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22 Person(en) gefunden.

Sacchetti, Giovanni Battista
(1700-64). Schüler von Juvarra, dem er nach Spanien folgte; er führte dessen Entwürfe für die Gartenfassade des Palastes Granja De San Ildefonso (1736-42) aus. Das Hauptwerk von Sacchetti, Giovanni Battista ist der Königliche Palast in Madrid (Real-Palacio, beg. 1738), für den er Juvarras Schema, beeinflusst von Berninis Louvre-Projekt, vergrösserte. Das Ergebnis ist nahezu überwältigend. Sacchetti ist auch für die Anlage des Stadtviertels um den Palast verantwortlich.

Sacharow, Adrian Dmitrijewitsch
(auch Sacharow, Andrejan Dmitrijewitsch, 1761-1811). Der führende russische Architekt des Klassizismus, vielleicht der grösste Architekt Russlands überhaupt. Sacharow wurde an der St. Petersburger Kunstakademie ausgebildet, studierte in Paris unter Chalgrin Architektur (1782-86) und reiste in Italien. Sein Meisterwerk ist das Gebäude der Admiralität St. Petersburg (1806 beg.). Dieser kühne, riesige Bau, dessen Fassade etwa 400 m lang ist, hat über dem Mittelportal als Akzent einen mit Säulen geschmückten quadratischen Turm, der eine nadelartige Turmspitze trägt. Die Enden der Fassade werden jeweils durch einen zwölfsäuligen Portikus betont. Sacharows besondere Leistung war es, eine so ungeheuer lange Schauseite zur Wirkung zu bringen, ohne ihre Einheit zu zerstören. Vorzüglich sind die Seitenflügel, sie kommen Boullees Architektur, die grosse geometrische Formen zur Geltung bringt, am nächsten: jeder der Seitenflügel bildet einen würfelförmigen Pavillon, der von einem zylindrischen Tambour überfangen, von einer halbkreisförmigen Portalöffnung durchbrochen und von Kolonnaden flankiert wird. Ein anderer erwähnenswerter Bau ist die (später umgebaute) St. Andreas-Kathedrale in Kronstadt.

Sacharow, Andrejan DmitrijewitschSacharow, Adrian Dmitrijewitsch

Sagrera, Guillaume
(Anfang 15. Jh.). Aus Mallorca stammender Architekt, der 1415 die Befestigungen an der ehemaligen Kathedrale in Elne I erbaute.

Salvi, Nicola
(1697-1751). Römischer Architekt. Er entwarf die Fontana di Trevi in Rom (1732-62), ein spätbarockes Meisterwerk. Die mit einer Kolossalordnung und in der Mitte durch das beherrschende Thriumphbogenmotiv gegliederte Palastfassade erhebt sich über einer künstlichen Felsenlandschaft mit hervorsprudelnden Quellen, die sich in ein grosses Becken ergiessen. Im Mittelpunkt herrscht Neptun über seine marmonen Meerwesen und die ganze phantastische Komposition.

Salvin, Anthony
(1799-1881). Englischer Architekt, Sohn eines Generals, stammte aus einer alten nordenglischen Familie. Als Schüler von Nash, John war er vor allem eine anerkannte Autorität für Instandsetzungen von Burgen und Schlössern. Er arbeitete am Tower Of London, ausserdem am Windsor Castle, Caernarvon Castle, Durham Castle, Warwick Castle, Alnwick Castle und Rockingham Castle. Gelegentlich mit kirchlichen Bauaufgaben beschäftigt, galt Salvins Hauptinteresse jedoch Profanbauten. Zu den verschiedenen von ihm benutzten Stilarten gehören der nüchtere Tudorstil von Mamhead House in Devon (1828, ein sehr früher Datum für die Wiederbelebung des Tudorstils), ein üppiger Renaissancestil für die Innenräume von Alnwick Castle (1854ff., nicht von ihm entworfen, jedoch von ihm gebilligt) und der komplizierte Jacobean Style von Thoresby Hall, Nottinghamshire (1864-75). Sein eindrucksvollster Bau, Harlaxton Manor in Lincolnshire (1834ff.), entstand überraschend früh dafür, dass er im reichsten Elisabethanischen Stil errichtet ist; vollendet von W. Burn - 1789-1870).

Sambin, Hugues
(1515/20 - 1601/02). Architekt, Bildhauer und Tischler des französischen Manierismus. Er arbeitete in Burgund und war das Haupt einer Schule von begabten Architekten in der Provinz. Sambin und seine Schule schätzten reiche Oberflächengestaltung mit kunstvoll gearbeitetem Bossenwerk (z. B. Tanlay-Chateau Tanley, um 1568) oder mit Hochrelief (z. B. Milsand Maison in Dijon, um 1561). Sambin entwarf die Fassade für das Rathaus, heute Justizpalast, in Besancon. Sein Stil übte sogar in Paris grossen Einfluss aus (Sully-Hotel). Sambin veröffentlichte eine Abhandlung über die Anwendung von Karyatiden in der Architektur "Termes dont on use en architecture" (1572).

Sanfelice, Ferdinando
(1675-1750). Ein führender Architekt Neapels zu seiner Zeit. Sein Stil ist geistvoll und unorthodox. Besonders hervorzuheben sind seine kunstvollen Treppenanlagen, z.B. in Sanfelice-Palazzo und Serra Di Cassano-Palazzo in Neapel.

Sangallo, Antonio da
(auch Giamberti, Antonio d.J., 1485-1546). Geboren in Florenz. Das bedeutendste Glied der Familie Sangallo, Neffe von Antonio da Sangallo d.Ä. und Sangallo, Giuliano da. Sangallo war nach Raffaels Tod zwei Jahrzehnte lang der führende Architekt der Renaissance in Rom. Er begann unter Bramante und Peruzzi, Baldassare als Architekturzeichner. 1520 wurde er Raffaels erster Mitarbeiter beim Bau der Peterskirche. Man betraute ihn mit der Aufgabe, die von Bramante errichteten Mauern zu verstärkten. Sangallos Meisterwerk ist der Farnese-Palazzo Roma (beg. 1534, nach 1546 von Michelangelo vollendet), der monumentalste aller Renaissancepaläste. Die säulenlose, glatte Fassade wird einzig durch Gesimse, die die einzelnen Geschlosse voneinander trennen, und durch Eckquader gegliedert. Sie betonen die Horizontale und unterstreichen so die ernste Würde der Komposition. Sie ist gleichzeitig nüchtern, elegant und ruhevoll. 1539 wurde er leitender Architekt der Peterskirche und schuf Entwürfe für die Abänderung von Bramantes Plan (nicht ausgeführt). Sangallo entwarf auch die Innenräume der Cappella Paolina im Vatikan (1540). Verschiedene Paläste, darunter der Sacchetti-Palazzo (beg. 1542) werden ihm zugeschrieben. Viele Jahre war er als Festungsbaumeister für die Wehrbauten in der Umgebung Roms verantwortlich. Nach Sangallos Tod übernahm Michelangelo, dessen dynamischer Stil im krassen Gegensatz zu Sangallos ausgeglichener Renaissancebauweise steht, die Bauleitung der Peterskirche.

Sangallo, Giuliano da
(auch Giamberti, Giuliano, 1445-1516). Festungsbaumeister, Bildhauer und Architekt. Geboren in Florenz, Bruder von Sagallo d.Ä., Antonio da. Er war einer der begabtesten Nachfolger Brunelleschis (Brunelleschi, Filippo<) und arbeitete auch noch zu Bramantes und s Zeit im Stil der Frührenaissance. Die meisten seiner Bauten entstanden in Florzenz und Umgebung wie die Medici-Villa Poggio A Caiano (1480-85, später verändert). S. Maria delle Carceri in Prato (1485) ist die erste Renaissancekirche, die über dem Grundriss eines griechischen Kreuzes errichtet wurde. Es ist ein Meisterwerk der Renaissance. Die Innenausstattung ist im Stil von Brunelleschi, Filippo gehalten. Sangallo erbaute auch den Gondi-Palazzo in Florenz (1490-94}, dessen rustizierte Fassade auf jene des Medici-Riccardi-Palazzo zurückgeht. Die monumentale Treppenanlage steigt vom Innenhof aus auf. In Rom schuf er S. Maria dell` Anima (1514) und einen Entwurf für die Peterskirche (um 1514).

Sangallo, Lucca da
Architekt. War am Bau des Sangallo-Bollwerks beteiligt.

Sanmicheli, Michele
(ca. 1484-1559). Der führende Architekt des Manierismus in Verona, erlangte vor allem als Festungsbaumeister Berühmtheit. Viele seiner Werke ähneln Wehrbauten; die Fassade von S. Maria in Organo in Verona z.B. (1547) könnte ebensogut für ein befestigtes Stadttor gehalten werden. Sanmicheli wurde oft mit Palladio, Andrea verglichen, den er stark beeinflusste und der im Veneto sein Nachfolger als führender Architekt wurde. Aber in Wahrheit besteht ein grosser Gegensatz zwischen der massiven Kraft der Werke Sanmichelis und den weitaus eleganteren und stärker verstandesbetonten Bauten von Palladio, Andrea. Sanmicheli wurde in Verona als Sohn eines Architekten geboren, ging um 1500 nach Rom. 1510-24 leitete er die Arbeiten an der gotischen Fassade des Doms in Orvieto und schuf dort auch den Dreikönigsaltar (1515). 1526 betraute ihn der Papst mit Befestigungsarbeiten in Parma I und Piacenza II, 1527 liess sich Sanmicheli in Verona nieder. Als begehrter Festungsbaumeister führte er Arbeiten in Legnagno (1529), Verona (1530ff.), Venedig (1535ff.), auf Korfu und Kreta aus; diese Wehrbauten gehören zu seinen besten Werken. Die Tore tragen kraftvolles Bossenwerk, die Festungen sind mit kräftigen dorischen Säulen geschmückt. Sanmicheli verwendete nur wenige, aber äusserst wirkungsvolle Ornamente: Wappenschilde und Schlusssteine mit finsteren Köpfen. Die bedeutendsten seiner Befestigungen sind die Porta Nuova in Verona II (1539-50), die Fortifikationen am Lido (Fort San Andrea, 1535-49), Port San Zeno in Verona II und die mächtigste von allen, die Porta Palio in Verona II (1557). Sanmichelis erster Palastbau war der Pompei-Palazzo in Verona (um 1529). Er arbeitete zuerst in der Tradition von Bramante und Raffael, entwickelte aber bald einen eigenständigen Stil, durch das Spiel von Licht und Schatten Kontraste erzielend. Der Canossa-Palazzo in Verona (um 1530) wird durch das hohe rustizierte (Rustika) Sockelgeschoss und durch das vereinfachte Palladio-Motiv der Fenster im ersten Stock bestimmt. Überreich ist sein Bevilacqua-Palazzo in Verona (um 1530) gestaltet: die Fenster sind kunstvoll umrahmt, die Säulen gewunden, der Skulpturenschmuck wirkt fast erdrückend. Sanmicheli wandte hier einen Kunstgriff an, der später sehr beliebt wurde: Er liess die Triglyphen des Gesimses vorkragen, um Konsolen für einen Balkon zu erhalten. Später strebte er bei seinen Palästen danach, die Wandmassen optisch aufzulösen. Beim Grimani-Palazzo in Venedig (beg. 1556, später verändert), werden die Flächen zwischen den Pilastern und Säulen fast ganz von Fenstern ausgefüllt.

Sansovino, Jacopo
(eigentl. J. Tatti; 1486-1570). Ursprünglich Bildhauer, brachte die Hochrenaissance nach Venedig. Sansovino wurde in Florenz als Sohn von Antonio Tatti geboren; er lernte bei Andrea Sansovino, dessen Namen er annahm. von 1505 an arbeitete er hauptsächlich in Rom als Bildhauer und Restaurator antiker Statuen. Nach einer Auseinandersetzung mit Michelangelo 1517 hielt er sich noch stärker an die klassischen Vorbilder. Vor der Plünderung Roms (1527) floh er, in der Absicht, nach Frankreich zu gehen, nach Venedig, erhielt jedoch hier den Auftrag, die Hauptkuppel von San Marco zu restaurieren; 1529 wurde er zum obersten Baumeister von S. Marco ernannt. Er blieb nun bis zum Ende seines Lebens in Venedig; die Freundschaft mit Tizian und Aretino ermöglichte ihm den Zugang zum gesellschaftlichen Leben der Stadt, deren führender Architekt er bald wurde. Diese Stellung behielt er bis zur Ankunft von Palladio, Andrea, der stark von ihm beeinflusst wurde. Sansovinos Hauptwerke entstanden alle in Venedig: die Bibliothek ) Libreria Vecchia, beg. 1536, vollendet um 1582 von Scamozzi, Vincenzo) und die Münze gegenüber dem Dogenpalast (1537-54), ferner die Logetta am Fusse des Campanile von San Marco (1537-40). Diese Werke bedeuteten in der glücklichen Verbindung von Architektur und Plastik eine Neuerung für Venedig. Palladio, Andrea nannte die Bibliothek das vollkommenste Bauwerk der nachantiken Zeit. Sansovino erbaute auch einige Kirchen; erwähnenswert sind San Francesco della Vigna (1534, von Palladio, Andrea vollendet) und die Fassade von S. Giuliano (1553-55). Für den Corner-Detto-Ca´Grande-Palazzo (vor 1561) passte er den römischen Palasttyp den venezianischen Verhältnissen an. Auf dem Festland schuf er die Garzoni-Villa Pontecasale (um 1530), einen strengen Bau, der einen weiten Hof umgibt. Hier kam Sansovino dem Wesen einer antiken Villa näher als irgendein anderer Architekt des 16. Jh.

Santi, RaffaelloRaffael

Santin-Aichel, Giovanni
(eigentl. Giovanni Santini, 1667-1723). Der bedeutendste Architekt in Böhmen neben Chrisoph Dientzenhofer und Dientzenhofer, Kilian Ignatz. Anders jedoch als diese hat Santin-Aichel sich zwar mit Borromini u. Fischer von Erlach, Johann Bernhard auseinandergesetzt, aber weder mit der Guarineske noch dem Wandpfeilerprinzip und Baldachinprinzip. Seine Sakralbauten sind wie die Fischers von Erlach hypäthrale Räume (Hypäthralraum). Santin-Aichel, Enkel eines im 17. Jh. in Prag eingewanderten italienischen Steinmetzen, war der Klosterarchitekt der böhmisch-mährischen Provinz. In Prag hat er nur einige Profanbauten - so den Czernin-Morzin-Palast (Czernin-Palast) und den Thun-Hohenstein-Palais - aber keinen einzigen Sakralbau hinterlassen. Sein Hauptthema waren Kloster- und Wallfahtskirchen (Maria Teinitz, Kiritein, Raigern) und Gnadenkapellen (Mlatz, Saar/Zdar). Zusammen mit dem ebenfalls eingedeutschten Octavian Broggio war er der eigentliche Schöpfer des böhmischen Volksbarocks, der sich vom ländlichen Barock Österreichs vor allem durch die vorromantisch-gotisierende Komponente unterscheidet. Santin-Aichel erneuerte eine Anzahl der von den Hussiten zerstörten mittelalterlichen Klosterkirchen samt der Ausstattung in gotisierenden Formen (Sedletz, Seelau, Kladrau). Seine originellsten Schöpfungen sind das im Windmühlentypus angelegte Jagdschloss Karlskrone Chlumec in Clumec a.d. Cidlina und die sternförmige Gnadenkapelle auf dem Grünen Berg bei Saar/Zdar, die auf eine geistvoll-paradoxe Weise Zentralbauten Fischers von Erlach variiren. Der Hauptraum steht in einer Raumfolie von abwechselnd dunklen und einverleibten und hellen und ausgeschiedenen Kapellen, während der Aussenbau mit seinen atektonisch geknickten und kulissenartig windschief verlaufenden Wänden und den asym. ansteigenden oder hängenden Dächern Architekturvisionen des Expressionismus vorwegnimmt.

Santini, GiovanniSantin-Aichel, Giovanni

Sarapis
Ägyptischer Hauptgott, dem römischer Jupiter vergleichbar.

SaturnKronos

SaturniusKronos

Saturnus
Lat. Bezeichnung des griechischen Kronos, Vater des Zeus. Gott der Saat und der Ernte.

Satyr
Söhne des Hermes (Merkur) und der Najaden, der Nymphen der Quellen, Flüsse und Seen. Dämonen der freien Natur, die allgemein als Personifizierung der Fruchtbarkeit gelten. Der Satyrn-Kult steht in enger Verbindung mit der Verehrung des Dionysos (Bacchus). Die Begleiter des Dionysos sind Wesen, halb Mensch, halb Tier, die mit Bocksfüssen, Hörnern, spitzen Ohren und Schwänzchen. Vereinzelt werden sie mit einem Krug oder einem Thyrsos sowie beim Flötenspiel dargestellt.

SatyrnSatyr