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88 Person(en) gefunden.

L`Aine, AdamAdam, Lambert Sigisbert

La Vallee, Jean De
(1620-96). Sohn von La Vallee, Simon De. Reiste von 1646-49 studienhalber nach Frankreich, Italien und Holland und wurde sein Nachfolger als königlicher Architekt. Er vollendete das von seinem Vater begonnene Riddarhuset und erbaute den Oxenstierna-Palast Oxenstiernska Palatset, Stockholm (1650), der Schweden mit dem Stil des römischen Palastbaus bekanntmachte. Seine Katherinenkirche in Stockholm (1656), ein Zentralbau, ist wahrscheinlich von de Keyser beeinflusst. Weiter errichtete La Valle Paläste in Stockholm (so für Reichsmarschall Wrangel) und Landhäuser (Schloss Skoklster).

La Vallee, Simon De
(gest. 1642). Sohn eines französischen Architekten, liess sich 1637 in Schweden nieder und wurde dort 1639 königlicher Architekt. Er entwarf das Riddarhuset in Stockholm (1641-42), dessen Stil von Brosses (Brosse, Salomon de) Palais du Luxembourg (Luxembourg-Palais) in Paris beeinflusst ist.

Laguerre, Louis
* 1663 in Versailles, + 20.4.1721 in London. Englischer Dekorationsmaler und Bildnismaler spanischer Herkunft, Vertreter des Barock, arbeitete nach seiner Ausbildung u.a. bei Charles Le Brun an der Akademie in Paris ab 1683 in England, zunächst bei Antonio Verrio, später selbständig. Als Freskant malte er u.a. das Marlborough House aus. Sein bedeutendstes Porträt ist das Bild "Herzog Cadogan" (London, National Portrait Gallery).

Lairesse, Gérard de
* 11.9.1640 in Lüttich, + (begraben) 28.7.1711 in Amsterdam. Holländischer Maler des Klassizismus, liess sich 1665 in Amsterdam nieder, behandelte, beeinflusst von Nicolas Pouissin und Charles le Brun, historische und mythologische Themen in Wandgemälden und Deckengemälden. Nach seiner Erblindung 1690 widmete er sich der Kunsttheorie. Er schrieb "Grondlegginge ter Teekenkonst" (Amsterdam 1701 und "Het groot Schilderboek") (2 Bde., Amsterdam 1707; Nachdruck 1972).

Lajoue, Jacques de
* Juli 1687 in Paris, + 12.4.1761 in Paris. Französischer Architekturmaler und Kulissenmaler der Régencezeit, spezialisierte sich nach seiner Ausbildung zum Architekten hauptsächlich auf die Darstellung von Architekturprojekten und Phantasieprojekten. Er arbeitete sowohl mit Boucher, Francois als auch Lancret, Nicolas zusammen. Obwohl Lajoue einfallsreich im Erfinden von Architekturen und Landschaften war, sind bei den Staffagefiguren Anleihen bei Antoine Watteau nicht zu übersehen ("Rast an der Quelle",

Lamberti, Niccolò
* um 1370 wahrscheinlich in Florenz, + (begraben) 15.6.1451 in Florenz. Italienischer Bildhauer und Architekt, blieb in seinen Werken stets von der Florentiner Spätgotik seiner Jugendzeit bestimmt und vollzog die Wendung zur Frührenaissance im frühen 15 Jh. nicht mit. Er war am Skulpturenschmuck der Porta della Mandorla (1393-95 und 1407-09) und der Fassade des Florentiner Doms ("Evangelist Markus", 1409-15, heute Museo dell´Opera del Duomo) beteiligt. 1410-13 hielt er sich häufig in Prato auf, wo er die Gr

Lanfranco, Giovanni
(auch Giovanni di Stefano). * 26.1.1582 in Terenzo bei Parma, + 30.11.1647 in Rom. Italienischer Maler des Barock, arbeitete mit Annibale Carracci zusammen an der Galerie des Farnese-Palazzo Roma, wo er 1604-05 auch selbständig den Camerino degli Eremiti mit Fresken ausstattete (heute Neapel, Museo e Gallerie Nazionali di Capodimonte). 1607 arbeitete er mit Guido Reni, 1609 in Piacenza, dann in Parma. Ab 1612 entstanden in Rom Fresken mit "Szenen aus dem Leben des hl. Joseph" für den Mattei-Palazzo I un

Langhans, Carl Gotthard
(1732-1808). Deutscher Architekt des frühen Klassizismus in Preussen. Von seinem umfangreichen Werk, das zumeist in Schlesien lag, ist nur wenig erhalten, glücklicherweise aber sein berühmtester Bau, das 1788-91 errichtete Brandenburger Tor. Es ist das erste der für Staatsfeiern errichteten Tore in dorischer Ordnung, wie sie dann im frühen 19. Jh. in ganz Europa gebaut wurden. In seinen eleganten Proportionen und der Ausbildung der hellenisierenden Details an den Säulen und auf dem Fries ist es das bedeutendste Werk des deutschen Greek Revival. Die späteren Bauten von Langhans, etwa das Schauspielhaus in Potsdam, waren von dem viel jüngeren Gilly beeinflusst; sie sind daher kubischer in der Formgebung.

Langley, Batty
(1696-1751). Sohn eines Gärtners aus Twickenham, veröffentlichte etwa 20 Bücher über Architektur, meist Handbücher für Provinzbaumeister und Kunsthandwerker, wie "A Sure Guide to Builders" (1729), "The Builder`s compleat Assistant" (1738). Sein Ruhm beruht jedoch auf seiner Schrift "Gothik Architecture Restored and Improved" (1741), in der er Kents (Kent, William) Neugotik zu Regeln präzisierte. Nichts von dem wenigen, was Langley selbst erbaute, ist erhalten.

Laokoon
Die Angaben über die Herkunft des Laokoon sind recht widersprüchlich und ungenau; einigen Quellen zufolge ist er der Sohn des Antenor. Der trojanische Priester Laokoon wird gewöhnlich am Strand von Troja dargestellt, wie er zusammen mit seinen beiden Söhnen von Riesenschlangen angegriffen wird.

Lapautre, AntoineLe Pautre, Antoine

LatonaLeto

Latrobe, Benjamin
(1764-1820). Amerikanischer Architekt, Sohn eines Geistlichen der Mährischen Brüder in England, verbrachte seine Kindheit abwechselnd in England und Deutschland. In England arbeitete er später als Architekt unter Cockerell, als Ingenieur unter Smeaton. Er war stark vom Werk von Soane, Sir John beeinflusst. 1793 wanderte Latrobe nach Amerika aus, wo er von Jefferson, Thomas gefördert wurde; die äussere Gestaltung des Parlaments in Richmond, Virginia, State Capitol Richmond ist Latrobes Werk. 1798 ging Latrobe nach Philadelphia und erbaute dort die Bank von Pennsylvania und die Wasserwerke (1800). Beide Bauten waren entschieden klassizistisch unter Bevorzugung ionischer Ordnungen (Säulenordnungen). Sie sind die ersten Beispiele des Greek Revival in Amerika. 1799 baute er für Sedgeley das erste Haus in Amerika im Stil der Neugotik. 1803 wurde Latrobe nach Washington gerufen, um dort den Bau des Capitol Washington zu Ende zu führen. Er schuf hier einige seiner vornehmsten Innenräume, viele davon mit Steingewölben (1803-11). Nch der Feuersbrunst von 1814 zu einem Grossteil erneuert, gehören die Räume in der heutigen Gestalt zu seinen reifsten Werken. Als sein Hauptwerk muss man wohl die Kathedrale von Baltimore (1804-18) ansehen. Besonders das Innere dieses leicht gestreckten Zentralbaus mit seinem flachen Tonnengewölbe und der flachen Mittelkuppel kann sich an Schönheit mit jedem anderen klassizistischen Kirchenraum messen. Latrobe hatte Entwürfe im neugotischen und klassizistischen Stil vergelegt. Weitere Bauwerke sind die Börse in Baltimore (1816-20, zerst. 1904), der alte Westbau des Dickinson College in Carlise, Pennsylvania (nach 1811) und die Staatsbank von Louisiana in New Orleans (begon. 1819).

Laugier, Marc-Antoine
(1713-69). Französischer Jesuitenpater und überrragender Theoretiker des Klassizismus. Sein rationalistischer "Essai sur l`architecture" (1753) sieht in der antiken Baukunst den unverfälschten Ausdruck des menschlichen Grundbedürfnisses nach einem schützenden Dach; die "rustikale Hütte" des Primitiven bildet die hypothetische Basis seiner Ideen. Das Idealgebäude Laugiers sollte freistehende Säulen haben. Er verwarf Pilaster und Sockel und alle Renaissanceelemente und Postrenaissanceelemente. Sei

Laugier, Marc-Antoine
* 1713 in Manosque, Provence, + 1769 in Paris. Französischer Architekturtheoretiker des Klassizismus, entwickelte in seinem ersten und wichtigsten Werk "Essai sur l´architecture" (1753; 1755 erweitert) eine rationale Architekturtheorie, wobei er auf den Schriften des Abbé de Cordemoy aufbaute und sich aus der Tradition des Vitruvianismus löste. In der Schilderung des normgebenden Vorbildes, der "Urhütte", definierte er nicht die Proportienen, sonder die einzelnen architektonischen Formen (Säule, Gebälk und

Laurana, Luciano
(ca. 1420-79). Geboren in Dalmatien, vermutlicher Kontakt zu Alberti in Mantua (1465), kam um 1466 nach Urbino an den humanistischen Hof des Federigo da Montefeltre, an dem auch Piero della Francesca und später Francesco di Giorgio lebten. Laurana wurde zum Architekten des 1447 beg. Ducale-Palazzo Urbino (1470-75) bestellt, für den er zahlreiche Kamine, Türrahmen usw. von grösster Subtilität und Anmut entwarf, die die Eleganz des 18. Jh. vorwegnahmen und manchmal sogar übertrafen. Sein Meisterwerk ist der im Stil der florentinischen Renaissance errichtete Hof des Säulen in flachen Pilastern zwischen den Fenstern des oberen Geschosses ihr Gegenstück finden. Laurana war vermutlich schon einmal von 1451-55 in Neapel und kann mit dem Schloss {Poggio Reale">Ducale Palazzo Urbino> mit lichten, elastisch wirkenden Arkaden, deren korinthische Säulen in flachen Pilastern zwischen den Fenstern des oberen Geschosses ihr Gegenstück finden. Laurana war vermutlich schon einmal von 1451-55 in Neapel und kann mit dem Schloss {Poggio Reale in Verbindung gebracht werden; sicher ist dort sein Aufenthalt ab 1472 nachweisbar. 1476 begann Laurana die Burganlage von Pesaro Costanza-Rocca zu planen und zu bauen.

Laves, Georg Ludwig Friedrich
(1789-1864). Neffe und Schüler von Jussow, Heinrich Christoph in Kassel. Liess sich nach Reisen durch Italien, Frankreich und England 1814 in Hannover (Hofbaudirektor) nieder. Seine hier entstandenen Bauten, der kleine Leibnitz-Rundtempel (1790), die Waterloo-Säule (1816), die Fassade des Leineschlosses (1826-30), des Wangenheim-Palais (beg. 1827, noch ganz im Stil des Klassizismus), sind Meisterwerke. Im Aussenbau des Opernhauses in Hannover (entworfen 1843-45) zeichnet sich Laves`s Hinwendung zur Neurenaissance (Historismus) ab; sein nobles Foyer ist jedoch noch rein klassizistisch. Mit verschiedenen Projekten versuchte Laves die verwinkelse Altstadt in eine Metropole mit Boulevards, Sternplätzen und architektronischen Blickpunkten umzuwandeln.

Layard, Sir Austen Henry
Am 5.3.1817 als Sohn eines britischen Beamten der Zivilverwaltung in Paris geboren. Seie Kindheit verlebte er in Italien, Frankreich, der Schweiz und England. Layard begann eine Lehre im Büro eines Londoner Anwalts, verliess als 22jähriger London, um auf dem Landweg Ceylon zu erreichen, wo der sich eine Existenz aufbauen wollte. Doch schon im Nahen Osten blieb er hängen und übernahm einige Jahre lang inoffizielle diplomatische Missionen. Auf seinen Reisen lernte Layard die Ruinen von Nimrud, Tell Kujundschik und Babylon kennen. Sie beeindruckten ihn so, dass er die Unterstützung für eine Ausgrabung in Nimrud vom Britischen Museum erbat und auch erhielt. Innerhalb von zwei Jahren 1845-47, legte er in Nimrud, dem altorientalischen Kalach, fünf assyrische Paläste frei (Kalhu I). Die dort gefundenen geflügelten Stiere und die einzigartigen Wandreliefs befinden sich heute in London. Allerdings glaubte er, das berühmte Ninive entdeckt zu haben. Im Frühjahr 1847 begann Layard auf dem Tell Kujundschik bei Mosul zu graben. Hier, diesmal wirklich in Ninive, wie sich später herausstellten, stiess er auf den grossen Palast des Assyrerkönigs Sanherib (Sennacheribs-Palast) und fand die Keilschriftbibliothek des Assurbanipal. 1849 setzte Layardseine Grabungen in Nimrud fort und kehrte 1851 nach England zurück. Er trat in den diplomatishcen Dienst, schrieb den ersten archäologischen Bestseller "Niniveh and its Remains" und sammelte Gemälde italienischer Meister, die später in den Besitz der National Gallery, London, übergingen. 1878 wurde Layard in den Adelsstand erhoben; ers tarb am 5.7.1894 in London.

Le Blond, Jean-Baptiste Alexandre
(1679-1719). Pariser Architekt, der nur dadurch einige Bedeutung erlangte, dass er das französische Rokoko in Russland bekanntmachte. Sein Meisterwerk ist das weitläufige Schloss Peterhof (Petrodworez) bei St. Petersburg (1716, später erweitert) von typisch französischer Eleganz und vornehmer Zurückhaltung in der Dekoration. In Paris werden ihm Hotels und Adelspaläste zugeschrieben.

Le Breton, Gilles
(1553 gest.). Baumeister, der für Franz I. von Frankreich Erweiterungsarbeiten am Schloss von Fontainebleau ausführte, die vermutlich auf eigene Entwürfe zurückgehen. Erhalten sind von seinen Werken die Porte Doree, die Nordseite der Cour du Cheval Blanc und der heute stark verstümmelte Portikus und das Treppenhaus in der Cour Ovale (beg. 1531). Le Bretons schlichter, ernster Spätstil läuft mit Serlio, Sebastiano parallel und beeinflusste die französischen Architekten der folgenden Generation, besonders Lescot, Pierre.

Le Brun, Charles
(1619-90). Französischer Künstler. Schuf u.a. Teile der Innenausstattung im Lambert-Hotel in Paris. Von ihm stammen auch die Vorzeichnungen des plastischen Dekors an der Porte St-Denis in Paris, die ab 1674 von Anguier, Michel ausgeführt wurden.

Le Lorrain, Robert
* 15.11.1666 in Paris, + 1.6.1743 in Paris. Französischer Bildhauer, studierte bei Francois Girardon und als Stipendiat 1692-94 in Rom. ab 1701 Mitglied der Academie Royale, wurde er 1737 deren Rektor. Er arbeitete vorwiegend im Auftrag der Familie Rohan, daneben auch für Versailles und den Dome des Invalides in Paris. Nachdem er sich vom Classicisme seines Lehrers befreit hatte, schuf Le Lorrain in seiner reifen Zeit erste schon zum Rokoko zählende Skulpturen. Sein Hauptwerk, das Relief "Die Tränkung der

Le Moine, FrancoisLemoyne, Francois

Le Muet, Pierre
(1591-1669). Architekt, der verspätet im manieristischen Stil arbeitete. Er veröffentlichte "Maniere de bien bastir pour toutes sortes de Personnes" (1623), eine seiner Zeit angepasste Version von Du Cerceaus erstem "Livre d`architecture" mit Entwürfen für die verschiedenen Einkommensklassen; Le Muet berücksichtigte dabei besonders sozial schwächere Stände. Sein bester erhaltener Bau ist das Duret-de-Chevrey-Hotel in Paris (1635), das heute ein Teil der Bibliotheque Nationale ist. Seine späteren Bauwerk

Le NostreLe Notre, Andre

Le Notre, Andre
(auch Le Nostre, 1613-1700). Franzose, einer der grössten Gartenbauarchitekten; er gilt als der bedeutendste Meister der geometrischen Gartenanlage (Gartenbaukunst). Le Notre war der Sohn eines königlichen Gartenbaumeisters, studierte Malerei, Baukunst und Gartenarchitektur und wurde 1657 als "Controleur Gerneral des Batiments du Roi" angestellt. Le Notre`s erstes Werk war der Park für das Schloss Vaux-le-Vicomte (1656-61) von Le Vau, Louis, später arbeitete er unter anderem in St-Cloud, {Fontainebl

Le Pautre, Antoine
(auch Lepautre, Pierre, 1621-82). Entwarf des Beauvais-Hotel in Paris (1655). Berücksichtigt man die schwierige Lage des Bauplatzes, so liegt diesem Werk der sinnreichste Plan aller Pariser Hotels zugrunde. Le Pautre ist jedoch vor allem wegen seiner in Kupfer gestochenen Entwürfe berühmt, die in seinem "OEuvres" (1652; zuerst erschienen als "Dessins de plusieurs palais") enthalten sind. Die hier publizierten Pläne weiträumiger, phantasievoller Stadtpaläste und Landhäuser übertreffen in ihrer barocken

Le Prince, Jean
(auch Leprince, Jean-Baptiste). * 17.9.1734 in Metz, + 30.9.1781 in St-Denis-Du-Port bei Lagny; französischer Maler und Radierer, Erfinder der Aquatinta, war Schüler von Boucher, Francois. 1754 hielt er sich wahrscheinlich in Italien auf und arbeitete 1758-63 in Russland, wo er am Hof von St. Petersburg hauptsächlich Supraporten für den Winterpalast St. Petersburg und Landschaftsbilder für die Privatgemächer der Zarin schuf. Auf Reisen u.a. nach Livland, Finnland und Westsibirien entstandene zahlreiche Zeichnungen dienten ihm 1764-74 als Grundstock für grosse Serien russischer Genrebilder. 1767 schuf er sechs Kartongemälde "Russische Spiele (Jeux russes) für die Teppichmanufaktur in Beauvais. 1769 gelangen ihm die ersten Aquatintablätter zur Vervielfältigung seiner Tuschzeichnungen. 1776 lösten mit leichter Pinselführung gemalte Landschaftsbilder und Genreszenen aus dem heimatlichen Milieu die Russlandserie ab ("Das Wachlokal", Paris, Musée National du Louvre; "Der diskrete Liebhaber", München, Alte Pinakothek). In den letzten Lebensjahren geriet sein Ruhm in Vergessenheit, so dass er völlig verschuldet und unbeachtet starb.

Le Sueur, Eustache
(1616-55). Französischer Künstler. Schuf u.a. Teile der Innenausstattung im Lambert-Hotel in Paris.

Le Vau, Louis
(auch Levau, 1612-70). Führender Architekt des Barocks in Frankreich. Le Vau, Louis war nicht so intelligent, sein Stil war nicht so verfeinert wie der seines Zeitgenossen Mansart, Francois, aber sein Charakter war auch nicht so schwierig wie der des Rivalen. Er leitete eine Gruppe von ausgezeichneten Malern, Bildhauern, Stukkateuren und Gartenbauarchitekten; mit diesen schuf er in Versailles den Stil Louis-quatorze. Le Vau, Louis war ein grosser "metteur en scene" und konnte durch die typisch b

Leda
Einer weit verbreiteten Überlieferung zufolge Tochter des Königs Thestios von Ätolien und der Eurythemis. Geliebte des Zeus (Jupiter), der sich mit ihr in Gestalt eines Schwans vereinigt; Mutter von Kastor und Pollux sowie Helena und Klytämnestra. Üblicherweise in der Umarmung mit einem Schwan abgebildet, in dessen Gestalt Zeus (Jupiter) sie umgarnt. Frucht dieser Verbindung sind die beden Eier zu ihren Füssen, aus denen Kastor und Pollux schlüpfen werden.

Ledoux, Claude-Nicolas
(1736-1806). Begann als Modearchitekt des Louis-seize, von Madame Dubarry gefördert, und entwickelte sich dann zum kühnsten und extremsten Vertreter des frühen Klassizismus in Frankreich. Von seinen Zeitgenossen kam ihm an Schöpferkraft und Eigenständigkeit nur Boullee gleich; die meisten Entwürfe Boullees aber wurden im Gegensatz zu den seinigen nicht ausgeführt. Beide Künstler wurden erst in letzter Zeit wiederentdeckt. Trotz der fast geometrischen Einfachheit sind ihre Arbeiten keineswegs abstrakt, sondern ausdrucksvoll oder "parlant". Ledoux wurde in Dormans geboren und studierte unter Blondel, Jacques-Francois in Paris. Obwohl er nie in Italien war, hat er die italienische Baukunst doch durch die phantasiereichen Stiche von Piranesi, Giovanni Battista, auf denen gigantische Bauwerke dargestellt sind, tief beeinflusst. Trotz seines exentrischen und streitsüchtigen Wesens war Ledoux sehr erfolgreich, es fehlte ihm nie an Aufträgen. Seine ersten Bauwerke waren das Hotel d`Halwyll (Halwyll-Palais) in Paris (1766), das Chateau de Benouville (1770-77) und das Montmorency-Hotel in Paris (1770-72). In den auf eine Diagonalachse bezogenen, kreisförmigen oder ovalen Räumen entfaltete er seine Originalität. 1771 begann er für Madame Dubarry zu arbeiten, und im folgenden Jahr vollendete er den Louveciennes-Pavillon, der einen Meilenstein in der Geschichte des französischen Geschmacks setzt, vollkommen im klassizistischen Stil dekoriert und eingerichtet. Die architektonische Behandlung der Innenräume beschränkte sich auf flache Pilaster, klassizistische Flachreliefs und elegante Kassettierungen in Wabenmuster. 1776 begann Ledoux das Hotel Thelusson (Thelusson-Hotel, zerstört) in Paris, zu dem ein riesiger Triumphbogen, der in einen englischen Landschaftsgarten führte, den Zugang bildete. Diese typisch romantische Auffassung des Klassizismus, bei der die ungezwungene Gestaltung des Gartens die sachliche Einfachheit und die geometrischen Formen des Bauwerks betonte, wiederholte sich in stärkerem Masse bei einer Gruppe von 15 Häusern, die er für die Westindische Gesellschaft in Paris (1792) erbaute; auch sie wurden zwanglos in einen Landschaftsgarten gesetzt. Erfolg und öffentliche Anerkennung scheinen Ledouxs Erfindungskraft noch angeregt zu haben, denn seine sichersten und eigenständigsten Werke stammen aus der zeit nach seiner Ernennung zum Mitglied der Akademie (1773) und zum Hofarchitekten. Meisterwerke sind das massige, streng kubische Theater in Besancon (1775-84, 1957 abgebrochen), dessen ionischer Portikus kein Giebelfeld trägt und dessen halbrunder Zuschauerraum mit aufsteigenden Sitzreihen von einer Kolonnade im dorischen Stil überragt wird. Noch eingentümlicher sind die von ihm erbauten Salinen in Arc-et-Senans (1775-79), von denen einiges als Fragment erhalten ist. Hier kommt sein Gespür für die Romantik des Elementaren und Ursprünglichen auf hervorragende Weise zum Ausdruck: Der dunkle Portikus täuscht die Aushöhlung natürlichen Felsgesteins vor, scheinbar "strömt" aus ihm salzhaltiges Wasser; es ist in Wirklichkeit aber ebenso aus Stein wie der ganze Bau. Noch extremer waren die Entwürfe für seine Idealstadt Chaux: ein Gebäude sollte aus einer freistehender Kugel bestehen, ein anderes aus einem horizontalen Zylinder. Die von ihm in den Jahren 1785-89 in Paris erbauten Zollhäuser sind gemässigt in der Gestaltung, aber sie beweisen seine stilistische Spannweite. Das interessanteste der noch erhaltenen ist die Barriere de St-Martin an der heutigen Place de Stalingrad: ein hoher Zylinder ragt aus einem rechteckigen Komplex hervor, der mit einer Fülle von inkonsequent verwendeten Motiven geschmückt ist. 1783 baute Ledoux einen Salzspeicher von Compiegne, von dem nur die schwerfällige Fassade heute noch steht, und 1786 zeichnete er Entwürfe für einen Justizpalast und für ein Gefängnis in Aix-en-Provence, die jedoch nicht nach seinen Plänen ausgeführt wurden. Ledoux`s Laufbahn wurde durch die Revolution beendet (er war während der 90er Jahre des 18. Jh.s in Haft). Seine letzten Lebensjahre verbrachte er damit, seine Entwürfe für die Veröffentlichung vorzubereiten: "L`Architecture consideree sous le rapport de l`art, des moeurs et de la legislation" (1804).

Lefuel, Hector-Martin
(1810-80). Gewann 1839 den Grossen Rompreis und reiste im selben Jahre nach Rom. Wurde 1854 unmittelbar nach dem Tode von Visconti, Louis (1791-1853) leitender Architekt des Louvre-Palais, den vollenden zu lassen Napoleon III. sich 1851 entschlossen hatte. Es sollten langgestreckte Seitenflügel im Stil der bestehenden Komplexe errichtet werden, um eine Verbindung zu den Tuilerien zu schaffen. Hier hat die Wiederbelebung der französischen Renaissance (Historismus), die bald international Mode wurde, ihren Ursprung (Hunt). Lefuel entwarf auch den Palast für die Pariser Weltausstellung von 1855.

Legeay, Jean-Laurent
Tätig Mitte des 18. Jh. Französischer Architekt, Maler und Kupferstecher des frühen Klassizismus; seine Geburtsdaten und Todesdaten sind nicht bekannt. Er studierte an der Ecole des Beaux-Arts in Paris und arbeitete in Rom (ab 1739), Berlin (ab 1745), Schwerin I (ab 1747, seit 1752 als Hofbaumeister), England und wieder Paris. Legeay trat mehr mit seinen Entwürfen als mit ausgeführten Bauten hervor. 1747 sind die Pläne der Hedwigskirche in Berlin datiert; seine Anteile an der Ausführung sind hier ebensowenig abzugrenzen wie am Bau des Neues Palais Potsdam (ab 1763). Von England aus sandte er Entwürfe für Schloss Ludwigslust II. Zu den wenigen selbständig errichteten Werken zählt der Schweriner Schlossgarten (ab 1750). In Frankreich arbeitete Legeay nur noch als Stecher.

Legrand, Jacques Guillaume
* 9.5.1743 in Paris, + 9.11.1807 (?) in St-Denis. Französischer Architekt und Architekturschriftsteller des Klassizismus, war ausser für die Kathedrale von Orleans (Treppentürme, 1773-87) vor allem in Paris tätig. Seine Entwürfe führten - dem allgemeinen Trend entsprechend - weg vom barocken Schema zu neuen Strukturen und Fassadengestaltungen (Gallifet-Hotel, ab 1775; Jarnac-Hotel, vor 1787). Zur Rechtfertigung seiner Ideen verwies er auf antike Vorbilder (Théatre Feydeau, 1788-90, in Zusammenarbeit mit Jacques Molinos). Von Bedeutung sind seine theoretischen Schriften "Parallèle de l´architecture ancienne et morderne" (1799) und "Essai sur l´histoire générale de l´architecture" (1809).

Legros, Pierre d.Ä.
* 27.5.1629 in Chartres, + 10.5.1714 in Paris. Französischer Barockbildhauer, Vater von Legros, Pierre d.J., war Schüler von Sarazin, Jacques und ab 1702 Professor an der Académie Royale de Peinture et de Sculpture. Als königlicher Bildhauer lieferte er einen Teil der Skulpturen von Schloss und Park in Versailles (Steinfiguren der Fassaden; "Tritonen" und "Satyrn" der Allée d´Eau, Bronze, gegossen 1688; "Venus Richelieu", Marmor, 1685-92). Daneben schuf er Reliefs für den Invalidendom in Paris ("Hl. Lud

Legros, Pierre d.J.
* 12.4.1666 in Paris, + 2.5.1719 in Rom. Französischer Bildhauer des Hochbarock, Sohn von Legros, Pierre d.Ä., besuchte 1690 bis 1695 als Stipendiat die Academie de France in Rom und entwickelte sich dort zum zeitweise führenden Bildhauer, wobei er hauptsächlich kirchliche Aufträge ausführte. Zu seinen Hauptwerken zählen die Marmorgruppe "Die Kirche stürzt die Ketzerei" (1695-99, Rom Il Gesù, Ignatius-Altar), das Relief "Die Verklärung des hl. Aloysius Gonzaga" (1698-99, Marmor, Rom, S. Ignazio) und die S

Leinberger, Christian
* 1706 ,+ 1770). Deutscher Maler, Zeichner, Geometer. Christina Leinberger gilt als bedeutender Künstler der Barockzeit. Wichtige Anregungen verdankte der Künstler einer Studienreise nach Italien. Seine beiden Hauptwerke, die Ausgestaltung der Kaiserwahlstube im Römer Frankfurt und die Deckenbilder der Neustädter Kirche in Erlangen sind von Einflüssen dieser Reise mitgeprägt. Die Ausgestaltung der Kaiserwahlstube ist ein exemplarisches Beispiel für die Verherrlichung von Herrschaft in der barocken Historienmalerei. In seinen reifen Jahren erwies sich der Künstler als brillanter Zeichner. Neben Entwürfen von Deckengemälden sind zahlreiche Illustrationen zu naturkundlichen Werken erhalten. Von vielseitgen Interessen zeugen auch kartographische Arbeiten, mit dener der „Geometer“ bis zu seinem Tod befasst war.

Leins, Christian Friedrich von
* 22.11.1814 in Stuttgart, + 25.8.1892 in Stuttgart. Deutscher Architekt des Historismus, war meist in Stuttgart tätig, vor allem für das württembergische Herrscherhaus. Eines seiner Hauptwerke ist die entsprechenden Renaissancebauten nachempfundene königliche Villa Berg (1844-53, Stuttgart). Ein wichtiger Bau des späten deutschen Klassizismus ist sein "Königsbau" in Stuttgart, den er 1857-59 nach eigenen Entwürfen vollendete. Die ionische Säulenkolonnade dieses Geschäftshauses ist möglicherweise unter Ei

Lemercier, Jacques
(ca. 1585-1654). Franz. Architekt, Sohn eines Baumeisters, der an der Kirche St-Eustache in Paris mitgearbeitet hat. Jacques Lemercier war etwa von 1607-14 in Rom und eignete sich dort den akademischen Stil von Porta an, bevor er nach Paris zurückkehrte. Obwohl es ihm niemals ganz gelang, diesen Stil mit der französischen Tradition in Einklang zu bringen, steht er doch in der französischen Baukunst Mansart, Francois und Le Vau, Louis nur wenig nach. Wenn auch kaum genial, war er doch ein tüchtiger Könner. 1624 wurde er von Ludwig XIII. beauftragt, Erweiterungsbauten für den Louvre-Palais zu entwerfen; der Horloge-Pavillon ist der schönste unter den von ihm errichteten Anbauten und harmonisiert mit Lescot, Pierres Arbeiten aus dem vorangegangenen Jh. Lemerciers besonderer Gönner war Kardinal Richelieu, für den er das Cardinal-Palais (beg. 1633, heute Royal-Palais) und die Sorbonne (beg. 1626), beide in Paris, errichtete; weiter entwarf er für ihn das Schloss und die Kirche von Rueil wie auch Chateau und Stadt Richelieu (beg. 1631. Von dem riesigen Chateau Richelieu ist nur ein kleiner, kuppelüberwölbter Pavillon bei den Dienstgebäude erhalten; die Stadt jedoch mit ihrem regelmässigen Strassennetz und ihren gleichförmigen Backsteinhäusern, deren Ecken durch Winkelsteine betont sind, steht heute noch so, wie sie von Lemercier angelegt wurde. Lemerciers Entwürfe für Hotels zeichnen sich durch Erfindungsreichtum aus; die Lösung, die er für das Liancourt-Hotel in Paris fand (1623), wurde zum Prototyp. Vielleicht ist sein schönstes Werk die Kirche der Sorbonne (beg. 1635), die eine der ersten Sakralbauten des barocken Klassizissmus (Barock) in Frankreich ist. Auch die von ihm erbaute Kuppel der Chapelle du Val-de-Grace in Paris, deren Bau er 1646 von Mansart, Francoise übernommen hatten, ist sehr dramatisch in der Wirkung.

Lemoine, FrancoisLemoyne, Francois

Lemoyne, Francois
(auch Le Moine, Lemoine). * 1688 in Paris, + 4.6.1737 in Paris. Französischer Maler der klassisch-akademischen Tradition, integrierte in seine Bilder schon Elemente der Rokokomalerei. Nachdem er 1711 den Prix de Rome gewonnen hatte, die Reise jedoch aus Geldmangel nicht antreten konnte, war er bis 1713 bei seinem Lehrer Louis Galloche tätig, erhielt bald auch zahlreiche Aufträge für Altarbilder, die er in einem gefällig-dekorativen Stil ausführte. Um 1720 arbeitete er mit Giovanni Antonio Pellegrini an der Dekoration des Rathauses von Nevers und trat 1723 eine Italienreise an, die ihn vor allem mit den Deckenmalereien von Cortona, Pietro da und von Correggio bekanntmachte. 1725 kehrte er nach Paris zurück und überraschte im Salon mit einem reinen Landschaftsbild und einem weiblichen Akt, der ohne literarischen Vorwand eine "Junge Frau, ins Bad steigend" zum Thema hatte, eine skandalträchtige Neuerung zu seiner Zeit (1724, St. Petersburg, Eremitage). 1730 wurde er Professor an der Académie Royale, wo Boucher, Francois und Natoire, Charles Joseph zu seinen Schülern zählten. Aufgrund des Deckengemäldes im Salon d´Hercule in Versailles, "Apotheose des Herkules" (1732-36), erhielt er den Titel Erster Hofmaler des Königs. Dieses 18,50 x 17 m grosse, auf Leinwände gemalte Werk bedeutete einen Höhepunkt des Rubenismus und zugleich ein Ende der hochbarocken Deckenmalerei. Obwohl auch die Darstellungen der Fetes galantes ("Jagdgesellschaft, München, Alte Pinakothek) Verwandschaft mit Antoine Watteau aufwiesen, begriff sich Lemoine vor allem als Fortführer der grossen klassischen Tradition.

Lenne, Peter Joseph
(1789-1866). Deutscher Gartenarchitekt. Nach Lehrjahren in Frankreich war ers eit 1816 in Potsdam und Berlin tätig; dort arbeitete er sich allmählich zum Generaldirektor empor. Die meisten Landschaftsgärten in dieser Gegend gehen in ihrer heutigen Form auf ihn zurück, so der Berliner Tiergarten, der Schlosspark von Charlottenburg II, die Parkanlagen von Kleinglienicke und viele andere. Sein Hauptwerk ist die Umgestaltung des Parks von Sanssouci in einen Landschaftsgarten mit vielfältigen Bezirken.

Leochares
Griechischer Bildhauer aus Athen. Seine Schaffenszeit lag im zweiten und driten Viertel des 4. Jh. v. Chr. Die genauen Lebensdaten sind nicht bekannt. Neben Timotheos, Bryaxis und Skopas arbeitete er um 350 v. Chr. am Mausoleum von Halikarnassos. Weitere Werke wie eine Statuengruppe der Familie Philipps und Alexanders des Grossen in Olympia, die er nach der Schlacht von Chaironeia 338 v. Chr. anfertigte, sowie eine Skulptur, die er gemeinsam mit dem Bildhauer Lysippos schuf, die Alexander auf der Löwenjagd wiedergibt, datieren seine Schaffenszeit bis um 320 v. Chr. Als sein berühmtestes Werk galt in der Antike der den Ganymed emportragende Adler (römische Statuettenkopie im Vatikan).

Leonardo da Vinci
(1452-1519). Leonardo war der vielleicht grösste Künstler und Denker der Renaissance. Sein vielseitiges Genie befasste sich nicht nur mit Malerei, Bildhauerei und naturwissenschaftlichen Problemen sondern auch mit Architektur. Leonardo hat wahrscheinlich keinen einzigen Bau selber errichtet, aber er lieferte u.a. ein Modell für die Kuppel des Mailänder Doms (1487, nicht ausgeführt) und schuf während seiner letzten Jahre in Frankreich einen umfassenden Entwurf für eine neue Stadt (Romorantin II) und ein königliches Schloss (Romorantin I) in Romorantin. Leonardo hatte auf Bramante, Donato, der sein Interesse für Zentralbauten übernahm, Einfluss. Die von Cola di Matteuccio da Caprarola (1494-1548) gegonnene Kirche S. Maria della Consolazione in Todi (1508) geht wahrscheinlich über Bramante, Donato auf einen Entwurf Leonardos zurück.

Leonardo, Benedetto diBenedetto da Maiano

Leoni, Giacomo
(ca. 1686-1746). Geboren in Venedig, liess er sich vor 1715 in England nieder, nachdem er kurpfälzischer Hofarchitekt gewesen war. Er war ein eifriger Verfechter des Palladianismus, veröffentlichte die erste englische Ausgabe der Werke von Palladio, Andrea und schuf mit dem Queensberry House in London (1721, wiederhergestellt 1792) das Vorbild für die Stadthäuser des Neopalladianismus. Von seinen Bauwerken haben sich unter anderem erhalten: Lyme Hall im Lyme Park in Cheshire (1720-30); Argyll House in London (1723); Clandon Park, Surrey (1731-35).

Leoni, Leone
* 1509 in Arezzo, + 1590 in Mailand. Italienischer Bildhauer, Goldschmied, Erzgiesser, Medailleur und Architekt des Manierismus, Vater von Leoni, Pompeo, war ab 1537 päpstlicher Münzschneider in Rom, 1542-45 und 1550-90 in Mailand. Dazwischen lagen Reisen im Auftrag Kaiser Karls V. u.a. nach Brüssel und Augsburg. Leoni erlangte grossen Ruhm als bedeutendster italienischer Medaillieur des 16. Jh., der zahlreiche Porträtmünzen berühmter Persönlichkeiten von Tizin bis Michelangelo schuf ("Giorgio Vasari", um 1

Leoni, Pompeo
* um 1533 in Arezzo, + 13.10.1608 in Madrid. Italienischer Bildhauer, Erzgiesser und Medailleur, Sohn von Leoni, Leone, ging nach zahlreichen Reisen 1557 nach Valladolid an den Hof der spanischen Regentin Johanna von Portugal. Ab 1570 war er für die Klosterresidenz Philipps II., El Escorial, tätig; von ihm stammen die Grabmäler Karls V. und Philipps II. (1593-98). Seine Orantenfigur "Don Francesco de Sandoral y Rojos, Herzog von Lerma" (Bronze, zwischen 1601 und 1608, Valladolid, Museo Nacional des Escu

Lepautre, Pierre
(1660-1744). Französischer Bildhauer, Kupferstecher und Radierer. Sohn des Jean Le Pautre (1618-82), Neffe von Le Pautre, Antoine. 1583 erhielt er den Preis der Akademie in Paris (Ecole des Beaus-Arts) und war anschliessend Pensionär der Academie de France in Rom. Von 1696-1701erneuter Aufenthalt in Paris, "Dessinateur et Graveur du Roi, "Sculpteur des Batiments du Roi" und "Recteur perpetuel" der Lukasgilde in Rom. Lepautre war wie Cotte, Robert de massgeblich an der Entwicklung des Rokoko beteiligt

Leroux, Roland
* um 1495 in Rouen, + 1527 in Rouen. Französischer Bildhauer und Architekt am Übergang von der Spätgotik zur Renaissance, erbaute in Rouen das Echiquier-Palais und das Bureau de Finance. Er erneuerte den 1514 abgebrannten Turmhelm der dortigen Kathedrale und war wesentlich an der Gestaltung ihrer Westfassade beteiligt. Die spätgotische Rosette und die Anlage des Mittelportals sowie grosse Teile des detailreichen plastischen Schmuckes gehen auf ihn zurück. Das unter seiner Leitung in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern entstanden Grabmahl des Kardinals Georges d´Amboise im Inneren der Kirche weist neben Formen des Flamboyantstils bereits Elemente der Frührenaissance auf.

Lescot, Pierre
(ca. 1510/15-78). Französischer Architekt. Sein einziges einigermassen unverändert erhaltenes Werk ist die Hoffront der Cour Carree im Louvre-Palais (1546-51). Lescot schuf mit diesem Bauwerk die Grundlage für den französischen barocken Klassizismus (Barock). Den im wesentlichen dekorativen, spezifisch französischen Formen fehlt jene Monumentalität, die den Werken seiner italienischen Zeitgenossen eigen ist. Da Lescot das Glück hatte, mit dem Bildhauer Jean Goujon zusammenzuarbeiten, konnte er Ornamente von hoher Eleganz und Schönheit entwerfen. Von dem Carnavalet-Hotel in Paris (ca. 1545-50, weitgehend umgebaut) sind noch Teile, die auf Lescots Entwurf zurückgehen, erhalten. Ebenfalls zusammen mit Goujon schuf er die "Fontaine des Innocents" (1547-49) in Paris.

Leto
(röm. Latona). Tochter des Titanen Koios und Phoibe. Titanin, Mutter des Apoll und der Artemis (Diana). Die Insel Delos, Geburtsstätte von Apoll und Artemis (Diana), wurde zum Zentrum des kultes der Göttin. Ein beliebtes Bildmotiv ist die Episode, in der Leto die spottenden Bauern in Frösche verwandelt; an der Seite der göttin befinden sich ihre beiden Kinder Apoll und Artemis (Diana).

Levau, LouisLe Vau, Louis

Libby, Willard Frank
Am 17.12.1908 in Grand Valley, Colorado, geboren. Er studierte an der University of California in Berkeley und begann 1933 seine wissenschaftliche Laufbahn als Dozent für Chemie in Berkeley. 1945 folgte er als ausserordentlicher Professor einem Ruf an die Universität von Chicago. 1954-59 war Libby Mitglied der amerikanischen Atomenergiekommission, 1959 wurde er ordentlicher Professor. 1947 veröffentlichte Libby sein Verfahren zur archäologischen, geophysikalischen und geologischen Altersbestimmung mit dem Kohlenstoffisotop C14, auch Radiokarbonmethode, C-14-Methode oder Libby-Methode genannt (Radiokarbondatierung). 1960 erhielt er für seine Datierungsmethode den Nobelpreis für Chemie. Nach langjähriger Lehrtätigkeit an der Universität von Los Angeles starb Libby am 8.9.1980.

Ligorio, Pirro
(1510-1583). Maler, Archäologe und Architekt, errichtete 1565 die Este-Villa in Tivoli und legte ihre wunderbaren, streng geformten Gärten mit kunstvollen Quellen, Zierbrunnen und Springbrunnen an. Sein Meisterwerk ist das kleine Casino di Pio IV. in den Vatikanischen Gärten in Rom (1559-62), eines der elegantesten manieristischen Bauwerke (Manierismus). Die Exedra in Bramantes (Bramante, Donato) Cortile del Belvedere im Vatikan gestaltete er in eine tiefe Nische um.

Lippi, Filippino
* vermutlich 1457 in Prato, * 18.4.1504 in Florenz. Italienischer Maler und Freskant der Renaissance, Sohn des Lippi, Fra Filippo und der Nonne Lucrezia Buti, erhielt seine erste Ausbildung bei seinem Vater und dessen Mitarbeiter Fra Diamante, trat 1472 als Gehilfe in die Werkstatt von Sandro Botticelli in Florenz ein. Filippinos Frühwerk zeigt besonders Einflüsse von Botticelli und besteht aus kleinen Andachtsbildern und Cassone-Malereien (Cassone). Zu seinen ersten bekannten Arbeiten gehören zwei Tondi mit der Darstellung der "Verkündigung an Maria" für den Comune-Palazzo San Gimignano (1483), die "Vision des hl. Bernhard" (1485-86, Florenz, Badia Fiorentina), die ursprünglich für den Konvent von Campova geschaffen wurde, und die zerstörten Fresken für die Medici-Villa Spedaletto, die in der Zusammenarbeit mit Botticelli, Sandro, Ghirlandaio, Domenico und Perugino, Pierto entstanen. Um 1484 hatte Filippino den Freskenzyklus in der Brancacci-Kapelle in S. Maria del Carmine in Florenz unter strenger Anlehnung an den Stil Masaccios mit der Vervollständigung der Szene "Erweckung des Sohnes des Kaisers Theophilus durch Petrus" und den Szenen "Paulus besucht Petrus im Gefängnis", "Petrus wird von den Engeln befreit", "Petrus und Paulus vor Agrippa" und der Kreuzigung Petri" vollendet. 1488 wurde Filippino auf Empfehlung von Lorenzo de´ Medici nach Rom berufen, um in S. Maria sopra Minerva die Cappella Caraffa mit "Szenen aus dem Leben des hl. Thomas von Aquin" auszustatten. 1496 entstand seine "Anbetung der Könige" (Florenz, Galleria degli Uffizi). Filippinos die Linie und die Umrisse sehr betonender Stil wurde zunehmend reicher, bewegter, dekorativer. Bereits 1487 hatte er den grossen Auftrag für die Ausgestaltung der Cappella Strozzi in S. Maria Novella in Florenz erhalten (erst 1502 vollendet). In den vier Feldern der Decke sind "Adam", "Noah", "Abraham" und "Jakob" dargestellt, die Wände schildern "Ereignisse aus dem Leben der hll. Philippus und Johannes d.E.". Der Maler erreichte hier einen von dekorativen Bewegungselementen gepräten Stil mit Anlehnung an antikes Groteskenornament und antike Architekturdekorationen. 1501 malte Filippino eine Tafel mit der "Mystischen Vermählung der hl. Katharina" (Bologna, S. Domenico). Vermutlich zur selben Zeit entstand sein "Marthyrium des hl. Sebastian" (Genua, Galleria del Palazzo Bianco), ebenso ein "Hl. Lucia" (Prato, Dom), "Maria mit Kind und den hll. Stephan und Johannes" (Prato, Museo Comunale) und eine von Perugino vollendete "Kreuzabnahme" (Florenz, Galleria dell´Accademia). Diese Werke weisen wieder Filippinos entscheidende Formung durch Botticelli, Sandro auf, von der er sich nie wirklich zu lösen vermochte. So bewahrte Filippino die Tendenzen des Quattrocento in fast manieristisch zu nennender Weise bis über das Jahrhundert hinaus und beeinflusste in der Folgezeit die erste Gerneration Florentiner Manieristen.

Lippi, Fra Filippo
* um 1406 in Florenz, * zwischen August und Oktober 1469 in Spoleto. Italienischer Maler der Frührenaissance, stellte mit seiner realistischen Wiedergabe von Raum und Körpern, seinem dabei aber linearen Stil mit grosser Betonung der Umrisse, seinem Erfassen von seelischen Regungen, seinem Sinn für Farbe, seinem hellen, klaren, statischen Licht und seiner sehr bewegten, lebendigen Naturauffassung einen der Höhepunkte der Florentiner Quattrocentokunst dar. Er kam achtjährig als Waisenknabe zu den Karmelitern von S. Maria del Carmine in Florenz, legte dort 1421 die Ordensgelübte ab und hielt sich bis 1433 in diesem Konvent auf. 1434 lässt sich Lippi in Padua nachweisen; die nächsten Jahre hat er sich vermutlich in Venedig aufgehalten. Die Jahre nach 1437 verbrachte er wieder in Florenz, wo er bald zu einem der angesehensten Meister seiner Zeit wurde. Gegen 1452 erhielt Lippi den Auftrag für eine Serie von Fresken im Chor des Doms von Prato, wo er mit Unterbrechungen bis 1464 tätig war. Hier lebte er mit seinem Modell, der Nonne Lucrezia Buti, zusammen und durfte nach der Vermittlung seines Gönners Cosimo de´ Medici bie Papst Pius II. 1461 die Ordensgelübte wiederrufen. Die letzten Lebensjahre ab 1466 verbrachte Lippi in Spoleto, nachdem er sich vorher wieder vorwiegend in Florenz aufgehalten hatte. Eine der frühesten Lippi zugeschriebenen Werke, "Die Bestätigung der Regel des Karmeliterordens" (1432; Fragmente in Florenz, Museo del Belvedere), entstand für den Kreuzgang von S. Maria del Carmine in Florenz und weist ganz entscheidende Beeinflussungen durch die Werke von Masaccio und Masolino in der Cappella Brancacci von S. Maria del Carmine auf. 1434 arbeitete Lippa an Fresken für die Cappella del Podestà in der Basilica del Santo in Padua (zerstört). Lippi trug durch diese Tätigkeit sehr wesentlich zur Vermittlung der florentinischen Kunst der Frührenaissance nach Venedig bei. Aus dieser Zeit blieb nur noch die Tafel der "Madonna Trivulzio" (Mailand, Civico Museo d`Arte Antica, Castello Sforzesco) erhalten, in der Lippi statt des Goldgrunds erstmals in seinem Werk einen blauen Hintergrund verwendete. nach der Rückkehr nach Florenz entstanden u.a. eine "Madonna mit Engeln und den hll. Augustinus und Fredianus" (Paris, Musée National du Louvre), die damals schnell grosse Berühmtheit erlangte, und die "Madonna di Corneto Tarquinia" (1437, Rom, Galleria Nazionale d´Arte Antica, Palazzo Barberini) mit einer sehr nordisch beeinflussten Raumauffassung. Lippi liess sich in dieser Phase aber vor allem durch die Werke Donatellos und Paolo Uccellos anregen, die ihm zu einer eindringlichen Wiedergabe des Körperlichen verhalfen und seine klare, helle, sehr statische Lichtführung mitprägten ("Verkündigung", Rom, Galleria Doria-Pamphili). Zwischen 1441 und 1447 entstanden die "Krönung Mariä" für den Hochaltar von S. Ambrogio in Florenz (heute Florenz, Galleria degli Uffizi), in der er einen vor allem von Fra Angelico benützten Bildaufbau weiterführte und mit Architekturperspektiven verband, 1443 eine "Verkündigung" für die Chiesa delle Murate (München, Alte Pinakothek) und 1447 die "Vision des hl. Bernhard" (London, National Gallery). Zwischen 1452 und 1464 schuf Lippi sein Hauptwerk, die Fresken für den Chor des Doms von Prato, die "Szenen aus dem Leben des hl. Johannes und des hl. Stephan" darstellen. Porträttreue und die Wiedergabe des Raumes, der Figurengruppen und der seelischen Regungen der einzelnen Dargestellten erreichten hier ihren Höhepunkt. Lippi bevorzugte eine tonige Farbgebung und setzte sich stilistisch vor allem mit Piero della Francesca auseinander. Bereits um 1452 vollendete er auch den "Tondo Bartolini" (Florenz, Galleria Platina, Palazzo Pitti): die "Madonna mit Kind und Szenen aus dem Leben der hl. Anna". Ebenfalls inden 50er Jahren entstanden die "Anbetung des Kindes" für die Cappella Medici in Florenz (1459, heute Berlin, Staatliche Museen, Gemäldegalerie) und ein von den Medici für den König von Neapel in Auftrag gegebenes Triptychon, das jedoch bis auf die Seitenflügel mit dem "hl. Antonius" und dem "hl. Michael" (USA, Privatsammlung) verloren ist. 1463 schuf er eine "Anbetung des Kindes mit dem hl. Bernhard" (Berlin, Staatliche Museen, Gemäldegalerie) und um 1465 eine "Maria mit Kind und zwei Engeln" (Florenz, Galleria degli Uffizi). Ab 1466 ist Lippi zusammen mit seinem Sohn

Livizzani, Girolamo de LivizzaniCarpi, Girolamo da

Lodoli, Carlo
* 1690 in Venedig, 1761 in Venedig. Italienischer Architekturtheoretiker, wurde Mönch, ging im Auftrag seines Ordens nach Rom und Verona und kannte wahrscheinlich auch Florenz. Der propagierte eine vom Geist der Aufklärung gerpägte, funktionale und rationalistische Architektur, deren Gestaltungsprinzipien den Erfordernissen der Konstruktion, des Materials, der Bequemlichkeit und Gesundheit der Bewohner dienen sollten, und nahm damit Ideale des 20. Jh. vorweg.

Lombardo, Pietro
(ca. 1435-1515). Ein führender Bildhauer und Architekt in Venedig während des späten 15. Jh.s. Er war ein hochsensibler Künstler, stand aber abseits der allgemeinen Entwicklung der Architektur der Renaissance. Lombardo wurde in Carona in der Lombardei geboren und erhielt seinen Namen nach dieser Landschaft. Er scheint schon vor 1464 Florenz besucht haben: erstmals wird er in Padua als Bildhauer erwähnt. Zwischen 1471 und 1485 entwarf er den bildhauerischen Schmuck für den Chor von S. Giobbe in Venedig und führte die Arbeiten auch selber aus; sie sind stark von dem damals in Florenz beherrschende Stil beeinflusst. Lombardos nächstes und bedeutendstes Werk war S. Maria dei Miracoli in Venedig (1481-89). Hier verband er äusserst erfolgreich die venezianisch-byzantinische Bauweise mit dem Stil der Renaissance. Er verkleidete Innenbau wie Ausenbau mit Marmor und gab der Kirche, die lebendige Renaissance-Ornamente zeigt, eine byzantinische Kuppel. Um die Illusion grösserer Dimensionen zu erwecken, griff er auf das Mittel der optischen Täuschung zurück. Dieses Verfahren wiederholte er auch an der Fassace der Scuola di S. Marco in Venedig in grösserem Massstab (1488-90, obere Stockwerke von Codussi, Mauro di Martino vollendet), abermit weniger Erfolg. Lombardi führte in Venedig das grosse architektonische Grabdenkmal mit antikisierendem Beiwerk und einer Überfülle von Skulpturen ein, die durch Plastiken der klassischen Zeit inspiriert sind. In diesen Arbeiten wurde er von seinen Söhnen Antonio Lombardo (ca. 1485-1516) und Tullio Lombardo (ca. 1455-1532) unterstützt. Mehrere Paläste in Venedig, darunter der Dario-Palazzo (ca. 1487), wurden Lombardo zugeschrieben.

Longhena, Baldassare
(1598-1682). Der einzig wirkliche grosse Architekt des Barock in Venedig. Longhena stammt aus einer Steinmetzfamilie, wurde in Venedig geboren und von Scamozzi, Vincenzo ausgebildet. 1630 gewann er den Wettbewerb für den Entwurf der Votivkirche S. Maria della Salute in Venedig, an der er mit Unterbrechungen sein ganzes Leben arbeitete (sie wurde erst 1687 geweiht). Sie hat eine sehr schöne an der Einfahrt zum Canal Grande und ist ein Musterbeispiel eines szenisch aufgefassten Entwurfs. Die grosse, glatte Kuppel wird durch riesige barocke Voluten mit dem oktogonalen Tambour verbunden. Durch den Haupteingang der vielgestaltigen Fassade wird das Auge auf den Hochaltar geleitet. Der Innenraum ist ale eine Abfolge dramatischer Durchblicke angelegt; sie strahlen vom Zentrum des oktogonaler Schiffes aus. Longhena verwirklichte einen ähnlich theatralisch wirksamen Entwurf in seiner doppelläufigen, grossen Treppenanlage für das Kloster S. Giorgio Maggiore in Venedig (1643-45), die grossen Einfluss auf spätere Architekten hatten; seine Profanbauten sind weniger kühn. Der Rezzonico-Palazzo (um 1667; das oberste Geschoss wurde 1752-56 durch Massari, Giorgio, 1686-1766, erbaut) und der Pesaro-Palazzo (beg. 1676) am Canal Grande - beide wurden erst nach seinem Tode vollendet - sind mit dem schweren Bossenwerk ihrer Sockelgeschosse, dem Reichtum an plastischem Schmuck und de Wandvertiefungen , die die Aussenmauer in Lichtmuster und Schattenmuster aufzulösen scheinen, barocke Variationen von dem Corner-Palazzo von Sansovino, Jacopo. Die bewusste Übertreibung plastischer Details erreicht einen phantastischen Höhepunkt in der kleinen Kirche des Ospedaletto (1670-78), deren Fassade mit Atlanten, riesigen Köpfen und Löwenmasken überladen ist. Longhena wurden auch zahlreiche Villen auf dem Festland zugeschrieben.

Longhi, Martino d.Ä.
* um 1530 in Viggiù bei Mailand, + 11.6.1591in Rom. Italienischer Architekt, arbeitete in Rom an S. Maria della Consolazione (ab 1581), S. maria in Vallicella (Chiesa Nuova, 1586-90), der Cappella Olgiati in S. Prassede (1590-91) und dem Altemps-Palazzo (1577-79 und 1584-88). Typisch für den Zeitstil ist seine Fassade für S. Girolamo degli Schiavoni (1587 bis 1590), deren Flächenhaftigkeit Longhis Verharren in der Tradition zeigt. Bei zahlreichen Werken ist sein Anteil bzw. die Zuschreibung unsicher.

Longhi, Martino d.J.
* 1602 in Rom, + 1660 in Viggiù bei Mailand. Italienischer Architekt des römischen Barock, Enkel von Martino Longhi d.Ä. Er führte die Arbeiten seines Vaters Longhi, Onorio (1569 bis 1619) an SS. Ambrogio e Carlo al Corso in Rom fort; sein späterer Fassadenentwurf mit zwei Türmen und einer grossen Anzahl von Säulen und Pilastern blieb unausgeführt. Longhis Pläne für Kirchenfassaden waren seine fortschrittlichsten und einfallsreichsten Arbeiten. Die nicht verwirklichte Fassade von S. Giovanni Calibita (1644) wäre die erste konkave Fassade Roms gewesen. Sein Hauptwerk, die Fassade von SS. Vincenzo ed Anastasio in Rom (1545-50), verweist in ihrer plastischen Durchgestaltung auf Prinzipien des Hochbarock. Die erstmals an einer römischen Kirche völlig frei stehenden Säulen bilden eine zweite Ebene vor der Fassade und erzeugen eine dramatische Licht-Schatten-Wirkung im Kontrast zur glatten Mauerfläche. Daneben schuf Longhi Treppenhäuser für den

Longo, Martino d.Ä.Longhi, Martino d.Ä.

Longo, Martino d.J.Longhi, Martino d.J.

Longuelune, Zacharias
(1689-1748). Maler und Architekt französischer Herkunft. Seine Ausbildung erfolgte in Paris bei Lepautre, Pierre. Er vertrat die klassische Richtung des französischen Barock. Seit 1696 in Berlin als Kondukteur (Bauführer) unter Bodt, Jean de tätig. 1710 in Italien, ab 1715 in Dresden und ab 1728 in Warschau zusammen mit Pöppelmann, Matthäus (Matthes) Daniel an den Enwürfen für das neue Sachsenschloss. Wenige seiner eigenen Entwürfe wurden ausgeführt, doch seine grossartigen Planungen ganz im Geist des französischen barocken Klassizismus übten in Sachsen und bis hin nach Polen und Dänemark beträchtlichen Einfluss aus. Von ihm stammen der französiche Garten in Gross-Sedlitz (1726), Anbauten zum Japanischen Palais (Japanisches Palais) in Dresden (ab 1729) und das Barockhaus am Ende der Hauptstrasse in Dresden-Neustadt (1731), das durch zwei zusätzliche Stockwerke, die an Stelle der ursprünglich krönenden Pyramide traten, traurig entstellt wurde. Sein bedeutendster Schüler war Krubsacius, Friedrich August.

Loo, Carle van
(auch Vanloo), Carle van (eigentl. Charles André van Loo). * 15.2.1705 in Nizza, + 15.7.1765 in Paris. Französischer Maler, Mitglied einer aus den Niederlanden stammenden Künstlerfamilie, ging mit seinem Bruder und Lehrer Loo, Jean-Baptiste van 1714 nach Rom, wo er seine Ausbildung bei dem Bildhauer Legros, Pierre d.J. und dem Maler Luti, Benedetto forsetzte. Seit 1720 wieder in Paris, gewann van Loo den grossen Preis der Académie Royale und brach 1727 als Stipendiat u.a. in Begleitung von Boucher, Francois erneut nach Rom auf, wo sein wichtigstes Auftragswerk das Fresko mit der "Apotheose des hl. Isidor" in der gleichnamigen Kirche war. Auf der Rückreise arbeitete er in Turin im Palast der Könige von Sardinien (Reale-Palazzo Turin) an einem Zyklus von 11 Szenen zu "Das befreite Jerusalem" von Tasso, Torquato. 1735 wurde er in Paris in die Académie Royale aufgenommen, zwei Jahre später erhielt er bereits den Titel eines Professors. 1749 wurde er Direktor der Ecole Royale d´Elèves Protéges, 1762 Premier Peintre du Roi und schliesslich 1763 Direktor der Académie Royale. Er bevorzugte religiöse bzw. historische Themen. Für die Kirche St-Sulpice malte er vier "Szenen aus dem Leben Mariä", in Notre-Dame-des-Victoires sechs "Szenen aus dem Leben des hl. Augustin" und für die Kapelle des Invalidendoms sechs Ölskizzen mit "Szenen aus dem Leben des hl. Gregor", die nach seinem Tod von Doyen, Gabriel Francois ausgeführt worden sind. Der Ausdruck seiner technisch perfekt gemalten Kompositionen ist immer gleichbleibend indifferent, am ehesten zeigt sich ein persönlicher Stil in seinen Genreszenen, u.a. mit Beispielen für den orientalischen Exotismus in Frankreich (ca. 1730-60).

Loo, Charles-Amédée Philippe van
(auch Vanloo), Charles-Amédée Philippe van. * 25.(?)8.1719 in Rivoli bei Turin, + 15.11.1795 in Paris. Französischer Historienmaler und Porträtmaler, Sohn und Schüler von Jean-Baptiste van Loo, ging nach einem Italienaufenthalt (zwischen 1738 und 1745) nach Paris und wurde 1747 Mitglied der Académie Royale. 1748 wurde er an den Hof Friedrichs II. nach Berlin berufen. Van Loo schuf ausser Staffeleibildern auch Entwürfe für Gobelins und Deckengemälde. Seit 1769 war er in Paris als Professor an der Académie Royale tätig.

López y Portana, Vicente
* 19.9.1772 in Valencia, + 22.6.1850 in Madrid. Spanischer Historienmaler und Porträtmaler sowie Grafiker, wurde 1801 zum Direktor der Akademie von Valencia und 1802 zum Kammermaler Karls IV. in Madrid ernannt. 1815 avancierte er nach dem Weggang von Goya, Francisco de zum Hofmaler. Neben zahlreichen allegorischen Freskenzyklen für verschiedene Paläste in Madrid und einigen Altarbildern für die Kathedrale von Tortosa schuf López y Portana besonders Bildnisse zeitgenössischer Persönlichkeiten der Madrider Gesellschaft, die durch ihre grossen zeichnerischen Qualitäten bestachen, jedoch in ihrer traditionellen akademischen Sprache deutlich unter dem Einfluss des Klassizismus von Anton Raphael Mengs standen.

Lorenzetti, Ambrogio
* um 1290 in Siena, + vermutlich 1348 in Siena. Italienischer Maler und Freskant, nachweisbar 1319-47. Jüngerer Bruder von Lorenzetti, Pietro, gehörte mit seinem lyrischen und zugleich rationalistischen Stil zu den Hauptmeistern der Sieneser Gotik (Schule von Siena). Er lernte vermutlich bei seinem Bruder, mit dem er später noch öfter zusammenarbeitete, z.B. an den heute zerstörten Fresken des Ospedale della Scala in Siena (1335), vielleicht auch an einigen unsignierten Gemälden ("Christus am Kreuz", Corton

Lorrain, Claude
(eigentl. Claude Gellée, gen Le Lorrain). * 1600 in Chamagne, Vogesen, Lothringen, + 23.11.1682 in Rom. Französischer Maler, Zeichner und Radierer, wurde vor allem durch seine Lichtauffassung und Raumauffassung beispielgebend für die Darstellung der idealen Landschaft. Er begann als Lehrling bei einem Pastetenbäcker, und nach dem Tod seiner Eltern folgte er mit zwölf Jahren seinem Bruder, der Intarsienschneider war, nach Freiburg im Breisgau. Um 1615 kam er vermutlich nach Rom, wo er Gehilfe bei dem Dekorationsmaler und Landschaftsmaler Agostino Tassi (1580-1644) wurde, und hielt sich zwischendurch 1620 bis 1622 in Neapel auf. 1625 kehrte Lorrain über Loreto, Venedig, Tirol und Bayern nach Lothringen zurück, wurde Gehilfe bei Claude Deruet in Nancy und wirkte an der später zerstörten Ausstattung der dortigen Karmeliterkirche mit. 1627 ging er über Lyon und die Provence wieder nach Rom und schuf hier einige Fresken mit Landschaftsdarstellungen im Crescenzi-Palazzo und im Muti-Palazzo (um 1630). 1634 wurde er Mitglied der Accademia di S. Luca. Um 1637 war er bereits der führende Landschaftsmaler in Rom. Aufträge kamen von der römischen Aristokratie sowie von den Päpsten Urban VIII., Alexander VII. und dem späteren Clemens IX.; der spanische König bestellte für sein Schloss Buen Retiro sieben religiöse Bilder mit Darstellungen aus dem Alten und Neuen Testament. Im übrigen schuf Lorrain fast ausschliesslich Landschaftsbilder, wobei er anfänglich unter dem Einfluss von Adam Elsheimer, Paul Bril, Annibale Carracci und Domenico Zampieri stand. Die römischen Bamboccianti (Bambocciade) mit ihren vielfigurigen und kleinformatigen Bildern und Jacques Callot hatten ebenso ihre Wirkung auf ihn. In seinem Frühwerk malte er vor allem Landschaften mit Hirtenszenen, Fischerszenen und Wanderszenen, gelegentlich auch Veduten, wobei die Staffagefiguren oft von anderen Malern eingefügt wurden ("Die Kirche S. Trinità dei Monti in Rom, 1632, London, National Gallery; "Der Hafen von Genua", 1634; "Campo Vaccino", 1636; "Ländlicher Tanz", 1939, alle Paris, Musée National du Louvre). Der Einfluss von Poussin, Nicolas und einiger Maler der flämischen Kolonie nahm in den vierziger Jahren in Rom zu. Thematisch gewannen mythologische und biblische Szenen mehr an Bedeutung, doch blieb die Landschaft dominierend ("Einschiffung der hl. Ursula", 1641; "Isaak und Rebecca", 1648; "Einschiffung der Königin von Saba", 1648; alle London, National Gallery; "Verstossung der Hagar, 1668; München, Alte Pinakothek). Zwischen 1661 und 1670 schuf Lorrain die Allegorie der vier jahreszeiten mit "Ruhe auf der Flucht" (1661), "Tobias mit dem Engel" (1663), "Jakob am Brunnen" (1666) und "Jakobs Kampf mit dem Engel" (1670), alle St. Petersburg, Eremitage). Zu den Hauptwerken der Spätzeit zählen die "Prozession in Delphi" (Chicago, Art Institute) und "Der Parnass" (1680, Boston, Museum of Fine Arts). In seinen Zeichnungen und Radierungen brachte Lorrain es zu ebenso grosser Meisterschaft ("Der Sturm", 1630; "Liber Veritatis", OEuvrekatalog mit Zeichnungen und Skizzen seiner eigenen Gemälde, London, British Museum). Claude Lorrain war der bedeutendste Landschaftsmaler der französisch-römischen Richtung. Gegen den fast ausschliesslich in der Antik orientierten, am Theoretischen interessierten und in den Landschaftsbildern oft von dramatischen Spannungen geprägten Poussin setzte Lorrain ein Werk ohne grosse Gegensätze, starke Bewegungen und voll Weite - Bilder einer stillen, feiertäglichen Welt. Räumliche Unbegrenzheit und hoher Glanz des Lichts lassen in Verbindung von nordisch-optischer Naturanschauung und südlichem Verhältnis zu Tektonik und Raum verklärte Bilder einer Paradieswelt entstehen. Die Natur selbst ist idyllisch-arkadisch, der Mensch in sieeingebunden, die Architektur von antiker Grösse, die Steigerung zum Idealen der zentrale Bildinhalt. Das Hauptmittel dazu ist die Darstellung des Lichts, das aus sich eine Kontinuität des Raums erzeugt und das Zeitliche aufzuheben scheint. Ein ebenso wesentliches Monument der Bilder Lorrains ist die Identität von bewusster Bildkomposition und (landschaftlicher) Raumeinheit, die das Ideale und Klassische der Bilder hervorruft. Farblich zeichnet sich Lorrains Werk durch überaus feine Abstufungen und lichte Tönungen aus. Den grössten Einfluss hatte er auf die englische Landschaftsmalerei des 18. und 19. Jh.

Lotter, Hieronymus
(1495-1580). Bürgermeister von Leipzig und vorzüglicher Amateurarchitekt. Er wurde vielleicht von Gromann, Nikolaus beeinflusst, dessen Hilfe er wohl bei den Entwürfen für sein Meisterwerk, das Schloss Augustusburg Krs. Freiberg (1568-73, von Rochus von Lynar vollendet), in Anspruch genommen hat. Der quadratisch angelegte Bau mit den Ecktürmen stand stilistisch jedoch hinter Schloss Johannisburg Aschaffenburg von Ridinger, Georg an Kühnheit zurück. Das alte Rathaus in Leipzig (1556) mit seinen Laubengängen wurde nach seinen Plänen auf gotischen Fundamenten neu errichtet.

Loudon, John Claudius
(1783-1843). Selbstkritischer Autodidakt. Ging bei einem Landschaftsgärtner in Schottland in die Lehre, liess sich aber 1803 in London nieder und begann über Gartenbau und Ackerbau zu schreiben. Er versuchte sich in der Landwirtschaft, erwarb ein Vermögen und verlor es, unternahm anschliessend Reisen durch Europa, 1814 besuchte er sogar Moskau, 1819/20 Frankreich und Italien. Seine "Encyclopaedia of Gardening" erschien 1822, sine "Encyclopaedia of Agriculture" 1825, sein "Encyclopaedia of Plants" 1829 und

Louis, Victor
(1731 - ca. 1800). Architekt des franz. Klassizismus, arbeitete in einem etwas überschwänglichen Stil, den er aus der Bauweise des antiken Rom und der Stadtpaläste von Palladio, Andrea entwickelte. Louis wurde in Paris geboren, erhielt seine Ausbildung hier und an der französischen Akademie in Rom; 1765 wurde er von König Stanislas August nach Warschau berufen. Louis kehrte bereits ein Jahr danach wieder nach Frankreich zurück, ohne in Polen irgendein Bauwerk geschaffen zu haben. Seine erste bedeutende Leistung, das Theater in Bordeaux (1775-80), ein schwerer Bau mit einem 12säuligen Portikus, der sich über die ganze Hauptfassade ohne Giebel hinzieht, ist zugleich sein Hauptwerk. Hervorzuheben sind die Grösse der Bühne, der wirkungsvoll gestaltete Zuschauerraum und das Treppenhaus mit seinem ungewöhnlich monumentaln Foyer. Louis schuf noch ander Bauten in Bordeaux und Umgebung, z.B. das Saige-Hotel, heute Präfektur, und das Schloss von Bouihl. In Paris kann man wohl die Kolonnaden des Royal-Palais (1780-85) und das benachbarte Theatre de la Comedie-Francaise (1786-90, restauriert 1902) als seine schönsten Arbeiten bezeichnen (Die Comedie hatte ursprünglich ein Eisendach und Hohlziegeldach, das die Feuersgefahr verringern sollte).

Lucae, Richard
* 12.4.1829 in Berlin, + 26.11.1877 in Berlin. Deutscher Architekt der Gründerzeit, ausgebildet an der Berliner Bauakademie (1850-52, 1855-59), an der er ab 1869 als Professor und ab 1872 als Direktor tätig war. Seine Privatbauten, z.B. die Villa Joachim (1871) und das Borsig-Palais (1873) in Berlin, sind mehr von der Funktionalität als von der Repräsentation bestimmt. In seinen öffentlichen Bauten dagegen bevorzugte er im typischen Stil der Gründerzeit monumentale Prachtentfaltung. Als Hauptwerk gilt die Frankfurter Oper (1873--80, Aussenbau nach Kriegszertörung als Alte Oper bis 1981 wiederaufgebaut), wie viele Theaterbauten der Zeit in Neorenaissanceformen errichtet. Lucae lieferte auch die Pläne für das Polytechnikum in Berlin-Charlottenburt (1878-94).

Lucchese, Giovanni
Sein Geburtsdatum ist unbekannt. Er starb am 1. Januar 1581 in Innsbruck. Es wird vermutet dass er zwischen 63 und 68 Jahre alt wurde. Giovanni kam zwischen 1538 und 1539 nach Prag, wo er für den König 24 Jahre lang als Maurermeister tätig war. Im Jahre 1556 arbeitete er am Tiergarten in Prag und 1560 errichtete er am Hause der Grafen Franz Turn, in Prag, einen Anbau. Für Erzherzog Ferdinand II. baute er etwas später ein Haus in Chomutov (Komotau) um. Im Jahre 1561und im Jahre 1653 reiste er nach Italien um für den Prager Schlossbau, bei welchem er tätig war, einige Meister und Maurer anzuwerben. Er selber war zu jener Stunde noch als Meister, und nicht als Baumeister, tätig. Er arbeitete auch am Lusthaus des Erzherzogs mit. Am 12. April 1563 bittet Erzherzog Ferdinand, welcher Giovanni Luchese sehr schätzte, seinen Vater Kaiser Ferdinand I. dem Meister eine Provision zu verleihen. Am 22. Februar 1564 vollendete Giovanni Luchese die Arbeiten am Lusthaus und am Lustgarten in Prag. Im darauffolgenden Jahr erhielt er vom Kaiser Ferdinand I. eine lebenslängliche Provision von 60 Thaler, mit den Bedingungen, dass er stets am Prager Schloss arbeite und dort diene. Im Sommer 1564 wird Giovanni Luchese als ausserordentlicher Baumeister nach Innsbruck geschickt um die Arbeiten am Schloss Ambras zügiger voranzubringen. Erzherzog Ferdinand äusserte den Wunsch, Giovanni Luchese als Hofbaumeister anzustellen, doch dies wurde von der Regierung abgewiesen, da er die deutsche Sprache doch zu wenig beherrschte. Am 12. Juli 1565 wurde er erstmals als Werkmeister des Erzherzogs bezeichnet und wenig später erhielt er für seine Dienste ein Wappen. Giovanni verlangte für seine Arbeiten immer viel Geld, womit die Regierung nicht immer einverstanden war. Durch seine gute Beziehung mit dem Erzherzog wurde aber sein Gehalt immer wieder verbessert. Im selben Jahre war Giovanni Luchese am Bau des Damenstiftes mit Kirche in Hall, Tirol, tätig. Im Jahre 1567 wird Giovanni Luchese zum Hofbaumeister ernannt, und ein Jahr später erhält dieser vom Erzherzog ein Haus in der Stiftsgasse in Innsbruck geschenkt. Es ist ungewiss, ob er das Haus alleine bewohnte oder mit dem Hofkaplan de Martinis. Genauso wenig bekannt ist, ob ihm das Haus Nummer 2 oder 4 gehörte. 1570 bekommt die Stadt von Luchese Bauholz, um das Pressenhaus (ehemaliges Pestlazarett in der Weinhartstrasse) in Innsbruck auszubessern. 1571 arbeitet er eifrig an der Behausung der jungen Herren, damit ist die Plattnerei, Vorgängerhaus des heutigen Landhauses in Innsbruck, gemeint. Die dazugehörige Kapelle wurde 1574 dem Hl. Georg geweiht. Der Palast brannte aber schon im Jahre 1620 ab. Sein Sold wurde bis zu seinem Tode im Jahre 1581 immer wieder aufgebessert.

Ludovice, Joao Frederico
(eigentlich Ludwig, Johann Friedrich; 1673-1752). Der führende Architekt des späten Barock in Portugal. Geboren in Honhardt bei Schwäbisch Hall als Sohn eines Forstbeamten, übte er zuerst in Rom (1697-1701) und dann in Lissabon den Beruf eines Goldschmiedes aus. Gegen 1711 beauftragte ihn der König von Portugal mit dem Bau eines kleinen Klosters in Mafra. Allmählich erweiterte man das Projekt, bis daraus schliesslich eine der grössten Klosteranlagen in Europa (Bauzeit 1717-70) wurde. Die Anlage umfasste einen königlichen Palast, eine grosse Kirche und Klostergebäude für 300 Mönche. Mafra ist vor allem vom römischen Hochbarock geprägt, es zeigen sich aber auch süddeutsche und portugiesische Stilelemente. Die freigiebig mit italienischen Statuen geschmückte Kirche ist sehr eindrucksvoll. Von Ludovice`s anderen Bauten sind nur die Bibliothek der Universität in Coimba I (1717-23) mit abwechslungsreich gestalteter Fassade und die Apsis der Kathedrale in Evora (1716-46) zu erwähnen.

Ludwig, Johann FriedrichLudovice, Joao Frederico

Luini, Bernardino
* um 1485 vermutlich in Mailand, + 1532. Italienischer Maler, bedeutendster lombardischer Vertreter der Hochrenaissance, war einerseits ein Fortsetzer der erzählerischen Tradition der Lombardei mit einer grossen Vorliebe für Realismus, nahm andererseits aber viele Anregungen aus dem Werk Leonardos, Raffaels und auch Albrecht Dürers auf und errichte mit seiner strengen Kompositionsweise, den ruhigen, gedämpften Farben und einer tonigen Atmosphäre echte Klassizität. Er wird erstmals urkundlich fassbar mit dem Fresko der "Madonna mit Kind und Heiligen" für die Kirche Beata Vergine del Soccorso in Gerenzano von 1507, das starke Einflüsse Bramantinos aufweist und stilistisch noch im Quattrocento steht. Über die späteren engen Beziehungen zu den Werken von Vincenzo Foppa, Andrea Solario, Bergognone und Leonardo da Vinci hinaus ist auch ein Einfluss der umbrisch-toskanischen Schule und Raffaels erkennbar. 1512 entstand ein Fresko mit "Maria mit Engeln in einer Landschaft" für die Abtei von Chiaravalle Milanese, 1516 die Dekoration der Sakramantskapelle von S. Giorgio al Palazzo in Mailand, mit denen Luinis Reifestil einsetzte, die "Szenen aus dem Leben des hl. Joseph" (Mailand, Pinacoteca di Brera) und eine "Maria mit Kind" (St. Petersburg, Eremitage). Nach 1518 malte Luini die Fresken mit "Szenen aus dem Leben Mosis" für die Pelucca-Villa (Mailand, Pinacoteca di brera). 1525-32 entstand sein letztes grosses Werk, der Freskenzyklus für das Sanktuarium der Beata Vergine dei Miracoli in Saronno bei Como mit "Szenen aus dem Leben Mariä und Christi".

Lundberg, Johan Theodor
* 21.6.1852 in Stockholm, + Dezember 1925 in Rom. Schwedischer Bildhauer, Schüler u.a. von Alexandre Falguière, entfaltete als Vertreter akademischer Bildhauertradition eine umfassende Tätigkeit als Bauplastiker. Er schuf skulpturale Arbeiten für die Portale des Doms in Uppsala sowie für das Königliche Schloss Stockholm I ("Welle und Strand", 1897), die Oper (zwei Fackelträgerfiguren, 1897), das Reichstagsgebäude ("Svea und die vier Stände", 1904) und das Dramatische Theater (1907) in Stockholm. Neben fre

Lunghi, Martino d.Ä.Longhi, Martino d.Ä.

Lunghi, Martino d.J.Longhi, Martino d.J.

Lurago, Anselmo Martino
* um 1702 in Como (?), + 29.11.1765 in Prag. Italienischer Architekt des Spätbarock und Rokoko, war Schüler von Dientzenhofer, Kilian Ignaz, von dessen Bauten er später einige vollendete. Selbständig gestaltete er den Umbau eines Seitenpavillons auf Schloss Horin bei Mělník in eine zentral angelegte Kapelle (1744-47), die von einer Kuppel überwölbt wird. In Prag errichtete er das Piccolomini-Palais Prag (1743-51) und den Kinsky-Palast (1765 vollendet). In seinen Kirchenbauten in Böhmen vereinfachte Lurago barocke Motive und verarbeitete sie in bereits klassizistisch wirkender Art.

Lutyens, Sir Edwin Landseer
* 29.3.1869 in London, + 1.1.1944 in London. Englischer Architekt, leitete nach der Ausbildung an der South Kensington School of Art (1885-87) ab 1890 ein eigenes Büro in London und wurde besonders mit seinen von Philip Webb beeinflussten und in der Tradition des Arts and Crafts Movements stehenden Landhäusern einer der einflussreichsten Baumeister seiner Zeit. Die Verwendung einheimischer Materialien und hochwertige handwerkliche Qualität kennzeichnen Bauten wie Munstead Wood in Godalming in Surrey (1896), Deanery Garden in Sonning in Berkshire (1899-1902) und Tigbourne Court in Witley in Surrey (1899). Nach diesem romantischen, oft der Tudorzeit verpflichteten Frühwerken wandte er sich klassizistischen und barocken Vorbildern (Christopher Wren) zu; es entstanden Landhäuser wie Drogo Castle in Devon (1910-30), die Stadtplanung und die Bauten für Neu-Delhi (Vizekönigspalast Neu-Delhi, 1912-30), Britannic House (1920-24) und Midland Bank (1924-39) in London, die Britische Botschaft in Washington (1925-28) u.a.

Lvov, Nikolaj Aleksandrovic
* 4.(15.)3.1751 im Gebiet Kalinin, + 21.12.1803 (3.1.1804) in Moskau. Russischer Architekt, Grafiker und Dichter, Vertreter des russischen Klassizismus. Bildete sich als Autodidakt und war ab 1786 Ehrenmitglied der St. Petersburger Akademie der Künste. Charakteristisch für seine Gebäude sind schlichte Dekoration und Zentralkuppel. Lvov gilt als einer der Begründer der russischen Landschaftsgestaltung und Parkgestaltung. Hauptwerke sind das Postamt in St. Petersburg (1782-89), das Nevskijtor der Peter-Pauls-Festung (1784-87) und das Schloss in Gorshke . Lvov schrieb u.a. den Text für eine Komische Oper und stellte eine Sammlung russischer Volkslieder zusammen.

Lyming, Robert
(17. Jh.) Zimmermann, Baumeister und Architekt, entwarf Loggia und Giebelfront von Hatfield House (1611). Mit Blickling Hall (ca. 1625) schuf er das letzte der grossen und auf Grossartigkeit bedachten Häuser der Epoche König Jakobs I. Hier sind flämische Ornamentik und asymmetrische Gestaltung bruchlos anglisiert worden.