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25 Person(en) gefunden.

Wahlig, Georg der
Gen. der Wahlig. Baumeister aus Schlesien. Wirkte an Lähn I mit.

Wailly, Charles de
(1730-98). Wichtiger Architekt des Louis-seize (Rokoko), studierte unter Blondel, Servandoni sowie an der französichen Akademie in Rom (1754-56). Seine Möglichkeiten reichten von der leicht theatralischen Üppigkeit seiner Innenraumgestaltung (Salon des Spinola-Palazzo in Genua 1772-73) bis zur ersten Strenge seines berühmtesten Bauwerks, das Odeon in Paris (1779-85), das er in Zusammenarbeit mit Marie-Joseph Peyre (1730-85) entwarf. Zweimal fiel es einem Feuer zum Opfer, wurde aber beide Male mit nur wenigen Änderungen wiederaufgebaut (1807 und 1818). De Waillys spätere Arbeiten zeichnen sich duech noch grössere Strenge aus, wie das Schloss Montmusard bei Dijon, das Schloss von Rocquencourt (1781-86) und verschiedene Privathäuser in Paris.

Walpole, Horace
(1717-97). Architekt der Neugotik in Grossbritannien.

Ware, Isaac
(gest. 1766). Protege von Lord Burlington und eifriger Anhänger des Palladianismus. Seine Bauten, z.B. Chesterfield House und Wrotham Park (um 1754) sind kenntnisreich gestaltet, aber keineswegs genial. Wares "Complete Body of Architecture" (1756) übte grossen Einfluss aus und wurde zu einem architektionischen Leitfaden.

Wass, HansGuas, Juan

Webb, John
(1611-72). Schüler und angeheirateter Neffe von Jones, Inigo, dessen rechte Hand er seit den 30er Jahren des 17. Jh., z.B. in Wilton, gewesen zu sein scheint. Bei Jones, Inigo erwarb er seine technischen Fähigkeiten und sein fachliches Können. Es fehlte ihm jedoch an Phantasie und Originalität. Die von ihm selbständig errichteten Bauwerke, von denen ein Grossteil zerstört ist, entstanden nach dem Tode von Jones. Lampert Hall (1654-57), der Portikus und einige Innenräume in The Vyne (1654-57) nahe Basingstoke und das King Charles Building im Greenwich Hospital, London (1662-69) sind die besten unter den erhaltenen Werken.

Weinbrenner, Friedrich
(1766-1826). Geboren in Karlsruhe, besuchte Berlin (1790) und Rom (1792). Seine Hauptleistung besteht in der Umgestaltung von Karlsruhe in eine klassizistische Stadt; sie wirkt wie eine verkleinerte Version von St. Petersburg. Der marktplatz (1804-24) mit seinen ausgewogenen, aber keineswegs uniformen Bauwerken und seiner Pyramide in der Mitte und der Rondellplatz (1805-13) mit dem Markgräfliches Palais sind Meisterwerke der klassizistischen Städteplanung. Weinbrenner schuf hier auch eine schöne Kuppelkirche in Anlehnung an das Pantheon, die katholische Stadtpfarrkirche St. Stephan.

Welsch, Maximilian von
(1671-1745). Geboren in Kronach, seit 1695 in kaiserlichem Militärdienst als Ingenieur und Festungsbaumeister, ab 1704 im Dienst Fürstbischofs Lothar Franz von Schönborn in Mainz. Als kurmainzischer und bambergischer Baudirektor beteiligt an den Schlossbauten von Pommersfelden II (von 1711 zusammen mit Dientzenhofer, Johann, Würzburg I (in der 1. Bauperidode 1720-23 neben Hildebrandt, Johann Lukas von) und Bruchsal II, für das er seit 1720 zahlreiche Entwürfe für die Gesamtdisposition und Grundrissgestaltung lieferte. 1728 von Neumann, Johann Balthasar aus der Bauleitung in Bruchsal verdrängt, 1729 auch als bambergischer Oberbaudirektor von diesem abgelöst. Seine Pläne für eine barocke Doppelturmfassade des Würzburger Doms, für die Hofkirche in Würzburg und für Vierzehnheiligen wurden nie ausgeführt, sein Entwurf für die Schönbornkapelle am Würzburger Dom wurde von Neumann, Johann Balthasar modifiziert übernommen. Sein letzter Bau war die Abteikirche in Amorbach (beg. 1742), die erst nach Welschs Tod 1747 vollendet wurde. Ausserdem war Welsch als Festungsbaumeister (Drusenheim im Elsass, Rosenberg Kronach, Forchheim Krs. Forchheim I und Mainz IV, 1706-15) und als Gartenarchitekt tätig : Weissenstein Pommersfelden, Gaibach II, Fulda I, Usingen I und Göllersdorf in Niederösterreich.

Weyhe, Maximilian Friedrich
*1775, +1846. Niederrheinischer Gartenbaumeister. Maximilian Friedrich Weyhe stammt aus einer alten Gärtnerfamilie. Sein Vater, Josef Clemens Weyhe, wirkte als Hofgärtner des Kurfürsten Clemens August von Köln in Poppelsdorf (Clemensruhe), zuletzt war er als Lustgärtner im Schlosspark Augustusburg Brühl tätig. Bei ihm lernte sein Vetter, der spätere Generaldirektor der Königlichen Gärten in Berlin, Peter Josef Lenné (Sohn), während der Sohn Weyhes, Maximilian Friedrich, bei seinem Schwager, der Kurfürstlichen Hofgärtner Peter Josef Lenné (Vater) in Brühl von 1789-92 das Handwerk des Gärtners erlernte und umfassende Kenntnisse über die Gartenkunst erwarb. Maximilian Friedrich Weyhe wurde 1803 von Staatsrat G. Arnold Jacobi nach Düsseldorf gerufen. Am 28. August 1806 schloss die Regierung mit Weyhe einen „Entreprise-Contract“ für die Pflege des vorhandenen Hofgartens ab. Seine Tätigkeit in Kalkum ab 1807 fällt mit der Umgestaltung des von Pigage, Nicolas de begründeten Hofgartens zwischen Schloss Jägerhof Pempelfort und Hofgartenstrasse und mit der Planung und Ausführung der Landskronenumgebung (1809-12) zusammen. Während dieser Zeit war Weyhe zugleich in Kalkum tätig und schuf den Englischen Garten des Kalkumer Schlossparkes. Im Stadtplan von Düsseldorf von Guffroi und Breitenstein aus dem Jahre 1809 ist zum Teil der von Weyhe entworfene Hofgarten um Landskrone und Ananasberg dargestellt. Dies mag deutlich machen, dass Weyhe zur gleichen Zeit, als er den Plan für den Englischen Garten in Kalkum schuf, in grosszügigen Pflanzenkulissen und Wiesenräumen, gesteigert durch eine ausgewogene Bodenmodellierung, dachte und baute. Leider fehlt bis heute eine Lebensbeschreibung über diesen grossen Landschaftsgärtner, der nicht nur Düsseldorf wesentlich prägte und den Schlosspark in Kalkum schuf, sondern auch in Aachen auf dem Karlsberg, im Schlosspark Benrath III, in Haus Meer II, Meererbusch, Greiffenhorstpark in Krefeld und neben anderen auch die Gartenanlagen von Anholt I zusammen mit Milner, E.. Weyhe starb mit 71 Jahren. Sein Grab befindet sich auf dem alten Golzheimer Friedhof in Düsseldorf. Das Grab seiner Mutter, Johanna Gertrud Weyhe, wurde auf dem Benrather Friedhof wieder aufgefunden. Stein ältester Sohn, Joseph Clemens, übernahm nach dem Tode des Vaters die Arbeiten in Düsseldorf und Kalkum.

Wiegand, Theodor
Am 30.10.1864 in Bendorf am Rhein geboren. Mit der Organisation der grossangelegten Ausgrabungen in Priene (1895-99) erwarb er sich einen guten Ruf und wurde 1899 zum Direktor des neu gegründeten Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in Konstantinopel ernannt. Zwischen 1899 und 1911 leitete Wiegand die Ausgrabungen in Milet, Didyma und auf Samos. 1911 wurde er Direktor der Antikenabteilung der Berliner Museen. 1916-18 war Wiegand Generalinspekteur der Altertümer in Syrien, Palästina und Westarabien im Auftrag der türkischen Regierung. 1924 setzte er die Wiederaufnahme der Ausgrabungen in Didyma durch. 1927 führte er auch die Forschungen in Pergamon fort. Seiner Tatkraft ist auch der 1930 zur Hundertjahrfeier der Berliner Museen geweihte Neubau des Pergamonmuseums zu danken. Von 1932 bis 1936 war Wiegand Präsident des Deutschen Archäoligischen Instituts (DAI). Er starb am 19.12.1936.

Wilkins, William
(1778-1839). Sohn eines in Norwich ansässigen Architekten, besuchte das Caius College in Cambridge. Wilkins bereiste Griechenland, Kleinasien und Italien (1801-0) und veröffentlichte nach seiner Rückkehr das Buch "Antiquities of Magna Graecia". Er wurde mit seinen Entwürfen für das Downing Collage in Cambridge (beg. 1806), das Haileyburg College (1806-09) und das tempelhafte Landschloss Grange Park (1809) mit einem Peristyl wie das Theseion in Athen und anderen ziemlich pedantisch übernommenen Motiven d

William of Ramsey
(gest. 1349). Mitglied einer Familie von Baumeistern, die seit etwa 1300 in Norwich und London tätig waren. William of Ramsey tritt zum ersten Mal 1325 beim Bau der St. Stephen`s Chapel für den Westminster Palace (Michael of Canterbury) als Steinmetz in Erscheinung. 1332 wurde er Baumeister an der St. Paul´s Cathedral, er schuf dort das Kapitelhaus und den Kreuzgang. 1336 wurde er zum Baumeister der königlichen Schlösser und Burgen südlich des Flusses Trent ernannt und war so u.a. für den Westminster Palace und die St. Stephen`s Chapel zuständig. 1337 bat man William, sein "sanum consilium" über die Kathedrale von Lichfield abzugeben. In den frühen 30er Jahren war er wahrscheinlich auch Baumeister der Kathedrale von Norwich: ein William of Ramsey übernahm von John of Ramsey (wahrscheinlich sein Vater), der schon 1304 Baumeister der Kathedrale war, den Bau des Kreuzgangs. William war sicherlich ein bedeutender Mann. Nach alten Illustrationen und nach den erhaltenen Fragmenten des Kapitelhauses der St. Paul`s Cathedral zu schliessen, war er der Initiator des Perpendikularstils oder schuf zumindest im Jahrzehnt vor 1330 aus den in London, und zwar besonders an der St. Stephen`s Chapel, entwickelten Elementen einen eigenen Stil.

William of Wynford
(gest. ca. 1405-10). Wurde 1365 zum Baumeister der Kathedrale von Wells ernannt; zuvor hatte er am Windsor Castle gearbeitet, wo der spätere Bischof William von Wykeham Vorstand der königlichen Bauverwaltung war. William of Wynford blieb im königlichen Dienst und erhielt 1372 ein Leibrente. Er war auch weiterhin William of Wykehams Protege und arbeitete für ihn am Winchester College und seit 1394 an der Kathedrale von Winchester, wo er wahrscheinlich das neue Mittelschiff und die Westfassade entwarf. Auch der Bau des New College in Oxford wird ihm zugeschrieben. William of Wynford war augenscheinlich ein hochgeschätzter Mann; denn er hatte die Ehre, im Winchester College und im Chorherrenstift an der Tafel des William of Wykeham zu sitzen. Verschiedene Male trat er, zweifelsohne um Gutachten abzugeben, zusammen mit Yevele, Henry in Erscheinung.

Winckelmann, Johann Joachim
Am 9.12.1717 in Stendal als Sohn eines armen Flickschusters geboren. Schon früh fiel die ungewöhnliche Begabung des jungen Winckelmann auf. Er lernte in mehreren Schulen, zuletzt in einem Berliner Gymansium, Latein und Griechisch. Anschliessend studierte er in Halle evang. Theologie und in Jena Naturwissenschaften und Philologie. Pfarrer zu werden, reizte ihn wenig. So schlug er sich kümmerlich als Hauslehrer durch, bis er eine Anstellung als Konrektor der Lateinschule zu Seehausen in der Nähe von Stendal erhielt. 1748 wurde Winckelmann Bibliothekar des Grafen Bünau in Nöthnitz bei Dresden. Mit dem Grafen verfasste er eine Geschichte des Deutschen Reiches; das Manuskript ging im Siebenjährigen Krieg verloren. In Dresden lernte Winckelmann den päpstlichen Nuntius Graf Archinto kennen. Archinto versprach ihm eine Stellung in Rom, wenn er bereit wäre, zum katholischen Glauben überzutreten. 1754 konventierte Winckelmann und begann zugleich ein Studium der Kunstgeschichte. Schon seine erste Veröffentlichung "Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerey und Bildhauerkunst" fand starke Beachtung. 1755 ging Winckelmann mit einem königlichen Stipendium nach Rom. 1757 trat er die versprochene Stelle als Bibliothekar bei Archinto an. 1758 wurde er Kustos der Antikensammlung des Kardinals Albani. Noch im selben Jahrreiste Winckelmann nach Neapel, um die Ausgrabungen von Herculaneum und Pompeji zu besichtigen. 1762 brachte er über Herculaneum und die Schriftrollen der Villa der Papyri (Papiri-Villa) die ersten archäologischen Publikationen überhaupt heraus. 1763 avancierte Winckelmann zum Präsidenten der Altertümer und Scriptor der Vatikanischen Bibliothek. 1764 veröffentlichte er sein Hauptwerk "Geschichte der Kunst des Altertums". Seine Fähigkeit, antike Kunstwerke zu interpretieren und sie zugleich in den geschichtlichen Zusammenhang einzuordnen, machte ihn zum Begründer der modernen vergleichenden Kunstgeschichte. Die griechische Kunst, deren Wesen er als "edle Einfalt und stille Grösse" erfasste, stellte Winckelmann weit über die römische Kunst und bestimmte damit das Schönheitsideal der deutschen Klassik ("Die reinsten Quellen der Kunst... suchen heisst, nach Athen reisen"). Winckelmann hat jedoch niemals griechischen Boden betreten. Seine Arbeiten wurden ins Englische, Französische und Italienische übersetzt. Winckelmann wurde Mitglied zahlreicher Gesellschaften, so der Accademia di San Luca in Rom, der Society of Antiquity in London und der Göttinger Societät der Wissenschaften. Friedrich II. von Preussen versuchte, ihn nach Berlin zu holen. Aber Winckelmann blieb in Rom. Am 8.6.1768 fiel Winckelmann in Triest einem mysteriösen Mordanschlag zum Opfer. Er war auf der Rückreise von Wien, wo ihn Kaiserin Maria Theresia in Privataudienz empfangen und ihm mehrere wertvolle Münzen geschenkt hatten, in Triest in einem kleinen Hotel abgestiegen. Möglicherweise hatte es der Täter auf diese Münze abgesehen. Noch kurz vor seinem tragischen Tod hatte Winckelmann geplant, nach Griechenland zu reisen und Olympia auszugraben.

Winckler, Hugo
Am 4.7.1863 in Gräfenhainichen (Sachsen) geboren. 1904 erhielt er den Lehrstuhl für altorientalische Sprachen an der Berliner Universität. Winckler übersetzte die Amarnabriefe und den Codex Hammurabi. In den Jahren 1906, 1907, 1911, 1912 führte er gemeinsam mit Theodor Macridi Ausgrabungen in Bogazköy (Türkei) durch und identifizierte 1907 die Ruinenstätte mit der Hethiterhauptstadt Hattussas (Hattussa I). Unter den zahlreichen Schrifttafeln, die er in Bogazköy entdeckte, befand sich eine Ausfertigung des Vertrages, den der ägyptische Pharao Rames II. mit Hattusilis, Grosskönig der Hethiter, 1270 v. Chr. geschlossen hatte. Tontafeltexte in hethitischer Sprache begründeten einen neuen Wissenschaftszweig, die Hethitologie. Winckler starb am 19.4.1913 in Berlin.

Winde, William
(gest. 1722). Geboren in Holland, Sohn eines Engländers, der als Royalist von den Puritanern verbannt worden war. Um 1680, als Winde im mittleren Alter stand, ergriff er den Architektenberuf und wurde zusammen mit Pratt, Sir Roger und May, Hugh einer der führenden Architekten der englisch-holländischen Schule. Das von ihm erbaute Old Buckingham House in London (1705, zerstört) übte mit seinem Attikageschoss, vorgelagerten Gebäuden und viertelkreisförmigen Kolonnaden grossen Einfluss aus. Von Windes Bauwerken hat sich keines erhalten.

Wolff, Jakob d.Ä.
(ca. 1546-1612). Stammte aus Bamberg, seit 1596 Stadtbaumeister von Nürnberg. Sein bemerkenswertestes Werk war das "überherrliche" Haus, das er und Peter Carl für Martin Peller in Nürnberg errichteten (1602-07, im 2. Weltkrieg erheblich beschädigt, jedoch teilweise wieder aufgebaut). Martin Peller war Konsul in Venedig gewesen; so kam es im Pellerhaus (Pellerschloss) zu einem seltenen Kompromiss zwischen dem venezianischen und deutschen Formempfinden: der dreigeschossige Bau mit schwerer Rustizierung wi

Wolff, Jakob d.J.
1572-1620. Städtischer Baumeister in Nürnberg in der Renaissancezeit. Sohn von Wolff, Jakob d.Ä.. Zu seinen Werken zählt u.a. das Baumeisterhaus in Nürnberg.

Wolmut, Bonifaz
(gest. 1579 in Prag). Baumeister aus Überlingen am Bodensee, seit 1547 Bürger in Wien, 1571 in Prag, dort jedoch schon seit spätestens 1554 tätig, seit 1559 als kaiserlicher Baumeister. In Wien baute er städtische Befestigungen (Wien II) und wirkte mit am Schweizerhof der Burg (Hofburg Wien II); seine Bauten in Prag sind: Belvedere Prag (Obergeschoss) 1555/63; St. Veit, Orgelchor 1557/61 und Turmhelm 1560/63; Ballspielhaus (Hradschin Prag) 1567/69; Mitwirkung am Schloss Stern Prag 1555/56; Erzbischöfliches Palais (Prag II) 1562, nachgotische Rippenkuppel der Karlshofer Kirche 1575. Wolmut beherrschte nicht nur den spätgotischen Wölbungsbau, sondern auch die neue Formenwelt der Renaissance und zwar nicht den mit Frührenaissanceelementen gesättigten Übergangsstil der deutschen Renaissance, sondern als einziger Architekt seiner Generation bereits den monumentalen und strengen Stil der klassischen Phase in Italien.

Woolley, Sir Charles Leonard
Am 17.4.1880 als Sohn eines Geistlichen in London geboren. Er studierte am St. John`s College in Teatherhead und am New College in Oxford Archäologie. Danach war er zwei Jahre Assistent am Oxforder Ashmolean Museum. Von 1907 an nahm er an mehreren Ausgrabungen in England (Cortbridge), Italien, auf der Sinai-Halbinsel und in Nubien teil. 1911 ging er in die Türkei und arbeitete dort für das Britische Museum in Karkemisch, einer späthethitischen Metropole. Im Ersten Weltkrieg war Woolley für die Military Intelligence, den britischen Nachrichtendienst, tätig und geriet 1916 in türkische Gefangenschaft, aus der er erst 1918 freikam. 1919 setzte er seine Ausgrabungen in Karkemisch fort. Nach einem kürzeren Aufenthalt in Tell-El Amarna übernahm Woolley 1922 die Leitung der Ausgrabungsarbeiten am Tell el-Muqajjar (Tell Muqajjar I) im südlichen Mesopotamien (Irak), wobei er in zwölfjähriger Arbeit die 5000 Jahre alte Stadt Ur, die Hauptstadt des Sumererreiches, zutage förderte. Die Aufdeckung der Königsgräber von Ur war eine archäologische Sensation: In den Grabkammern fand Woolley nicht nur die sterblichen Überreste der Könige und Königinnen, sondern auch Skelette von Dienerinnen, Soldaten, Höflingen, Musikanten, Wagenlenkern auf kostbar geschmückten Karren; sie alle waren dem Verstorbenen in den Tod gefolgt. Grossartige Funde wie der Perückenschmuck einer sumerischen Königin und die "Mosaikstandarte von Ur" erweiterten die Kenntnis von der babylonischen Vorgeschichte. 1937-39 grub Woolley am Tell Acana I bei Antiochia, der alten Königsresidenz Alalah. Im Zeiten Weltkrieg war er als archäologischer Berater beim Stab (militärischer Stab der allierten Armeen in Italien für den Schutz historischer Denkmäler in den Kriegsgebieten verantwortlich. 1946 konnte er seine Arbeiten in Alalah wiederaufnehmen und bis 1949 abschliessen. Woolley starb am 20.12.1960 in London. Seine Grabungen gelten noch heute als ein Musterbeispiel moderner wissenschaftlicher Archäologie. Sein sorgsames, planvolles Vorgehen, die ausgefeilte Grabungstechnik, neuartige Konservierungsmethoden und letzthin auch der Erfolg machten ihn zu einem der bedeutendsten Archäologen des 20. Jh.s.

Woronichin, Andrej Nikiforowitsch
(1759-1814). Einer der führenden Architekten bei der klassizistischen Umgestaltung von St. Petersburg. Geboren als Leibeigener des Grafen A.F. Stroganow, der ihn 1777 zum Studium nach Moskau sandte, eine Studienreise durch Europa unternehmen liess (1784-90) und ihn schliesslich beauftragte, die Staatsgemächer in seinem Palast zu entwerfen. Woronichins Hauptwerke stehen in St. Petersburg, z.B. die Kathedrale der hl. Jungfrau von Kasan (1801-11), von allen Kirchen Russlands am stärksten von römischen Stilelementen und dem Schema katholischer Kirchenbauten inspiriert. Ein weiteres Werk Woronichins ist die Bergbauakademie (1806-11), mit einem zwölfsäuligen Portikus nach dem Vorbild des Poseidontempels von Pästum.

Wren, Sir Christopher
(1632-1723). Der grösste englische Architekt. Sein Vater war Dekan von Windsor, sein Onkel Bischof von Ely, beide waren Stützen der anglikanischen Hochkirche. Wren besuchte die angesehene Westminster School und wurde mit fünfzehn Jahren Prosektor im Anatomischen Institut des College of Surgeons; danach ging er zum Studium nach Oxford. Zu dieser Zeit traten die experimentellen Naturwissenschaften stark in den Vordergrund. In Oxford befand Wren sich in Gesellschaft einer Gruppe hervorragender junger Männer, die später die Royal Society gründeten; er ging vollkommen in naturwissenschaftlichen Studien auf. Evelyn nannte ihn "ein Wunder von einem jungen Mann" und Newton hielt ihn für einen der besten Gelehrten der Geometrie in seiner Zeit. 1657 erhielt Wren einen Ruf als Prof. für Astronomie an der Londoner Universität und 1661 an die Universität in Oxford; zwei Jahre später jedoch nahm seine Laufbahn mit der Berufung in die Kommission zur Restaurierung der St. Paul`s Kathedrale eine andere Wendung. Nach dem grossen Brand in London (1666) wurde er aufgrund des RebuildingAct (1667) als einer der Surveyors und 1669 zum Survevyor General der königlichen Bauverwaltung. Daraufhin gab er seine Professur in Oxford auf. 1673 wurde Wren zum Ritter geschlagen. Zweimal gehörte er dem Parlament an (1685-87 und 1701-02), und trotz seiner Verbindungen zur Partei der Tories überstand er die durch die Whigs entfesselte "glorreiche Revolution" von 1688 ungeschoren; unmittelbar nach der Thronbesteigung Georgs I. 1714 wurde er aber aus seinem Amt entlassen. Wren starb neunzigjährig, nachdem er, wie er selbst schrieb "durch Gottes Gnade ein langes Leben im königlichen Dienste verbracht und einen gewissen Eindruck auf die Welt gemacht hatte". Wäre Wren als Dreissigjähriger gestorben, so wäre er nur in die Geschichte der englischen Wissenschaft eingegangen. Seine ersten Bauten, das Sheldonian Theatre in Oxford (1663-69) und die Pembroke Collage Chapel in Cambridge (1663), sind das Werk eines hervorragender Amateurs; doch schon in der Hängekonstruktion des Daches für das Sheldonian Theatre kommt sein Interesse an der Lösung technischer Bauprobleme zur Entfaltung. 1655-66 verbrachte er 8 oder 9 Monate in Frankreich, und zwar zumeist in Paris, um die französische Baukunst zu studieren; möglicherweise reiste er auch nach Flandern und Holland. In Paris traf er mit Bernini zusammen, doch lernte er mehr von Mansart, Francois und Le Vau, Louis, die er wahrscheinlich kennenlernte und deren Werke er sicherlich studierte. Die französische und die holländische Baukunst sollten seinen Stil überwiegend beeinflussen. Die Feuersbrunst in London (1666) wurde Wrens grosse Chance. Obwohl sein utopischer Plan für den Wiederaufbau zurückgewiesen wurde, fand er einen genügend grossen Wirkungskreis, um jeglichen Einfall seines empirischen Genies beim Wiederaufbau der St. Paul`s Kathedrale und 51 anderer Kirchen zum Ausdruck zu bringen. Besonders die St. Paul`s Kathedrale verrät seine geistige Frische, seine sprudelnde Phantasie und seinen kühnen Empirismus. Es gab bis dahin in England, die Werke von Jones, Inigo ausgenommen, keine Vorbilder für palladianische Kirchenbauten. Wrens Stadtkirchen entstanden zwischen 1670 und 1786, wobei sich 1677 fast dreissig gleichzeitig im Bau befanden. Die Kirchen wurden sehr verschieden und oft höchst individuell gestaltet; so z.B. St. Stephen in Walbrook (1672-87), die die Anlage der St. Paul`s Kathedrale vorwegnimmt, oder St. Peter`s in Cornhill (1677-81), in der Wrens Typ einer zweigeschossigen Kirche mit einer Galerie und gewölbten Mittelschiffen und Seitenschiffen zum ersten Mal angedeutet ist. Dieser Typ wurden dann später in St. Clement Danes (beg. 1680) und St. James`s in Piccadilly (beg.) 1683 zu grösster Vollkommenheit entwickelt. Sein Genie aber zeigt sich am besten in der Gestaltung der Kirchtürme, deren Stil von der Gotik, wie bei St. Dunstan in the East, bis zu borominesken (Borromini) Phantasiegebilden von St. Vedast und St. Bride variiert. Rationaler, stärker an die europäischen Traditionen anknüpfend und verfeinerter im Detail als seine zuweilen ziemlich hastig konzipierten und eher grob ausgeführten Stadtkirchen ist sein Meisterwerk, die St. Pauls-Kathedrale. In England hatte es niemals ein ähnliches Bauwerk gegeben; sie bedeutete einen Triumph intellektuellen Selbstvertrauens. Die eng den klassischen Vorbildern folgende Kuppel, die majestätische, ruhige Würde ausstrahlt, gehört zu den schönsten Kuppelbauten der Welt. In dieser Kathedrale, ihren Türmen, der Hauptfassade und in den illusionistischen Stilmerkmalen, wie der Scheinarchitektur der Fensternischen und das vorgetäuschte obere Geschoss an den äusseren Seitenwänden, das die Widerlager für das Hauptschiff verbirgt, werden jedoch auch die Einflüsse des Barock deutlich. Der Innenraum zeigt einen ostentativ antikisierdenden Charakter, doch lassen sich auch hier zahlreiche barocke Elemente feststellen. Der Bau wurde 1675 begonnen und 1709 fertiggestellt. Wren erlebte also die Vollendung seines Werkes. Wrens Profanbauten reichen von den streng dorisch inspirierten Nutzbauten, wie Chelsea Hospital, bis hin zu dem grossartigsten seiner Werke, dem barocken Greenwich Hospital (1694 ff.), dessen Painted Hall (1698) der schönste Raum dieser Art in England ist. Von seinen grossen und kunstvoll gestalteten Anbauten und Umbauten für Whitehall Palace (Banqueting House), Winchester Palace und Hampton Court Palace hat sich nur von letzterem ein Teil erhalten (der aber wahrscheinlich von seinem Assistenten Talman, William revidiert und abgeändert wurde). Wie fast all seine Bauwerke wurden auch diese grossen Projekte für das königliche Bauamt ausgeführt. Von seinen wenigen Privataufträgen sind vor allem die Bibliothek des Trinity College in Cambridge (1676-84) und Tom Tower von Christ Church in Oxford (1681-82) als Bestes zu nennen. Ausser dem Marlborough House in London (1709-10, später vielfach abgeändert) kann ihm kein Stadthaus und Landhaus mit Sicherheit zugeschrieben werden, obwohl sein Name mit vielen in Verbindung gebracht wird. Hawksmoor war sein einziger bedeutender Schüler, doch übte Wren während seiner Amtszeit im Königlichen Bauamt weitreichenden, tiefen Einfluss aus.

Wulff, Hermann
Wulff ist vermutlich um 1535 in Lemgo geboren, wurde aber erst 1569 Bürger der Stadt. Er hatte bereits ein umfangreiches Werkverzeichnis vorzuweisen, als er 1584 den Bau des Schlosses Brake begann. Sein frühestes, durch Meisterzeichen signiertes Werk ist die Laube am Lemgoer Rathaus, 1565. Es folgen der Erker der Burg Blomberg Krs. Lippe I (1569) und als herausragendes ihm zugeschriebenes Werk die Fassade des Hexenbürgermeisterhauses in Lemgo, 1571. Wulff starb vermutlich 1599.

Wyatt, James
(1747-1813). Der erfolgreichste englische Architekt seiner Zeit, wetteiferte mit den Gebrüdern Adam und überragte an Bedeutung sogar Chambers, dessen Nachfolger er 1796 als leitender Architekt des Bauamtes wurde. Sein brillantes Können war aber nur oberflächlich; heute beruht sein Ruhm in der Hauptsache auf seinen ausgefallenen neugotischen Bauten, von denen die besten jedoch zerstört wurden. Wyatt war der Sohn eines Holzhändlers und Bauunternehmers aus Staffordshire, ging 1762 für sechs Jahre nach Venedig, wo er unter dem Maler-Architekten Visentini studierte. Bei seiner Rückkehr nach London wurde er durch den Baus seines Pantheon in der Regent Street (1770, zerstört), einer Aufsehen erregenden klassizistischen Version der Hagia Sophia in Konstantinopel, berühmt. Von dieser Zeit an wurde trotz seines unhöflichen Wesens und seiner allgemeinen Unzuverlässigkeit mit Aufträgen überhäuft. Von seinen eleganten, anmutigen klassizistischen Häusern, mögen Heaton Hall (1772), Heveningham Hall (1788-99), Castle Coole in Nordirland (1790-97) und Dodington House (1798-1808) genannt werden; Dodington sticht durch einen feierlichen Ernst hervor und verdankt viel der Bewegung des Greek Revival. An neugotischen Bauten schuf er unter anderem die ausgezeichnete kleine Lee Priory (1782, zerstört, ein Raum jedoch im Victoria und Albert-Museum), die berühmte Fonthill Abbey (1796-1807, zerstört), die er für William Beckford erbaute, und das fast ebenso extravagante Ashridge Park (1806-13). Seine zahlreichen, rücksichtslos durchgeführten Restaurierungen und "Verbesserungen" gotischer Bauwerke, unter denen auch die Kathedralen in Salisbury, Durham und Hereford zu leiden hatten, trugen ihm den Spottnamen "Wyatt der Zerstörer" ein.

Wyrenberg, Johan
Herzoglich klevischer Baumeister. Errichtete von 1440-53 den 50 m hohen Schwanenturm der Schwanenburg Kleve.