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22 Person(en) gefunden.

Talman, William
(1650-1719). Einer der hervorragendsten Architekten zur Zeit von Wren, Sir Christopher; war der führende Landschaftsarchitekt, bis er von Vanbrugh, Sir John übertroffen wurde. Über seine Person ist nur wenig bekannt, er scheint ein schwieriger und streitsüchtiger Mensch gewesen zu sein. Seine Landhäuser sind in England die grosszügigsten Bauten seiner Zeit und bringen einen Mischstil des französischen und des italienischen Barock zur Entfaltung. Talman übte grossen Einfluss aus, z.B. durch die Anwendung von Kolossalpilastern mit Architrav und Fries zur Rahmung der Fassaden, wobei das Kranzgesims das einzige durchlaufende Element ist. Thoresby Hall (1683-85, zerstört), die Ostfront von Chatsworth House (1687-96), Dyrham Park (1698-1700) und die neue Front in Drayton House (ca. 1701), alles Landhäuser, waren seine Hauptwerke. Er schuf auch die Staatsräume in Burghley House Stamford (ca. 1685). 1689 folgte er May, Hugh als Revisor im königlichen Bauamt, wo er Wren, Sir Christopher unterstand. Ausserdem überarbeitete er wahrscheinlich auch den Entwurf von Wren, Sir Christopher für Hampton Court während der Bauausführung.

Taranis
Keltischer Himmelsgott.

Tatti, J.Sansovino, Jacopo

Taylor, Sir Robert
(1714-88). Sohn eines Bauunternehmers, lernte bei Cheere als Bildhauer und besuchte um 1743 Rom. Er war schnell bekannt, erhielt bereits 1744 vom Parlament den Auftrag, das Denkmal für Captain Cornwall in der Westminster Abbey zu entwerfen und auszuführen, wandte sich aber bald der Architektur zu. Aufgrund seines Fleisses und seiner Geschäftstüchtigkeit gelang es ihm in kurzer Zeit, ein sehr erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Von Taylor und Paine, James wurde gesagt, sie hätten sich um 1750 fast sämtliche Bauaufträge untereinander geteilt. Taylor war ein konservativer und nicht besonders schöpferischer, aber überaus fachkundiger Architekt, der die neopalladianische Tradition von Burlington und Kent, William ohne Neuerungen weiterführte. Die Mehrzahl seiner Werke wurde zerstört, auch seine letzte und bei weitem eigenständigste Arbeit, das Reduced Annuities Office in der Bank von England. Bei dieser Halle, die von oben Licht erhielt durch ein kreisförmiges Fenstergeschoss, das von Segmentbögen getragen wurde, nahm Taylor den Stil von Soane, Sir John vorweg. Asgill House in Richmond (1758-67) und Stone Building Lincoln`s Inn in London (beg. 1775), sind von seinen erhaltenen Werken die besten. Als er 1782-83 das Amt des Sheriffs von London (ein höherer Verwaltungsposten) übernahm, wurde er zum Ritter geschlagen. Den Grossteil seines Vermögens hinterliess Talyor dem Taylorian Institute in Oxford zur Förderung der modernen Sprachen.

Temanza, Tommaso
(1705-89). Der sensibelste der neupalladianischen (Palladianismus) Architekten Venedigs. Sein Hauptwerk ist die kleine Magdalenenkirche in Venedig (um 1760), deren Innenraum frei nach der Kapelle von Palladio, Andrea in der Villa Maser gestaltet ist. Temanza schrieb "le vite del piu celebri architetti e scultori veneziani" (1778).

Theseus
Sohn des Aigeus und der Aithra; oder des Poseidon (Neptun) und der Aithra. Mythischer Heros aus Athen, der den Minotaurus bezwingt. Theseus ist der attische Heros schlechthin; ihm zu Ehren fanden in Athen einmal jährlich die Theseia statt. In kurzem Gewand, mit Schuhen, gelegentlich behelmt - Theseus hat keine besonderen Attribute, aber manchmal eine Keule in der Hand, ähnlich der des Herakles (Herkules). In der Regel wird er im Kampf gegen den Minotaurus wiedergegeben.

Thomon, Thomas de
(1754-1813). Führender Architekt des Klassizismus in Russland. Geb. in Nancy, studierte wahrscheinlich unter Ledoux, Claude-Nicolas in Paris und schloss seine eigene Ausbildung um 1785 in Rom ab. 1789 folgte er dem Comte D`Artois ins Exil nach Wien und fand in Prinz Esterhazy einen Gönner. Von Wien aus ging er nach Russland. Seine Entwürfe für die Kathedrale von Kasan wurden zurückgewiesen (1799), doch wurde er 1802 zum Hofarchitekten Alexander I. in St. Petersburg ernannt und erhielt unmittelbar danach bedeutende Aufträge. So schuf er das grosse Theater (1802-05, zerstört) und die Börse (1801-04 entworfen, 1805-16 erbaut), einen toskanisch-dorischen Tempel mit Blendgiebeln, grossen segmentförmigen Lünetten und columnis rostratis an den Seiten. Die klassizistische Börse ist zweifellos sein Hauptwerk, durch die Strenge und Entschiedenheit ihres Stils wirkt sie so fortschrittlich wie nur irgendein in jener Zeit in Paris entstandener Bau. 1806-10 errichtete er für Zar Paul I. im Park von Pawlosk ein dorisches Mausoleum. Thomon veröffentlichte "Recueil de plans et facades des principaux monuments construits a St. Petersbourg" (1808, Neudruck in Paris 1819 mit verbessertem Titel).

Thornton, William
(1759-1828). War ein englischer Arzt, der von den Westindischen Inseln nach den USA auswanderte und 1788 die amerikanische Staatsbürgerschaft erlangte. 1789 entwarf er den Bau der Philadelphia Library Company, 1793 gewann er den Wettbewerb für das Capitol Washington; die Ausführung seiner Pläne wurde allerdings seinem Konkurrenten Stephen Hallet übertragen. Noch im selben Jahr legte George Washington den Grundstein. Hallet modifizierte Thorntons Entwürfe, 1795 folgte ihm Hoban, James der weitere Veränderungen vorschlug und 1798 entlassen wurde. Aber um 1800 war der Nordflügel, der für den Senat bestimmt war, im wesentlichen nach Thornton`s Plan fertiggestellt. 1803 übernahm Latrobe, Benjamin den Bau und vollendete den Südflügel bis 1807. Er hatte auch die Bauaufsicht über den Wiederaufbau des Kapitols, nachdem es von britischen Truppen 1814 geplündert und in Brand gesteckt worden war. Latrobe, Benjamin folgte Thorntons Entwurf beim Aussenbau, jedoch nicht im Innern. 1827 erstellte Bulfinch den Verbindungsbau zwischen den beiden Flügeln, und auch er folgte dem ursprünglichen Entwurf (Die Kuppel und weitere Anbauten von T. U. Walter 1857 bis 1863 angefügt). Thornton entwarf auch das Octagon House (1800) und den Tudor Place (1815), beide in Washington.

Thorpe, John
(ca. 1565-1655). Unbedeutender Angestellter im königlichen Bauamt; später ein erfolgreicher Landvermesser, aber nicht, wie manchmal behauptet wird, der Architekt von Longleat House, Kirby Hall, Wollaton, Audley End u.a. zur Regierungszeit Elizabeths I. und Jakobs I. entstandenen Häuser. Die Grundrisse und Aufrisse dieser und vieler anderer elizabethanischer Bauwerke sind jedoch in einem Zeichenwerk von seiner Hand enthalten, das sich heute im Soane, Sir John Museum in London befindet.

Thumb, Christian
(1683-1726). Er arbeitete zusammen mit Thumb, Michael auf dem Schönenberg und in Obermarchtal, wo er nach Michaels Tod (1690) den Bau weiterführte. Sein Meisterwerk ist die Schlosskirche Friedrichshafen (1695-1701), und wahrscheinlich arbeitete er zusammen mit Andreas Schreck (tätig um 1716) an der Abteikirche von Weingarten.

Thumb, Michael
(gest. 1690). Er wurde in Bezau im Bregenzerwald geboren und ist einer der Begründer der Vorarlberger Bauschule, der neben den Thumbs auch die Familien der Mosbrugger und Beer angehörten. Michael Thombs Wallfahrtskirche auf dem Schönenbergbei Ellwangen (beg. 1682) ist ein Muster für das Vorarlberger Münsterschema: eine Hallenkirche, deren Strebepfeiler nach innen gezogen und mit Pilastern verblendet sind: diese bilden dann Seitenkapellen, die gewöhnlich durch darüberliegende Emporen überbrückt werden. Diesen Typus führte er auch in der Kirche des Prämonstratenserklosters Obermarchtal (1686-92) aus. Beide Kirchen sind in ihrer einfachen Würde bemerkenswert.

Thumb, Peter
(1681-1766). Der Sohn von Thumb, Michael arbeitete seit 1704 für Franz Beer und heiratete dessen Tochter. Später nahm er eine einflussreiche Stellung in Konstanz ein. Als Architekt verfeinerte er den Stil seines Vaters und erzielte so bei seine besten Interierus eine wunderbar einheitliche, leichte und strahlende Wirkung im Stil des Rokoko. Im Jahre 1738 baute er die Bibliothek des Klosters St. Peter im Schwarzwald, wobei er auch hier mit Erfolg das Vorarlberger Münsterschema anwandte. Sein Meisterwerk ist die Wallfahrtskapelle Neubirnau am Bodensee (1746-58), wo auch Feuchtmayer an den Dekorationen mitarbeitete. Elf Jahre arbeitete er für das Benediktinerkloster St. Gallen (1748-58), doch lässt sich sein Beitrag zur Klosterkirche nicht genau bestimmen. Er war wohl in erster Linie für die grosse Mittelrotunde verantwortlich, und wahrscheinlich beeinflusste er auch den Entwurf der zweitürmigen Ostfassade, die Johann Michael Beer 1771-78 baute. Die Klosterbibliothek von St. Gallen (1758-67) entwarf er nach demselben Muster wie die von St. Peter im Schwarzwald.

Tietz, Adam FerdinandDietz, Adam Ferdinand

Toledo, Juan Bautista de
(gest. 1567). Philosoph, Mathematiker und Baumeister, verbrachte viele Jahre in Italien und war kurz vor 1559 Architekt des spanischen Vizekönigs in Neapel. 1562 wurde er zum Baumeister des Escorial berufen, entwarf den Grundriss für die Gesamtanlage, errichtete aber nur die grosse strenge Südfassade und den zweigeschossigen Evangelistenhof nach dem Vorbild von Sangallos Farnese-Palazzo Roma.

Tome, Narciso
(tätig von 1715-42). Arbeitete zuerst mit seinem Vater und seinen Brüdern als Bildhauer an der Fassade der Universität in Valladolid (1715). Der Trasparente hinter dem Altar der Kathedrale von Toledo (1721-32) ist im Hinblick auf den Raumillusionismus eine einzigartige, überschwängglich barocke Komposition. Sie übertrifft alles, was ital. Barockarchitekten je erfunden haben und ist sogar für Spanien aussergewöhnlich.

Tommassini, Tommasso
Italienischer Architekt aus Mailand. Baute von 1697-1703 die Vorburg von Anholt I um.

Tori, AngeloBronzino, Angelo

Torralva, Diogo de
(1500-66). Der führende portugiesische Architekt der Renaissance, arbeitete zuerst wie sein Schwiegervater Arruda im reichen Emanuelstil, den er aber zugunsten eines einfacheren, strengeren und mehr an der italienischen Renaissance orientierten Stils aufgab. Sein Hauptwerk ist der Kreuzgang des Klosters Cristo in Tomar (1557). Das obere Stockwerk zeigt eine offene Arkade mit dem Palladiomotiv. Torralva entwarf die Apsis für die Hieronymiten-Kirche in Belem (1540-51). Verschiedene andere Bauwerke ihm zugeschrieben, vor allem die oktogonale Kirche des Dominikanerinnen-Klosters in Elvas (1543-57).

Trezzini, Domenico
(Andrej-Petrowitsch Trezzini, 1670-1734). Der erste westeuropäische Architekt im Dienst Peters d. Gr. in Russland, ital.-schweizer. Herkunft. Er wird erstmals 1700 erwähnt, als er am Schloss Friedrichs IV. in Kopenhagen arbeitete. 1703 erhielt er von Peter d. Gr. das Angebot, Architekt für die neue russische Hauptstadt St. Petersburg zu werden. Seine Hauptaufgabe war der Entwurf kleiner Holzhäuser; er schuf aber auch den Sommerpalast Peters d. Gr. (Sommerschloss Peter I., 1711-14, unter Mitarbeit von Schlüter, Andreas vollendet}), den er in einem überwiegend holländisch beeinflussten Stil ausführte, und die schwerfällige holländisch-barocke Peter-Pauls-Kathedrale (1714-25). Sein Haupwerk waren zwölf pavillonähnliche Gebäude, auf Terrassen angelegt, die sich durch Pilaster in Kolossalordnungen und hohe Walmdächer auszeichnen. Sie waren zur Aufnahme der Ministerien bestimmt (1722-32, später verändert).

Tritonen und Nereiden
Die Tritonen sind Nachkommen des Triton, Sohn des Poseidon (Neptun) und der Amphitrite; die Nereiden sind Töchter des Nereus und der Doris sowie Enkelinnen des Okeanos. Als Meeresgottheiten vermögen die Tritonen durch den Klang des Muschlhorns die Meereswogen aufzutürmen oder zu glätten; die Nereiden beschützen als Meernymphen die Seefahrer. Die Nereiden wurden vor allem in griechischen Küstenstädten verehrt. Tritonen und Nereiden sind Teil des Gefolges Poseidons (Neptuns) und werden meist mit einem menschlichen Oberkörper und einem Fischschwanz, manchmal Meerestiere reitend, dargestellt.

Trojanisches Pferd
Das hölzerne Riesenpferd wird auf Geheiss des Odysseus von Epeios, einem der griechischen Heerführer, mit Unterstützung der Athene (Minerva) erbaut; der Bau des Pferdes leitet das Ende Trojas ein. Auf Darstellungen wird das trojanische Pferd entwendet im Bau, beim Einzug in die Stadt oder auch in dem Augenblick gezeigt, in dem die Griechen aus seinem Bauch klettern.

Trost, Johann Ludwig
Barockzeitlicher Baumeister, schuf das Gymnasium am Aegidienplatz in Nürnberg und das Schloss Grossgründlach III.