windsor von Henry de Reyns entworfen sein (um 1240).

Hephaistos
(röm. Vulkanos, später Vulkan). Sohn des Zeus (Jupiter) und der Hera (Juno). Gott des Feuers und der Schmiedekunst. Besondere Verehrung genoss der Gott auf der Insel Lemnos, auf die ihn Zeus (Jupiter) der Sage nach wutentbrannt geschleudert hatte; darüberhinau huldigte man dem Gott auf Inseln vulkanischen Ursprungs wie Sizilien; der römische Volcanus-Kult geht auf die Frühzeit zurück. Hephaistos ist häufig bei der Arbeit in seiner Schmiede zu sehen. Seine Attribute sind Hammer und Amboss. Gelegentlich ist er von seinen Gehilfen umgeben, den Kyklopen.

Hera
(Iuno, röm. Juno). Tochter des Kronos (Saturn) und der Rhea. Die wichtigste weibliche olympische Gottheit, Schwester und Gattin des Zeus (Jupiter); Schutzgöttin von Ehe und Geburt. Hera wurde in ganz Griechenland verehrt. Die eifersüchtige, gewalttätige und rachsüchtige Gattin des Zeus (Jupiter) ist häufig mit einem Diadem oder einem Zepter versehen, das auf ihre Stellung als Königin des Olymp verweist.

Herakles
(röm. Hercules, Herkules). Nach Homer Sohn des Zeus (Jupiter) und der Almene. Einer der berühmtesten Helden der griechischen Sage; Personifizierung des Mutes und der Körperkraft. Einigen Quellen zufolge begründete der Held die olympischen Spiele; in Griechenland wurden an verschiedenen Orten Feste zu Ehren des Herakles begangen. Der Heros wird als bärtiger und muskulöser Mann dargestellt, ausgestattet mit einem Löwenfell und einer Keule, manchmal mit Köcher, Pfeil und Bogen, einem Geschenk Apolls.

HerculesHerakles

Hercules
Lat. Form des griechischen Herakles. Halbgott, Sohn des Zeus. Überwinder irdischer Mühen.

Here de Corny, Emmanuel
(1705-63). Der Architekt arbeitete im Louis-quinze-Stil und wurde durch seine Place Stanislas (Place Royale) in Nancy, eines der schönsten Beispiele für die Stadtplanung zur Zeit des Rokoko, berühmt. Er erhielt seine Ausbildung bei Boffrand, Gabriel Germain in Paris, war dann ab 1740 in Nancy Architekt von Stanislas Leszczynski, dem Exkönig von Polen. Für ihn führte er seine Bauten aus: das Hotel des Missions Royales (1741-43), das Chateau de Malgrange (1743), die Place Stanislas (1752-56) und die Place d`Alliance, alle in Nancy. Die Mauerecken der Place Stanislas sind mit schönen schmiedeeisernen Gittern von Jean Lamour geschmückt. Here de Corny veröffentlichte "Recueil des plans etc." (1750) und "Plans et elevations de la Place Royale de Nancy" (1753).

Herigoyen, Emanuel Joseph von
(1746-1817). In Portugal geboren, aber vorwiegend im süddeutschen Raum beschäftigter Architekt und Geometer. 1767-69 Studium in Paris. Ab 1774-1804 vorwiegend für den Mainzer Kurfürsten Carl Freiherr von Erthal tätig. 1804 Übersiedlung nach Regensburg, dort Stadtbaumeister und Landbaumeister, 1810 Ernennung zum Bayerischen Oberbaukommissar in München. Seine wichtigsten Arbeiten: Umbaumassnahmen an der Johannisburg in Aschaffenburg (1774-84), Schloss und Parkanlage Schönbusch bei Aschaffenburg (1772-82), Frühstückspavillon im Schlossbereich Aschaffenburg (1782), Französische Gesandschaft in Regensburg (1805), Umbau des Palais Montgelas (1811-13), Tor zum Botanischen Garten (1812), beide in München. Seien Architekturauffassung ist oft abhänig von dem Architekturtheoretiker Morris, Robert.

HerkulesHerakles

Herland, Hugh
(gest. ca. 1405). War seit etwa 1350 Zimmermeister im Dienste des engl. Königs, 1375 als William Herland, wahrscheinlich Herlands Vater, starb, wurde er Leiter der kgl. Zimmermannswerkstätten. Sein "opus magnum" ist die Stichbalkendecke von Westminster Hall, die in den 1390er Jahren geschaffen wurde; sie hat eine Spannweite von etwa 22 Metern. Herland arbeitete auch (zusammen mit William of Wynford) für den engl. Kanzler und Bischof von Winchester William fo Wykeham am Bau von New College in Oxford un

Hermann, Franz Georg
* 29.12.1692 in Kempten, + 25.11.1768 in Kempten. Deutscher Maler, führender Freskant des Allgäuer Barock. Durch seinen Vater Franz Benedikt, während eines längjährigen Romaufenthalts bei Sebastiano Conca und zusammen mit Cosmas Damian Asam an der Accademia di S. Lucia geschult, wurde er 1717 Hofmaler der Fürstabtei Kempten II. Über Giovanni Antonio Pellegrini lernte er auch die venezianische Malerei des 18. Jh. kennen. Seine zahlreichen Fresken in Ottobeuren (1719/20), Füssen (1720/23); Ettal (1722/24), in den Räumen der Kemptener Fürstabtei (Kempten II, 1730/34 und 1742/45) und die Altarblätter für St. Lorenz in Kempten (um 1748) zeigen einen einfallsreichen, erzählfreudigen, aber auch bodenständigen Malstil.

Hermes
(röm. Merkur). Sohn des Zeus (Jupiter) und der Maia; eine der zwölf Hauptgottheiten des Olymp. Griechischer Gott der Herden, der Wanderer, des Handels (auch der Diebe und Betrüger), Götterbote und Geleiter der Seelen in die Unterwelt (sogen. Psychopompos). Der Kult des Hermes aus Arkadien verbreitete sich in ganz Griechenland; in Rom huldigte man Merkur im Monat Mai. Hermes wird dargestellt als mit athletischem Körper und trägt eine Flügelhaube, Flügelschuhe und den Heroldsstab.

Hermes Trismegistos
(der Allergrösste). Die Gestalt des ägyptischen Gottes des Masses und der Zahl, den die Griechen mit Hermes gleichsetzten. Vor allem die Neuplatoniker arbeiteten den Lehren des Hermes Trismegistos in ihr System ein. Der Gott war die Verkörperung verborgenen Wissens um die Ordnung der Naturkräfte. Noch Paracelsus, der grosse Arzt zu Beginn der Neuzeit stützte seine Lehre auf die "hermetische" Weisheit.

Hero und Leander
Hero ist eine Aphroditepriesterin in Sestos, Leander ein Jüngling ein Abydos. In der Darstellung schwimmt Leander auf einen erleuchteten Turm in Ferne zu, oder sein lebloser Körper wird von Neredien ans Ufer gebracht, während Hero sich verzweifelt vom Turm stürzt.

Herrera, Juan de
(ca. 1530-97). Spanischer Architekt, arbeitete 1547-59 ausserhalb Spaniens, hauptsächlich in Italien. 1563 übernahm er als Nachfolger von Toledo, Juan Bautista de die Bauleitung des Escorial. Erst nach 1572 entwarf er einige Ergänzungen; sein Hauptbeitrag zu diesem Baukomplex sind das Hospital und die Kapelle (1544-82). Sein majestätischer, von italienischen Bauten angeregter Stil kommt am besten zum Ausdruck im Palast von Aranjuez (1569) und in der Börse von Sevilla (1582). Seine Entwürfe für die Kathedrale von Valladolid (begon. 1585) wurden nur teilweise ausgeführt, übten aber weitreichenden Einfluss aus, z.B. auf die Kathedralen in Salamanca, Mexiko City, Puebla und Lima.

Herzfeld, Ernst
Am 23.7.1879 in Celle geboren. Seit 1903 bereiste er mehrfach den Nahen Osten und beteiligte sich an den Ausgrabungen von Assur. 1911-14 leitete er mit F. Sarre die Ausgrabungen von Samarra. 1920-1931 lehrte er an der Universität Berlin Landes- und Altertumskunde des Orients. 1931-35 legte er im Auftrag des Oriental Institute of Chicago die Palaststadt von Persepolis frei. 1936 emigrierte Herzfeld in die Vereinigten Staaten und lehrte bis 1944 in Princeton. Er starb am 21.1.1948 in Basel.

Hetsch, Gustav Friedrich
* 28.9.1788 in Stuttgart, + 7.9.1864 in Kopenhagen. Deutsch-dänischer Architekt und Maler des Klassizismus, Sohn von Philipp Friedrich von Hetsch, studierte in Stuttgart Architektur und ging 1808 mit seinem Vater nach Paris und wurde Schüler an der Ecole des Beaux-Arts. 1815 übersiedelte er nach Kopenhagen, wo er eng mit seinem Schwiegervater Christian Frederik Hansen zusammenarbeitete (Ausstattung des Schlosses Christiansborg 1826) und 1828-57 Leiter der Porzellanmanufaktur sowie 1844-57 Direktor der technischen Schule war. Sein architektonisches Werk (Synagoge, 1833, und katholische Kirche in der Bredgade, 1842, beide Kopenhagen) wie auch seine Entwürfe für Dekorationsmalereien, Möbel und kunstgewerbliche Gegenstände sind im strengen klassizistischen Stil des Empire gehalten.

Hetzendorf von Hohenberg, Johann Ferdinand
* 7.2.1732 in Wien, + 14.12.1816 in Wien. Österreichischer Architekt, bedeutender Vertreter des Klassizismus in Wien, erhielt 1766 das Adelsprädikat von Hohenberg. Ab 1769 war er als Professor, ab 1772 als Direktor an der Wiener Akademie tätig, 1776 wurde er zum Hofarchitekten ernannt. Hetzensdorf sehr individuelle, geradezu antiakademische Behandlung klassizistischer Formen und Motive in der grossen Baukunst zeigt deutlich französischen Einfluss, während er in seinen phantastischen Kleinarchitekturen wie Grotten und künstlichen Ruinen noch Rokokotraditionen verarbeitete. Zu seinen Hauptwerken gehören u.a. die Gloriette und die Parkanlage in Schönbrunn Wien (1775-76), das Fries-Pallavcini-Palais in Wien und die Pfarrkirche in Austerlitz in Mähren (1786-90).

Hildebrandt, Johann Lukas von
(1668-1745). Neben Fischer von Erlach, Johann Bernhard der führende Architekt des österreichischen Barock. Geboren in Genua als Sohn einer italienischen Mutter und eines österreichischen Hauptmanns. Bevor er sich in Wien niederliess, hatte er bei Fontana, Carlo in Rom studiert. 1701 wurde er zum Hofbaumeister in Wien ernannt, 1720 vom Kaiser geadelt. 1723 löste er Fischer von Erlach, Johann Bernhard als erster Hofbaumeister ab. Der italienisch beeinflusste Stil ist von typischem Wiener Charme, unbeschwerter als jener von Schlüter, Andreas, kraftvoller und eleganter als jener von Fischer von Erlach, Johann Bernhard. Sein Frühwerk, St. Laurentius in Deutsch-Gabel, Nordböhmen (1699), zeigt seine Bewunderung für Guarini, Guarino dessen charakteristische dreidimensional-bewegte Bögen er übernahm, und von dem er sich auch für den komplizierten, phantasievollen Gesamtentwurf anregen liess (konvexe Balkone verbergen konkave Ecken usw.). Borrominis (Borromini, Franceso) Einfluss ist an dem plastischen Schmuck seines Meisterwerkes spürbar, dem Unteren Belvedere (1714/15 vollendet) und Oberen Belvedere (begon. 1721) in Wien, das er für Prinz Eugen erbaute. Seine Profanbauten sind besonders wegen ihrer ovalen und oktogonalen Räume – Palais Schwarzenberg in Wien (begon. 1697), Schloss Rackeve, Ungarn (1701-02), Palais Starhemberg-Schönburg in Wien (1705-06) – und wegen ihrer phantasiereichen und feierlichen Treppenaufgänge bemerkenswert, wie im Palais Kinsky in Wien (1713-16) und dem Pavillon für das Palais Harrach in Wien (1727-35). 1711 wurde er um ein Gutachten für die grossartige Treppenanlage in dem von Dientzenhofer, Johann entworfenen Schloss Weissenstein Pommersfelden gebeten, wo er die dreistöckige Galerie baute. Von 1721-27 veränderte er Schloss Mirabell in Salzburg (1818 teilweise abgebrannt). Von 1720-23 und wieder von 1729-44 arbeitete er am Neubau der Würzburger Residenz mit Neumann, Johann Balthasar zusammen, lieferte Entwürfe für den äusserst reich dekorierten oberen Teil der Gartenfassade des Mittelpalvillons und für die Innenraumgestaltung des Kaisersaals und der Kapelle. Hildebrandt entwarf vor allem Profanbauten, schuf aber auch verschiedene Kirchen, u.a. die Priesterseminarkirche (ehem. Deutschordenskirche Hl. Kreuz) in Linz (1718-25) mit ihrer kühn bewegten Fassade, die Pfarrkirche von Göllersdorf (1740-41) und wahrscheinlich auch die Piaristenkirche in Wien (Plan dat. 1698, begon. 1716, später von K.I. Dientenhofer modifiziert), die sich durch einen oktogonalen Grundriss und einen hellen, rhythmisch gegliederten , von Borromini, Francesco beeinflussten Innenraum auszeichnet.

Hillebrandt, Franz Anton
* 2.4.1719 in Wien, 25.1.1797 Wien. Österreichischer Architekt, verbrachte eine wichtige Station seiner Ausbildung als Mitarbeiter am Bau der Würzburger Residenz (Würzburg I, 1739-40). 1757 wurde er Architekt der ungarischen Hofkammer, 1772 Nachfolger von Nikolaus Pacassis als Oberhofarchitekt in Wien. In dieser Position errichtete er u.a. einige Bauten zur Umgestaltung der Hofburg Wien II. In Pressburg führte er Schlosserweiterungen (Bratislava III) und Stadterweiterungen (1767 bzw. 1775) durch sowie den Bau des Grassalkovich-Palais Bratislava (1760).

Hilleström, Pehr
* 18.11.1732 in Väddö, Uppland, + 13.8.1816 in Stockholm. Schwedischer Maler und Tapetenwirker des Rokoko. 1747-57 arbeitete er zusammen mit dem Pariser Weber P.L. Duru an den Tapisserien des königlichen Schlosses in Stockholm I. Bei einem Studienaufenthalt in Paris führte in Francois Boucher in die Technik des Pastells und der Ölmalerei ein; Jean-Baptiste Siméon Chardin prägte seine Kunst nachhaltig und führte ihn zur realistischen Darstellung von Szenen aus dem bürgerlichen Leben. An der Spitze der königlichen Tapisseriewerkstatt berufen, leitete er seit 1758 die Herstellung von Wandteppichen nach Werken von Boucher und Jean-Baptiste Oudry. 1773 wurde er von König Gustav III. zu einem der dreizehn Mitglieder der neu ins Leben gerufenen Akademie ernannt, 1813 zu deren Direktor. Sein Werk umfasst mehr als 1100 Gemälde. Unter dem Einfluss von Chardin hat Hilleström Gemüsestilleben und Fleischstilleben von ausserordentlich frischer Farbigkeit geschaffen. Seine weitere Spezialität war die Darstellung höfischer Szenen. Die anhaltende Beliebtheit seiner Bilder ist jedoch auf die Genredarstellungen zurückzuführen, in denen er die Sitten des Volks in ihren regionalen Typen und Kostümen festhielt (z.B. "Die Modistin", Stockholm, Nationalmuseum). Hilleström wirkte als Pionier der schwedischen Genremalerei besonders auf seine Schüler Aleksander Laureus und Simon Marcus Larsson.

Hippodamos von Milet
(geb. ca. 510 v. Chr.). Der berühmteste Städtebauer des Altertums, der den Piräus, die Hafenstadt Athens, und Thuroi in Unteritalien, die Nachfolgerin des zerstörten Sybaris, plante. Die Stadt Rhodos, die erst 408/07 v. Chr. angelegt wurde, kann dagegen kaum sein Werk sein. Obwohl das System sich rechtwinklig kreuzender Strassenzüge als Hippodamisches System schon im Altertum auf ihn zurückgeführt wurde, ist Hippodamus von Milet sicher nicht der Erfinder dieser Art von Stadtaufteilung gewesen. Hippodamos hat sich in einer Schrift, die verlorengegangen ist, über Stadtplanung und auch über die beste Staatsform geäussert. Diese Schrift wurde von Aristoteles (Politica II, 8) stark angegriffen. Nach ihm war Hippodamos`s Grundgedanke für eine Idealstadt von 10.000 Bürgern eine soziologische Dreiteilung der Klassen in Gewerbetreibende, Bauern und Krieger. Ebenfalls dreigegliedert dachte Hippodamos sich den Grundbesitz in je einen öffentlichen, privaten und sakralen Anteil. Hippodamos hat sich nach seiner Athener Tätigkeit in Thuroi, einer panhellenischen Gründung um 443. v. Chr., niedergelassen. Dies erklärt vielleicht seine Beziehungen zu der pythagoräischen Schule Unteritaliens, die ihn zu den ihren rechnete. Das Hippodamische System hat sich in der Antike als die ideale Form der Stadtplanung durchgesetzt, wie die Neugründungen von Priene, Rhodos, Olynth, Alexandria u.a. beweisen. Es wurde bewusst wieder bei der Anlage neuer Städte im modernen Griechenland angewandt (Sparta, Megalopolis, Laurion u.a.).

Hirschvogel, Augustin
(auch Hirsvogel, Hirsfogel). * 1503 in Nürnberg, + Anfang Februar 1553 in Wien. Deutscher Radierer, Glasmaler, Kunsthandwerker udn Kartograf, vielseitiger Künstler der deutschen Renaissance, stand in seinen Landschaftsradierungen der Donauschule nahe; Sohn von Veit Hirschvogel. Nach der lehrzeit in der Glasmalereiwerkstatt seines Baters machte er sich selbständig und hielt sich seit 1544 ständig in Wien auf. Bereits 1542 hatte er eine Karte von Österreich gestochen, ehe er eine Karte von Österreich gestochen, ehe er 1547 - als Kartograf in Diensten Kaiser Ferdinands I. - einen Plan der Stadt Wien radierte (Wien, Historisches Museum der Stadt). Berühmt wurden auch seine Illustrationen zu wissenschaftlichen Werken, u.a. sein Lehrbuch zur "Geometria" (1543) in der Art von "Vnderweysung der messung" von Albrecht Dürer (Nürnberg 1525), oder zum russischen Reisebericht des Diplomaten Sigmund von Herberstein "Rerum Moscoviticarum Commentarii" (1544-46). Neben zahlreichen Entwürfen zu kunstgewerblichen Gegenständen, Ornamenten, Gefässen, Wappen und Medaillen radierte Hirschvogel auch eigenständige reine Landschaften.

Hirsfogel, AugustinHirschvogel, Augustin

Hirsvogel, AugustinHirschvogel, Augustin

Hitzig, Georg Heinrich Friedrich
* 8.4.1811 in Berlin, + 11.10.1881 in Berlin. Deutscher Architekt, studierte an der Bauakademie in Berlin bei Karl Friedrich Schinkel, unter dem er am Bau der neuen Sternwarte arbeitete. Nach einer Studienreise nach Paris machte er sich 1837 in Berlin selbständig, wo er auch 1875-81 Präsident der Preussischen Akademie der Künste war, u.a. 1859 bis 1864 die Börse (Erweiterung 1880 bis 1883) und 1869 bis 1876 die Reichsbank baute, 1877-80 die Umgestaltung des Zeughaus Berlin zur Ruhmeshalle durchführte und ferner am Projekt der Technischen Hochschule in Charlottenburg beteiligt war. Trotz dieser grossen Leistungen auf dem Gebiet der Monumentalbauten liegt seine eigentliche Bedeutung doch eher in seinen städtebaulich wie architektonisch bahnbrechenden Wohnhausbauten des Tiergartenviertels (Victoriastrasse, Hitzigstrasse u.a.), die für die Privathausarchitektur Berlins Vorbildcharakter besassen. Bauten Hitzigs ausserhalb Berlins waren die Schlossbauten und Palastbauten Oertzenhof; Dwasiden auf Rügen, Revoltella-Palazzo in Triest und Kronenberg-Palais in Warschau.

Hoare, MichaelHalfpenny, William

Hoban, James
(ca. 1762-1831). Geb. in Irland, wanderte nach dem Freiheitskrieg der nordamerikanischen Kolonien dorthin aus, annoncierte 1785 in Philadelphia, liess sich aber in Süd-Carolina nieder, wo er bis 1792 blieb. Er entwarf das State Capitol in Columbia (1791 vollendet, 1865 abgebrannt), das auf Entwürfe von L`Enfant für die Federal Hall in New York zurückgeht. Berühmt wurde Hoban als Architekt des Weissen Hauses in Washington (1793-1801). Für die Fassade liess er sich von einem Stich von Gibbs, James "Book

Höferle, MelchiorHefele, Melchior

Hoffmann, Philipp Jakob
* 9.12.1778 in Frankfurt a. Main, + 8.10.1834 in Frankfurt a. Main. Deutscher Architekt der Goethezeit, Vertreter des Klassizismus, war seit 1800 in Frankfurt ansässig, wo er 1808 die Restaurierungsarbeiten für die Kirche St. Leonhard leitete. 1811 wurde Hoffmann Bauinspektor für Wasserbau, Wegbau und Brückenbau und errichtete ausserdem zahlreiche Privathäuser, mehrfach in Zusammenarbeit mit N.A. Salins de Montfort wie bei dem 1808 erbauten Landhaus der Familie Zwichwolff. Zu seinen weiteren Bauten zählen u.a. das ehemalige von Grootesche Gartenhaus auf dem Mühlberg (1810), das Haus der Jägerschen Buchhandlung am Domplatz und das ehemalige Rothschildes Haus, alle in Frankfurt.

Hofmann, Nikolaus
(tätig 1540-89). Deutscher Baumeister der Renaissance, der in Halle arbeitete. Er hatte die grundlegendenideen der Renaissancebaukunst besser begriffen als die meisten seiner Zeitgenossen und übte in Deutschland besonders auf den Rathausbau starken Einfluss aus. Sein Meisterwerk ist das Rathaus in Schweinfurt (1569-72). Sein Entwurf für den südlichen Bauabschnitt des Rathauses von Merseburg blieb erhalten. Das Rathaus in Hof, Oberfranken (1563-66), wurde durch einen Umbau 1823 grundlegend verändert. In Halle entwarf Hofmann wahrscheinlich die Marktkirche (1550-54) und die Anlage des Friedhofs in Martinsberg (1558-94). Er arbeitete auch am Schloss Hartenfels bei Torgau, wo er 1540 als Baumeister auf Krebs, Conrad folgte.

Holl, Elias
(1573-1646). Führender Architekt der 1. Hälfte des 17. Jh.s in Deutschland. Seine historische Stellung in Deutschland entspricht der von Jones, Inigo in England und der von Brosse, Salomon de in Frankreich sowie der des wenig jüngeren von Campen, Jacob van in Holland. Holl stammte aus einer Augsburger Baumeisterfamilie, die sich unter den Fuggern einen Namen gemacht hatte. Er reiste nach Italien, besuchte 1600-01 Venedig und studierte vermutlich die Werke von Palladio, Andrea und anderer italienischer Architekten. 1602 wurde er Stadtbaumeister in Augsburg, wo er für ein grosses Bauprogramm verantwortlich war: er entwarf Wohnhäuser, Speicherhäuser und Zunfthäuser, Markthallen für die verschiedenen Gewerbe und Schulen, Tore und Türme für die Stadtbefestigung, Zeughaus Augsburg (begon. 1602) und Rathaus. Als Protestant litt er in den Religionskriegen unter Benachteiligung; 1630-32 wurde er seines Amtes enthoben. Holl schätzte Symmetrie und die klassischen Proportionen. Ein gutes Beispiel für seinen Stil ist die St. Anna-Schule (1613) mit ihrer regelmässigen Fensteranordnung und der Betonung der Horizontalen. Bemerkenswert ist die durchdachte Gestaltung der von zwei Seiten her beleuchteten Klassenräume. Die hohen Arkaden des Heilig-Geist-Spitals (1626-30) umschliessen einen runden Hof. Holls Meisterwerk ist zweifelsohne das Rathaus (1615-20), im Zweiten Weltkrieg zerstört, aber wieder aufgebaut), ein einfach und streng gestalteter, stattlicher Bau. Holl sagte, dass es sein Ziel sein, „ein kühneres, mehr heroisches Aussehen zu erreichen“, und er war selbst der Ansicht, dass der Bau gut proportioniert sei. Sein erster, nicht ausgeführter Entwurf war stilistisch fortschrittlicher als der errichtete Bau und zeigte bei den Fenstern eine lebhafte Entfaltung des Palladiomotivs, etwa wie bei dessen Basilika in Vicenza. In der endgültigen Ausführung äussert sich dann aber entschieden das deutsche Formgefühl in der Betonung des Senkrechten, was vor allem im Mittelrisalit, der sich von den Seitenflügeln überraschend abhebt, in Erscheinung tritt. Holls Arbeiten ausserhalb Augsburgs waren von geringerer Bedeutung; zu ihnen gehören Erweiterungsbauten für die Willibaldsburg in Eichstätt und wahrscheinlich auch Entwürfe (1632-49) für das Schloss in Pressburg (Bratislava).

Holland, Henry
(1745-1806). Begann seine Ausbildung bei seinem Vater, einem Baumeister in Fulham, und wurde anschliessend Mitarbeiter von „Capability“ Brown, Lancelot dessen Tochter er heiratete. Seine erste selbständige Arbeit war der Brooks`s Club in London (1776-78); unmittelbar darauf folgte sein grossartigstes Werk, das Carlton House in London, das er für den Prinzen von Wales, den späteren König Georg IV., erweiterte und umgestaltete (1783-85, zerstört). Auch den Marine Pavilion in Brigthon (1786-87), den Nash, John später in den Royal Pavilion umwandelte, schuf er für den Prinzen von Wales. Sein Stil ist sowohl von Chambers als auch von Adam beeinflusst. Holland hat auch verschiedene Stilelemente des Louis-seize übernommen. Obwohl er nicht besonders schöpferisch war, zeigt sich bei seinen Innenraumgestaltungen, die von „erhabener Einfachheit“ sind und an Eleganz den Werken des franz. Klassizismus nahe kommen, sein überaus feines Kunstempfinden. Seine besten Landhäuser sind Southill (1795), Berrington Hall (1778) und Hans Town in Chelsea (1771ff., stark verändert).

Hollar, Wenzel
(Wenceslaus). * 13.7.1607 in Prag, + 25.3.1677 in London. Böhmischer Radierer und Zeichner, gab in seinen Landschaftsansichten der Naturtreue den Vorrang vor der ästhetisch oder theatralisch aufgefassten Komposition. Hollar stach seine ersten Radierungen um 1626 nach Werken Albrecht Dürers. In seinen frühesten Prager Landschaftszeichnungen zeigt sich bereits sein besonderes topografisches Interesse, das während der einjährigen Lehrzeit 1627/28 bei Matthias Merian d.Ä. in Frankfurt a. Main intensiviert wurde. 1628 machte sich Hollar in Strassburg selbständig und schuf die ersten eigenständigen Radierungen. Er bevorzugte bei seinen Darstellungen breitgelagerte Ufergelände. Seine 1633-36 auf Reisen durch Deutschland und Holland entstandenen Skizzen und aquarellierten Zeichnungen gehören zu seinen individuellsten Schöpfungen. In Köln, wo er sich 1633 niedergelassen hatte, trat er 1636 in den Dienst der Grafen von Arundel, den er nach Wien und dann nach London begleitete. Von einem längeren Aufenthalt in Antwerpen (1644-52) und einer Reise nach Tanger (1668, im Auftrag des englischen Königs als "Scenographicus regius") abgesehen, blieb Hollar bis zu seinem Tod in London. Seine topografische Kunst erneuerte in England Teile der Landschaftsmalerei. Seine grosse Ansicht von London bekam nach dem Brand von 1666 dokumentarischen Wert und wurde beim Wiederaufbau verwendet. Unter seinen fast 3000 Radierungen befinden sich ausser den Landschaften, Topografien und Reproduktionsstichen auch Porträts, Trachtenstudien und Darstellungen von Naturobjekten wie Muscheln, Insekten und Käfern.

Honthorst, Gerard van
(Gerrit, auch Gherardo della Notte). * 4.11.1590 in Utrecht. Holländischer Maler, Hauptvertreter der Utrechter Caravaggisten, Schüler von Abraham Bloemaert. In Rom, wo er sich ab 1610 für zehn Jahre aufhielt, wurde er vor allem vom Naturalismus und den plastisch-kraftvollen Darstellungen des 1609 verstorbenen Caravaggio beeinflusst. Dessen oft harte Effekte formte van Honthorst durch mildere Lichtquellen und sorgfältige Oberflächenbehandlung um. Seine Vorliebe für Kerzenbeleuchtung, Fackelbeleuchtung und Kellerbeleuchtung brachte ihm den Beinamen "Gherardo della Notte" ein. Aus der Zeit seines Aufenthalts in Rom stammen einige seiner bedeutendsten Werke, so z.B. die "Geburt Christi" (1620, Florenz, Galleria degli Uffizi) und die "Anbetung der Hirten" (1622, Köln, Wallraf-Richartz-Museum). 1622 kehrte van Honthorst wieder nach Utrecht zurück und trat dort in die Lukasgilde ein, deren Dekan er in der Folge viermal war. Er malte zunächst weiter Kerzenlichtbilder, nunmehr jedoch als Genreszenen mit volkstümlichen Themen. Um 1625 überwand er die mehr äusserliche Nachahmung Caravaggios und wandte sich der Darstellung mythologischer und arkadischer Szenen in klassizistischer Manier zu. 1628 berief ihn König Karl I. nach London, wo er ausser dem König und der Königin weitere Angehörige des Hofs porträtierte und das Gemälde "Apollo und Diana" (Hampton Court, Palace) schuf. Von 1637 bis kurz vor seinem Tod hielt sich van Honthorst in Den Haag auf, dort übernahm er als Nachfolger Michiel van Mierevelds den Posten des Hofmalers beim Statthalter, den er bis 1652 innehatte. Für ihn schmückte er die Schlösser in der Umgebung der Stadt aus und malte zahlreiche Porträts von Mitgliedern des Hauses Oranien, z.B. die Heiratsgallerie auf Hendrik und Amalia van Solms (1650, Huis ten Bosch, Oranjezaal). Gemälde mit mythologischen und allegorischen Darstellungen lieferte er auch an ausländische Höfe, so z.B. nach Dänemark. Eines seiner letzten Gemälde war die 1655 entstandene "Susanne im Bade" (Rom, Galleria Borghese). Van Honthorsts Bedeutung liegt besonders in der Übermittlung der Auffassung Caravaggios an die Niederländer.

Hooghe, Romeyn de
* (getauft) 10.9.1645 in Amsterdam, + (begraben) 15.6.1708 in Haarlem. Holländischer Maler, Radierer, Bildhauer, Medailleur und Goldschmied des Spätbarock, stand nach seinem Aufenthalt in Paris (1668) und schuf neben Arbeiten für Festdekorationen und allegorischen Malereien religiösen und profanen Inhalts, z.B. "Die Tugend zerschmettert das Laster" (1693, Alkmaar, St. Lorenz), Stadtansichten und Stadtpläne, z.B. von Haarlem, wo er ab 1687 lebte. Hooghe wurde bekannt durch viele Kupferstiche und Buchillustra

Hoppenhaupt, Johann Christian
* 16.8.1719, + zwischen 1778 und 1786 in Berlin. Deutscher Bildhauer und Dekorateur, Enkel von Hoppenhaupt, Michael und Bruder ovn Hoppenhaupt, Johann Michael zählt zusammen mit seinem Bruder zu den wichtigsten Vertretern des friderizianischen Rokoko. Ab 1740 standen die beiden im Dienst Friedrichs d. Gr. Mit Entwürfen und Ausführung war Johann Christian an den Schlössern in Berlin I und Potsdam III massgebend beteiligt. 1746 übernahm er einen grossen Teil der Innenausstattung von Sanssouci. Sein Hauptwerk und zugleich einer der schönsten Potsdamer Rokokoräume bildet die sog. Blumenkammer (1752/53) in Sanssouci. Der Dekor des Raums zeichnet sich vor allem durch den wirkungsvollen Kontrast von glatten Wandflächen mit elegant geschwungenen, bunten Früchteranken und Blumenranken sowie Tiermotiven aus. Für das Neues Palais Sanssouci entwarf Johann Christian ein Theater mit amphitheaterartig ansteigendem Parkett und zwei von Hermen getragenen Rängen, im dem 1768 die erste Vorstellung stattfand. Im Neuen Palais bei Potsdam stattete er ausserdem das Schlafzimmer und Speisezimmer des Königs sowie des Königs sowie die Obere Galerie aus.

Hoppenhaupt, Michael d.Ä.
* um 1660 in Robür auf Laland , Dänemark, + 1711 in Merseburg. Deutscher Bildhauer, Stammvater der Baumeisterfamilie und Bildhauerfamilie, die in Merseburg und Berlin ansässig wurde, Grossvater von Hoppenhaupt, Johann Michael (1709 bis nach 1750) und Hoppenhaupt, Johann Christian. Für Michael Hoppenhaupt sind u.a. das Fischhaus in Merseburg (1689-91) sowie Altar und Kanzel der Matthäuskirche in Leipzig (1689-99) bezeugt.

Horemans, Peter Jakob
* 25.10.1700 in Antwerpen, + 3.8.1776 in München. Flämischer Maler, Bruder von Horemans, Jan Joseph d.Ä., bei dem er zwischen 1716/17 und 1724 seine Ausbildung erhielt. 1724 ging Horemans nach München, wo er ab 1730 als Hofmaler fast ununterbrochen bis zu seinem Tod für den kurfürstlichen Hof tätig war. Er schuf Bilder von Hoffesten, Jagdszenen, Historienbilder, Einzelporträts und Familienporträts, aber auch Blumenstilleben und Früchtestilleben. Er war neben anderen niederländischen Künstlern am Hof wie Guillelmus de Grof und Egid Verhelst d.Ä., mit der Ausstattung der fürstlichen Schlösser beschäftigt (z.B. Amalienburg).

Horny, Franz Theobald
* 23.11.1798 in Weimar, + 23.6.1824 in Olevano. Deutscher Aquarellist und Zeichner, reiste 1816 mit seinem Mäzen, dem Freiherrn von Rumohr, nach Rom, wo er Unterricht bei Joseph Anton Koch nahm. Die Beziehungen zu Peter von Cornelius brachten ihm den Auftrag, die ornamentalen Partien für die Fresken in der Massimo-Villa (Massimo-Palazzo) von Rom auszuführen (1817-18). Seit 1819 lebte Horny in Olevano bei Rom. Den malerisch gelegenen Ort und dessen Umgebung hielt er in zahlreichen Zeichnungen fest. Ohne die religiöse Gesinnung der Nazarener zu übernehmen, zeichnete er in einem klaren, feinfühlig abschattierten Liniengerüst die idyllische und weiträumige Landschaft, wie in der aquarellierten Zeichnung "Blick auf Olevano" (Berlin, Staatliche Museen, Nationalgalerie), oder Porträts seiner Freunde, wie das "Bildnis Carl Philipp Fohr" (Dresden, Kupferstichkabinett).

Huber, Johann Rudolf d.Ä.
* 1668 in Basel, + 28.2.1748 in Basel. Schweizer Barockmaler, schuf vorwiegend Porträts, Miniaturen, Stilleben sowie mythologische und allegorische Darstellungen, z.b. die Ausmalung des Schlosses Stuttgart I (1699). Zu den Hauptkennzeichen seiner unter dem Einfluss von Le Brun, Charles und Mignard, Pierre stehenden Malweise gehören eine flüchtige, skizzenhafte Technik und eine warme Farbskala. Huber betätigte sich auch als Illustrator und Kunsthändler.

Huber, Thomas
* 26.12.1700 auf der Festung Rheinfels, Hessen, + 1779 in Berlin. Deutscher Bildnismaler und Freskant des friderizianischen Rokoko, war seit 1714 Schüler der Berliner Akademie und seit 1716 von Georg Lisiewsky und wurde 1739 Hofmaler Fr iedrich Wilhelms I. von Preussen. Es schuf Bildnisse der königlichen Familie und ab 1756 im chinesischen Teehaus von Sanssouci das Deckengemälde in der Nachfolge von Antoine Pesne.

Huet, CharlesHuet, Christophe

Huet, Christophe
(Charles). * vor dem 22.6.1700 in Pontoise, + 2.5.1759 in Paris. Französischer Dekorateur und Kupferstecher des Rokoko, von Watteau, Antoine beeinflusst. 1741 schuf er die Ausstattung des sog. Grossen und Kleinen Affenzimmers in Chantilly-Chateau.

Humann, Carl
Am 4.1.1839 in Esse-Steele geboren. Er wurde Ingenieur und trat 1861 als Strassenbauingenieur in türkische Dienste. Bei seinen ausgedehnten Reisen durch das westliche Kleinasien kam Humann eines Tages nach Bergama und sah, wie ein türkischer Arbeiter das Bein einer antiken Statue in den Kalkofen werden wollte. So kam er auf die Spur des Pergamon-Altars. Humann fuhr nach Berlin und überzeugte den damaligen Direktor der Antikensammlung, Conze, Alexander, von der Notwendigkeit einer Grabung in Bergama, dem antiken Pergamon, und davon, dass er der richtige Mann für diese Aufgabe sei. Conze, Alexander beauftragte ihn mit der Ausgrabung des Altars. 1878-86 legte Humann den Altar und einen grossen Teil der Oberstadt von Pergamon frei. 1882, also noch während der Arbeiten in Bergama, besichtigte Humann die Ausgrabungsstätte Bogazköy, erstellte einen Plan des Ruinenfeldes der Hethiterhauptstadt Hattuschas (Hattussa I und fertigte erste Abgüsse einiger Reliefs des benachbarten Felsenheiligtums von Yazilikaya an. 1891-94 leitete er die Ausgrabungen in Magnesia a. Mäander I. 1895 ging er nach Priene. Am 12.4.1896 starb Humann in Smyrna (Izmir).

Hunt, Richard Morris
* 31.10.1827 in Brattleboro, Vermont, + 31.7.1895 in Newport, Rhode Island. Amerikanischer Architekt, erhielt seine Ausbildung u.a. an der Ecole des Beaux-Arts in Paris und bei Hector Lefuel. In Paris war er am Ausbau des Louvre-Palais beteiligt (Pavillon de la Bibliothèque). 1855 ging er in die USA zurück, wo er am Capitol Washington mitarbeitete. In den folgenden Jahren errichtete Hunt in New York zahlreiche öffentliche und private Bauten, wie die bekannte Lenox Library (1870-77) an der Fifth Avenue, das Geschäftshaus der New York Tribune (1873-76) und das Vanderbilt Mansion Hyde Park (für William K. Vanderbilt). Berühmt sind seine Landvillen, z.B. das Griswold House (1861-63) in Newport (1888-92) sowie das Biltmore House der Vanderbilts in Ashville, North-Carolina (1888-95). Hunts Architektur ist geprägt vom monumentalen Stil des europäischen Historismus.

Huvé, Jean Jacques Marie
* 28.4.1783 in Versailles, + 23.11.1852 in Paris. Französischer Architekt des Klassizismus, Sohn des Architekten Jean Jacques Huvé, erhielt seine Ausbildung bei seinem Vater und bei Charles Percier. Seine frühen Bauten, so der Umbau des Schlosses in St-Ouen für Ludwig XVIII. und die Pariser Markthalle Marché des Vaches grasses, erinnern in ihrem schlechten Äusseren an die frühklassizistischen Werke seines Vaters. 1823 wurde Huvé zum leitenden Architekten beim Bau des Schlosses Compiègne-Chateau II und 1828 nach dem Tod von Pierre Bignon zu dessen Nachfolger am Bau der Kirche La Madeleine in Paris ernannt, die er 1842 nach den Plänen von Vignon, Pierre vollendete. Von Huvé stammt die Innendekoration, die teils der leicht pompösen Prachtentfaltung Vignons, teils der zurückhaltenderen Formensprache Perciers folgt. Zusammen mit Louis Regnier Guerchy errichtete Huvé 1827-31 den palastartigen Bau des Theaters Ventadour in Pris, mit einer neunachsigen dorischen Säulenordnung im unteren, einer ionischen im oberen Geschoss sowie einer figurenbekrönten abschliessenden Attika.

Huyssens, Peter
* 6.6.1577 in Brügge, + 6.6.1637 in Brügge. Niederländischer Architekt, war ab 1597 Laienbruder bei den Jesuiten und erbaute zahlreiche bekannte Barockkirchen, wie z.B. die Jesuitenkirche in Maastricht (ab 1606), die Jesuitenkirche in Antwerpen (1615-21; Ausmalung von der Rubensschule), die Kollegiatskirche in Brügge (ab 1619) und die Jesuitenkirche in Namur (ab 1621). 1625 wurde Huyssens wegen übertrieben hoher Baukosten und seiner Neigung zum Luxus vorübergehend seines Amtes als Baumeister enthoben. Nach einer Intervention der Infantin Isabella und einem von ihr veranlassten Romaufenthalt (1626-27) errichtete Huyssens in Isabellas Brüsseler Palais (Infantin-Isabella-Palais) eine Kapelle (1628). Ab 1628 leitete er die Bauarbeiten der Abteikirche St-Pierre in Gent. Die Jesuitenkirchen in Brügge wurde erst nach seinem Tod vollendet (1641).

HyacinthusHyakinthos

Hyakinthos
(röm. Hyacinthus). Sohn des Königs Amyklas von Sparta und der Diomede. Geliebter des Apoll. Hyakinthos wird meist leblos am Boden liegend dargestellt, an seiner Seite der verzweifelte Apoll; in der Nähe des toten Jünglings spriesst eine Blume, die seinen Namen trägt.

Hylas
Sohn des Theiodamas, des Königs der Dryoper. Jugendlicher Liebhaber des Herakles. Der junge Hylas wird oft in der Szene gezeigt, in der er beim Wasserholen an einem Quell von Najaden (Nymphen) entführt wird, die sich in sein schönes Aussehen verliebt haben.